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Premierenkritik

Schwul und

nichtschwul



Foto (C) Caterina Rancho | Bildquelle https://www.facebook.com/pages/TheaterForum-Kreuzberg/175461649197965

Bewertung:    



Im Herbst verzückte Kostja Ullmann als Von-schwul-in-hetero-Verwandelter ein auf Komödie aus seiendes deutsches Kinopublikum - dieses doch augenzwinkerliche Lustexperiment tat Filmemacher Marco Kreuzpaintner (selbst eingestanden schwul) gefällig konstruieren und [ob ihm das eigentlich bewusst war?] "extra stark" mittels des Titels Coming In, der eigentlich dann schon so eine Art Pendant zum damaligen DDR-Kult-Schwulenfilm von Heiner Carow, Coming Out, bedeutete, verdeutlichen; Friseure vs. Lehrer oder so...

Ganz ähnlich - was das ausgetüftelte Konflikt-Konstrukt betrifft - gehen die "Problematiken" im Zwinger-Stück erlustigend einher:

"Ich bin so ein schwuler Arsch, der in einer Bar hoffnungsvoll auf einen heterosexuellen Typen wartet, der mich von meinem Schwulsein-Trauma befreien soll und der mit mir im Auftrag seiner Freundin schlafen soll, damit die mit Sicherheit sagen kann, dass er nicht schwul ist, wenn sie ihn irgendwann mal, rein hypothetisch natürlich, heiraten will." heißt es da aus dem Mund eines der drei AkteurInnen. "Das hört sich schon recht erbärmlich an. Also für mich hört sich das schon recht erbärmlich an."

Und Nora Huetz sowie Sebastian Schlecht (gleichsam die geistigen Verursacher und Mitspieler in diesem lustigen Projekt zu dritt) lassen uns wissen:

"Es geht um einen Mann, der in einer aufgeklärten modernen urbanen Welt lebt, in der angeblich alles frei, offen und möglich ist. Sexuelle Orientierung ist kein Tabu mehr. Doch es gibt Grenzen, die er nicht überwinden kann; sie liegen in ihm selbst, in dem Bild, das er von sich entworfen, 35 Jahre lang kultiviert hat und welches er tagtäglich seiner Umwelt präsentiert." (Quelle: tfk-berlin.de)

Der Ärmste, der.

Tobias Licht spielt ihn; und zu Beginn bestaunt man(n) seinen tierhaft-schönen, muskulösen Körper, den er uns in Gänze (bis zum Slip) fachkundig-sportmedizinal erklärt und präsentiert. Auch lässt er uns die Unterschiede zwischen einem Blut- und einem Fleischpenis - selbstredend ohne ihn uns vorzuzeigen (leider!) - theoretisch wissen. Etwas später muss er einen langatmigen Monolog zum Thema Lichtgeschwindigkeit und Weltraum - Astronauten würden viel, viel langsamer dort oben alt als wie wir unten auf der Erde - ablassen.

Und auch die andern Beiden (Schlecht & Huetz) reden dann je in einem Extrablock so vor sich hin: Er "leidet" unter seiner Chatsucht auf Gayromeo oder woanders; sie ist angerührt vom plötzlich auftretenden Weinkrampf ihres Freundes, den sie anfänglich für schwul gehalten hatte [s.o.] usf.

Die Therapie auf jeden Falll muss irgendwie gefruchtet haben, denn: Bei einem Dreier-Treffen (auf 'ner Hollywoodschaukel) scheint "die normale Welt" soweit wieder in Ordnung - Heten-Pärchen macht wie vorher; und der fies instrumentalisierte Schwule, der sich in den schwulen Heten echt verknallt hatte, bleibt einsam-glücklos auf der Strecke, o wie kann das Leben grausam sein!

Die Musikerin Mara Riedle mixte mit dem Apple Backround-Klänge und hauchte ein paarmal hübsch und wirkungsvoll ins Mikrofon.



Nora Huetz, Tobias Licht und Sebastian Schlecht (v.l.n.r.) - Fotos (C) Caterina Rancho
Andre Sokolowski - 16. Dezember 2014
ID 8327
ZWINGER (Theaterforum Kreuzberg, 16.12.2014)
Ein Projekt von Nora Huetz und Sebastian Schlecht
Musik: Mara Riedle
Es spielen: Tobias Licht, Nora Huetz und Sebastian Schlecht
Premiere war am 16. Dezember 2014
Weitere Termine: 17. + 18. 12. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.tfk-berlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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