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Konzertkritik

Renée Fleming

war da!



Foto: DECCA / Andrew Eccles

Bewertung:    



Mahler 7 oder Mahler 5, welcher Saisoneröffnung sollte man dann gestern Abend beiwohnen, derjenigen von den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko oder derjenigen vom Konzerthausorchester Berlin unter Christoph Eschenbach (82)? Das war die Frage und die Qual der Wahl. (Man hätte freilich auch in beide Konzerte nacheinander gehen können, die jeweiligen Anfangszeiten waren fairerweise aufeinander abgestimmt.)

Vorteil Konzerthaus, denn:

Renée Fleming (63) (bei der man eigentlich dann dachte sie im letzten Jahr anlässlich des MUSIKFESTES BERLIN womöglich das allerletzte Mal hier in der Hauptstadt gesichtet und gehört zu haben) kam, sah, siegte! Mit dem Eschenbach verbindet sie ein langjähriges künstlerisches Miteinander, und so tat er "früher" manchen Liederabend, den sie hie und da zum Besten gab, für sie als Pianist begleiten. Und wahrscheinlich ist und war es also seinem initiativen Zutun zu verdanken, dass der US-amerikanische Weltstar sich die Ehre gab, schnell noch bei "seinem" Orchester - es ist Eschenbachs letzte Spielzeit als Chefdirigent, bevor dann ab 2024 Joana Mallwitz (36) diesen Posten übernimmt - zu debütieren. Im Gepäck hatte die Fleming Strauss' Vier letzte Lieder, und egal wo sie sie jedesmal dann sang und singt, war/ ist es unter Garantie ein Hohefest, nicht bloß für sie! Ja und wie war es nun?

Zuerst das Kleid!

Sie rauschte dieses Mal in einem kaiserinnenwürdigen Bronze-Lamet-Kleid (Glitzer, Glitzer über alles) an, darüber hatte sie sich, was dann nur von hinten sehbar war, ein schwarzes dünnes Seidendings gehängt, das gab dann wiederum dem Schleppenartigen ihrer (vermuten wir:) sauteueren Garderobe einen zusätzlichen Pfiff.

Sodann ihr einnehmendes Großes-Mädchen-Lächeln!

Auch nicht schlecht.

Ja und die nachfolgenden Totenlieder?

Ausschließlich beim letzten, Im Abendrot (von Eichendorff), sprang so was wie ein emotionaler Funke über, und ich kriegte Gänsehaut - die kriege ich dann allerdings fast jedesmal bei diesem Lied, egal wer es dann sänge. Die abschließenden Textzeilen "Wie sind wir wandermüde -/ Ist dies etwa der Tod" - da bleibt wahrscheinlich nur der ungerührt, der seelisch nicht intakt ist oder so. Der Fleming jedenfalls kaufte man diesen ganz besonders zarten Ernst, den die Veräußerung dieses so traumhaft schönen Liedes bräuchte, ab.

Davor die andern drei (nach Hesse-Texten): Kaum, dass man ein Wort verstand. Mit dem Orchester, das der Eschenbach dann viel zu laut über die Fleming-Stimme schüttete, war sie nur zufälligerweise, also ab und an, synchron. Und ihre Mittellagen sind inzwischen derart leise, dass sie stellenweise kaum zu hören ist, geschweige denn, wenn sie, so wie am Anfang von Lied 1 (Frühling), "relativ tief" beginnen muss.

Egal.

Sie ist, vom Typ her, so, dass man sie - selbst wenn sie dann eines Tages überhaupt nicht einen Ton mehr von sich geben könnte, weil kein einziger mehr fehlerfrei aus ihrer einstmaligen Wunderkehle zufällig entfleuchte - ewig, ewig liebt, jaja, es geht in ihrem Fall halt überhaupt nicht anders.

Love.




Renée Fleming beim Konzerthausorchester Berlin am 26. 8. 2022 | Foto (C) Martin Walz

*

Und dass die Musikerinnen und Musiker vom Konzerthausorchester Berlin in puncto Mahler - spätestens seit Kurt Sanderling das BSO (Berliner Sinfonie-Orchester; so der Ursprungsname des 1952 gegründeten Ostberliner Klangkörpers) anno 1960 als Chefdirigent übernahm - als routinierte Kenner und Könner ausgewiesen sind, sollte ihre neueste Darreichung der Fünften abermals und ziemlich glückvoll unter Beweis gestellt haben.
Andre Sokolowski - 27. August 2022
ID 13768
KONZERT ZUR SAISONERÖFFNUNG (Konzerthaus Berlin, 26.08.2022)
Richard Strauss: Vier letzte Lieder für Sopran und Orchester nach Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Renée Fleming, Sopran
Konzerthausorchester Berlin
Dirigent: Christoph Eschenbach


Weitere Infos siehe auch: https://www.konzerthaus.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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