Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 6

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



ROSINENPICKEN | Glossen zu Theater & Musik

Rosinenpicken (431) - Ich bin Edith Piaf (in der Brotfabrik Berlin)


Singen tat die Piaf-Sängern natürlich respektabel; doch so lobten wir bereits schon dreimal.

Rosinenpicken (430) - Die Gezeichneten von Franz Schreker (an der Oper Köln)


Ein kapazitätenbindender Kraftakt absoluter Sonderklasse.

Rosinenpicken (429) - Hexenjagd (am Düsseldorfer Schauspielhaus)


Nein, wahrlich nichts für Zartbesaitete.

Rosinenpicken (428) - Bette & Joan (im Theater am Kurfürstendamm, Berlin)


Manon Straché und Désirée Nick spiel´n Bette Davis und Joan Crawford.

Rosinenpicken (427) - Salome (an der Oper Leipzig)


Treppen: rosalie

Rosinenpicken (426) - Matthias Rheinheimer als Lenz (im Theater unterm Dach, Berlin)


Anhaltende Betroffenheit beim Publikum - und mir.

Rosinenpicken (425) - Kreatur von und mit Sasha Waltz & Guests (im Radialsystem V, Berlin)


Sasha Waltz scheint ihre Truppe mehr und mehr mit documenta-affinen "Nebenbuhlern" dominieren zu wollen, das erachte ich dann mindestens als einen ehrgeizigen Schritt zu viel.

Rosinenpicken (424) - Plácido Domingo feierte 50jähriges Berlin-Jubiläum (in der Staatsoper im Schiller Theater)


Vor 50 Jahren also weilte Weltstar Plácido Domingo erstmals in Berlin (wo er wahrscheinlich irgendwo dann sang) - wenn das kein Grund zum Feiern ist?

Rosinenpicken (423) - human requiem mit dem Rundfunkchor Berlin (im RADIALSYSTEM V)


Ja, jetzt weiß ich endlich, wie dann jede(r) einzelne Solistin und Solist des Rundfunkchors Berlin in individuellster Echtheit klingt.

Rosinenpicken (422) - Le Prophète von Giacomo Meyerbeer (am Aalto-Musiktheater Essen)


Überwältigender Muttertag.

Rosinenpicken (420 | 421) - Die Frau ohne Schatten (in der Hamburgischen Staatsoper) | Mahler 8 (in der Elbphilharmonie Hamburg)


Axel Kober und Eliahu Inbal sprangen kurzfristig für den erkrankten Kent Nagano ein.

Rosinenpicken (419) - Kristine Opolais als Tosca (bei den Berliner Philharmonikern)


...und Erinnerung an unsere Beschwerde (wegen der verrosteten Philharmonie-Bänke im Garten hinterm Haus)

Rosinenpicken (418) - Kopfkino (an der Neuköllner Oper)


Berliner Jugend-Musical.

Rosinenpicken (417) - Der Vater von Florian Zeller (im Renaissance-Theater Berlin)


Anrührender Abend mit viel Nachdenkfutter.

Rosinenpicken (416) - Hamlet (am Schauspiel Köln)


Kurzweiliger, großartiger Schauspielabend.

Rosinenpicken (415): Das Versprechen (am Theater der Keller, Köln)


Bühnenadaptionen von Romanen oder Filmen gehen übrigens dann oftmals in die Hose - besser als die Vorlagen werden sie (meistens) nicht.

Rosinenpicken (414) - Daphne (an der Hamburgischen Staatsoper)


In Lederhosen und Dirndl´s

Rosinenpicken (413) - Love mit Simone Kermes und La Magnifica Comunità (im Konzerthaus Berlin)


"...eine Queen im grenzenlosen Reiche der Barockmusik"

Rosinenpicken (412) - Gespenster (am Deutschen Theater Berlin)


Sinnlos zum Fenster rausgeschmiss´nes DT-Geld.

Rosinenpicken (411) - Die Chinesin Hui He als Madame Butterfly (an der Deutschen Oper Berlin)


Je mehr dramatischer und für sie aussichtsloser (also von der Rolle her) es sich dann nach und nach verknotete, verzurrte und verausgabte, umso uns Zuschauende/Zuhörende packender und bis zu Tränenausbrüchen betörender und generell dann "einladender" (also stimmlich und darstellerisch!!) geriet ihr der umschlingende Verbund.

Rosinenpicken (410) - Prinz Friedrich von Homburg (am Berliner Ensemble)


...was will und soll uns der Kleist-"Homburg" heute noch, da es bereits seit Jahren keine Wehrpflicht mehr in Deutschland gibt, groß noch erzählen und/oder vermitteln? Die Geschichte eines Einzelnen, eines Sich-in-das-Militär-verirrt-Habenden, eine Art verklausulierte Autobiografie (Homburg = Kleist)??

Rosinenpicken (409) - Beethovens Neunte Sinfonie mit Chorus Musicus Köln und Das Neue Orchester (in der Tonhalle Düsseldorf)


Gänsehaut bereits beim Rezitativ (der Melodie von "Freude schöner Götterfunke"), denn es klang - obgleich 5 Celli zusammen spielten - , als ob "nur" 1 Cello zu hören gewesen wäre; was für eine atemberaubende Synchronität und Musizierkultur!

Rosinenpicken (408) - Humperdinck´s Hänsel und Gretel (mit dem RSB | Dirigent: Marek Janowski)


Das orchestrale Aufgebot ist in der Tat enorm; so ungefähr könnte die "Götterdämmerung" besetzt gewesen sein.

Rosinenpicken (407) - Wilson´s Endspiel (am BE)


BeckettWilson, WilsonBeckett.

Rosinenpicken (406) - Das schlaue Füchslein (an der Oper Köln)


...und insbesondere die wunderschönen Tierkostüme Darko Petrovic´s lassen dann schon den allgemeinen Fokus auf sie selbst statt auf den Untertitel-Prompter richten.

Rosinenpicken (405) - Die Kunst zu sterben mit Ilse Bendin (im Theaterdiscounter, Berlin)


Sympathisch gemacht.

Rosinenpicken (404) - Cecilia Bartoli (mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin)


Sie kann es halt! Ja und sie nimmt ihr Publikum durch ihre allumarmenden Entwaffnungen ganz einfach mit in ihr per Herzenssonne dauerreflektiertes Weltenreich!!

Rosinenpicken (403) - Elektra (in der Staatsoper im Schiller Theater)


Überdimensionale Nahaufnahmen - und auch wenn du noch so weit weg von der Bühne sitzt, kriegst du doch jede Pore (ganz gefühlter Maßen) vollscharf und in kapitaler Metergröße mit.

Rosinenpicken (402) - Herzog Blaubarts Burg (mit dem Gewandhausorchester Leipzig | Dirigent: Alan Gilbert)


Der Bläser-Chor des musizierenden Orchesters (kurz nach Aufstoßen der 5. Tür): eine suchtstiftende Verlautbarung! ein Rausch der Sinne!!

Rosinenpicken (401) - Gianni (an der Deutschen Oper Berlin)


Ein Unhort menschlichen Gesamtempfindens.

Rosinenpicken (400) - Das Lied von der Erde (mit den Berliner Philharmonikern unter Bernard Haitink)


Erdnah, und zum Heulen schön.

Rosinenpicken (399) - Abschlussball von Achim Freyer (am Berliner Ensemble)


Ein Endstadium des Künstlers scheint erreicht.

Rosinenpicken (398) - Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter von Christoph Marthaler (in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)


...dann flachte es inflationärer Weise ziemlich ab. Ergo - Blick auf die Uhr: "Wie lange geht die Scheiße noch?!"

Rosinenpicken (397) - Was ihr wollt (am Berliner Ensemble)


Thomas Quasthoff ist zurück!!!

Rosinenpicken (396) - short stories mit cie. toula limnaios (in der HALLE TANZBÜHNE BERLIN)


Tolle Truppe.

Rosinenpicken (394 | 395) - Tristan und Isolde | Wagner für Kinder: Der fliegende Holländer (bei den Bayreuther Festspielen)

Petra Lang als (neue) Isolde in Bayreuth.

Rosinenpicken (393) - Bessere Zeiten von Alexander Vaassen (im Theater O-Tonart, Berlin)


Ganz am Schluss des (viel zu langen!) Stücks ballerten sich die vier ProtagonistInnen - Tabitha Frehner, Vincent Redetzki, Daniel Séjourné und Laura Waltz (allesamt hochsympathische Könner ihres Fachs!!!!) - gegenseitig nieder und warn auf das Allerniedlichste mit erdbeersoßigem Theaterblut bekleckert.

Rosinenpicken (392) - The Principle of Pleasure von und mit Gerard Reyes (im Rahmen von Open Spaces#2-2016 | Tanzfabrik Berlin)


Ein schnurrender und voll auf Zärtlichkeiten aus seiender Schmusekater.

Rosinenpicken (391) - Quartetto (am Renaissance-Theater Berlin)


Die "Verfallsdaten" der großen Opernstars hängen in erster Linie dann von ihren jeweiligen Stimmen ab.

Rosinenpicken (390) - Luci mie traditrici von Salvatore Sciarrino (an der Staatsoper im Schiller Theater)


Lustiges Stück.

Rosinenpicken (389) - Der Ring des Nibelungen (durch die Staatsoper im Schiller Theater)


Ein optisch zweifelhaftes Mischding von schier skandalöser Unbedarftheit.

Rosinenpicken (388) - Stella (in der Neuköllner Oper)


Der Stoff ist heikel, seine künstlerische Umsetzung nicht minder.

Rosinenpicken (387) - Holofernes von Emil Nikolaus von Reznicek (an der Oper Bonn)


Wir sind begeistert von der szenisch-distanzierten (und ironisierenden!) Gesamtsicht!

Rosinenpicken (386) - Lucia di Lammermoor (an der Oper Köln)


Nix verstehen, njet!

Rosinenpicken (385) - Juliette von Bohuslav Martinů (in der Staatsoper im Schiller Theater)


Sowieso kamen die nachhaltig-markantesten Impulse eindeutig aus dem Orchestergraben...

Rosinenpicken (384) Stripped – Bis auf die Haut von Stephen Clark (im ACUDtheater, Berlin)


Schlussendlicher Weise tut die Frau (die plötzlich schwanger wird) den Mann dann mit dem Ungeborenen also Noch-Ungeborenen erpressen...

Rosinenpicken (383) - Die Zauberflöte als szenisches Konzert (im Konzerthaus Berlin)


Mit Mandy Fredrich wurde eine Königin der Nacht gefunden, deren saphirartige Geschliffenheit in puncto Höhen und Koloraturen nichts zu wünschen übrig ließ.

Rosinenpicken (382) - Entarterte Kunst - der Fall Cornelius Gurlitt von Ronald Harwood (im Renaissance-Theater Berlin)


Rolf Nikolaus Cornelius Gurlitt (1932-2014) ist als "natürlicher" Erbe von über 1.500 Werken der Weltkunst, die sein Vater Hildebrand Gurlitt (1895-1956) kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges als sachverständiger Haupteinkäufer für das geplante Hitlermuseum in Linz europaweit zusammenklaubte, in die Geschichte eingegangen. Selbige Werke hielt der Sohn des im Auftrag der Nazis agierenden Kunsthistorikers und -händlers (mit jüdischer Abstammung!) jahrzentelang bei sich daheim versteckt...

Rosinenpicken (381) - Don Giovanni (am Slowakischen Nationaltheater)


Die traditionelle Inszenierung von Jozef Bednárik (mit dem herrlich puffrotplüschenem Bühnenbild Vladimír Čáps) besticht v.a. durch ihre rasant laufende und präzis durchdachte Personenführung; und man ist daher sofort geneigt, an alte Zeiten des Regiealtmeisters Walter Felsenstein zurückzudenken.

Rosinenpicken (380) - Sono un fumo - ich bin Rauch (im Radialsystem V, Berlin)


"ein Anblick unentrückbar piesackenden Grauens"

Rosinenpicken (379) - Morgen und Abend von Georg Friedrich Haas (an der Deutschen Oper Berlin)


Die Haas-Musik ist permanent in einer dauerwogenden und -wellenden Auf-/Ab-Schwebe, meistens in mehr doch seichteren Gewässern, und es riecht geradezu nach Fjord.

Rosinenpicken (378) - Kauza Schwejk / Der Fall Švejk (im Ballhaus Ost)


Unterbrochen wird die insgesamte Unverbindlichkeit (so kurz vor Schluss) durch eine große Pause, wo es Gulasch [lecker!], Bier und Graubrot gratis gibt! Die beste der Ideen übrigens.

Rosinenpicken (377) - Parsifal (an der Oper Köln)


Vertagter Köln-Abschied - Matti Salminen muss wohl nochmal her.

Rosinenpicken (376) - 100 Sekunden (wofür leben) in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin


Es ging um nicht viel weniger als Leben, Luft und Liebe.

Rosinenpicken (375) - Der Vampyr von Heinrich Marschner (an der Komischen Oper Berlin)


Splatter-Show.

Rosinenpicken (374) - Carmen (im ACUDtheater, Berlin)


Die Barth ist, rein vom Optischen her, so ein unverwechselbares Zwischending aus Eva Mattes und Antonia Rados...

Rosinenpicken (373) - Die Liebe der Danae (an der Deutschen Oper Berlin)


Zahlreiche Leerplätze - Die "Danae" zieht doch nicht so wie "Rosenkavalier" oder "Elektra".

Rosinenpicken (372) - Hallelujah (Ein Reservat) von Christoph Marthaler (in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)


Indianistik für Fortgeschrittene.

Rosinenpicken (371) - ≈ [ungefähr gleich] von Jonas Hassen Khemiri (in der Schaubühne am Lehniner Platz)


Gequatsche.

Rosinenpicken (370) - South Pole von Miroslav Srnka (Musik) und Tom Holloway (Libretto) an der Bayerischen Staatsoper


Und es geht also sehr explizit um einen ausschließlichen Männer(wett)kampf - denn wem fiele auch so derart Tollkühnhaftes ohne jeden tiefen Sinn & Nutzen ein als halt so Männern, die sich mit so Männer(wett)kampfsachen selbst beweisen oder jeweils von den andern Männern, die sie schwächer hielten als sich selber, abzugrenzen suchten.

Rosinenpicken (369) - Continu von Sasha Waltz (im Radialsystem V)


Grandioses Stück.

Rosinenpicken (368) - Szenen einer Ehe durch das Schauspiel Stuttgart (im DT Berlin)


Im Sprechtheater tun die Dialoge das Hauptwichtigste bedeuten. Wo es richtig was zu sagen gibt, da hörst du halt auch richtig zu. Ja und es mag, was das betrifft, mitunter Sätze geben, die mit einer derart unentkraftbarer Wahrhaftigkeit beladen sind, dass es dir selbst die Sprache glatt verschlägt - wenn es um allgemeinste Ehefragen, beispielsweise, geht und du dich plötzlich selber fragst: Mein Gott, hat dieser ganze Eingesperrtheitskrampf am Ende überhaupt noch einen freiheitlichen Überlebenssinn?

Rosinenpicken (367) - MusicAeterna | Teodor Currentzis mit Sasha Waltz & Guests (im Radialsystem V)


Teodor Currentzis, der z.Z. womöglich unglaublichste Dirigent der Welt, und MusicAeterna, "sein" noch viel unglaublicheres Spezialmusikensemble, machten einen Abstecher in das Radialsystem

Rosinenpicken (366) - Dämonen von Lars Norén (in der Schaubühne am Lehniner Platz)


In Zweierwohngefangenschaften rinnt das sexuelle und auch anderweitige private Interesse füreinander peu à peu (mit oder ohne kräftig nachzuspülen) durch die Kloschüssel hinab zur Kanalisation.

Rosinenpicken (365) - Omnium von und mit Adam Read (im ACUDkunsthaus, Berlin)


Eine Orgie an Überreizungen.

Rosinenpicken (364) - Désirée Nick mischt Die Zirkusprinzessin auf (in der Komischen Oper Berlin)


Nick entertaint mit der ihr eigenen Mädchen-vom-Volke-Süffisanz und gleichsam divenartigen Professionalität durch dieses freilich schwachsinnige Stück und gibt ihm österreichisch-ungarischen Schmelz als wie Berliner-Schnauze-Charme.

Rosinenpicken (363) - Von Affen und Engeln von Christoph Nußbaumeder (in den Sophiensaelen Berlin)


Weihnachts(un)stimmungen; auch der Engel Stella (Anna Eger) konnte dieses merkwürdige Grundfeeling nicht kippen.

Rosinenpicken (361 | 362) - Waisen | Die lächerliche Finsternis am Theater der Keller, Köln


Das Kölner Theater der Keller spielt fast nur zeitgenössische also neue oder neuere Stücke.

Rosinenpicken (360) - La Passion de Simone von Kaija Saariahos (Regie: Peter Sellars)


Narkotisierende Geduldsprobe.

Rosinenpicken (359) - Constructing ruins von und mit Julian Weber (in den Uferstudios Berlin)


Und bist du auch so ratlos und zugleich beeindruckt von der Ungewöhnlichkeit dieses In-Kunst-Seins?

Rosinenpicken (357 / 358) - 100 Jahre Eine Alpensinfonie von Richard Strauss


Gustavo Dudamel und Christian Thielemann dirigierten die Staatskapellen von Berlin und Dresden (= 2 unterschiedliche Konzerte).

Rosinenpicken (356) - Die Meistersinger von Nürnberg an der Staatsoper im Schiller Theater


"Die Meistersinger" dauern immer noch, mit Pausen, fast sechs Stunden. Irgendwie bemerke ich an mir, dass sie mir langsam aber sicher auf den Geist zu gehen drohen. Frage mich besorgt, ab wann ich endgültig mit ihnen abgeschlossen haben werde. Ich beobachte die Angelegenheit.

Rosinenpicken (355) - Les Troyens (an der Hamburgischen Staatsoper)


Megagrauenhaftes Stück.

Rosinenpicken (354) - Les Contes d´Hoffmann (an der Komischen Oper Berlin)


Der große Olympia-Akt, um nur EIN Beispiel anzufügen, wird durch sie [Nicole Chevalier] zum Voll-Event. Grandios!!!

Rosinenpicken (353) - Aerobics! (in den Sophiensaelen Berlin)


..."hinkt" diese Performance, weil sie keinerlei Dramaturgie erkennen lässt.

Rosinenpicken (352) - Rebel Dabble Babble Berlin von Paul McCarthy & Damon McCarthy (in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)


Abendländische Lustbarkeiten an der Ostberliner Volksbühne...

Rosinenpicken (351) - Die lustige Witwe in der Kammeroper Köln


Junge Leute haben Spaß an Tante Operette, immerhin!

Rosinenpicken (350) - Parsifal für Kinder (bei den Bayreuther Festspielen)


Und der Spaßmacher vom Dienst: Andreas Hörl (als Titurel).

Rosinenpicken (349) - Seifen Oper (im Wintergarten Varieté, Berlin)


"Seifen Oper" (als besagter Titel) daher, weil dann Alle - meistens - in den Bandewannen sitzen und von dort aus, manchmal einzeln, manchmal auch mit wem zusammen, fulminanteste Artistiken beginnen und/oder herumsingen und viel, viel tanzen; wie bereits gesagt.

Rosinenpicken (348) - Die Zauberflöte durch die Compagnie Dei Furbi (in der Neuköllner Oper)


Ja, zum Verlieben - Alle wie sie sind.

Rosinenpicken (347) - Orfeo von Sasha Waltz (als Gastspiel an der Staatsoper im Schiller Theater)


Das Choreographische der Waltz: bloß Kommentare und verarabeskende Illustration; der anhaltende Tick mit "ihren" Zweigen und Wedeln..

Rosinenpicken (346) - Ariadne auf Naxos an der Staatsoper im Schiller Theater


Kann schon sein, dass diese Produktion Jahrzehnte laufen wird - falls sich das Haus dann die entsprechende Besetzung (so wie gestern Abend) willig leistet.

Rosinenpicken (345) - Der Dirigent Gianandrea Noseda debütierte bei den Berliner Philharmonikern


Joker für die anstehende Chef-Nachfolge!

Rosinenpicken (344) - To this purpose only (im Radialsystem V)


Mittelteilig werden dann die terrorhaft versinnbildlichten Konsumstrategien oder -machenschaften (Marke-Tragetaschen) sowie das aus dem Gesamtbereich "Essen und Trinken" her sattsam bekannte und nicht minder abgelutschte Italy-Klischee (Pasta & Parmesan) vorgeführt. Auch nett und lustig.

Rosinenpicken (343) - La mère coupable von Darius Milhaud (Theater an der Wien)


Lange Rede kurzer Sinn: Die Wahrheit kommt zum Schluss ans Licht, und Graf & Gräfin finden wieder zueinander, und auch Florestine & Léon können (fernab jedweden Inzests) heiraten, und Friede, Feude, Eierkuchen...

Rosinenpicken (341/342) - Daphne und Elektra mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Dirigent: Marek Janowski)


Nun steht das RSB erst mal - da der Janowski seinen Chefvertrag über 2016 hin nicht mehr verlängert - "oben ohne" da...

Rosinenpicken (340) - Emma und Eginhard an der Staatsoper im Schiller Theater


Beides - die Telemannoper an sich + ihre aktuelle Produktion - sind abgehobene Geniestreiche der Sonderklasse.

Rosinenpicken (339) - Lohengrin mit Waltraud Meier und Anja Harteros (an der Deutschen Oper Berlin)


Der geflügelte Klaus Florian Vogt hat einen guten Abend erwischt: Er singt den Lohengrin so wunderschön und klar, wie immer eigentlich; ja, es ist SEINE Rolle.

Rosinenpicken (338) - Macbeth. Nach Verdi. in der Neuköllner Oper


Die Videokünstlerin sowie Performerin Franziska Kronfoth (= Lady Macbeth II) hatte die unglorreiche Schnapsidee, brachialgewaltig darauf aufmerksam machen zu müssen, dass gelebte Kinderlosigkeit (des Schurkenpaares Macbeth/Lady Macbeth) zu gewissen Verhaltensstörungen und Durchgeknalltheiten zu führen in der Lage wäre.

Rosinenpicken (336 | 337) - ChorWerk Ruhr (in der Philharmonie Essen) | Davit Melkonyan (im Kölner Café ÖM)

Superb (was den ChorWerk Ruhr betrifft). | Davit Melkonyan im Kölner Café ÖM.

Rosinenpicken (335) - Lars Eidinger x-beint Richard III. (in der Schaubühne am Lehniner Platz)


Jedenfalls hatte das personifizierte Böse, was da Lars hautnah zu uns herübertransportierte, ausgerechnet dann durch ihn eine Portion von Ironie und Charme hinzugewonnen, dass wir letztlich nur noch staunen konnten über es und ihn!!

Rosinenpicken (334) - Puccinis La Rondine an der Deutschen Oper Berlin


Herz, Schmerz, Trallala.

Rosinenpicken (333) - Gianni Schicchi / Herzog Blaubarts Burg an der Komischen Oper Berlin


Bei zukünftigen Koppelungsversuchen bitte etwas mehr auf Passgenauigkeit oder doch wenigstens Passfähigkeit zu achten!

Rosinenpicken (332) - Einsame Menschen im Theater im Bauturm, Köln


Kommt so eine neunmalkluge Wanderin deswegs und mischt die glückliche Familie (Vater, Mutter, Kind, will sagen: Künstler, Hausfrau, Nachkomme) so mirnichtsdirnichts auf und denkt dann noch, das wäre irgendwie "normal" und bliebe daher ohne jede Folgen fürs bisherige Familienglück...

Rosinenpicken (331) - Lars Eidinger entertaint den Hamlet in der Schaubühne am Lehniner Platz


Eidinger an sich ist sehens-/hörenswert. Nur seinetwegen hatten wir das gestern Abend "mitgemacht".

Rosinenpicken (330) - Plácido Domingo als Macbeth (Staatsoper im Schiller Theater)


Haupt-Highlight (neben Domingo und der Staatskapelle) ist jedoch Liudmyla Monastyrska! Sie gibt Lady Macbeth, die ja sowieso im Stück und in der Oper Aktivistin Nr. 1 darstellt, ja und so spielt und singt sie alles, was ihr in die Nähe kommt, zu Klumpen.

Rosinenpicken (329) - Lady Macbeth von Mzensk an der Deutschen Oper Berlin


Svetlana Sozdateleva (als Katarina Ismailowa) langweilt sich den lieben langen Tag; und weil sie ständig geil und unbefriedigt ist... nimmt sie sich eines Tages dann den dorfbekannten Stutendecker Maxim Aksenov (= Sergej) zur Brust und vögelt also mit ihm, dass es nur so kracht.

Rosinenpicken (328) - Das weite Land am Deutschen Theater Berlin


Bock-Hofreiter/Ziegen-Gattin haben sich [im Stück] ein Leben lang durch offene bzw. nicht so offene Verauslebung geschlechtsbedingter Treuen/Untreuen einiger Maßen arrangiert.

Rosinenpicken (327) - Anna Prohaska als Pamina in der Zauberflöte an der Staatsoper im Schiller Theater


Sie ist eine Offenbarung unartifiziellen, ungezickten Schön-Gesangs!!

Rosinenpicken (326) - Elīna Garanča als Der Rosenkavalier an der Deutschen Oper Berlin


Sie hat alles Das, was die Figur wohl braucht: sie sieht gut aus (ist schlank, wirkt androgyn), sie kann gut spielen (auch ihre Im-Stück-Verkleidungen als Mamsel), und sie kann gut singen ("durchschlagend", vibratofrei).

Rosinenpicken (325) - Catherine Foster als Turandot in der Deutschen Oper Berlin


Ihre sängerische Durchschlagskraft hat was Enormes - im Vergleich zu ihr hört sich die schöne alte "Turandot"-Aufnahme, in der Birgit Nilsson die Prinzessin singt, wie Mückensirrerei an...

Rosinenpicken (324) - Herbert Fritschs Don Giovanni an der Komischen Oper Berlin


Am Ende gar, wenn die Komturkopie aus Stein den Dauererigator in das Höllenloch verschwinden lässt, ragt frohgemut ein allerletzter Stinkefinger des Betroffenen aus dem sich um ihn zugeschlossnen Erdreich, was wohl letztlich Alles sagt.

Rosinenpicken (323) - Misery am Schlosspark Theater, Berlin


Troegners Spiel-Lust überträgt sich, und ich habe dauerhaft Erquickungsschübe, wenn ich alles Das mit ihr so live erlebe.

Rosinenpicken (322) - Nikolaus Harnoncourt gastierte mit den Wiener Philharmonikern (im Konzerthaus Berlin)


Tiefgefühle, Nachdenken über das ach so vielzu kurze Leben...

Rosinenpicken (321) - Die Kunden werden unruhig (im Ambulatorium Theater auf dem RAW-Gelände Berlin-Friedrichshain)


Wir wussten ja schon lange vorher, dass die doofen Bänker schuld an allen Übeln dieser Welt sind. Diese ganze Scheiße lässt sich nun mal leider auch nicht ändern; sie ist (auch) der Preis für unser sogenanntes freiheitliches Wertesystem.

Rosinenpicken (320) - Peter Seiffert und Waltraud Meier als Tristan und Isolde (in der Staatsoper im Schiller Theater)


Dass es - trotz gewisser Überspannungen der jeweiligen Stimmbänder - im Ganzen ziemlich rund geworden war, dürfte in erster Linie ihrem charismatischen Gesamteindruck, der Beide nach wie vor bestimmt, geschuldet gewesen sein; da wird "Verzeihen" zur Kultur an sich.

Rosinenpicken (319) - Tessa Blomstedt gibt nicht auf von Christoph Marthaler (in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)


Lebenswandlerin im Online-Modus (mit gereimter Versscheiße)!

Rosinenpicken (318) - Cecilia Bartoli (im Konzerthaus Berlin)


Aber eine Diva ist sie immer noch! Und singen kann sie - und; sie singt - wie ich dann heute Abend konstatieren konnte - noch viel besser als sie jemals vorher sang!!

Rosinenpicken (317) - Béjart Ballet Lausanne (im Tempodrom Berlin)


Erbarmungsloser Kitsch.

Rosinenpicken 316 - Travelogue I - Twenty to eight von Sasha Waltz (im Radialsystem V)


Kleines und Kleinigkeiten - deren große Summe unser schönes langes, kurzes Leben ausmacht - werden von der Waltz zu schönen langen, kurzen "Miniaturen" tänzerisch verselbständigt; am allerschönsten sah das dann beim großen und auch großartig getanzten Liebesspiel zwischen Ernesto & Colusi aus!!

Rosinenpicken 315 - Cameron Carpenter spielte At the Royal Majestic mit dem DSO Berlin (Dirigent: Giancarlo Guerrero)


Nicht Fisch, nicht Fleisch. Null Ahnung, was mich Unbeteiligten wie & warum erreichen sollte.

Rosinenpicken (314) - Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel am Renaissance-Theater Berlin


Walser hat, um ihren Text auf das Papier zu kriegen, kräftig recherchiert. Kräftig heißt freilich nicht gründlich - aber was ist halt schon gründlich?!

Rosinenpicken (313) - Hauptrolle von und mit Ahmed Soura (im Ballhaus Ost)


"Hauptrolle" ist ausgerechnet dann in den Momenten spannend und auch anrührend, wo Ahmed Soura uns rein über sich und sein privates Leben, seine künstlerische Fortentwicklung (seit Verlust seiner Familie: seiner beiden Zwillingsschwestern, seines kleinen Bruders, seiner Stiefmutter und seines Vaters) nach und nach erzählt.

Rosinenpicken (312) - Das letzte Band mit Klaus Maria Brandauer (im BE)


Gespielt-gelebter Brandauer; mehr nicht.

Rosinenpicken (311) - Erotic Crisis am Maxim Gorki Theater


Freilich, es gab dann (wenigstens) viel schönes Frischfleisch zu betrachten...

Rosinenpicken (310) - Heiner Müllers Quartett als BE-Gastspiel des Theaters in der Josefstadt Wien


Populär besetztes Hochbetagten-Highlight. Mehr gibts nicht zu sagen.

Rosinenpicken (309) - Oresteia an der Deutschen Oper Berlin


Die Produktion als Ganzes muss als Wurf bezeichnet sein!

Rosinenpicken (308) - Letzte Tage. Ein Vorabend von Christoph Marthaler (an der Staatsoper im Schiller Theater)


Man sollte - lt. Marthalers Umkehrschluss - den Antisemitismus und Rassismus als UNESCO-Weltkulturerbe begreifen und verstehen...

Rosinenpicken (307) - Anna Netrebko sang Vier letzte Lieder von Richard Strauss | Staatskapelle Berlin (Dirigent: Daniel Barenboim)

Rosinenpicken (306) - The Forbidden Zone in der Schaubühne am Lehniner Platz

Einprägsames Film-Theater, großartige Bilder!!

Rosinenpicken (305) - Boys Ästhetik im Theater O-TonArt

Was ist also, hätte ich da gestern Abend im Theater O-TonArt (das euch die Bretter, die die Welt bedeuten, zur Verfügung stellte) gern von euch gewusst gehabt, eure ÄSTHETIK? oder hat das BOYS im Titel euerer Performance doch am Ende nichts mit jener oder gar mit euch "als Ganzes" irgendwie zu tun??

Rosinenpicken (304) - Felix Krull am Theater O-TonArt, Berlin-Schöneberg

Nicht fehlen durfte beispielsweise die legendäre Ausmusterungsszene, die sich die zwei jungen Schauspieler "gemeinsam teilten"; also einmal war dann Scheicher Krull und Strobel der besagte Regimentsstabsarzt, und kurze Zeit darauf dann umgekehrt...

Rosinenpicken (303) - São Paulo Compania de Dança (in der Oper am Dom, Köln)

Das sah sehr, sehr ästhetisch aus und barg doch einen allzu fetten Altzopf in sich, dass man es im Ganzen hätte neu oder modern bezeichnen wollen - - wir [Berliner] fürchten irgendwie, dass in dem Stil dann das von Duato ab der nächsten Spielzeit chefbetreute Staatsballett Berlin zu Gange gehen könnte; bloß nicht!!

Rosinenpicken (302) - Les trois souhaits von Bohuslav Martinů | UdK Berlin

Die Produktion verdiente, dass Veranstalter sowie Sponsoren sie auf Gastspielreisen - wenigstens nach Tschechien oder Frankreich - schickten; so als "Aushänger" der absoluten Extraklasse (nicht nur für Berlin).

Rosinenpicken (301) - Don Juan am Staatsballett Berlin

Die Ausschweifung an sich geht oftmals schon in irgendwelche Irrwege oder endet womöglich gar in Kriminalität - doch teuflich-böse ist die Angelegenheit daher noch lange, lange, lange nicht...

Rosinenpicken (300) - Pindorama von Lia Rodrigues (im HAU Hebbel am Ufer)

Eine Riesenfolie und Hunderte stilisierte Wassertropfen (= durchsichtige und mit Wasser gefüllte Luftballons; sah aus wie Silikonbrüsteinlagen) allegorisieren Ozean und Regenwald in Einem.

Rosinenpicken (299) - Billy Budd an der Deutschen Oper Berlin

In Brittens zweiaktiger "Schwulen-Oper" gibt es ein die Stückhandlung bestimmendes Verhältnis 2:1 - - der Schiffsprofoss John Claggart (ätzend: Gidon Saks) sowie der Kapitän Edward Fairfax Vere (lyrisch: Burkhard Ulrich) sind, der eine mehr, der andre weniger, in den Vortoppmann Billy Budd (großjungenhaft: John Chest) verliebt.

Rosinenpicken (298) - Faust von Gounod | De Nationale Opera, Amsterdam

...das Gros der sich aus der Idee um das "Homunculus-Project" speisenden Damen-Personnage ist so mit scheinbar gänzlich überzüchteten und bis zum Platzen großen Riesenbrüsten ausgestaltet worden; das sieht schon dann sehr bedrohlich aus und wirft einen possierlich-anheimelnden Schatten auf das sich hier breit gemacht habende Männer-Idealbild der gigantischen Blondinentitte - sowieso werden die Männer hier fast ausnahmslos als lauter Deppen vorgeführt; entweder sind sie Wacheschiebende für das Versuchslabor, oder sie kehren als total lädierte Kriegsversehrte (beim Soldatenchor) zurück etc. pp.

Rosinenpicken (297) - Stephen Gould und Nina Stemme waren Tristan und Isolde an der DOB

Die Stemme fand im Zweiten und (noch mehr) im Dritten Akt zu einer Hochform, dass man seinen Ohren nicht mehr trauen wollte. Dass sie, außer ihren leicht emporgeglockten Höhen, auch noch in den "tiefen" Lagen gut (und legendär) ist, weiß ein Jedermann, der Stemme aus der Oper, aus Konzerten oder der Retorte kennt; doch was sie justament an diesem heutigen ("Problem"-)Abend zu leisten nach und nach dann der Lage war, verschlug Einem die Sprache! Der Saal tobte.

Rosinenpicken (296) - Wassa Schelesnowa am DT Berlin || Offener Brief an Corinna Harfouch

Kann es sein, dass ich Corinna Harfouch - und ich gehe nun wahrhaftig schon jahrzehntelang in das Theater - noch nie live auf offner Bühne sah?! Das nenne ich eine nicht wieder gut zu machende Verabsäumung.

Rosinenpicken (295) - Die Hochzeit des Figaro (Regie: Barrie Kosky) an der Komischen Oper Berlin

Und im 4. Akt regnet es obendrein Tausende Äpfel, und ein irrer Duft von diesen Tausenden von Äpfeln wolkt mit einem Male von der Bühne hin zum Saal, dass man es weder optisch noch geruchlich je vergessen wird; was für ein Wunder!!

Rosinenpicken (294) - Alban Gerhardt spielte Cellokonzert von Unsuk Chin mit den Berliner Philharmonikern (Dirigent: Myung-Whun Chung)

Gerhardt kann von langem Ton(an)halten sowie -ausgestalten bis zur virtuosesten Entgeistert- und Enthemmtheit alle ihm nur denkbaren Register seines spielerischen Könnens ziehen; und er macht die Sache gut!!

Rosinenpicken (292 / 293) - Mit Rheinsberg und der Voraufführung Berlin, Putlitzquelle machte das theater 89 nach einer 25jährigen Spielzeit den Berliner "Kehraus"

Großer Andrang - brechend voller Saal. Auch Hochhuth, Linzer warn von mir unter den Anwesenden identifiziert gewesen; Ehrengäste oder so.

Rosinenpicken (291) - Eva-Maria Westbroek ist Manon Lescaut | Opernkonzert mit den Berliner Philharmonikern (Dirigent: Sir Simon Rattle)

Die Westbroek ist das absolute Zentrum dieses sinnlich-aufpeitschenden Abends; sie erscheint zunächst in einem alles überstrahlenden knallroten Kleid (für Liebeserwachen und Liebesidyll), um nach der Pause in ein "nachtstrahlendes" schwarzes Kleid (für Deportation und Dursttod) gewechselt zu sein. Sie singt UND spielt, dass einem beim Hören und Sehen stellenweise die Luft weg bleibt. Phänomenaleste Präsenz!!

Rosinenpicken (290) - Gift mit Dagmar Manzel und Ulrich Matthes am DT Berlin

Unfassbarer Weise habe ich bis dato Dagmar Manzel noch nie in einer Sprechtheater-Rolle in Berlin erlebt - was freilich reiner Zufall ist, denn: Dagmar Manzel zählt ganz zweifelsohne zu den großen Mitgestalterinnen des deutschsprachigen Theaters überhaupt...

Rosinenpicken (289) - Musicophilia von und mit dem Münchner Meta Theater (Gastspiel im Berliner RADIALSYSTEM V)

Was wolltet ihr uns sagen?

Rosinenpicken (288) - Matthäus-Passion mit dem Konzerthausorchester und Vocalconsort Berlin (Dirigent: Iván Fischer)

Die Highlights dieses wunschkonzertartigen Abends unterm rudernd dirigierenden Konzerthauschef waren dann zweifelsohne 1.) der geradezu sensationell deklamierende Evangelist von Maximilian Schmitt und 2.) die äolsharfig gesungenen Sopranarien von Christina Landsamer.

Rosinenpicken (287) - Romeo und Julia (Regie: Lars Eidinger) an der Schaubühne Berlin

Der implizierte Liebreiz "Romeo und Julias" wurde freilich, was die aktuelle Inszenierung an der Schaubühne Berlin betrifft, mittels recht trashig auf uns einprasselnder Blut-und-Sperma-Sprüche etwas hinterfragt, will sagen: So viel Liebreiz, wie wir diesem Stück bis da noch unterstellten, hatte es schlussendlich (nach der insgesamten Sichtung) nicht oder nicht mehr.

Rosinenpicken (286) - Jonas Kaufmann sang die Winterreise (Klavier: Helmut Deutsch)

Kaufmanns Wille hatte etwas rührend Ehrliches. Allein - er hätte damit noch paar Jahre warten sollen.

Rosinenpicken (285) - Die Geschichte vom Soldaten Elik mit Elik Niv (in den Sophiensaelen Berlin)

Die alles verbindende Klammer ist die Fabel vom "Fahnenflüchtigen Soldaten und dem Teufel", die von Alexander Nikolajewitsch Afanassjew stammt. Darauf "gestülpt" und also zeitgenössisch angepasst die Echtzeit-Vita Elik Nivs, den man auch (wie bereits beschreiben) in dem Stück performen sieht; er sagt zwar nicht ein Wort - statt seiner spricht dafür Schauspielerin und Tänzerin Eva Löbau...

Rosinenpicken (284) - Götterdämmerung am Staatstheater Cottbus

Phänomenaler und sich von Akt zu Akt noch steigernder Wohlklang eines Stadttheater-Orchesters - was ein sensationserheischender Aufhorcher an sich schon gewesen sein dürfte.

Rosinenpicken (283) - Wir. Sind das? Wir! (in der ufaFabrik, Berlin)

So lümmeln unsre beiden Tanzstars also - wie man sich das heutzutage ganz und gar klischeehaft so bei halbwüchsigen Facebook-Nutzern vorstellt - in den beiden jeweils stilisierten Single-Haushalten rechts/links der Bühne vor diversen Rechnern und verbringen scheinbar einen nicht ganz unerheblichen tagtäglichen (nachtnächtlichen) Lebenszeitabschnitt mit virtuell geschwängertem Geglotze und Getippe.

Rosinenpicken (282) - Eigentlich wollte ich nach Finnland! im Theater unterm Dach

Das Alles hätte man zwar auch in einem Immigranten-Büchlein aufgezählt und aufgeschrieben stehen haben können - doch an diesem Abend konnte man es halt auch aufgezählt und aufgesagt erhören.

Rosinenpicken (281) | Die letzten Leiden des Erlösers von C. P. E. Bach (im Konzerthaus Berlin)

Zufriedener Gemeinde-Beifall .

Rosinenpicken (280) - Atmen (Regie: Katie Mitchell) in der Schaubühne Berlin

Und der Witz, d.h. der fast schon hochgeniale Mitchell-Einfall bei dem Ganzen war und ist, dass der gesamte Saalstrom, den man für die 75minütige Performance brauchte, durch das Fahrrad-Strampeln der zwei Schaubühnen-Protagonisten plus vier weiterer und extra hierfür engagierter sportlich-konditionierter (stummer) Jungmenschen "erzeugt" würde...

Rosinenpicken (279) - Der Kirschgarten (Regie: Thomas Langhoff) am BE

Weiß auch nicht, wie das kommt, dass ich (schon früher) mit den Tschechow-Stücken nicht viel anzufangen weiß. Wahrscheinlich liegt es an der unentwegten Plapperei in ihnen; ja und lesbar sind sie sowieso nicht - kannst du glatt vergessen!

Rosinenpicken (278) - Zubin Mehta dirigierte Salome an der Staatsoper im Schiller Theater

Noch immer staunen wir über die psysisch-physische Ballance, die den für Kupfer typischen Regiestil ausmacht, und mit welcher eigentlich dann alle Mitwirkenden "seiner" Aufführungen gut zu Rande kommen, sich von ihrer zwingend-ungeduldigen Geistes- und Körpersprache anstecken und inspirieren lassen.

Rosinenpicken (277) - RechtsRadikal in den Sophiensaelen Berlin

Am Schluss macht sich Tänzerin Claire Vivianne Sobottke ziemlich angestrengt mit ziemlich urig aus sich raus geholten Lauten Luft.

Rosinenpicken (276) - Tartuffe in der Schaubühne am Lehniner Platz

Der für sein kammerspielhaftes, minimalistisches Herangehen seit Jahren ausgewiesene Michael Thalheimer hatte Molieres Komödie - auf ein und eine dreiviertel Stunde zusammengestrichen - kunstfertig und clever inszeniert. Sein Ausstatter Olaf Altmann baute ihm hierzu eine Aufsehen erregende "Quadratur des Kreises" (wie mein diese Aufführung mitbesucht habender Freund trefflich bemerkte), d.h. die Stückhandlung vollzog sich ausschnitthafter Weise in einem sich nach und nach um seine eigene Achse drehenden und wie mit leicht vergilbtem Blattgold ausgelegten Einheitsraum, der lediglich mit einem festmontierten schwarzen Sessel sowie einem schwarzen Kreuz als Interieurs bestückt gewesen war - - das Alles sah schon einmalig, großartig aus.

Rosinenpicken (275) - Fräulein Julie (Applause!) am Theater Bonn

Den Regisseur Dominik Locher sehen wir auf beiden Breitwandmonitoren rechts und links der Breitwandbühne in der Werkstatt des Theaters Bonn eine mit ihm vollführte "aktuelle" Video-Botschaft zu uns Rezipierenden herübersenden. Hierin macht er deutlich, dass ihm eigentlich an Strindbergs Textvorlage nicht sehr viel gelegen ist, ja und er querverweist so u.a. zu Lady Gaga:

Rosinenpicken (274) - Der ideale Mann am Renaissance-Theater Berlin

Wir waren aus unerklärlichen Gründen noch nie im Berliner Renaissance-Theater - das ist skandalös.

Rosinenpicken (272 | 273) - Die schöne Müllerin | Winterreise in zwei Aufsehen erregenden Liederabenden mit Christian Gerhaher und Gerold Huber

Sogar die Bundeskanzlerin war da!

Rosinenpicken (270/271) - Guy Braunstein / Lang Lang musizierten mit der Staatskapelle Berlin (Dirigent: Daniel Barenboim)

Zwölf Jahre war Guy Braunstein einer der Konzertmeister von den Berliner Philharmonikern, die ihn im Jahr 2000 als den damals jüngsten Geiger aller Zeiten auf den Posten hieften. Mit dem Ende der vergangenen Konzertsaison trat er von seinem Amt zurück, um fortan (wieder) mehr solistisch unterwegs zu sein...

Rosinenpicken (269) - Die Rassen am Berliner Ensemble

Durch einstudierte Langeweile kriecht sich dieser Bruckner-Text, Silbe für Silbe und schön langsam aufgesprochen, schier wie endlos zu uns rüber.

Rosinenpicken (268) - SoKo Steidle jazzten im Grundtvighaus Sassnitz

Sie spielen laut, professionell und etwas abgewandt - das hat zur Folge, dass paar Leute vorzeitig den Saal verlassen. Wir (für unsern Hörerteil) konnten das nicht verstehen; also dass diese paar Leute vorzeitig den Saal verlassen hatten...

Rosinenpicken (267) - Violet von Meg Stuart (wieder) in Berlin

Es stimmt fürwahr nicht sonderlich plausibel, wenn die Stuart ihre sich total verausgabenden Leute erst mal als Autisten, die sich (und aus was für Gründen wohl auch immer) epileptisch winden müssen, bis zu einer Art von explosiver Weißglut führt, um sie sogleich dann - endlich, dass sie sich auch mal gelegentlich berühren - wieder abtoben zu lassen, um sie danach nochmal, also letztlich, wieder zur Ekstase zu befehligen.

Rosinenpicken (266) - Der Käfer im Heimathafen Neukölln

Da gibt es dann auch jede Menge Text- und (nachbereitetes sowie hinzugegefügtes) Dialog- und Trialog- und Quatrologfutter für die die ursprüngliche Kafka-Vorlage Herbei-Agierenden - allen voran die beiden sensationell spielenden und sprechenden Volksbühnen-Koryphäen Bärbel Bolle und Frank Büttner als das Elternpaar von Gregor Samsa!!

Rosinenpicken (265) - Frühlings Erwachen mit Felice Aquilar, Christian Myland und Dennis Mac Dao

Es gibt Stellen in dem schönen und sehr kurzweiligen Stück, wo uns, den Zuschauern, vor Angst und Schreck die Haare zu Berge stehen und wir "Hilfe!" schreien wollen würden; derart halsbrecherisch und wohl auch kreuzgefährlich kommen uns die körperlichen Acts, die die drei kühnen Stars mit sich dann machen oder (jeweils von dem Andern) machen lassen, vor.

Rosinenpicken (264) - Wiederaufnahme Don Giovanni an der Staatsoper im Schiller Theater

Christine Schäfer (Donna Anna) kommt recht unterkühlt und preußisch rüber; passt in dem Zusammenhang ganz gut in diese Produktion, die - unabhängig davon, dass sie uns, allein von ihrem Bühnenbild, hänselundgretelhaft erscheint - wohl mehr auf Dämpfung aller möglichen Gefühls- oder Gemütslagen aus ist.

Rosinenpicken (263) - Waltraud Meier als Wozzeck-Marie an der Staatsoper im Schiller Theater

Sie spielt und singt als wenn der Zahn der Zeit um sie vorbeigenagt wäre. Das erste Mal auch, dass ich sie so "deklamieren" hörte; in der Rolle der Marie gibt es paar Sprechgesangspassagen - Meier hat da einen eigenartig-tiefen, um nicht gar zu sagen rauh-herb resoluten Sound parat; das passt sehr gut zu ihrem Typ.

Rosinenpicken (262) - Distortion - Verzerrung von Constanza Macras

Macras wollte/will, dass sich die Schutzbefohlenen in ihrem Stück, in dems um Migrationsprobleme geht, mit sich und ihrer Umwelt - sei es nun gesellschaftlicher oder/und politischer und/oder einfach nur menschlicher Art - auf spielerische Weise auseinandersetzen. Breakdance, HipHop scheinen da die dankbarsten Betätigungs- und Tummelfelder der Beteiligten zu sein...

Rosinenpicken (261) - Ernst Kreneks Vertrauenssache in der WERKSTATT des Schiller Theaters

Das läppische Geplapper, was dann zunehmender Weise völlig auf den Geist geht (doch man muss den O-Text auch nicht mitlesen; nein, besser nicht!!), tut sich zur Mitte des Geschehens, ungefähr, auf Schmuck, der zu versetzen wäre, fokussieren; ergo - was dann spätestens ab dieser Stelle klar sein dürfte - spielt der ganze Kopfgeburtskrampf ausschließlich in Gutbetuchten-Kreisen, was der Regisseur dann atmosphärisch-folgerichtig auch wie Straußens "Fledermaus" begreift...

Rosinenpicken (260) - Wallensteins Tod im ehemaligen Casino des Flughafens Tempelhof

Dass Albert Bach diese zwei Stunden lang den Wallenstein verkörperte, betrachteten wir insgesamt als menschliche Erfrischung und als mimischen Totalgewinn!! Wir kannten ihn ja schon von anderen Gefangenentheater-Aufführungen aus den letzten Jahren...

Rosinenpicken (259) - Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals Alte Musik Knechtsteden mit Luther in Worms von Ludwig Meinardus

Ist eigentlich dann jemals wer auf die Idee gekommen, dieses opernhaft verchorte Riesenstück ganz zeitgemäß, also mit viel-viel Brechungen und Brüchen, szenisch anzubieten und somit herauszustellen, welcher inhaltlicher "Sprengstoff" in ihm steckt? Es ist ja nicht nur so, dass es allein um Luthers widerborstigen und standhaften Ausflug zum damaligen deutschen Reichstag ging, nein-nein, auch macht sich (was so aktuelle Leseansprüche und ergo übergreifende Verinterpretationen anbelangen könnte) marzialischer Nationalismus wortstark kund...

Rosinenpicken (258) - Ian Bostridge in der Kölner Philharmonie

Ian Bostridge (48) sieht noch immer wie ein großer Junge aus, und seine schöne Stimme ist - wie gestern Abend während seines anspruchsvollen Liederabends in der Kölner Philharmonie zu hören war - so gut wie nie zuvor; und "früher" war sie auch schon gut. Er zählt aller Wahrscheinlichkeit nach zu dem Typus Sänger, der sich mit der Zeit und den von ihn gestellten Aufgaben entwickelt, überprüft und (wenn es angebracht zu seien scheint) auch rar macht...

Rosinenpicken (256 / 257) - Sir Simon Rattle debütiert mit Wagners Ring des Nibelungen (Inszenierung: Götz Friedrich) an der Deutschen Oper Berlin

Wehmut kam auf. Der legendäre Tunnel-RING vom Macher-Duo Friedrich & Sykora würde also - wenn man den Gerüchten Glauben schenkte - Januar 2014 allerletztmals live erlebbar sein; nach immerhin fast 30 Jahren unentwegt-kontinuierlicher Präsenz in Westberlin! Die Deutsche Oper rüstete sich allem Anschein nach nun doch (tatsächlich) für das 21. Jahrhundert...

Rosinenpicken (255) - Nabucco an der Deutschen Oper Berlin

Nicht nur musikalisch ist die ganze Chose ein-eindeutig auf die Abigaille-Sängerin Anna Smirnova, die auch das größte Glitzerkleid des Abends trägt, zentrierungsmäßig ausgerichtet - und das ist auch richtig so! Wenn man schon so ne Röhre zur Verfügung hat: Sie ist, das kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, die Obraszowa der aktuellen Neuzeit.

Rosinenpicken (254) - Roméo et Juliette mit dem Philharmonia Orchestra London (in der Kölner Philharmonie)

Wir spekulieren einfach mal, dass es sich hier um so ein Ehrgeiz-Unterfangen des Orchesters oder mehr noch seines Dirigenten handelte und würden uns - nach dem Erlebten - folglich niemals mehr "Roméo et Juliette" von Hector Berlioz freiwillig zugemüte führen.

Rosinenpicken (253) - Hieron. Vollkommene Welt von Mario Salazar am DT uraufgeführt

Was wollte uns der Jungdichter (geb. 1980) nun mit seiner eigenwillig-kurz geschlossenen Allerweltsfantasie zum Denken und zum Fühlen reichen; erst mal taten wir uns - unvoreingenommen - durch den von ihm annotierten Beipackzettel zu dem Stück vorinformieren...

Rosinenpicken (252) - Le nozze di Figaro im Konzerthaus Berlin (Regie und Dirigent: Ivan Fischer)

Ivan Fischer hat ihn nicht nur dirigiert - nein, nein! das reichte ihm wohl nicht; und also hat er ihn auch noch szenisch realisiert, d.h. in einem fast schon fließenden Übergang vom sozusagen Szenisch-Zitierten bis hin zu einer Art von eigener Regie so nach dem Motto: Langt doch eigentlich; wozu sich noch so intellektualisierte Opern-Inszenierungen von nebenan zumuten; macht die Buden meinetwegen zu - so theoretisieren wir, im Scherz freilich.

Rosinenpicken (251) - Meine gottverlassene Aufdringlichkeit von Nußbaumeder, Horres, Eger in den Sophiensaelen Berlin

Anna Eger spielt diese manische Person und stellt sie sich und uns (die wir mit ihr - wie bei so Psycho-Gruppen-Therapien - im Kreise sitzen) vor: Heißt Anna, ist 36 Jahre alt, studierte Kunsthistorikerin und schreibt für ein Auktionshaus Bildbewertungen...

Rosinenpicken (250) - Siegfried mit Stefan Kaminski (Neuköllner Oper)

So als Verarsche zwischendurch, und wenn man halt (wie ich) dann kaum noch Bock aufs Ganze hat, sehr zu empfehlen.

Rosinenpicken (249) - Nederlandse Fluit Academie im Kammermusiksaal des Concertgebouw in Amsterdam

Unser Lieblingsstück und unser absoluter Star dieses Konzertes: der Vertical Song des in Berlin lebenden japanischen Komponisten Toshio Hosokawa - virtuos und voller Seele gspielt von der 25jährigen Rozemarijn van Egeren!! Sie kriegte dann auch, hochverdient, den größten Beifall.

Rosinenpicken (248) - Erwartung_Nada im Berliner RADIALSYSTEM V

Christiane Iven spielt und singt die Frau in der "Erwartung" - textverständlich und mit distanzierter Inbrunst; sowieso ist sie dann eine von den Sopranistinnen, die in der Lage wäre/ist, Alles, was rund um sie noch mitwirkt, von der Bühne regelrecht hinwegzuschmettern; das will sagen - ihre nicht nur stimmliche Präsenz hat etwas Maßgebliches für den jeweiligen Abend. Ohne sie ginge dann also nichts!

Rosinenpicken (247) - MAYUMANA gastierten mit Momentum in der Komischen Oper Berlin

Das Publikum wird auch in Folge weiterhin mit einbezogen: Beispielsweise pirscht sich der die Rolle eines Puk wie aus dem "Sommernachtstraum" Shakespeares spielende und tanzende und singende Shachar Gredy an ein Mädchen mitten im Parkett heran, das er süß Pretty Woman nennt, und das er justament sogar mit auf die Bühne bittet - und das Mädchen lässt sich da mitnichten lumpen und spielt dieses Spielchen (was ein süßes Spielchen ist) tatkräftig mit; es kriegt also, genau wie Shachar, donnernden Applaus!!

Rosinenpicken (246) - Frau Luna in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Nach der zweieinhalbstündigen FRAU LUNA-Aufführung von heute Abend (dritte Vorstellung seit der Premiere; ausverkauftes Haus) ist uns nicht klar geworden, was den Inszenierer Herbert Fritsch bewogen haben könnte, die beliebteste Berliner Operette für die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz aufzubereiten resp. aufbereiten zu lassen. Hatte er ein Faible für Paul Linckes gassenhauerische "Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft"-Musik? Interessierten ihn die Story und die Texte von Heinz Bolten-Baeckers? Beides sicher weniger. Vielleicht auch nicht.

Rosinenpicken (244 / 245) - Uphill / Wilderness in den Sophiensaelen Berlin

Künstler Tommy Noonan und Musiker Thomas Jeker taten so, als wären sie Survival-Akrobaten. Irgend eine uns bedrohlich anmutende Grundsituation (der Noonan imitierte beispielsweise so heran- oder herumpfeifende Star-Wars-Fluggeschosse) ließ dann in der Tat eine, auch lt. Programmzettel erklärte, "postapokalyptische Zeit" vermuten. Wenn und falls die Welt dann also einmal ganz und gar aus ihren Fugen fiele oder so...

Rosinenpicken (243) - Inside Partita mit Midori Seiler u. a.

Dass es Einem fast die Sprache dann verschlagen sollte, als man sah und hörte, wie Stargeigerin Midori Seiler Violine spielte UND zugleich (großäugig!) sich den Tanz- bzw. den Bewegungstanzschritten, die ihr Startänzerin Renate Graziadei choreografierte, quasi fügte, wäre als den Rezipienten außerordentlich bereicherndes und aufwühlendes Extra- und Spezialerlebnis unbedingter Weise zuzufügen.

Rosinenpicken (242) - Baal in einer Diplominszenierung der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" (Regie: Nicholas Mockridge) | Studio der Schaubühne Berlin

Vorne, also vor der ersten Reihe, lagern Liebe machend der Gawenda und die Madl; ja und unterhalb des über uns (die Zuschauer) geworfnen Riesenlakens wird man justament zum Teilhaber des so Gesehenen, denn dieser zugedeckte "Raum" erscheint auch plötzlich derart nah und eng, dass sich die Liebesszene der zwei Hauptakteure sozusagen körperlich ergreifen als wie nachvollziehen ließe. Darauf muss ein Inszenierer erst mal kommen!

Rosinenpicken (241) - Stars in Concert im Estrel Festival Center

Alles ist, eindeutig-unmissverständlich, auf "Verarsche" ausgerichtet - wobei den Aspekten der Satire oder Travestie bedauerlicher Weise nicht viel Raum gegeben wird; vielleicht sind da noch Chris & Geoff Dahl (die die Blues Brothers trefflich imitieren) oder Sängerin Sherie Rae Parker (die als Bette Midler imponiert) diejenigen, welche von sich aus wohl am meisten "Eigenes" in ihre Rollensichten einzustreuen pflegen.

Rosinenpicken (240) - Peter Pan durch Bob Wilson am Berliner Ensemble

Wie dann sowieso und überhaupt diese (von Wilson dahingehend überstark und übertönt "analysierte") Psycho-Couch-Geschichte einem überwältigenden, vermultiplizierten Mutterkomplex ausgeliefert war.

Rosinenpicken (239) mit Andreas Petersens dramatisierter Biografie des Erwin Jöris - Deine Schnauze wird dir in Sibirien zufrieren - am theater 89

Bernhard & Leonhard Geffke (Vater & Sohn) sowie der aus einer Reihe von Neuenfels-Produktionen sichtlich bekannte Christian Natter lassen uns zig Zeitstationen, Episoden und noch anderes Erfahrenswertes zu dem Hundertjährigen leicht-locker - und mitunter schon dann etwas langatmig - Revue passieren. "Untermalt" werden die flutartig auf uns (das anwesende Publikum, das aufgestützt an Tischen, worauf die Akteure hin und wieder auf und ab gehen, sitzt) abgestreuten Fakten-Flatter-Fetzen mit nem Dutzend fesch und fröhlich hergesugener Weill-, Eisler-, Brechtlieder u.v.m.

Rosinenpicken (238) - Johann Kresniks Volksbühnen-Comeback mit Villa Verdi

Kresnik hatte in den Anfangsjahren nach der sogenannten Wende eine Art von künstlerischer Heimstatt in Berlin gefunden, bis ihn Der, der ihn einst holte, nicht mehr ausbezahlen konnte und die Truppe (rund um Kresnik, der nämlich zu der besagten Zeit mit seiner Company aus TänzerInnen und BewegungskünstlerInnen hier am Hause Hof hielt) wieder gehen musste - das verzieh er Castorf sicher nie...

Rosinenpicken (237) - Angst essen Deutschland auf (Fassbinder-Hommage an der Schaubühne Berlin)

Vom viel zu früh verstorbenen Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) gibt es - außer seinen über vierzig Filmen - auch noch 18 (!) Bühnenstücke. Sie sind alle gut und haben keine Patina, und hin und wieder findet sich auch heute noch, fast 30 Jahre nach dem Tod dieses Genies, die eine oder andre Bühne, die sie aufführt... So gesehen tut total verwundern, dass sich die Berliner Schaubühne nunmehr zu einer Art von buntem Abend rund um Fassbinder entschlossen hatte anstatt aus dem starken Fundus seiner Bühnenwerke, die es aufzuführen lohnte, auszuwählen.

Rosinenpicken (236) - Zeit zu lieben Zeit zu sterben von Fritz Kater am Maxim Gorki Theater

"Zeit zu lieben Zeit zu sterben" ist der lebensweisheitliche Schluss Fritz Katers, als er ungefähr so 38 Jahre alt gewesen war und sich mit seiner Lebensvita (oder der von Armin Petras, seinem Uraufführungsregisseur und Alterego) für sein Stück befassen tat, welches bereits vor einem Dutzend Jahren am Thalia Theater Hamburg seh- und hörbar wurde - eindeutig ein großer Brocken Prosa, der vielleicht als Memoiren eines jugendlichen DDRlers, der zwar gern ein DDRler war aber auch gern kein DDRler hätte sein wollen und daher mit der sogenannten Wende 1989 nur bedingt was anfangen und/oder enden konnte, genremäßig zu bezeichnen wäre...

Rosinenpicken (235) - Das Duell (nach Anton Tschechow) an der Volksbühne Berlin

Castorf macht mit seinen Vorlagen - das ist sein nettes Markenzeichen (spätestens seit seinem Geraer CLAVIGO aus der Agonie-Phase der DDR) - was immer er zu welchem Zwecke will. Dass es ihm, nun seit längerem bereits, die großen Russen angetan haben, dessen Romane und Erzählungen er emsig vertheatert, hat sich als ein weit und breit durch uns (sein treues Publikum) geduldetes Regielingshobby nachhaltig bewährt und ungezwungen etabliert. Die geistigen Essenzen dieser immergleichen Jahrmarktsschreiereien sind inzwischen freilich auf ein Nullmaß abgemildert worden - Weltanschauliches und/oder "die Moralanstalt" an sich waren und sind fürwahr beabsichtigte Komponenten solchartiger Mega-Produktionen; mehr als bloße Unterhaltung liefern sie hingegen nicht!

Rosinenpicken (234) - Bildstörung von Elsa-Sophie Donata Jach / Agnes von Jakob Nolte am Salzburger Landestheater uraufgeführt!!

Das eine Stück spielt im bockig-aufsässigen Gutbetuchten-Milieu von irgendwelchen reichen und gutbürgerlichen Absenkern, dessen Hauptsproß, der sich selbst dann hin und wieder "König" nennt, durch einen kurzerhandnen Suizid am Schluss verendet. Das andere behandelt die Ab-/Anwesenheit eines rein versehentlich durch deren Mutter vor nicht allzu langer Zeit zu Brei gefahrnen Töchterleins und wie sich dieser Zwischenfall letztendlich auf den nur noch aus dem Vater und der Mutter (jenes ab- bzw. anwesenden Töchterleins) bestehenden Familien-Restverbundes psychisch niederschlägt...

Rosinenpicken (233) - Vanitas von Salvatore Sciarrino in der Werkstatt im Schiller Theater

Putzig war dann schon, wie Frerichs/Hirschmüller - allein ihr großer Auftritt in der großen Doppel-Robe (wie als wären sie gerade aus der MET herabgetreppt) entpuppte sich als theatralisch und grandios in Einem und an sich - vor einem leeren Bilderrahmen (wie als würden sie noch kurz ins MoMa hochgetreppt gewesen sein) verweilten und der Gatte seine Gattin von der Seite so betrachten tat à la "was guckt sich meine Alte diesen Scheiß da an, ich kann mit dieser Scheiße so und so nichts anfangen, ich will hier endlich wieder raus".

Rosinenpicken (232) - Götterdämmerung beendete den auf drei Jahre angelegt gewesenen WAGNER-ZYKLUS des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (Dirigent: Marek Janowski)

Überhaupt: Das RSB - es scheint sich insbesondere für jene hartgesonnenen Wagnerianer, die zu allen Teilen dieses Zyklus wohl von nah und fern hier aufgeschlagen warn, als sachverwaltender Best-/Lieblingsklangkörper herauskristallisiert zu haben - spielt(e) Wagner eindeutiger Weise anders als er je vorher von irgend einem anderen Orchester (ab)gespielt wurde und war. Diese Balance zwischen der prinzipiellsten Unsentimentalität und einem namentlich bei/von den Streichern aufgezaubertem Wohl(fühl)klang; nein, so was hatte ich dann tatsächlich nie zuvor gehört.

Rosinenpicken (231) - Johannespassion im Berliner Dom (Regiesseur und Dirigent: Christoph Hagel)

Es war wie mit dieser zweifelhaften Werbung, die mir gleich am Anfang (vor Beginn der Vorstellung) im Kassenfoyer des Berliner Doms - da sind ja jedes Jahr die Jedermann-Festspiele - auf der LED-Anzeige unverschämt entgegendümpelte, Zitat: "Der Berliner Dom als Fruchtgummi - einfach lecker!"

Rosinenpicken (230) - Tilla von Christoph Hein / mit Inge Keller (89)

Sie sitzt also anderthalb Stunden lang in relativer Nahdistanz zum überwiegend reifaltrigen Publikum der Kammerspiele des DT und raucht in der ihr unvergleichlich-herben Art und Weise sozusagen an dem Text (den sie zur Hälfte, ihre Brille aufsetzend, aus ihrer Klemmmappe herauszitiert) herum; am Lustigsten und auch Interessantesten entpuppt sich plötzlich dieser Text, indem er eine indiskrete Liebes-Stellung von den Zwein (Tilla im Handstand / Paul sie währenddessen penetrierend; war zwar nicht so ausgedrückt, aber zu schließen) kurz thematisiert...

Rosinenpicken (229) - Das Himbeerreich (UA) in einer Koproduktion des Schauspiels Stuttgart mit dem Deutschen Theater Berlin

Ulrich Matthes fällt da als Exot und Fremdkörper am angenehmsten auf; er lässt - in Exbanker-Katharsis-Aufwallungen - geistesblitzartige Schlüsse zu, die durchaus aufhorchen und manchmal gar das Blut zum Kochen oder Stocken bringen lassen...

Rosinenpicken (228) - Die gelbe Tapete an der Schaubühne Berlin (Regie: Katie Mitchell)

Sie dreht dann also (Markenzeichen Katie Mitchell, wie gesagt) Live-Filme und/oder Live-Filmchen, die sie dann den jeweiligen Stücken, welche sie gerade so missbraucht, auf einer Großleinwand hinzuveräußert. Meistens nerven diese Art Performances aufs Gigantischste - aber es gibt auch Ausnahmen in diesem ihrem merkwürdigen Oevre...

Rosinenpicken (226 / 227) - Regers Der 100. Psalm und Strauss Ein Heldenleben in der Philharmonie Berlin

...mit dem dreinschlagenden Halleluja-Brüller eines außer Rand und Band geratenen Konzertbesuchers, der sich, kaum dass Dirigent Marek Janowski seinen Taktstock senkte, zu dem epileptischen Entgleisungsakt hinreißen ließ; man war, als sozusagen Unbeteiligter, etwas frustriert und wusste in dem Augenblick nicht so genau, ob nun vielleicht gar (s)eine Bombe, die der Enthusiast um seine Taille hätte tragen können, hoch geht oder was auch immer; jedenfalls: so eineindeutig-harmlos war der Grad der "ungeheueren" Begeisterungsattacke dieses fremden Menschen auch nun wieder nicht.

Rosinenpicken (225) - Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis in der WERKSTATT im Schiller Theater (Deutsche Staatsoper Berlin)

Exemplarisch gut bis ausgezeichnet die Besetzungsliste: Gyula Orendt (Kaiser Overall) hören wir ganz und gar im Mahler-Rückert-Lieder-Sound stimmlich agieren; optisch lebt er aggressive "Führer-Qualitäten" erzkomischer Weise aus. / Kyungho Kim (Harlekin / Ein Soldat) brilliert mit tenoraler Kraft und Schärfe. / Und beim Hören des Mezzosoprans von Narine Yeghiyan (Bubikopf / Ein Soldat) ereilt uns plötzlich die für diesen Augenblick tollkühne aber zukunftsrealistische Idee, dass der dann irgendwann vielleicht Brünnhildes Welten auszufüllen in der Lage sein könnte; ergreifend-schöne Spitzentöne...

Rosinenpicken (224) - Sketches / Notebook von Meg Stuart im HAU 3

Wir jedoch sind baff gewesen und noch baffer denn als baff geworden, als wir beispielsweise diesem Körper-Knäuel der Performer (Jorge Rodolfo Hoyos, Antonija Livingstone, Leyla Postalcioglu, Maria F. Scaroni und Julian Weber) bei dem einen und in dieser lustvoll-körperlichen (An-)Spannung so wohl noch nie erlebten Fortbewegungs-"Sketch" zuschauten und zustaunten; absolutes Bild! sensationell!!

Rosinenpicken (223) - Oh its like home (UA) von Sasha Rau am Schauspiel Köln (Regie: Christoph Marthaler)

Ein Stück über die große(n) Eisamkeit(en) abendländisch lebender und sterbender Zivilgesellschaft(en) - vier Kindertraumata auch, die es nach und nach durch die Betroffenen zu reflektieren also "rückzuholen" galt: in einem Kinderheim, auf einem Schlachthof, in einer chemischen Reinigungsanstalt sowie auf einer Säuglingsstation.

Rosinenpicken (222) - der Herheim-Xerxes nunmehr auch am Rhein erlebbar / die Neue Düsseldorfer Hofmusik

Zwei gravierende Gründe schlugen zu Buche, uns den (szenisch) unsäglichen XERXES in der Dargebrachtseinsweise Stefan Herheims (den wir schon im Mai des letzten Jahres in Berlin gesehen hatten) noch einmal - nämlich in Düsseldorf - jetzt anzutun: den Hauptdarsteller Valer Barna-Sabadus (auch den kannten wir längst aus einer anderen Berliner Inszenierung [LAST DESIRE]) und die Neue Düsseldorfer Hofmusik wollten wir unbedingt hinzuerleben!!

Rosinenpicken (221) - Peter Grimes an der Deutschen Oper Berlin

PETER GRIMES von Benjamin Britten ist ein düster-deprimierendes und wetterwendisches Gebilde - sowohl vom Stück als auch von der Musik her. Seine Großartigkeit liegt in der gekonnten (und von seinen Schöpfern [das Libretto stammt von Montagu Slater nach dem Poem THE BOROUGH von George Crabbe] so geglückten) Verbindung Mensch-Natur am Beispiel eines Einzelgängers, Außenseiters der Gesellschaft; Britten - eingestandner Maßen schwul - sollte ein Liedlein hiervon singen können, obgleich er und sein "Problem" nicht annähernd mit dem seines emotional vereinsamten und fehlgehenden (Opern-Anti-)Helden zu vergleichen wäre...

Rosinenpicken (220) - Die Präsidentinnen von Werner Schwab am Berliner Ensemble

DIE PRÄSIDENTINNEN von Werner Schwab (1958-1994) sind ein Seniorenstück und von stark österreichischer Couleur. Sie wären, würde man sie "innerösterreichisch" einschubladen, in der Nähe Thomas Bernhards und Elfriede Jelineks verwandschaftlich gut aufgehoben; damit haben sie - logische Konsequenz - weltliterarisches Niveau! Die Sprache des ja leider viel zu früh (durch Alkohol) verstorbenen Genies aus Graz ist unverwechselbar wie die seiner zuvor bezeichneten "erwachsenen Familienangehörigen"; nicht minder stark sind auch die zum Extremen hin tendierenden Kleinst-Fabeln einer von ihm ausbedungnen Personnage mit teils gigantischen Biografien, die dann ihresteils und jeweils nach und nach durch ihre jeweiligen Handlungsträger monologisch oder dialogisch offenbart/offengelegt werden...

Rosinenpicken (219) - Die Liebe zu den drei Orangen an der Deutschen Oper Berlin

Ein Hammergag in dieser neuen Produktion ist beispielsweise der, dass justament eine der drei Prinzessinnen aus der besagten Behrenstraßen-Inszenierung von Homoki sozusagen o-zitiert wird: Rachel Hauge als Linetta tut einem als "Komische Orange" anbeschrifteten Papphaus entsteigen und singt - ganz im Gegensatz zu allen andern Mitwirkenden - ihren Kurzeinsatz auf Deutsch [weil halt bis dato nur auf Deutsch in der KO gesungen werden durfte; womit ja nun endgültig, seit die Ägide Barrie Koskys anfing, aufgeräumt wurde]; auch trägt sie gar dasgleiche Kleid mit Krone wie Linetta "damals" in der Behrenstraße.

Rosinenpicken (217 / 218) - Clear History und Duet beim Rumänischen Festival MANY YEARS AFTER... im Berliner HAU

Vermeintlich "kalt" - aber durch das Gehörte in der nachgeraden Vollbewusstwerdung eines schier unsagbar-geglaubten Ungeheuerlichen nicht mehr "kalt" lassend - ließen die drei Schauspieler Veaceslav Sambriş, Doriana Talmazan, Irina Vacarciuc ihre jeweiligen O-Texte über uns zuhörende Zuschauer ergehen; mittels Videoprojektionen hatte sich zu all Dem Schriftliches und Fotografisch-Filmisches quasi hineingestreut, und zwischen Ohr und Auge und mit stark rasendem Herzen wechselte und übersteigerte sich unser Auffassungsvermögen = ja, man sollte und man musste hart im Nehmen sein, um alles Das, was derart kam, verarbeiten und aushalten zu können...

Rosinenpicken (216) - Simon Rattle dirigierte den Rosenkavalier an der Staatsoper im Schiller Theater; Anna Prohaska sang Sophie!!!

Ganz abstrichslos brillierte und bezauberte Prohaska als Sophie - wenn man sie nunmehr auch in dieser sich im stimmlich Schwindelhochextremen aufhaltenden Rolle hört, will man fortan nie mehr mit einer anderen als ihr (der Anna) die Partie erleben...

Rosinenpicken (215) - Die Pforten der Liebe von Mozart/Neuenfels in der Staatsoper im Schiller Theater

Das "Überlange" dieses Jugendwerkes (Mozarts GÄRTNERIN AUS LIEBE) gab den Anlass, dass der Regisseur es kürzend also spielbar machen sollte oder wollte, und so sann er sich ein Stück im Stück (frei nach QUARTETT von Heiner Müller) aus, das dieses "Überlange" mittels lauter Quatschereien quasi retuschiert - es wurde hierdurch freilich, durch das viele Rumgequatsche, lang und länger und vor allem furchtbar langweilig! Denn außer den verspritzten ranzig-samenhaltigen Passagen wurde auch noch unendlich-altväterlich über das Wörtchen Liebe hin und her sinniert und grauenhaft gereimt. Es war die Hölle diesem unbedarften Schwachsinn in Geballtheit zuhören zu müssen!

Rosinenpicken (214) - Die Walküre konzertant (Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin / Dirigent: Marek Janowski)

Doch retten tat den langen, langen Abend Petra Lang (Brünnhilde)! Sie hat in der Rolle debütiert - erst jetzt. Obwohl sie auch schon ein paar Jahre ziemlich gut und auch erfolgreich im Geschäft ist; Kundry, Ortrud, Venus und Brangäne; auch Sieglinde sang sie schon... Die Textverständlichkeit ist außerordentlich, die heiklen Höhen packt sie ohne Weiteres. Highlight der Aufführung!

Rosinenpicken (213) - Das Rheingold konzertant (Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Dirigent: Marek Janowski)

Dieser Abend hat jedoch auch Sternstunden-Charakter: Christian Elsner (Loge) und Andreas Conrad (Mime) präsentieren weltklassig ihre zwei Rollen; gut auch möglich, dass die Beiden weltweit momentan (sowohl als Loge wie als Mime) nicht zu toppen sind!!

Rosinenpicken (210 / 211 / 212) - Die Monteverdi-Trilogie an der Komischen Oper Berlin

ORPHEUS kommt als Sinnenrausch! Die Bühne (Katrin Lea Tag) sieht wie'n gigantisches Gewächshaus mit den farbenfrohesten und üppigst vor sich hin wunchernden Pflanzen aus; der schönste Wildwuchs, den man sich nur denken kann. Hierin agieren ebensolche (schöne wildwuchsige) Menschen - überhaupt ist sehr viel Haut & Haar in dieser prallen Produktion zu sichtigen; etliche TänzerInnen und StatistInnen, mitunter splitternackt, bevölkern unaufhörlich die Terrains...

Rosinenpicken (209) - Marat/Sade an der Schaubühne Berlin

StudentInnen der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" probten das Stück mit/in der Schaubühne Berlin; ihr Regisseur war Peter Kleinert. Ja und wie nicht anders zu erwarten war, reicherten sie es selbstverständlich mit viel Subtexten und reichlich Improvisationen an - das führte nicht etwa zu einer "Kürzung" vorliegender Peter-Weiss-Verse; gefühlter Maßen zog sich dann die Chose stellenweise fast schon unerträglich länger als erlaubt gewesen wäre hin...

Rosinenpicken (208) - Pierrot Lunaire von Arnold Schönberg mit Sylvie Rohrer und dem Merlin Ensemble Wien

Und wenn ich ihr vor sieben Jahren, als ich zu der Zeit im Herbst auf Helgoland gewesen war und über Helgoland der Mond drei Nächte schien und ich daher nicht schlafen konnte und so nachts über das Hochland Helgolands spazieren ging, begegnet wäre... Also wenn ich ihren sehrenden Pierrot-Gesang so neben oder hinter mir vernommen hätte, oh... Wer wüsste vorher schon zu sagen, wann oder weswegen es "abrupt" die Steilklippen nach unten ginge? / Rohrer war und ist ein Ideal-Pierrot!!

Rosinenpicken (206 / 207) - Anne Teresa De Keersmaeker bei den FOREIGN AFFAIRS im Haus der Berliner Festspiele

[Bei EN ATENDANT] war entweder Überwindung anschleichender Müdigkeitsattacken oder eine Nach-und-nach-Gewöhnung an den wahrlich ungewohnten obgleich ziemlich unverbindlich und ins absolute Leere laufenden Theater-Stil der weltberühmten Choreografin angesagt; kurzum: Eine "Entschlüsselung" des Ganzen stellte sich - egal aus was für merkwürdigen Gründen - überhaupt nicht ein. Der Abend wurde immer länger... Lauer Beifall hierfür.

Rosinenpicken (204 / 205) - Die Walküre / Siegfried in der Staatsoper im Schiller Theater

Der unsägliche Videobrei, der diesen RING bislang zuschüttete, war/ist System der internationalen Produktion - - eine Entschlüsselung durch uns war/ist nicht zwingend nötig. Auch die krampfhaft tänzerischen Herbemühungen (jetzt hatte sich der Choreograf und Tänzer Sidi Larbi Cherkaoui in puncto Fafner "Riesensachen" ausgedacht sowie den Siegfried als Person vervierfachtelt) nervten total...

Rosinenpicken (203) - enfant von Boris Charmatz beim neuen Festival FOREIGN AFFAIRS im Hause der Berliner Festspiele

Und nach und nach erfuhren wir, durch Kran und Förderband signalinitiiert, die Weck- wie Aufstehzeit und -phase eines Dutzend quicklebendig-quireliger kleiner Söhne oder Töchter ihrer Väter-oder-Mutter-Darsteller - es mimte Alles, was es von den Alten jemals sah und hörte, unverdrossen nach...

Rosinenpicken (202) - Glaube Liebe Hoffnung in der Sicht von Christoph Marthaler (Berliner Premiere in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)

Es geht um die (verdoppelte) Elisabeth (Olivia Grigolli & Sasha Rau), die eine Wiener Arbeitslose aus den frühen 40ern ist und sich ganz am Schluss das Leben nimmt, weil alles allgemeine wie besondere Bemühen von ihr (= Glaube, Liebe, Hoffnung) wenig oder überhaupt nichts nutzte und sie also arbeits- und erwerbslos blieb bzw. hätte bleiben müssen - gar kein gutes Beispiel also für die unter 3 Millionen von der Bundesagentur für Arbeit registrierten Arbeitssuchenden des Nachbarlandes BRD.

Rosinenpicken (201) - Der Geldgott von Peter Hacks (Stücklesung)

Und wenn da nicht so von uns Hörern aufgeschnappte hübsche Sätze oder Teilsätze wie beispielsweise "was die Vettel läufig ist" oder "ich such nach deinen Brustwarzen" oder "mein eigner Sohn, was für ein Schwein er ist" oder "komm zu mir, grindiges Ding" oder "Sie Heuchler von einem männlichen Ferkel" usf. gewesen wären, hätten wir wohl nicht so recht gewusst, weshalb uns dann der Hacks'sche GELDGOTT so gefallen haben sollte...

Rosinenpicken (200) - Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann an der Deutschen Oper Berlin (Dirigent: Lothar Zagrosek)

Hauptattraktion der zweistündigen Aufführung ist das Orchester der Deutschen Oper Berlin! Es ist in einer so noch nie zu sehen und zu hören gewesenen Großformation ums Riesenpuppenhaus herum positioniert; auch auf den Seitenrängen sowie hinten in der Mitte vom Parkett ist es voll in Aktion. Und insbesondere den Musikern von diesem Klangkörper dürfte dann der Erfolg dieser mit Superlativen nur so überhäuft zu werden müssenden Produktion geschuldet sein - Hut ab!!

Rosinenpicken (199) - Nathan der Weise im Kölner Theater im Bauturm

Evelyn Tzortzakis, Lara Pietjou, Charles Ripley, Makke Schneider sind die Spieler - anfangs machen sie sich auf das Kumpeligste mit dem Publikum gemein; ihm tun sie beispielsweise ihre generellen Vorbehalte oder "Sorgen", die sie mit dem Lessing allgemein und seinem Stück besonders haben, eingestehen. Dass es halt dann auch ein heutzutage kaum noch nachvollzieh- oder bezwingbarer Theater-Brocken wäre oder so. Und Blankvers hin und fünfaktiger Aufbau her; schon in der Schule machte man (heute gewiss nicht anders als vor Jahren und Jahrzehnten) einen Riesenbogen um den dicken Schinken. Zu viel Text, zu viele Handlungen, zu viel Gesülze...

Rosinenpicken (198) - Händels Theodora in der Kölner Philharmonie

So fiel dann gestern Abend - bei der deutschen Aufführungsreprise anhand der von Spering bevorzugten sog. Direktionspartitur - in der mäßig besuchten Kölner Philharmonie vor allem eine Minimalbesetzung des Orchesters auf (9 Geigen, 2 Bratschen, 2 Celli, 1 Kontrabass, 2 Oboen, 1 Fagott / Orgel + Cembalo). Es klang bestechend klar und ordnete sich der gleichsam nicht unschlank und noch mehr "geradlinigen" Sangesart des mit 31 Personen auch nicht übermäßig "dick" geschweige üppig zu nennenden Chors unter...

Rosinenpicken (197) - Ödipus Stadt oder Die Theben-Trilogie (Übersetzung: Gregor Schreiner) in einer sinnstiftenden Inszenierung des DT Berlin (Regie: Stephan Kimmig)

Stephan Kimmig lässt seine Darstellenden auf dem tollen Einheitsbau von Katja Haß - einer die ganze Bühnenbreite einnehmenden und zum Horizont vorn hoch langenden Holzstraße - in vielfältigster Art des Aufderstellestehens und Sichfortbewegens ruhig und rammelig agieren...

Rosinenpicken (196) - Berliner Philharmoniker eröffneten ihre Konzertsaison 2012/13 (mit Werken von Johannes Brahms und Witold Lutoslawski) "in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank"

Wieso müssen potenzielle Deutsche-Bank-Kunden dann eigentlich - wenn sie in eine spürbar werbeorientierte Deutsche-Bank-Veranstaltung (freiwillig oder unfreiwillig) mitten rein geraten - "zusätzlich" noch Geld für ihre Entrittskarten zum derart bezeichneten KONZERT ZUR SAISONERÖFFNUNG IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER DEUTSCHEN BANK berappen? [Vorschlag: Warum machtet ihr (= Stiftung Berliner Philharmoniker) so was nicht als geschlossene Veranstaltung und also völlig unter euch (Stiftung + Sponsor inkl. Gästeliste) aus?? Dieses ersparte uns (= den Zaunguckern aus dem gemeinen Fußvolk) alle Peinlichkeiten - ja und euch unser andauerndes Genöle zu dem delikaten Thema.]

Rosinenpicken (195) - Antrittskonzert von Ivan Fischer als neuen Chefdirigenten des Konzerthausorchesters Berlin

Ein Auftragswerk wurde zu diesem Zweck an den Berliner Opernkomponisten Detlev Glanert, dessen tolles Expressiv-Opus über "Caligula" wir neulich erst in London miterlebten, ausgelobt; er lieferte es unterm Titel "Nocturne für Orchester". Große Besetzung, dicker Strauss- und Mahler-Klang. Recht kurz und unverbindlich.

Rosinenpicken (193/194) - Daniel Linehan und P.A.R.T.S. beim diesjährigen TANZ IM AUGUST

Gezeigt wurden vier Arbeiten an zwei Abenden... Einzel-Etüden von nun nicht gerade sensationslastigem Qualitätsformat; und insbesondere die jeweils beiden Teile vor den jeweiligen Pausen ließen durch uns Zuschauende/Zuhörende sehr geduldig-brav erkennen, dass da schon sehr ernthaftig und ausdauernd eine Performance neu erstellt, geprobt und abgeleistet war - im ganz Besonderen wurde da allerdings bewusst, wie nervtötend (für uns als Rezipienten) sich das Stilmittel der permanenten Wiederholungen erwies.

Rosinenpicken (192) - Open for Everything (Constanze Macras / DorkyPark) in der Schaubühne Berlin

Und ausgerechnet dann die uns durch deutsche Übertitelung vermittelten (authentischen!) Biografieberichte einiger der Live-Akteure dieses Abends rückten die Geschichte und Geschichten etwas weiter weg vom - zugegebner Maßen mehr ironisch-spielerisch gemeinten - allzu Folkloristischen der insgesamten Show, die freilich einen zwingend faszinierenden Gesamteindruck erbrachte...

Rosinenpicken (191) - anderland mit cie.toula limnaios

Jeder der Akteure unternimmt in diesem Stück (s)ein Ding für sich. Auch wenn es permanent - im Laufe zunehmend und zunehmender - zwischenmenschliche Beziehungen oder Interaktionen (um es "technisch" zu markieren) gibt: Diese vergruppende Entwicklung fängt mit Amit Preisman an - die Tänzerin löst sich mit einem Mal aus den solistischen Aktionen ihrer Mitstreiter und wird in einer Art Crescendo der Gewalt quasi als Buhfrau/Sündenbock/Hauptschuldige [Amit ist Israelin!] für gelebte oder ungelebt gebliebene Enttäuschungen und Minderwertigkeiten ihres bis dahin eintänzerischen Umfelds drangsaliert...

Rosinenpicken (190) - Aufstand der Glückskekse an der Neuköllner Oper

Es wird da also kauderwelschisches Chinesisch, wo auch ab und zu so Worte wie z. B. Ai Weiwei, Feng Shui oder Mitsubishi (Japan ist 2030 höchstwahrscheinlich auch schon längst chinesisches Protektorat) dazwischenflattern, hin und her gepingpongt; meistens kommt auch Alles, wie's gedacht war, lustig bei uns an - wir sind dann sowieso bei bester Laune, denn man hat uns jeweils einen Wegwerffächer auf den Sitz gelegt gehabt, mit dem wir uns die dünne Luft, die in der kleinen Studiobühne steht, auffächeln konnten; schöner Service.

Rosinenpicken (189) - Mozarts Entführung im Berliner Stadtbad Steglitz

Professor Helmut Weese - den ich in der Pause kurz befragte - wird als pädagogisches wie korrepetitoröses Urgestein, falls man den Namen übers Internet herbeizugoogeln sich bemühte, wahrgenommen; und so kann er beispielsweise auf zwei Dutzend Jahre Assistent in Bayreuth oder an der Scala und und und zurückblicken, ja und von Karajan bis Kleiber kannte er fast alle... Weese hatte also für die Aufführung ein "siebenköpfiges" Orchester aufgestellt. Er selbst ergänzte am Klavier, was für die Illusion eines vermeintlich vollmundigen Großorchesterklanges notwendig geworden war.

Rosinenpicken (188) - INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater - mit Strawinskys Wüstlingsoper

Krzysztof Warlikowski's knallig bunte und vervideofizierte Inszenierung von 2010 ist außerordentlich lasziv geraten; permanent wird beispielsweise Schwanzlutschgestisches per Video rübertransportiert - und das gesamte Personal (einschließlich Chor) scheint irgendwie doch einen Wohlgefallen an der volkstümlich so überaus beliebten Sexualtechnik zu haben; warum nicht?

Rosinenpicken (187) - Fafner, die Bisam-Maus von Peter Hacks im HABBEMA (Berlin)

...und so leistete er es sich damals, die Ausbürgerung Wolf Biermanns (beispielsweise) für nicht unbegrüßenswert zu halten = das verziehen ihm die Wenigsten, die's damals etwas anging; jedenfalls konnte er nach der Wende machen, was er wollte = kaum ein Sprech- oder Musiktheater mochte sich an seine vielen Stücke noch erinnern... Hacks war plötzlich out.

Rosinenpicken (186) - West Side Story gastierte in der Deutschen Oper Berlin

Bernsteins WEST SIDE STORY konnte man noch vor ein paar Jahrzehnten in diversen Produktionen - also mit sehr unterschiedlichen Regiehandschriften - in- und ausländisch besuchen; selbst so kleine Stadttheater wie das ostthüringische in Gera (wo ich her bin) hatten sie gelegentlich im Repertoire. Das letzte freizügige "Lebenszeichen" von der WEST SIDE STORY registrierte ich - auch noch zu DDR-Zeiten - aus Richtung Semperoper, wo der damalige Chef-Opern-Regiestar Harry Kupfer sie dort inszenieren wollte; was ihm allerdings verwehrt gewesen worden war - - nicht etwa aus politisch-relevanten Gründen, nein, vielmehr standen da plötzlich urheber- bzw. erbrechtliche Dinge ganz und gar im Weg.

Rosinenpicken (185) - Salzburger-Festspiele-Don Giovanni in der Staatsoper im Schiller Theater

Das sei und muss noch rasch in die Erinnerung zurückvertieft sein, dass der Superaufwand dieses von den Salzburger Festspielen eigens nach Berlin herübertransplantierten DON GIOVANNI einzig und allein wegen der Opernweltstarin Anna Netrebko betrieben worden war; also die Chose - extra in die Sommerferien gelegt, damit dann auch die Opern-Freiluft-Feierer (per "Staatsoper für Alle" [vorgesehener Termin: 30. Juni]) diese Hauptstarin neben den sie flankierenden 6 oder 7 Nebenstaren hätten live auf einer Großbildleinwand sehen wollen können - sollte sich dann, nicht nur geldlich, lohnen...

Rosinenpicken (184) - Yma im Berliner Friedrichstadt-Palast

Einen roten Faden braucht natürlich auch so eine Show; in diesem Falle wars besagte YMA, die mit rotem Riesenfummel und auf meterhohen Pumps durch alle Einzelnummern (Bilder) stakende Palast-Diseuse - lüstern scheinend und zugleich doch jungfräulich ambitioniert von Travestie-Youngstar Jörn-Felix Alt verkörpert. Der Gesangssolist, in dessen Kurzvita wir sogar E-Musik-Erfahrungen (Neuköllner Oper beispielsweise) lasen, hatte es dann im Verlauf des Abends manchmal schwer, gegen die "unverschämte" Röhre Meike Jürgens' anzukämpfen - letztere nervte dann allerdings und zunehmend auch mehr und mehr...

Rosinenpicken (183) - Britische Erstaufführung von Detlev Glanerts Caligula an der English National Opera London

Mit psychopathologisch durchgeknallten Kaisern hatte Rom - da es sich in den Zeiten vor und nach dem Herrn noch Weltenreich zu nennen glaubte - hin und wieder ein Problem. Als einer der Extremvertreter darf bis heute Gaius Caesar Augustus Germanicus (geb. 31. 8. 12 / gest. 24. 1. 41) gelten; selbiger ist auch unter dem "Kosenamen" des CALIGULA berüchtigt und bekannt...

Rosinenpicken (182) - Elfriede Jelineks FaustIn and out als untergründiges "Sekundärdrama" zum Goethe-Faust (Schauspielhaus Zürich)

Jelinek sieht im Gretchen und in allen Frauen obendrein (so auch in den von ihr benannten FaustInnen und GeistInnen und GretInnen) das personifizierte Kusch- und Kuscheltier des Mannes. Am Fall Fritzl [...] macht sie das auf eine nur für sie typische Zuspitzung und Krassheit allgemeingültig und dingfest. Aber das ist nur einer von weiteren Aspekten ihres neuerlichen Rundumschlags...

Rosinenpicken (181) - Verrücktes Blut im Ballhaus Naunynstraße kann man gar nicht oft genug sehen!

Frau Kelich gilt als armes unautoritäres Opfertier, mit dem es dann die jungen Wilden - 5 geschlechtsreife Jungbullen und 2 anhängselnde Fohlen - machen können wie sie wollen; schreiben "Schlampe" an die Tafel, schlitzen ihr die Autoreifen auf und nehmen sie, egal was sie auch machen würde, einfach nicht für voll. Terror des Allertäglichsten; Kämpfe Jung gegen Alt!!

Rosinenpicken (179 / 180) - 2 x Die Walküre (mit den Berliner Philharmonikern / in der Deutschen Oper Berlin)

...waren wir erst mal wieder neuerlicher Zeuge einer beispiellosen Repertoire-Pflege der DOB, wo ja seit Hunderten von Jahren der Götz-Friedrich-RING untilgbar läuft und läuft und läuft - es war die 52. Vorstellung seit der Premiere am 6. Oktober 1984! Hinz und Kunz hatten in dieser Produktion schon ihre weltstarhaften Duftmarken zum Klingen bringen wollen; und es wäre lustig einmal festzustellen, wie viel von den "Damaligen" eigentlich noch leben.

Rosinenpicken (178) - Die Ringe des Saturn von W. G. Sebald als Performance der Katie Mitchell

Sebalds Buch ist freilich autobiografisch, nicht nur nebenbei. Das gibt der Regisseurin eine schöne Möglichkeit, mit dem charakterlich-markanten als wie sprechenden Gesicht des Schauspielers XY [sein Name war dann leider nirgendwo auf dem Besetzungszettel auffindbar] zum Einen durch die ihr bekannten Nahaufnahmen mit den Video-Live-Einsprengseln und zum Anderen durch eben das gefilmte Live-Geschehen im hermetisch abgeschlossnen Extra-Raum zu spielen.

Rosinenpicken (177) - Compagnie Marie Chouinard (Kanada) gastierte bei den MAITANZTAGEN BONN

Neun Tänzerinnen/Tänzer treten nach und nach mit Krücken, Stöcken und Prothesen auf. Ihre Bewegungen werden - auch unter der Zuhilfenahme der diversen sog. Gehhilfen - nicht etwa ungelenker; allenthalben sehen sie mitunter etwas "ungewöhnlich" aus. Der philosophisch rauskristallisierte Querschluss des Gesehenen könnte, mittels des vorgezeigten Beispiels, sein, dass wir als Zuschauende eine generell und allgemein beschädigte Gesellschaft inkl. ihrer strukturellen (= amputierten) Ordnung vorgeführt bekommen.

Rosinenpicken (176) - Dem Andenken eines Engels (Solistin: Isabelle Faust) und anderes mit den Berliner Philharmonikern (Dirigent: Claudio Abbado)

Am Schluss des zweiten Satzes gibt es diesen unerträglich anhaltenden hohen Ton der Solovioline; Isabelle Faust hält den so derart überirdisch aus, dass man von einer Sphäre in die nächste wegzutreiben droht. Sie würde eine sog. Dornröschen-Stradivari spielen. Passte irgendwie.

Rosinenpicken (175) - Tannhäuser (mit einem alles überragenden Christian Gerhaher als Wolfram) durch das Rundfunk-Sinfonieorchester und den Rundfunkchor Berlin / Dirigent: Marek Janowski

Das Stück vom Tannhäuser (Textbuch von Richard Wagner) ist an engstirniger Heuchelei mit Nichts zu überbieten. Dabei ist die hitzig-jungspornige Absicht seines (Dichter-)Komponisten eineindeutig-edel; denn der Schreiber der Geschichte bäumt sich wie ein hochpotenter Pan gegen das sexualfeindliche Niedermachen einer freiheitlichen Kunst im Allgemeinen sowie eines frei denkenden Künstlers im Besonderen...

Rosinenpicken (174) - Armin Petras und sein Dramaturg Jens Groß mischten die Texte Goethes (Faust) und Schleefs (Droge Faust Parsifal) zu einem hübschen Kammerspiel im Gorki Studio

Quintessenz für uns, die Rezipienten: Armes Mädchen wird von bösem Mann verlockt, verführt, verbraucht; ja und der Teufel hat bei Alledem, wie meistens bei den schlimmen Sachen, höchstwahrscheinlich seine Hand im Spiel. Und Schuld wären dann also immer diese Drogen oder so.

Rosinenpicken (173) - Jonas Kaufmanns Auftritt als José in Carmen ließ die Eintrittspreise zum Konzert mit den Berliner Philharmonikern mal wieder unanständig explodieren...

Meistens wenn Gatten für die Gatten musizieren (singen / dirigieren oder umgekehrt) verliert sich substanziell ein Mindestmaß vorausschauender Objektivität - wer also war es, der beschlossen hatte, dass die Carmen unbedingt jetzt eine Leib-und-Magen-Rolle wäre: Magdalena Kožená, die sie vortrefflich mimte, aber deren Stimme überhaupt nicht hierfür taugte? oder Simon Rattle, der die Oper dann als Ganzes mit torerozünftigem Draufgängertum durchpeitschen ließ??

Rosinenpicken (172) - Anna Karenina vom Boris Eifman Ballet St. Petersburg

Jetzt hatte Boris Eifman (Gründer als wie Leiter der nach ihm benannten Company im russischen St. Petersburg) den gleichen Stoff (= Anna Karenina), aber mit einer losen Aneinanderreihung x-beliebiger Tschaikowski-Nümmerchen und -nummern, als Ballett choreografiert und inszeniert; die Uraufführung war gerade mal vor sieben Jahren.

Rosinenpicken (171) - Andrea Breth kommt der Lulu von Alban Berg nur unvollkommen, dafür aber umso unschlüssiger nah

Ja, die Figur-Entwicklung Lulu's ist der Andrea-Breth-Sicht nirgends nachvollziehbar. Und wir denken mit sehr großer Wehmut, aber auch mit großer Freude, an die Peter-Mussbach-Produktion vor ca. 15 Jahren, wo gerade diese Linie völlig stimmte, gern zurück: Lulu - und es ist eingestanden-schlimm, dass man das hier an dieser Stelle klugscheißend erwähnen muss - hat ja dann schließlich, außer ihrem grauenhaften Gossendasein nach der Flucht aus dem Gefängnis, farblichere und auch schimmerndere Tage vorgelebt; nun gut...

Rosinenpicken (170) - The Day Before the Last Day von Yael Ronen & the Company

Ganz zum Schluss stürzt Schaubühnen-"Gast"schauspieler Niels Bormann auf die Bretter; er war kurz mal auf 'ner Nebenbühne, wo gerade HAMLET lief, ja und da hätten sie ihn für Polonius gehalten und auf ihn geschossen, und seither würden die ersten dänischen Flaggen auf den Straßen verbrannt... Die Umstehenden beugen sich um den Dahinscheidenden; und sie werden sein Vermächtnis (heftig reeagierend) weitertragen oder so.

Rosinenpicken (169) - Don Carlo an der Deutschen Oper Berlin

Marco Arturo Marelli inszenierte ganz im Zeichen einer über 300 Jahre währenden und wütenden Inquisition, welche von jener unrühmlichen Uranin der Philipps oder Carlos - jener Isabella von Kastillien (1451-1504), die den Schreckensapparat von Spanien aus begründete und quasi installierte - ausgegangen war. Sehr konsequent und schlüssig durchgearbeitet!

Rosinenpicken (168) - Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Dirigent: Marek Janowski) spielte Wagners Tristan und Isolde

Marek Janowski dirigiert strikt durch und bleibt die meiste Zeit im Takt. Rubati schließt er weitestgehend aus. Man mag ein solches Musiziertseinlassen einerseits als attitüde Laune abtun - andrerseits zeugt es von einem beispiellosen Maßhalten, was ausgerechnet diesem Werk mit seinem so veschwenderischen Durchgepulstsein hörlich gut tut und es unerwartbar trasparenter (als gewöhnlich) scheinen lässt; so eine Art von "Tristan light" halt!

Rosinenpicken (167) - Hondsdagen/Hundstage von und mit dem RO Theater Rotterdam

Hundstage bezeichnen die heißesten Tage eines Jahres. Meistens sind sie für die Menschen derart unerträglich, dass so eine Art von Ausnahmezustand existiert. Man wird durch allzu große Hitze anders als man sonst ist: abgeschlafft zum Einen - angespannt und aggressiv zum Anderen; es scheint wohl einzig und allein vom Körper auszugehen...

Rosinenpicken (165 / 166) - Bruckners Dritte und Tschaikowskys Pathetique, jeweils dirigiert von Marek Janowski und Christian Thielemann

Michelle Breedt sowie Jane Archibald waren die beiden - voneinander unabhängig aufgetretenen - Solistinnen beim RSB und den Berliner Philharmonikern. Sie sangen beide hübsch und eindrucksvoll in dem für sie von Gott vorher bestimmten "Stimmen-Fach"; die Erstere ließ sich die seit Jahrhundereten an diesem Hause hier nicht mehr gehörten WESENDONCKLIEDERN von Wagner auf das Auge drücken; und die Zweitere empfahl sich, viel viel unlangweiliger als jene Erstere, mit vier von neun Liedern aus den POÈMES POUR MI von Messiaen...

Rosinenpicken (163 / 164) - Al gran sole carico d amore von Nono (Metzmacher) / Lulu-Suite von Berg (Barenboim, Moriah) mit der Staatskapelle Berlin


Rosinenpicken (162) - Reanimierter Figaro in der Staatsoper im Schiller Theater

Die Staatskapelle Berlin - bestmöglichst gelaunt und adäquater Weise aufgelegt - musizierte einen freilich "altmodischen", aber musikantisch auf höchstem spielerischen Niveau sich bewegt habenden FIGARO. [Das mit dem "altmodisch" scheint dahingehend der Erwähnung wert zu sein, weil: Heutzutage mag es diskussionswürdigere Herangänge (zum Beispiel durch die Akamus!) an Mozart geben.]

Rosinenpicken (161) - Bruckners Neunte mit dem von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca rekonstruierten Schlusssatz (Berliner Philharmoniker, Simon Rattle)

...alles wirkt verkompliziert und hat mit einem Mal doch nicht mehr diesen scheinbar tumb-naiven Grad des großartigsten Wiederkäuers aller Tonsetzer - wofür wir Bruckner eigentlich so furchtbar mögen... Ja und markant und einprägsam gerade mal die lichtblendenden Bläser, wie sie ganz zum Schluss so eine Art Paradies-Eroberung hymnisch flankieren.

Rosinenpicken (160) - Bilder von abgeschlachteten Menschen (in Der Freischütz an der Komischen Oper Berlin)

In und nach der Zweitvorstellung konstatierten wir keine Verstörungsgrade bei dem anwesenden Publikum. Es ist, und wie bereits gesagt, an Horrorbildern einer so verkommnen Medienwelt und -landschaft längst gewöhnt. Und euer "Frei ab 16 Jahre" hättet ihr euch sparen können...

Rosinenpicken (159) - Der einsame Weg am DT

DER EINSAME WEG ist eines der etwas weniger bekannten Stücke vom "Wiener Arzt, Dichter und Frauenverbraucher" (O-Zitat Deutsches Theater) Arthur Schnitzler, und es wurde hier (im DT) vor über hundert Jahren uraufgeführt. Auch geht es - in der Tat - in ihm um Ärztliches, Dichterisches und Frauenverbraucherisches... Ein Familienstück also.

Rosinenpicken (158) - Berliner Philharmoniker hatten (gottlob) null Lust auf Weihnachtlich-Vorweihnachtliches!!

Heute (23. Dezember) war das dritte der drei vorletzten Konzerte der Berliner Philharmoniker im alten Jahr. Es bestand (gottlob) aus keinem weihnachtlich bzw. vorweihnachtlich ausgerichtetem Gesülze; allenthalben hätte man, obzwar sehr weit geholt, das GLORIA Francis Poulenc' auf "diese Schiene" drücken können, aber alle diese Gloria's aus allen diesen Messen passten ja dann sowieso, von Weihnachten bis Ostern, ins Konzerthaus oder sonstwohin...

Rosinenpicken (157) - Edward II an der Schaubühne am Lehniner Platz

Aufgrund der Tatsache, dass dann die Hauptgestalt im Stück - weil sie in blöd machender (blinder) Liebe zu 'nem andern Mann entflammt ist und allein aus diesem Grunde alle Politik-und-Staats-und Repräsentationsverpflichtungen aufs Peinlichste und auch auf das Gefährlichste vernachlässigt, in jene damals schon suspekte Schublade der "schwulen Sau" geriet - konnte und kann die (General-)Sicht nur in puncto MÄNNER-STÜCK gewesen sein.

Rosinenpicken (156) - TAGE UNTER von Arne Lygre im Haus der Berliner Festspiele

Generell ja eigentlich nichts einzuwenden gegen solche Menschverbesserer - ihr Wollen und ihr Tun sind ganz und gar "uneigennützig" und so ergo auf das beste Wohl der zu verbessernden Ex-Straßen"kinder" abgerichtet. Dass die Angelegenheiten - abgesehen davon, dass es (auch in Norwegen) ganz sicher illegal und strafbar ist, so Leute von der Straße weg in irgendwelche Heimesbunker zu verschleppen - irgendwie dann aber doch so eine Art von pathologischer Anomalie besitzen, daran zweifelt auch der allerletzte Stück-Erleber bei und nach dem tiefen Stückerlebnis nicht!

Rosinenpicken (155) - Der Rosenkavalier in der Götz-Friedrich-Inszenierung der Deutschen Oper Berlin (zum 71. Mal)

Der schöne "alte" ROSENKAVALIER Götz Friedrichs (1993 war die DOB-Premiere) kann sich immer wieder sehen lassen. Und die eigentlich ja furchtbar traurige Geschichte um Vergänglichkeit von Zeit und körperlicher Liebe - worum es in dem genialen Doppelwurf von Hofmannsthal & Strauss letztendlich geht - erfuhr durch jene luftig-leichte Sichtweise des Regisseurs und seiner beiden Ausstatter (Bühne/Kostüme: Gottfried Pilz & Isabel Ines Glathar) ein immer wieder Zuversicht und gute Laune stiftendes Erlebenwollen jener "fremden Schicksale" des wunderbaren Frauenstimmendreiers Feldmarschallin-Octavian-Sophie nebst ihres wunderlichen und sie alle drei aufs Wunderlichste so bedrängt habenden Ochs von Lerchenau...

Rosinenpicken (154) - Lemi Ponifasio und MAU Company waren zum zweiten Mal in diesem Jahr bei der spielzeit'europa

BIRDS WITH SKYMIRRORS sind eine (vom Licht her) ziemlich dunkle und - außer den mit der Zeit mächtig auf das Gemüt schlagenden Geräuschzusammenstellungen - ziemlich leise Angelegenheit, die man im Lauf der anderthalbstündigen Tanz- und Sing-Performance als 'nen gut gemeintem Appell gegen die großen Umweltsünden unsrer Zivilisation verstanden haben mochte; ja, ganz hinten wird dann nämlich permanent ein in Maschinenöl getankter Pelikan, der nach und nach sein Leben aushaucht, videokräftig eingeblendet - haben wir soweit begriffen, gut, okay!

Rosinenpicken (153) - Dvořáks Stabat Mater mit dem DSO und Rundfunkchor Berlin (Dirigent: Kent Nagano)

Anderthalb Stunde dauert die zehnsätzige Musik (von Dvořáks STABAT MATER); sie geht nicht sogleich ins Ohr, d. h. "sie merkt sich nicht", also nicht allzu flott, und also "dient" sie zur nachsinnenden Entspannung und/oder Meditation; ja und der Hörer staunt nicht schlecht, was Alles so in ihr erfolgt oder geschieht...

Rosinenpicken (152) - Gonods FAUST am Gran Teatre del Liceu Barcelona

...diese Gonod-FAUST-Bearbeitung zählt allenthalben immer noch zu den wohl unbedeutendsten und allernervigsten Paradebeispielen aus dem Gesamtchorus der Goethe-Epigonialien. Wir waren also froh, ihn daher gottlob nicht noch szenisch ertragen haben zu müssen. / Doch das Haus (Liceu) ist dann schon 'ne absolute Wucht!!!

Rosinenpicken (151) - Die Nacht kurz vor den Wäldern von Bernard-Marie Koltès / mit Clemens Schick

Jedenfalls muss Clemens Schick, der diesen wunderschönen Typen mit der wunderschönen Lebenshaltung oder Lebenseinstellung grandios verkörpert, Dauerläuferübungen - so auf der Stelle - machen; und da fließt ihm literweise Schweiß durch sein Jackett...

Rosinenpicken (150) - Maß für Maß mit Stargastschauspieler Gert Voss an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz

Und Gert Voss spielt diesen lax-lustigen Staatsmann! Eine herrlich-zwielichtige und für jeden Schauspieler beneidenswerte Rolle - so als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben. [Höchstwahrscheinlich ist die Bude bis zum Abspielen des Stück gerammelt voll "nur" wegen ihm: Gert Voss!!]

Rosinenpicken (149) - Márton Illés, Rajzok II (UA), mit den Bamberger Symphonikern bei einem Gastspiel in der Kölner Philharmonie

...ein Allesaufreger, und wir erlebten Illés dann nicht bloß als Komponisten dieses leicht-bekömmlichen und unser zeitgenössisches Gemüt hübsch-unterhaltenden Klavierkonzerts - nein, wir bewunderten ihn auch als exzellenten Pianisten!!

Rosinenpicken (148) - "BeWeGung" / Die Mobilés (im COMEDIA Theater Köln)

...und besonders haften bleiben für den justament hinzugereisten Rezipienten jener sommerlaunigen Bespaßung diese Bilder hier: Entwicklungsstufen des aufrechten Ganges, Sport und Schönheit resp. Diskuswerfer u. s. ä., Tollereien auf dem Fußballfeld, Drangsale auf der Raststatttoilette, Überzüchtungen im Fitnessstudio, Rumlungern im Warteraum, Beflissentliche auf der Rolltreppe/im Fahrstuhl (Superszene!), Handyterrorismus im geschlossenen Theaterraum, Befreuung der Senioren.

Rosinenpicken (147) - NACHTASYL / Schaubühne am Lehniner Platz in Koproduktion mit der Hoschule für Schauspielkunst

Es ist die Schauspielerinnen- und Schauspielergeneration der 89er, also der nach der sog. Wende Geborenen. Ja und ich seh' und ahne selbstverständlich, dass dann diese jungen, schönen Menschen eigentlich so richtig oder echt noch nie mit dieser (pennerhaften) Art von Echt-Leid, Echt-Not, Echt-Unglück zu tun gehabt haben können - was ich ihnen nicht zum Vorwurf machen kann und darf! Und dennoch schauspielern sie diese Art von Echt-Leid, Echt-Not, Echt-Unglück ganz großartig und engelgleich.

Rosinenpicken (145 / 146) - CABARET im Tipi am Kanzleramt / DER NAME DER ROSE im Berlin Kriminal Theater

Wir waren jetzt - auch weil die sog. Saure-Gurken-Zeit bei allen "staatlich Etablierten" diese allbekannten Sommerlöcher hinterlässt und man dort nichts bzw. künstlerisch so gut wie nichts hinzuerfährt - in CABARET (im Tipi) und DER NAME DER ROSE (im Kriminal Theater); und die beiden Produktionen hatten sogar sowas wie einen gemeinsamen Nenner, denn: In beiden Stücken ging und geht es um Gewaltherrschaft und Despotie. Das Eine (CABARET) beschwört den 1929/30 auf dem Vormarsch sich befindenden NS-Staat gänsehauterzeugerisch herauf - das Andere (DER NAME DER ROSE) zeigt eine von der Außenwelt hermetisch abgeriegelte katholische Abtei mit lauter Mönchen, die sich nicht so recht getrauen, gegen eine sie und ihr Gemüt herunterdrangsalierende Vorsätzlichkeit (= Du sollst nicht lachen!) aufzuopponieren...

Rosinenpicken (143 / 144) - Nadja Zwiener, Barockvioline / Athena Quartett (mit Gast-Primaria Sonja Starke) bei den "Radialen Sommerkonzerten" im Berliner RADIALSYSTEM V

Im Berliner RADIALSYSTEM V (Radiale Sommerkonzerte) lässt sich's prima liegen und herumlungern. Das heißt, dass keiner in dem proppevollen Saal nur sitzen muss, wenn er nicht grade Lust zum Sitzen hat; ja und so liegt und lungert also jeder auf und/oder neben einem kleinen Kisschen - das tut gut - und lauscht und lauscht...

Rosinenpicken (141 / 142) - Keiner weiß mehr am Schauspiel Köln / Rajzok (Zeichnungen) von Márton Illés in der Kölner Philharmonie

Es geht, vereinfacht ausgedrückt, um eine Vater-Mutter-Kind-Geschichte, wobei die Figur des Vaters (von dem Säugling) resp. die Figur des Manns der Frau ungleich gigantischer im Fokus des Erzählers resp. des Erzählten steht; kurzum: Was fange ich - als Dichter - mit dem mir zuteil gewordenen und (leider) unwegsprengbar'n familiären Anhang meiner selbst in Gegenwart und Zukunft an - - "Problem" der ganzen Chose nämlich ist die grauenhafte Enge, die sich freilich nicht allein aus den vier Wänden, die die Kleinstfamilie fallenhaft umgeben, identifiziert...

Rosinenpicken (140): Kristof Van Boven als Natascha Kampusch in Elfriede Jelineks WINTERREISE (Gastspiel der Münchner Kammerspiele am Deutschen Theater Berlin)

Sie (Jelinek) ist wohl die Einzige im deutschsprachigen Raum, die noch Theaterstücke schreiben kann - - ich finde - und so sehr ich stieläugiger Weise such' und such' und such' - nichts annähernd Vergleichbares zu ihr [und meine eignen Texte selbstverständlich ausgenommen!]; ja und dabei ist die WINTERREISE, wenn man sie philisterhaft betrachtet, eigentlich "bloß" ein gigantisches Stück Ich-Prosa mit bisschen Schubert (Jelinek spielte/spielt selber Schubert am Klavier) und reiht sich logisch in die off'ne Werkliste der ätzendsten unter den Ich-Erzählerinnen unsrer Hemisphäre ein...

Rosinenpicken (139) - ELEKTRA in der Staatsoper im Schiller Theater

Strauss hatte mit seinen Textdichtern (nach Hofmannsthal war es sogar mal Stefan Zweig) zumeist doch Riesenglück; am Schluss des Opern-Oevres wurde es dann freilich etwas dürftiger und wunderlicher mit seinen Librettiangeboten. Wie dann überhaupt - um seine Reichsmusikkammer-Geschichte - hin und wieder auch sehr Fragwürdiges aus dem Griffel von ihm kam; und wir betonen das an dieser Stelle ruhig noch mal sehr laut, weil wir bis dato nicht verstehen oder nachvollziehen wollten, weshalb uns vor ein paar Wochen die Berliner Philharmoniker dieses unsägliche Scheiß-Nazi-Stück von ihm ("Festmusik der Stadt Wien") zumuteten...

Rosinenpicken (138) - Simone Kermes als Armida in RINALDO an der Oper Köln

Das Sängeraufgebot vom Feinsten. Die drei Frauen aus der Riege sehr bestimmend und sehr vordergründig; allen allerdings voran - Simone Kermes als Armida! Sie beherrscht sowohl ihr eig'nes stimmliches Vermögen (ihre Höhenpfiffe, laut wie leise, exkursieren schon ins Reich des Sensationellen) als ihr kollegiales Umfeld, welches sie im Saugsog mit sich reißt... und sowieso beherrscht sie folglich auch ihr Publikum; sie ist 'ne kapitale Rampensau!!

Rosinenpicken (137) - DON CARLO (René Pape als Philipp II.) in der Staatsoper im Schillertheater Berlin

Wir waren eigentlich dann wegen René Pape, der den König Philipp gab, zugegen; weil ja auch die Staatsoper so vehement für seinen Auftritt in DON CARLO warb. Zurecht! Der Pape ist dann schon so was wie eine Idealbesetzung für den König Philipp, ja, o ja - man kriegt durch seine Darstellung gesondert und mit einer Extraklasse zu verstehen, dass dann eigentlich diese Geschichte um den ungeliebten König Philipp die Zentralhandlung des eigentlich ja völlig sinnlos mit Historie im Allgemeinen sowie Flamen/Flandern und Karl-V und Großinquisitionen im Besonderen "belad'nen" Stückes ist; ja, wenigstens; den Rest (der Handlung) kann man ja getrost vergessen...

Rosinenpicken (136) - Thilo Reinhardt inszenierte in Berlin die SALOME von Richard Strauss (mit Einar-Schleef-Zitaten)

Die Quintessenz der Inszenierung (sprich: der Plot) lautet ganz schlicht: Das Mädchen Salome kannte Jochanaan von früher her und war von ihm (seinen Ideen [Mund!!!]) begeistert und kam also nicht mehr von ihm los; ein klassischer Lehrer-Schülerinnen-Konflikt. Doch wie das bei den Frömmlern halt so ist - sie verstehen nichts von Sex oder Erotik. Selber schuld.

Rosinenpicken (134 / 135) - Wagners PARSIFAL / ÜBER LEBEN von Judith Herzberg

Einen Bogen von Richard Wagner (1813-1883) zu Judith Herzberg (geb. 1934) zu schlagen, scheint wohl unmöglich - - wir machen das jetzt trotzdem, weil: Die Herzberg-Stücke unterm Epopöe-Titel ÜBER LEBEN handeln von in sich verbandelten sowie zerstrittenen jüdischen und nichtjüdischen Familienmitgliedern der Ära/Nachära des Holocaust; und Holocaust und Wagner wären schon auf eine ganz bestimmte Art und Weise stark beziehungsreich... obgleich kein Ton/kein Wort von/über Wagner bei der Herzberg nachzulesen und/oder zu hören sind.

Rosinenpicken (132/133) - »Aci, Galatea e Polifemo« / »Antigona« mit der Akademie für Alte Musik Berlin an der Staatsoper im Schillertheater (Dirigent: René Jacobs)

Organisatorisch ist's seit Jahren so, dass, wenn der Chef mit dem Orchester winters für paar Wochen auswärts ist, um Ruhm (und Geld) - nicht nur fürs Haus - dann einzuheimsen, "Haus und Herd" für René Jacobs zur Verfügung stehen, dass der dann ein oder zwei seiner Projekte an der Deutschen Staatsoper Berlin ableisten kann; das Traditionshaus strahlt dann also immer wieder mal in seinem alten Schein, also "gefühlt"-zurückgesetzt in eine Zeit, zu der es Federicus Rex einst bauen ließ... Wir meinen die alljährlichen Auch-Festtage der/für Alte(n) Musik.

Rosinenpicken (131) - MASS FÜR MASS nach Shakespeare im Theater im Bauturm / Köln

...wen schert's auch groß zu wissen, wie/warum ein Landesherrscher ganz-ganz früher seine Untertanen unter die Kontrolle kriegen will; und wie/warum "da draußen" nun gevögelt werden würde oder nicht - die Art von Themen gehen einem heute wahrlich schlicht am Arsch vorbei...

Rosinenpicken (130) - NACHT im Ballhaus Ost

Ein stark herauszuhörendes Ressentiment des Polen gegen Russen oder Russland; oder habe ich mich da total verhört? Und inflationable Ost-und-West-Klischees mit fast schon infantil zu nennenden "Metaphern" à la WEST gleich Inbegriff von schicken Autos, OST gleich Inbegriff eines moldawischen Zigeunerkönigs; wenn es wenigstens dann im Ironischen und/oder gar durch Spott gezeichnet worden wäre...

Rosinenpicken (128) - spielzeit'europa lud sich das Ballet Preljocaj sowie Tänzerinnen und Tänzer vom Bolschoi-Theater in das Haus der Berliner Festspiele

Angelin Preljocaj choreografierte ein Tanzstück über die Apokalypse. Die interpretiert er ganz archaisch, um nicht gar zu sagen: mythisch. In ihr - und somit auch in dem Stück - beschwört er nicht etwa den absoluten Untergang, also dieses verfluchtig-strafgerichtige 'Ich-habe-euch-gewarnt-aber-ihr-wolltet-ja-nicht-hörn-(jetzt-habt-ihr-den-Salat)' - nein, überhaupt nicht; denn der Choreograf gibt uns doch irgendwie noch einen Funken Hoffnung mit (= eintausend Jahre Frieden, wie gesagt)...

Rosinenpicken (127) - Walter Mehring, DER KAUFMANN VON BERLIN (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)

(...) Und so erfahren wir die frei erdichtete Geschichte eines ostjüdischen Bankers - - und wer, wie auch immer, Parallelen zur Finanz- und Bankkrise von heute ziehen will, der kann das freilich tun, aber er muss es nicht...

Rosinenpicken (126) - MONKEY SANDWICH am Schauspiel Köln

(...) Das handwerklich grandios gestemmte Unternehmen - eine Art Gesamtkunstwerk - hat seine faszinierendsten Momente dann, wenn (eineindeutig, wiederum!!) entschlüsselt ist, dass ES am Ende doch um die Geschichte EINES MANNES geht...

Rosinenpicken (125) - Bernard-Herrmann-Alfred-Hitchcock-Abend in der Kölner Philharmonie

Das brillant-pfiffig und üppig-schön spielende hr-Sinfonieorchester war die ausladende Klangwanne, worüber dann - auf einer überdimensionalen Breitfilm-Leinwand - solche Mega-Kracher (Hitchcocks) wie zum Beispiel "Der unsichtbare Dritte", "Psycho" oder "Der Mann, der zuviel wusste" auszugsweise in Erinnerung gebracht gewesen waren...

Rosinenpicken (124) - Spektakulärer Beginn des WAGNER-ZYKLUS durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Dirigent: Marek Janowski)

(...) Der Rundfunkchor Berlin (Choreinstudierung: Eberhard Friedrich) haute richtig kräftig in die unheilstiftende Verlautbarung des HOLLÄNDERS durch RSB / Janowski zusätzlich noch rein; und wir erlebten also einen HOLLÄNDER jenseits beängstigend und dennoch diesseitig, wie's diesseitiger dann wohl nicht mehr sein könnte; Spieldauer: 2 h 10 min (!)...

Rosinenpicken (123) - Sensationelles Jelinek-Spektakel am Schauspiel Köln!!! (DAS WERK / IM BUS / EIN STURZ)

Elfriede Jelinek's DAS WERK / IM BUS (UA) / EIN STURZ (UA) wurden von Karin Beier feucht-fröhlich und lustvoll-laut in einer kurzweiligen, kuriosen Inszenierung dargebracht - ein (riesen-)großer und zwei ("etwas") kleinre Text(e) der Nobelpreisträgerin für Literatur, der Sprach-und Lautezauberin, der hochpolitisch als wie höchst privat sich äußernden Zentralbeherrscherin der Inhalte und Formen regelrecht und überhaupt...

Rosinenpicken (121 / 122) - Oper Köln stellt ihre ersten beiden Spielzeit-Produktionen zur Debatte, L'INCORONAZIONE DI POPPEA / ELEKTRA

DIE KRÖNUNG DER POPPEA, letzte Oper Monteverdis, wurde dort (Gerling-Quartier) gegeben; und wir staunten überhaupt nicht schlecht über den tollen Saal... und was die Reichen, früher sowie heute, sich so alles Schönes leisten taten oder leisten tun, damit sie ihre Reichtumsangelegenheiten richtig schön "ambitioniert" bewerkstelligen konnten oder können; nein, wir sind nicht neidisch... / Gabriele Rech legte in ELEKTRA großen Wert auf die Herausarbeitung auch der Neben-Rollen; so wird man Zeuge einer körperlichen Züchtigung einer der Mägde, die sich nicht dem Animositätensog (= Gruppenhass der so schon "Unterdrückten" auf Elektra) unterordnen wollte - jene bleibt dann auch, als Einzige, nach dem verübten Schluss-Massacker von Orest & Co. am Leben - - sonst, und überhaupt, fließt literweise das finale Gruppenblut. Sehr hübsch das Alles!!

Rosinenpicken (120) - DAS RHEINGOLD im Schillertheater (Wagners "Ring" als Koproduktion der Mailänder Scala mit der Deutschen Staatsoper Berlin)

In dem RHEINGOLD wird am ehesten ersichtlich, dass sich Richard Wagner mit dem aufkommenden Frühkapitalismus auseinandersetzte, dass er (nicht nur instinktiv) die krieg- und unheilstiftende Ermächtigung des Kapitals als eigentlichen "Liebestöter" - fast schon, wollte man euphorisch sagen, parallel zu Marx & Engels, wenn es stimmen würde - mitbegriff; in dieser Art der künstlerischen Dechiffrierung eines todbringeden Kreislaufs (Macht und Geld) erwies er sich als kindisch-großer Revolutionär; das macht den RING DES NIBELUNGEN zeitlos. / Nichts von alledem bei und durch Guy Cassiers! Nur lauter technisch ambitionierte Mätzchen (Licht- und Videoüberreizungen en masse)...

Rosinenpicken (119) - YESH ME ÄIN von Jens Joneleit durch die Staatskapelle Berlin (Dirigent: Daniel Barenboim) uraufgeführt

Jens Joneleit (geb. 1968) kann und muss sich glücklich schätzen, dass ihn dieses Jahr - und nun bereits zum zweiten Male (vor paar Wochen erst war Uraufführung seiner Oper METANOIA) - Daniel Barenboim höchstselbst über das Rampenlicht hinaus empor gehievt hat; justanemt hob nun auch noch die Staatskapelle Berlin sein viertelstündiges Orchesterwerk unter dem Titel YESH ME ÄIN aus der Taufe, und die Erstdarbietung erntete freundlichen Beifall, immerhin...

Rosinenpicken (118) - PEER GYNT am Berliner Maxim Gorki Theater

Peer Gynt, das alte Findelkind, geht zwischenzeitlich in die Irre, handelt gar mit Sklaven; und dann kehrt er einsamer als je zuvor ZU SICH ZURÜCK; und er begreift das einzig wahre Glück im Leben: dass da Eine oder Einer auf dich wartet(e) - und Solveig (die Marina Galic spielte) war so Eine oder Einer, und so'n Peer begriff es endlich, in der Tat!!

Rosinenpicken (117) - ADRIANA LECOUVREUR (konzertant) durch die Deutsche Oper Berlin

Cilea's ADRIANA LECOUVREUR ist eine Heuloper so wie aus einem Guss, man kann sich ihrem Soge nicht entziehen; und obwohl man, nach den allerersten Übertiteln, schon vorausbegriffen hat, dass es in diesem extraordinären Schmachtfetzen freilich um Liebe, Eifersucht und Tod geht, lechzt man um so lustvoller nach Dem, was "zwischenhin" und bis zum bittren Ende dann so Alles vor sich geht...

Rosinenpicken (116) - DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, neu inszeniert an der Komischen Oper Berlin

DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG haben (Text-)Stellen, die einfach zum Kotzen sind. Und unabhängig davon, dass dann auch noch - muss man allerdings dann zwischen all den Zeilen lesen - Wagners Antisemitismus hier geradezu auf körperliche Weise (Prügelfuge, beispielsweise) "spürbar" ist, bleibt jener Vorwurf ausgerechnet dann und immer wieder an der kotzwürdigen Schlussansprache des Hans Sachs (Festwiese) hängen...

Rosinenpicken (114/115) - Wozzeck I / II

Weniger bekannt dürften dann auch jene DREI BRUCHSTÜCKE FÜR GESANG MIT ORCHESTER AUS DER OPER "WOZZECK" OP. 7 sein; Berg stellte diese Fassung, und nachdem er 7 Jahre an der eigentlichen Oper schrieb, für konzertante Darbietungen ein Jahr vor der WOZZECK-Uraufführung her. (...) Es ist ein mäßig-guter Film ("WOZZECK"), ja und ihm merkt man schon - das ist wohl dann der Makel, woran dieser Streifen so besonders "leidet" - diese oberlehrerhafte Botschaftswilligkeit der damaligen Macher (Ostdeutschland im Jahre 1947) an...

Rosinenpicken (113) - PELLEAS ET MELISANDE eröffnete Spielzeit 2010/11 an der Deutschen Oper Berlin

Seit sieben Jahren gibt es PELLEAS ET MELISANDE in der tiefsinniger Weise durch-und-durch gestylten sprich "gestyxten" Inszenierung des Gesamtkunstwerklers Marco Arturo Marelli (Inszenierung, Bühne und Licht) - jetzt wieder gründlich zu bestaunen an der Deutschen Oper Berlin, die hiermit ihre neue Spielzeit einläutete...

Rosinenpicken (112) - ZWEILAND von und mit Sasha Waltz & Guests (Radialsystem V)

Und es wird nicht nur "getanzt", es wird gesungen, es wird musiziert, es wird gemalert, es wird viel gesprochen; das Erste, was man hört, ist dann Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb... - und in dieser losen und rezitativen Art und Weise geht es immer fort...

Rosinenpicken (111) - WOYZECK an den Kammerspielen des DT

Tom Waits, der für die Stücke und Projekte von und mit Bob Wilson allerlei Hinzumusiken schrieb und immer wieder schreiben wird, kann/konnte auch die Tinte nicht in puncto WOYZECK bei sich halten. Und so wurden Büchners knappem und milieugetreuem Text paar schöne Song-Einlagen beigefügt; der Misch-Masch hat so was von unfertigem Musical - - nun, wem's gefällt!

Rosinenpicken (110) - ÖDIPUS AUF KOLONOS am Berliner Ensemble

Zweieinhalb Stunden braucht es geduldiges Sitzfleisch, um den artifiziellen Endlostext des Sophokles'schen ÖDIPUS AUF KOLONOS (Neuübersetzung: Peter Stein) über sich ergehen zu lassen; Peter Stein, die alte Regie-Legende, duldet keine Pause, und so steckt man also hilflos (und sich auf das Notdürftigste nach der Vorstellung vorauseiliger Weise freuend) in der viel zu engen Sitze-Falle drin und wartet, wartet, wartet... bis das Alles endlich fertig ist...

Rosinenpicken (109) - BERLINER PHILHARMONIKER, Saison-Eröffnungskonzert in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bank AG

(...) Die Deutsche Bank AG ist Hauptsponsor von den Berliner Philharmonikern, ja und als solche pumpt sie freilich jede Menge Kohle in die Stiftung; wie viel das genau ist, müsste/könnte man erfahren, wenn man nachfragt; diese Zahlen unterliegen keinerlei Geheimhaltung. Doch darum geht es nicht; wer Geld hat, soll es ausgeben - wer zu viel Geld hat, soll gefälligst spenden; basta-basta!! (...) Nichts desto Trotz war es ein wunderschöner Abend mit Musik von Beethoven und Mahler...

Rosinenpicken (108) - 10 Jahre "KÖRPER" von Sasha Waltz

Die dreizehn Tänzerinnen und Tänzer von Sasha Waltz & Guests haben KÖRPER, diese mittlerweile schon als Kultstück um die Welt getourte Vorstellung von ihrer Meisterin, seit 10 Jahren im Repertoire und - in den Knochen. Weiß nicht, ob es sich hierbei und heute (26. August 2010) dann um die Ur-Besetzung handelte; aber die meisten der Gesichter sowie Körper dieser Dreizehn "kannte" ich dann doch "von Angesicht zu Angesicht"...

Rosinenpicken (107) - Gastspiel des Tokyo Ballet mit THE KABUKI an der Deutschen Oper Berlin

Das Tokyo Ballet war wieder in Berlin. Und wieder tanzte es - wie 1999 an der Lindenoper - das fast zweistündige Ballettspektakel von Maurice Béjart unter dem Titel THE KABUKI, DIE GESCHICHTE DER 47 SAMURAI..

Rosinenpicken (106): ROMEO & JULIA von Nuran David Calis nach William Shakespeare am Berliner Maxim-Gorki-Theater

ROMEO & JULA wird von Calis nach Berlin verlegt, und der zentrale Handelsplatz ist so ein Nacht- bzw. Szeneclub mit sinnlich-schönem Namen wie V.e.r.o.n.a.. Und so ist die Stadt - ähnlich wie bei dem Grundplot aus Leone's ES WAR EINMAL IN AMERIKA - in zwei (verbrecherische) Lager aufgeteilt: die Montague's, wo Romeo her stammt, verkörpern die Partei der Armen und Verlierer; und die Capulet's, wo Julia her ist, die Partei der Reichen und Gewinner; ja und ROMEO & JULIA wollen mit dem Allen dann nichts mehr zu tun haben und frönen nur noch (richtig, richtig) ihrer Liebe...

Rosinenpicken (105): JOHNNY CHICAGO an der Volksbühne Berlin

Die Veranstaltung dauert etwas über zwei Stunden und hat eine Pause... Hein kann nicht schreiben und nicht spielen. Krömer bringt Einen, wie stets (wer's mag), zum Lachen. Ja, und Löwendorf, "der" Einzige im Bund, "der" wahrheitlich theatern kann, fegt Alle(s) von den Brettern... Sonst wird geistig dünngeschissen; Text ist Kotze!!

Rosinenpicken (104) - GURRE-LIEDER im Konzerthaus Berlin

Schönbergs GURRE-LIEDER hören sich doch sehr gigantisch an. (...) Lothar Zagrosek probte lange und sehr intensiv mit den drei Chören und dem Konzerthausorchester Berlin. Wir freuten uns über Details, vor allem über die (zu) lauten und (zu) leisen Stellen... Ja, die GURRE-LIEDER hatten wir schon mal viel breiiger und brummsiger vernommen, nein, das war nicht hier.

Rosinenpicken (103) - OTELLO an der Deutschen Oper Berlin

Der Shaespearekenner Kriegenburg - von ihm sahen wir letzte Woche seinen kurzweiligen HAMLET in den Kammerspiele des DT - hat die OTELLO-Handlung auf ein Flüchtlingsschiff verlegt. Dort ist Otello Kapitän; dort kann er, letztlich nur noch im Logistischen, beweisen, was er konnte/was er kann. Als Militär hat er inzwischen nur noch musealen Ruf. Die Liebste, die sich im Verteilen milder Gaben an die Ärmsten dieser Welt nicht nur aus Langeweile gütlich tut, versteht die (böse) Welt und bald den (bös gewordnen) Gatten überhaupt nicht mehr... So ungfähr liest sich, bei Kriegenburg, der umgestutzte Plot.

Rosinenpicken (102): HAMLET an den Kammerspielen des DT / Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin

Mit HAMLET machst du nie etwas verkehrt. Mit Shakespeare sowieso nicht. Shakespeare ist und bleibt der Einzige, der "richtig" Stücke schreiben konnte... / Herausgekommen ist, trotz der 3 Stunden Spieldauer, einer der kurzweiligsten HAMLET-Abende, die meiner Rezeptionsbereitschaft jemals vorbehalten waren...

Rosinenpicken (101): FIDELIO 1805 an der Komischen Oper Berlin

(...)Benedikt von Peter will uns sagen, dass die Demontage der Theater (Stichwort vom Theatersterben) - und deswegen lässt er auch die Lüster unter den Proszenniumslogen abmontieren und den halben Opernfundus aus der Behrenstraße in den Müllcontainer schmeißen - mit dem Endverbrauchtsein von Visionen (Stichwort deutsche Einheit) und/oder FIDELIO irgendwie zu tun hätte...

Rosinenpicken (100): MARIENVESPER von Monteverdi - Orchestra of the Age of Enlightenment

Alison Bury - sie ist die Konzertmeisterin des Orchstra of the Age of Enlightenment - war während der MARIENVESPER Monteverdis eine Seite ihrer Violine weggesprungen. Einfach so. Es hörte sich wie ein ganz kurzer Knall an. Alles guckte ganz verwundert in die Richtung...

ROSINENPICKEN (99): DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG - Oper Köln

Laufenberg machte DIE MESTERSINGER zu einer Zeitreise, die drei Riesenakte spielen a) im Mittelalter, b) zur Biedermeierzeit und c) heute. Das macht dahingehend einen Sinn, weil diese Zeitreise halt a) aufs Herkünftliche dieser Meistersingerei, b) auf Wagners Revoluzzertum während der 1848er Barrikadenschlacht und c) auf Köln & Köllsches allgemein und im Besonderen abhebt.

ROSINENPICKEN (98): L'HEURE ESPAGNOLE - Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

In dem merkwürdig-frivolen Stück (zu deutsch: "Die spanische Stunde") gehts um Sex. Die Frau eines Uhrmachers hält sich zwei Liebhaber, die sie - immer, wenn der Gatte nicht zu Hause ist - an sich verfahren lässt. Aber die Herren taugen nichts/nichts mehr. Das kriegt die Närrische erst mit, als ihr ein dritter Mann - ein muskulöser Maultiertreiber - unvermittelt zwischen ihre Schenkel läuft, da hat sie nämlich den Vergleich.

ROSINENPICKEN (97): DIDO, KÖNIGIN VON KARTHAGO - zeitfenster - V. Biennale Alter Musik Berlin

Jörg Jacobi hatte nun - so lesen wir in seinem Interview für das sehr imposante Groß-Programmbuch "zeitfenster - V. Biennale Alter Musik" - eine Oper Graupners in den Staatsarchiven der Berliner Nationalbibliothek entdeckt und vorgeholt; hatte dann alles soweit angeguckt, analysiert, ent-fehlert usw. usf. Und justament stand eine Partitur von Graupners Oper DIDO, KÖNIGIN VON KARTHAGO zur Verfügung, die jetzt hier und heute (also jene Oper) ihre reanimisierte Uraufführung hinter sich zu bringen wusste.

Rosinenpicken (94, 95, 96): OSTERN IN WIEN - Musikvereinssaal, Staatsoper, Burgtheater

Wien ist teuer. Für Touristen sowieso. Also warum nicht auch - wenn schon mal hier - gleich in die teuersten der kulturellen Nobelschuppen geh'n? Gesagt, getan: Musikvereinssaal, Staatsoper und Burgtheater: nobler geht es wirklich nicht mehr!!!

Rosinenpicken 92 / 93: PROMETHEUS, GEFESSELT / DIE NIBELUNGEN - Schaubühne Berlin / DT

Zwei Weltregisseuren von Rang war es jetzt jüngst gelungen, mit antiken/alten Stücken ungemein zu langweilen: Jossi Wieler tat es mit dem unsäglichen PROMETHEUS-Schinken Aischylos' - Michael Thalheimer mit Hebbels NIBELUNGEN. Gääääääääääääääääääääääääääääääähn...

Rosinenpicken (90 / 91): Philharmonie Essen / Konzerthaus Berlin - Beethovens Vierte / "apokryphos" von Bernard Rands

Beethovens Vierte Sinfonie stand - neben Mozarts fünftem Violinkonzert (Solist war Giuliano Carmignola) - auf dem Nachmittagsprogramm im schönen hellholzigen Saal der Essener Philharmonie. Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin hatten sich - neben Schuberts "Gesang der Geister über den Wassern" sowie Beethovens 3. Klavierkonzert (Solist war Lang Lang) - APÓKRYPHOS von Bernard Rands als Hauptprogrammschwerpunkt und europäische Erstaufführung gewählt.

Rosinenpicken (88/89): Ständetheater Prag - DON GIOVANNI und: Staatskapelle Berlin - MAHLERS DRITTE

Heute nennt sich jene Uraufführungsstätte des GIOVANNI: Ständetheater Prag. Es ist eines der drei Opernhäuser in der Goldenen Prag; alle drei (Ständetheater, Staatsoper, Nationaltheater) funktionieren unter dem Label "Národni divadlo". / Die Premiere der von uns gesehenen Produktion war 2006. Für James Levine, der bei der Staatskapelle Berlin mit MAHLERS DRITTER debütieren wollte (und er konnte krankheitshalber diesmal noch nicht kommen; das Debüt mit ihm wird in die nächste Spielzeit vorgeplant), sprang Daniel Barenboim kurzfristig ein.

Rosinenpicken (86): Konzerthausorchester Berlin . Rolf Riehm: Au bord d'une source für Tenorblockflöte, Orchester und CD-Zuspiel

Diesen Vita-Text haben wir von der Homepage Jeremias Schwarzer's (http://recorderprojects.de) kopiert; und zwar deshalb, weil er der Solist - und ohnehin die absolute Attraktion im Programm des Konzerthausorchesters Berlin (Dirigent: Lothar Zagrosek) am letzten Freitagabend war - es erklangen da, als bürgerlicher "Rahmen" sozusagen, die erste Sinfonie vom jungen Beethoven und die letzte Messe vom greisen Haydn; dazwischen machten wir Bekanntschaft mit dem 2007 in Stuttgart uraufgeführten Rolf Riehm-Werk: "Au bord d'une source" für Tenorblockflöte, Orchester und CD-Zuspiel. ...

Rosinenpicken (85): Berliner Philharmoniker - Debüt von TON KOOPMAN

Ton Koopman ist ja oft in Berlin. Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester, beispielsweise, hatte er schon Einiges gemacht - - nun ereilte ihn also der Ruf der Philharmoniker, auch mal was mit ihm machen zu wollen. Okay.

Rosinenpicken (84). Konzerthaus Berlin: IL GIARDINO ARMONICO - DANIELLE DE NIESE (Sopran)

Mit Il Giardino Armonico bestritt das Konzerthaus Berlin einen weiteren Höhepunkt seiner Reihe Kammerorchester International. Das 1985 in Mailand gegründete Spezialensemble für Alte Musik - Il Giardino Armonico zählt heute unangefochten zur absoluten Weltspitze derartiger Kammermusikgruppen - richtete sein Programm insbesondere auf den es hochprofessionell und überhaupt nicht uneitel anschürenden Koloraturstar Danielle de Niese (Sopran) aus.

Rosinenpicken (83): Deutsche Staatsoper Berlin - DER FERNE KLANG von Franz Schreker

Der Zauber dieser jetzt wiederaufgenommenen Produktion (Regie: Peter Mussbach) geht eindeutig von den Musikern der Staatskapelle Berlin (Dirigent: Pedro Halffter) aus. Sie sind schrekererfahren! Und obgleich schon Gielen, der die Inszenierung vor zehn Jahren musikalisch betreute, von einer gewissen Trivialität der Schreker'schen Musik zu sprechen sich genötigt sah, ist man doch völlig fasziniert von diesem insgesamt so uneinordbar-ungreifbaren Klang.

Rosinenpicken (81 / 82): Akademie für Alte Musik / DSO - MENDELSSOHN UND BRUCKNER

Georg Kallweit, der Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin, ist nicht nur ein begnadeter Violonist; er kann auch wie ein Entertainer unterhalten... Beim DSO, einen Abend später, stand dann Herbert Blomstedt wieder mal am Pult; er dirigierte BRUCKNERS ZWEITE sowie Mendelssohns d-Moll-Klavierkonzert - hier konnte er auf Martin Helmchen (28) bauen!

Rosinenpicken (79 / 80): WEIHNACHTSORATORIUM von Graun / MESSIAH von Händel - Philharmonie Berlin (KMS) / Konzerthaus Berlin

Das Händel-Hallelujah macht der Rademann mit seinem RIAS Kammerchor nun wirklich ganz ganz anders als die vielen Anderen, denn: Er lässt's aus der Ferne, luftig-leise, wie aus einer Schäfchenwolke nach und nach herbeischneien... Ein paar Tage zuvor dann das WEIHNACHTSORATORIUM - aber nicht das von Bach, sondern das von Carl Heinrich Graun (1704-1759), also vom ehemaligen Hofkomponisten und Hofkapellmeister Friedrichs des Großen. Eine sensationelle Entdeckung übrigens...

Rosinenpicken 76/77/78: Sinfoniekonzerte mit den BERLINER PHILHARMONIKERN, der STAATSKAPELLE BERLIN und dem DEUTSCHEN SYMPHONIE-ORCHESTER

Am Beispiel nachstehender theatralischer "Rosinen" wollen wir uns kurz und schmerzlos an drei außerordentliche Sinfoniekonzerte lang und lieb erinnern - nicht denn ohne etwas über sie als Werk an sich zu spintisiern: GESANG DER PARZEN DER SCHILDWACHE NACHTLIED SCHLUSSGESANG DER "SALOME"

Rosinenpicken (75): DER BARBIER VON SEVILLA an der Deutschen Oper Berlin

Diesmal können wir uns kurz fassen, weil: Es gibt nichts besonders Wichtiges an dieser neuen Deutsche-Oper-Produktion von IL BARBIERE DI SEVIGLIA des Rossini zu berichten... außer dass sie kreischend kindisch inszeniert und allenthalben akzeptabel musiziert gewesen ist - die (freilich unbeabsichtigte) Konkurrenz zum legendären Berghaus-Kammerspiel im Bau der Lindenoper "nebenan" stellt sich selbstredend überhaupt nicht ein. ...

Rosinenpicken (74): PHILIPPE JAROUSSKY mit CONCERTO KÖLN

Philippe Jaroussky ist 30 und sieht aus wie'n Gymnasiast. Er hat ein sprechendes, nein - Philippe hat ein singendes Gesicht. Es ist, in seiner anmutigen Unschuld, babyweich und zeitgleich männlich schön wie ein mit warmem Wunderleben durch und durch versetzter Bergkristall; das machen seine Augen (auch), die groß, direkt und aufrichtig zum jeweiligen Gegenüber schauen... und die jeweiligen Gegenüber, also auch Mit-Augen-Die, sind hin- und wegschmelzbar vom "Sternenzauber" dieser dunkelgrauen oder dunkelblauen oder irgedwie in so 'nem Wasser-Glitzer-Dunkel ausstrahlenden Jungenaugen. ...

Rosinenpicken (73): Royal Philharmonic Orchestra - JOSHUA BELL spielte Violinkonzert von Brahms

Begleiten ließ er (= Joshua Bell) sich vom Royal Philharmonic Orchestra (Dirigent: Charles Dutoit). Es gastierte mit unterschiedlichen Programmen an zwei aufeinander folgenden Abenden im Konzerthaus Berlin. Vor Brahms gab es eine überkulinarisch ausgewalzte Berlioz-Ouvertüre zum Thema Römischer Karneval, nach der Pause eine von Dutoit selbst zusammengestellte Suite aus Prokofjews ROMEO UND JULIA, laut und liebgewollt gespielt.

ROSINENPICKEN (70, 71, 72): HERZTIER / Chopin-Matinee / Philharmonisches Klavierquartett Berlin

Mein Freund John - er ist Cellist - war dieses Wochenende zu Besuch; ich wollte ihm das Gebäude zeigen, wo die Berliner Singakademie (der 20jährige Mendelssohn verhalf hier einst der Bach'schen Matthäuspassion zu einem sensationellen Comeback) daheim war - heute funktioniert es als Maxim Gorki-Theater, und es ist eine der spannendsten und innovativsten Sprechbühnen unseres Landes. ...

ROSINENPICKEN (67, 68, 69) -- Staatskapelle Berlin, Konzerthaus Berlin, Deutsche Oper Berlin | Schostakowitsch-Konzert, Cuarteto Casals, FALSTAFF

Als "letzte Würfe" wollen wir die folgenden Rosinen, die wir nacheinander für uns raus pickten, auf einen Punkt gebracht wissen; also: Wir rezipierten Schostakowitschs zweites Violinkonzert, Beethovens Streichquartett op. 130 (mit dem sog. neuen Finale) sowie Verdis FALSTAFF...

Rosinenpicken (66): Bühnen der Stadt Gera: 1. PHILHARMONISCHES KONZERT / FADO

Fado = Schicksal. Nach dem großen Erfolg von "Tangos for the affectionate" widmet der Choreograph Hugo Viera nun einen ganzen Ballettabend seiner Heimat Portugal. Im Mittelpunkt dieser sehr persönlichen Auseinandersetzung mit Kultur, Geschichte und Mentalität unseres südwestlichsten europäischen Nachbarn steht ein Begriff, der für die Identität des portugiesischen Volkes zentral ist: Fado. 'Fado' bezeichnet nicht nur ein Musikgenre, eben jene melancholischen Lieder, die seit über zweihundert Jahren in den Kneipen Lissabons und Coimbras vorgetragen werden und die von Liebe und Sehnsucht erzählen ...

Rosinenpicken (64 / 65): GUSTAV-MAHLER-JUGENDORCHESTER / MAHLER CHAMBER ORCHESTRA - Kölner Philharmonie

... es ist, als sollte Kaufmann Wesendonck die Lieder seiner jungen schönen Frau Matthilde quasi in der Schublade entdeckt oder gestiebitzt, um sie, freilich hoch begeistert sowie sensiblisiert hiervon, für sich im stillen Kämmerleinchen intoniert, getestet und probiert zu haben oder so...

Rosinenpicken (63): DIDO & AENEAS von Henri Purcell - Ehrenhof Neues Schloss Bayreuth

Als KLASSIK UNTERM STERNENZELT (im Neuen Schloss Bayreuth, Eingang Hofgarten) "verkaufen" sie ihre Projekte in der laufenden Saison 2009: Melodien einer Sommernacht, Dido und Aeneas, Der Vogelhändler, Eine kleine Zauberflöte sowie das Festival junger Künstler in Bayreuth. Über eine Woche lang, bei allerschönstem Wetter. Sie, das sind der eingetragene Verein Freies Theater Bayreuth sowie - im zu besprechenden Falle - das Ensemble Vocaliensis Frankoniensis.

Rosinenpicken (61 / 62): DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT / THE GEOMETRY OF SEPARATION - Berlin

In Fassbinders DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT wird einer "selbstbewussten" Modeschöpferin bewusst, wie töricht sie sich Jahr um Jahr, quasi an ihren Laufstegen vorbei, ums eigne Lebensglück (was ist das? wäre dann die Folgethese) brachte: durch erzehrten sogenannten Ruhm und absolute Selbstverdrängung ihrer "lieblichsten" Gefühle. In THE GEOMETRY OF SEPARATION (noch komplizierter ging der Titel nicht!) nimmt Riki von Falken die Geschicke mehrfach und gleich höchstpersönlich selber in die Hände: uns erklärend oder vorführend, was wohl in einer Frau, die ihrem eignen Alter nich ganz unähnlich erscheint, so (unerklärlich) Merkwürdiges vorgeht, wenn sie einsam und allein ist oder wie auch immer ...

Rosinenpicken (59 / 60): ROSAMUNDE und KONZERT FÜR FÜNF (UA) - Berliner Philharmoniker

So ist es also völlig wurscht, in welcher Ab- und Reihenfolge Schuberts zugelieferte Musiken (7 = Mindestzahl) im Nachhinein erklingen. Wurschter noch als wurscht, denn um das grauenhafte Chézy-Schauspiel ist das Mäntelchen des Schweigens vornehm und dezent geworfen worden. Es gibt also "nur noch" Schuberts ROSAMUNDE, und sonst nix! Die Berliner Philharmonischen Bläsersolisten sind Andreas Blau, Albrecht Mayer, Wenzel Fuchs, Stefan Schweigert und Radek Baborak. Für sie hat Siegfried Matthus ... - ein Auftragswerk geschrieben, und es heißt KONZERT FÜR FÜNF.

Rosinenpicken (57/58): ORLANDO PALADINO - Deutsche Staatsoper Berlin / EUGEN ONEGIN - Deutsche Oper Berlin

Haydn war ein Vielschreiber; vielleicht ging es ihm nicht nur materiell, sondern auch "seelisch" hiermit gut. ... Ein Dutzend Opern hatte er so nebenbei gemacht. ... ORLANDO PALADINO soll, wenn man den Urteilen der Spezialisten traut, das Beste dieses Dutzends sein. EUGEN ONEGIN, in der schönen Sommergästeinszenierung von Götz Friedrich, hat es mittlerweile schon auf 38 Repertoireaufführungen gebracht; er ist ein echtes Zugpferd in der Deutschen Oper an der Bismarckstraße.

Rosinenpicken (56). Berliner Ensemble – SHAKESPEARES SONETTE

SHAKESPEARES SONETTE sind die schönsten Liebesgedichte der Welt! Sie sind so schön wie rätselhaft zugleich. Das heißt, so rätselhaft nun wieder nicht. Es heißt zwar immer - und man kann in Bibliotheken dieser Welt Hunderte umständliche Abhandlungen über den Geheimnisgrad der SHAKESPEAR'SCHEN SONETTE nachlesen - , dass dieses Rätsel und Geheimnis einzig und allein im "Adressaten" der SONETTE auszumachen wäre; ...

Rosinenpicken (54/55): LOHENGRIN / FILHARMONICA DELLA SCALA - Festtage der Deutschen Staatsoper Berlin

Daniel Barenboim ist, wie in jedem Jahr um Ostern rum, der unheimliche Hauptstar bei den turnusmäßig und für ziemlich hohe Eintrittsgelder abgehaltnen Festtagen der Deutschen Staatsoper Berlin. Das ändert, und auf absehbare Zeit, wohl niemand.

Rosinenpicken (53): BACHS MATTHÄUSPASSION - Orchestra of the Age of Enlightenment

So was habe ich noch nie erlebt; ich dachte erst, dass ich in einen Fantasyfilm rein geraten wäre. Alles funktionierte wie von Geisterhand... Das Orchester, im Hintergrund, spielte, und so wie ich das beobachtete, ohne jedes "Einsatz"-Zeichen. Die Solisten, vorne, kamen alle, ohne sich etwa sehr auffällig mit Blicken zu verständigen, quasi auf ihren Punkt. Und sie vollführten alle Chorpassagen, und sie sangen gleichsam alle Arien; hierzu (Arien) gingen sie, nicht immer, aber meistens, in die Mitte zwischen die rechts/links postierten Doppelblöcke...

Rosinenpicken (51): AIDA, dirigiert von Daniel Barenboim - Deutsche Staatsoper Berlin

AIDA ist ein Volksstück. Jedermann, und also jeder Unbedarfte (und Bedarfte), kennt das Ding, zumindest von dem Titel her. Und so geschieht es also auch, dass die Veranstalter, die mit AIDA rechnen oder punkten, ihre kauffreudigen Heerscharen per Bus und Bahn und Billigflieger zu AIDA bringen. Es grenzt immer an ein Großevent.

Rosinenpicken (51): LIEDERABEND ANJA SILJA - Komische Oper Berlin

Ja, ihre Stimme ist für diese Art zu singen absolut und ideal; sie lehnt und legt sich in die große Kantilene. Ihre Bögen, die sehr weitschweifig und ausladend geraten, zielen stets auf eine ausufernde Höhe, und die Spitzentöne packt sie ja fantastisch... also wenn sie richtig aus und hoch singt, hat man schon die leise Hörerfurcht, dass es das Dach des Hauses abzutragen droht, so spitz, so scharf, so kantig ist sie da ...

Rosinenpicken (50): Neujahrskonzert mit Haydns DIE SCHÖPFUNG

Johannes Weisser, sündhaft schön und braunknopfäugig und mit einem seine Soprankollegin Julia Kleiter ganz und gar entwaffnen wollenden Gelegenheitslächeln, zog die augen- und auch ohrenscheinliche Konzentration nicht weniger Besucher in dem Saal total auf sich. ...

Rosinenpicken (49): CHRISTIANE OELZE sang Berg, Mahler, Schumann und Messiaen - Konzerthaus Berlin

Oelze ist die Dritte in der Folge, die das Lied-Gesamtwerk von Messiaen (falls ich das richtig aus den Aufzeichnungen im Programmheft in Erinnerung behalten habe) im Konzerthaus am Gendarmenmarkt zur Aufführung gebracht hat; vor ihr standen schon Ruth Ziesak und Christine Schäfer auf demselben Podium. Initiator dieser engagierten Großtat müsste, zweifelsohne, Eric Schneider, der sie alle am Klavier begleitete, gewesen sein.

Rosinenpicken (48): BRAHMSKONZERT - Berliner Philharmoniker

Radek Baborak, Stefan Dohr, Stefan de Leval Jezierski, Fergus McWilliam, Georg Schreckenberger, Klaus Wallendorf und Sarah Willis sind - neben allen weiteren 114 Instrumentalisten des Orchesters - als die ausgewiesenen Hornisten der Berliner Philharmoniker in jedem der Programmhefte (die gibt es jeweils gratis) mitgeteilt. Das fiel mir dieses Mal besonders ein und auf, weil: Mit dem Hornklang steht und fällt die gute Laune des Konzertbesuchers.

Rosinenpicken (47): LOHENGRIN - Deutsche Oper Berlin

Dass der LOHENGRIN vor allem eine richtig große Choroper dann ist, bekam man jetzt und wieder - und zwar deutlicher denn je - in einer schön gepflegten Repertoire-Aufführung (Spielleitung: Gerlinde Pelkowski) angenehm zu spüren.

Rosinenpicken (46): DIE NASE von Dmitri Schostakowitsch. Gastspiel des Mariinsky Theater St. Petersburg an der Deutschen Oper Berlin

Was für'n Austausch! In der Zeit, wo Kirsten Harms und ihr Ensemble weit weit weg (in China, wohlgemerkt) den ROSENKAVALIER und TANNHÄUSER einem gewiss sehr strauss- und wagnernärrischen Pekinger Publikum serviert, hat - umgekehrt - das Schlachtschiff der St. Petersburger Mariinsky-Oper, inkl. des Balletts, im Hause in der Bismarckstraße Position bezogen; eine absolute Meisterleistung, nicht nur der Logistik. ...

Rosinenpicken (45): DIE HAMLETMASCHINE am sog. Tag der deutschen Einheit 2008

Es gibt Feste, wo es keine rechten Essen dafür gibt. Zu Weihnachten oder am Ostersonntag, beispielsweise, kommen keine kulinaren Zweifel auf. In Thüringen (wo ich her bin) macht meine Mutter Heiligabend immer Fisch, mal Karpfen, mal Forelle; Ostersonntag gibts dann meistens Hasenbraten...

Rosinenpicken (43 / 44): Berlin - HAYDN / SCHRECKER, BRUCKNER

Wir wurden gar nicht unoft Zeuge, dass und wie den HAYDN Simon Rattle mag; und jedes Mal, wenn die Berliner Philharmoniker den HAYDN ins Programm bugsierten - wann erfolgte das dann je, seit Rattle Chef ist, ohne ihn? - , war man betört von einem luftig hellblütigen Klang des Körpers, wurde von den frischherzigen Schwingungen, die dieser Rolls Royce (unter Rattles Leitung!) herzubrücken in der Lage war, erfasst.

Rosinenpicken (41 / 42): RSB / Musikfest Berlin - Strauss, Schumann, Messiaen, Bruckner...

Zu den profundesten Werkkennern Messiaens zählt der Franzose Cambreling; seit 1999 ist er Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg - und bei Hänssler haben sie jetzt die Orchesterwerke (Messiaens) auf 8 CD veröffentlicht, à la bonheur!!

Rosinenpicken (40): Deutsche Staatsoper Berlin - DANIEL BARENBOIM: Beethoven, Schönberg und Bruckner

Und vom ersten Takt an wurde klar: Die Deutsche Staatsoper Berlin punktet nicht etwa mit verheißungsvollen oder weniger verheißungsvollen Produktionsideen - Braunschweig's visuelle Inszenierung (des FIDELIO) hat zwar eiskalt-klare Züge, doch Personen führen konnte/kann er nicht - , sondern viel einziger durch ihr Orchester!

Rosinenpicken (38/39): VA Wölfl/NEUER TANZ - ORCHESTRE FRANCAIS DE JEUNES (Dirigent: Dennis Russell Davies)

Er baute einen Vorhang aus zig ineinander greifenden Gerippen. Dieser Vorhang wird im Zug der eineinhalbstündigen Darbietung von rechts nach links vor das vollführte "Hintergrund-Geschehen", und in Zeitlupe, entlang gezogen; und der Zuschauer sieht sich dann also permanent und permanenter mit dem Thema Tod & Leben konfrontiert.

Rosinenpicken (37): DER FLIEGENDE HOLLÄNDER / DER TÜRKE IN ITALIEN - Berlin

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER. Gürbaca inszenierte ihn als böses Börsengleichnis, nicht ganz schlüssig, aber mit bemerkenswerter Zwischen- als wie Endlösung. IL TURCAIN ITALIA (DER TÜRKE IN ITALIEN). Von den hunderttausend Opern, die der hyperfleißig komponierende Rossini aus sich griffelte, sind nicht zu Unrecht grade mal ein halbes Dutzend spielbar; meistens (oder immer) sind sie komisch, und von daher schon mit außerordentlicher Vorsicht zu genießen.

Rosinenpicken (36). JUNG: REBELLION UND MELANCHOLIE am Maxim Gorki Theater Berlin

Jung sein ist schon schön! Es ist die kürzeste und schönste aller Lebensphasen, sie betrifft vor allem dann das eigene Entdecken, sie umfasst die aufkeimende Sexualität, sie lebt sich also im Geschlechterfinden - bei dem Einen mehr und bei dem Andern weniger - in unterschiedlichen Totalen aus. Wenn wir, nach Jahren und Jahrzehnten dann, an sie erinnert sind, denken wir meist, wenn alles "gut gelaufen" war, sehr gern und sehr sehr wehmütig an sie zurück; wir heißt so viel wie "kollektives Menschenkind"...

Rosinenpicken (35): KISS ME KATE (Cole Porter) an der Komischen Oper Berlin

KISS ME KATE wurde gegeben - an und für sich kein nennenswerter Grund für ein solch lautbuntes Getöse, denn das Stück (als Stück) ist so banal und nichtig, dass man gern drumrum kommt, Näheres zu Stoff und Inhalt weiter Preis zu geben; eine mehr als oberflächiche Geschichte zwischen/mit zwei Paaren, die sich im Theater wie (und nicht nur wie) zu Hause fühlen; Flitter-Flatter halt, und Shakespeares sog. Zähmung der Widerspenstigen spielt auch noch hauptsächlicherweise mit...

Rosinenpicken (34): DSO-KONZERT mit Werken Berwalds und Bruckners

Blomstedt führte einen regelrechten Todes- oder Teufelstanz am Rand des ersten Höllenkreises vor. Der ganze Streicherapparat wird aufs Brutalste in die Knie gezwungen, und die Bläserfront hält ungezügelt mitten drauf, tritt quasi nach - der Mittelteil der immer dreigeteilten Scherzi hat dann einen etwas leiseren, verspielteren Charakter ...

Rosinenpicken (31, 32, 33): Jüdisches Gemeindehaus / Theatertreffen / Staatsballett Berlin

Ich war zum ersten Mal im Jüdischen Gemeindehaus Berlin, das steht in Nähe S-Bahnhof Zoologischer Garten. Stepan Gantralyan, ein seit paar Jahren hier in Deutschland arbeitender armenischer Multikünstler, dem ich menschlich zugetan bin, lud mich ein ... Das Theatertreffen 2008 setzte mit Christoph Marthalers PLATZ MANGEL seinen diesjährigen und nicht minder launigen Finalpunkt. In WITH/OUT TUTU - was ungefähr so viel dann heißen soll: wir tanzen zwar meist "klassisch", aber anders können wir mitunter auch - gibt es drei zeitgenössisch anmutende Stücke zu bewundern.

Rosinenpicken (30): LA GIOCONDA von Amilcare Ponchielli - Berlin

Dem allen (und dem Affen) Zucker gebend, wurde man in diesen Tagen einer vor 'nem Vierteljahr sehr konsequent gelungenen, gemeisterten und ziemlich mordsmäßigen Ausgrabung im Hause in der Bismarckstraße voll gewahr: LA GIOCONDA - eine stückmäßige Unbotmäßigkeit aus der Nachverdi-/Vorpuccinizeit - machte sich in vier Aufführungen breit und wichtig. Eine museale Sensation!

ROSINENPICKEN (27/28/29): RIGOLETTO / DER SPIELER / DER FREISCHÜTZ - Berliner Opernhäuser

RIGOLETTO. Diese tragische Geschichte um den Mantueser Hofnarren und seine Tochter Gilda, die sich in den vorgetäuschten Liebesblick des vielfickenden Herzogs hoffnungslos verstiegen hatte, könnte nicht beschaulicher und glaubwürdiger inszeniert gewesen sein ... DER SPIELER. Dostojewski's Kurzroman (17 Kapitel auf knapp hundert Seiten) liest sich nicht sehr gut; man kommt nicht richtig in ihn rein - mir jedenfalls ging's so. Ein assoziativer Einfall, während meiner Buchlektüre, war bereits: Die gleichnamige Oper von Prokofjew, die ja auf den Dostojewski fußt, könnte sehr gut ins Festspielhaus von Baden-Baden passen ... DER FREISCHÜTZ. Christof Nel, ein Mann vom Schauspiel, deutete vor über sieben Jahren Webers Oper 1.) als ein Jägermobbing Vieler gegen Einen, 2.) als ein landlebiges Kollerkriegen deutscher Jungfern, 3.) als ein blocksbergmäßig inszeniertes Saufgelage bei der Freiwilligen Feuerwehr und 4.), 5.) usf. ...

ROSINENPICKEN (26): NABUCCO -Regie: Hans Neuenfels - Deutsche Oper Berlin

NABUCCO, vor acht Jahren unter vehementestem Protestgeschrei der zur Premiere anwesenden Alt-Charlottenburger rausgekommen, zähle ich zu den erfrischendsten und pfiffigsten Produkte des Regie-Altmeisters (der - man glaubts ja kaum - erst in zwei Jahren Debütant in Bayreuth werden wird, wenn er dann, und gesundheitlich recht fit, den LOHENGRIN dort macht).

Rosinenpicken (25): ON PAIN AND PRESENCE - Schwelle7 - Berlin

Bondage und Sadomaso usf. sind allgemein und überhaupt dann, nicht nur szenemäßig (wo ich auch nie hingehörte), sozusagen "vorbelastet". Also Lieschen Müller (= ich!!) geht ahnungslos dahin, erwartet freilich etwas völlig Anderes als angekündigt war; ich war ja dann auf 'ne Performance neugierig gewesen, dachte also, dass das Duo Ruckert/Martelli mich gegenkäftig "aufzuklären" oder gar zu unterhalten angetreten war - doch weniger von alledem.

Rosinenpicken (24): VIER LIEDER OP. 13 von Anton Webern - Berlin

Anna Prohaska hat das Zeug, in allernächster Zukunft wohl zu einer der - wie man schon heute schließen kann - intelligentesten Verkörperinnen starker (stärkster!) Texte aufzugehen. Simon Rattle hatte ihr die Hand behutsam und zugleich doch grifffest angeboten und gereicht.

Rosinenpicken (22/23): Deutsche Oper / Volksbühne Berlin || TOSCA / MEISTERSINGER

TOSCA / MEISTERSINGER. Was verbindet die? Für unseren Bericht: Dass beide Opern oder Stücke oder Stücke oder Opern (je nachdem) sowohl dann an der Oper (Staatsoper und Deutsche Oper) wie auch an der Volksbühne zu sehen sind; wie das? ...

Rosinenpicken (21): Deutsche Oper Berlin: CASSANDRA/ELEKTRA

Weswegen wir hier nochmals auf CASSANDRA & ELEKTRA - denn Hans Weger hatte schon am 9. 11. über sie berichtet - eingehen, liegt an der Neubesetzung der Elektra, denn: Eva Johansson sang sie erstmals an der Deutschen Oper! Sie ist ja ein echtes Haus-Kind; in zig Friedrich-Produktionen sang sie alles Mögliche; sie fing als Lyrische, um es salopp zu sagen, an. Ich hatte sie hier als Tatjana im ONEGIN (an der Seite Hampsons) oder als Elisabeth im TANNHÄUSER erlebt. Jetzt hat sie einen Fachwechsel gemacht; sie wird auch die Brünnhild im RING bald geben.

Rosinenpicken (20): MARIA STUARDA am 2. 12. 2007 an der Deutschen Staatsoper Berlin

Wer kennt Ermonela Jaho? Sie!... Sie!.... und Sie! Okay. Ich muss, zu meiner Schande, eingestehen: Ich kannte sie bis jetzt nicht. Sie hat ja eine Homepage (www.ermonelajaho.com), hierin bekommt man beiläufiger Weise mit, dass sie eine Albanerin ist... egal. Auf jeden Fall: Die Rolle der Maria Stuart in der gleichnamigen Donizetti-Oper dürfte, selbst für sie, so was wie'n Höhepunkt ihn ihrer laufenden Karriere sein. Sie hat sie jetzt in der gewitzten und sehr kurzweilig daher kommenden Inszenierung Karsten Wiegand's an der Lindenoper übernommen, und der (ihr!) Gesamteindruck ist: ...

Rosinenpicken (19). RIENZI, DER LETZTE DER TRIBUNEN an der Oper Leipzig.

"Hörst du! Das ist das Mordsgewühl." heißt es, als Beispiel nur, in Wagners RIENZI. Dieses Frühgeburtsgeschoss des Dichterkomponisten hat die Oper Leipzig jetzt in einem beispiellosen Kraftakt hergewuchtet: musikalisch als ein Hochfest, inszeniererisch als eine Pleite. ...

Rosinenpicken (18). ROOM SERVICE an der Schaubühne Berlin

Kurz und schmerzlos, so viel Scheiße habe ich noch nie auf einen Haufen miterlebt: Doch das Bemerkenswerteste an Allem ist: Dass sich ein deutscher Spitzenregisseur (als legendär kann man dann schon seine seit Jahren diese seine Stammwerkstätte tragenden Kane-/Ravenhill-Regie'n verzeichnen, um ein Beispiel nur zu nennen) justament mit dieser dünnschissigen Boulevard-Kloake handwerklich "befasst", und alles Das aus einem - wie ich vorwitziger Weise schließe - reinen Kassenklingeleieffekt heraus; ...

Rosinenpicken (17). ÜBER TIERE von Elfriede Jelinek am Deutschen Theater Berlin.

ÜBER TIERE titelte Elfriede Jelinek ihr Stück, das seit dem Mai als deutsche Erstaufführung an den Kammerspielen des DT zu sehen ist. Der Rezensent hat leider leider erst zu diesem Zeitpunkt (10/07) Wind von ihm bekommen, und so trabte er dann auch - die Jelinek zählt neben Jahnn zu seinen Favoritautoren - dem Ereignis ein paar Wochen hinterher. ...

Rosinenpicken (16). DER GEDULDIGE SOKRATES an der Deutschen Staatsoper Berlin

René Jacobs, der die Deutsche Staatsoper Berlin meist immer dann bespielt, wenn Barenboim & Staatskapelle auf Tournee sind (seit der deutschen Wende "darf" und macht er das), hat dieses Mal im Rahmen der cadenza-Schiene Telemanns GEDULDIGEN SOKRATES ausgegraben und durch Nigel Lowery & Amir Hosseinpour bunt und kess in Szene setzen lassen. ...

Rosinenpicken (15): DIE DREIGROSCHENOPER von Brecht/Weill am Berliner Ensemble

Angela Winkler ragt in jeder Hinsicht aus Brecht/Weill's DREIGROSCHENOPER, die nun endlich, und nach jahrelangem Mühen (Stichwort ist "Mit freundlicher Genehmigung von Barbara Brecht-Schall"), der Multikünstler Robert Wilson ins / mit dem BE gezaubert hat, heraus. Weil: Winkler fasziniert, verblüfft, berührt und irritiert in dieser festzustellenden Vierfaltigkeit! So hat sie sich dann mit der Hure Jenny, also diesem dritten von den Mädchen, das von Stinkefinger Macheath nach und nach "missbraucht", missachtet, weggeschmissen wird, als ihrer Rolle abgefunden. Und sie singt - die Sensation des Abends! - ihre Songs, vor allem den von Salomon, mit einer wispergleichen Lerchenstimme, und sie tremoliert sich leise, immer leiser werdend, schwindsuchtartig in soprane Höhen, dass es einem heiß und kalt den Rücken runterrieselt; sowas Irreschönes habe ich mein ganzes Leben nicht (noch nicht) aus einer Frauenkehle jemals je verlauten hören. ...

ROSINENPICKEN (14) : NORD Eine Grandguignolade von Frank Castorf nach Louis-Ferdinand Céline

OST, WEST, SÜD ... jetzt ists halt NORD was himmelsrichtungshaftig und nicht mehr als plakativ den Riesenbau der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin beklebt. Der Prinzipal hat also mitgedacht, und justament fiel ihm - er hat bestimmt (ich wette) ganz zu allererst im Hinblick auf das Wörtchen NORD von seinem Intelektuellenstamm weltweitig recherchieren lassen - Céline's Frühroman unter dem Titel "Norden" auf und ein. ...

Rosinenpicken (13): Staatsballett Berlin - ALICE'S WONDERLAND. Tanzstück von Giorgio Madia nach Lewis Carroll

Das Staatsballett Berlin hat Carrolls Schwachsinnsbüchlein von der Wunderland-Alice - von Giorgio Madia vor zwei Jahren schon in Wien als Tanzstück an der Volksoper kreiert - ins Repertoire genommen. Und es wird, da muss man sicher sein, auf lange Zeit hinaus ein echter Kassenschlager werden. Die Premiere war am letzten Sonntag, fand im Hause in der Behrenstraße statt und war sehr schön und sehr sehr sehr erfolgreich. ...

Rosinenpicken (12): Bayreuth. Festspiel-Soirée mit Cheryl Studer, Friedrich-Wilhelm Junge und Semion Skigin

Auch randseitig vom diesjährigen Festspieltrubel kann und soll, wer keine Karten für den Grünen Hügel kriegte, sehr mondänig unterhalten werden. Im Haus Wahnfried beispielsweise (Ex-Familiensitz der Wagners - heute als das "Richard-Wagner-Museum" betrieben und genutzt) herrscht Hochsaison: Neun Exklusiv-Programmpunkte laden zu einem jeweils 99köpfigen Beisammenweil'n mit Wagners eigenem privatem und von Steinway 1876 frank und frei gesponsertem Salonflügel im größten Raume dieses Hauses - dem Salon halt - ein. Mondän, doch! Wie gesagt: ...

Rosinenpicken (10 / 11): ELEKTRA (Deutsche Staatsoper Berlin) / DER ROSENKAVALIER (Deutsche Oper Berlin)

Klaus Wowereit hat wieder mal versucht, die Staatsoper dem Bund zu schenken. Und im Kanzlerinnenamt wäre ein Brief von ihm als Posteingang verbucht worden, hieß es vor kurzem in den Agenturen. Auch das Feuilleton nahm diese selbstverständliche Alltäglichkeit zum neuerlichen Anlass, unbarmherzigst darauf hinzuweisen, dass Angela Merkel (eine passionierte Opernnärrin, wie man weiß) jetzt endlich - will sie sich nicht selber Lügen strafen - handeln müsse, weil: Als sie noch auf der inaktiven Gegenseite stand, als Oppositionelle sozusagen, war für sie wie auch für viele andere, sprich FDP und Grüne beispielsweise, klipp und klar: ...

Rosinenpicken (9): Rossinis SEMIRAMIDE an der Deutschen Oper Berlin

SEMIRAMIDE von Rossini läuft seit drei, vier Jahren an der Deutschen Oper; Harms (Regie) hatte mit ihr dann ihren Einstand in Berlin gegeben - zu der Zeit war noch nicht klar, dass sie dann eines Tages in persona die Geschicke dieses Hauses übernehmen sollte. ...

Rosinenpicken (8): RING UM DEN RING, Staatsballett Berlin

Erdreich und Zugsaurier im klassisch ausgestreuten Repertoire des Staatsballetts Berlin. Der Intendant Vladimir Malakhov (selbst Loge in dem Stück) schaffte es tatsächlich, Maurice Béjart ein zweites Mal zur Einstudierung seines singulären Lebenswerkes in die Deutsche Oper rückzulocken. Hier hatte der RING bereits vor über 15 Jahren seine Uraufführung. ...

Rosinenpicken (7): TRISTAN UND ISOLDE an der Deutschen Oper Berlin

Mit Peter Schneider, einem der "verstecktesten" und doch zugleich bedeutendsten Garanten für das insgesamte Strauss- und Wagnerfach (so hat er, um ein Beispiel nur zu nennen, auf dem Grünen Hügel, seit er 1981 debütierte, fast das ganze einschlägige Repertoire dort absolviert) wollte die Deutsche Oper in der Bismarckstraße, freilich nicht wegen des in den letzten Monaten doch leichtens ramponierten Rufs ihres Orchesters, Nummer sicher gehen; und so engagierte sie den virulenten Österreicher außer für den angestandnen TRISTAN gleich noch für die MEISTERSINGER in der nächsten Spielzeit. ...

Rosinenpicken (6): OREST. Komische OperBerlin

Sebastian Baumgarten's OREST ist wieder auf dem Spielplan. Und mit Händel, der die "Vorlage" ja eigentlich gewesen war, hat diese freche Produktion insofern auch bzw. noch zu tun, dass man (als Hörer, wohl gemerkt) der nachstehenden unleugbaren Tasache gewärtiglich sein kann: Das Orchester der Komischen Oper Berlin ist eines der besten Bühnenorchester überhaupt. ...

Rosinenpicken (5):Claude Debussy - PELLEAS ET MELISANDE in der Philharmonie Berlin

Claudio Abbado hatte, als er vor paar Jahren PARSIFAL mit den Berliner Philharmonikern zu einer teil-szenischen konzertanten Aufführung verstylte, den "Orchestergraben" im Scharoun-Bau öffnen lassen. Das galt einmalig als Sensation. ...

Rosinenpicken (4) - DER ROSENKAVALIER an der Komischen Oper Berlin

DER ROSENKAVALIER - dieser einzigartige Fall von komponierter Weltlliteratur (Text: Hugo von Hofmannsthal) - hat in der Komischen Oper Berlin eine sowohl musikalische wie auch szenische Umsetzung gefunden, die weltweit ihres Gleichen suchen dürfte.

Rosinenpicken (3): Goethes FAUST I und II am Deutschen Theater Berlin

Wenn Inge Keller in persona alle drei Figuren (Wandrer, Philemon & Baucis) aus FAUST II als eine Art von spielerischem Ansatz vorzutragen in die Pflicht genommen steht - sie meistert diese Aufgabe in dem ihr eigenen und unverwechselbaren Hang zum leisesten Diseusentum - , bedeutet das - und spätestens an dieser Stelle wurde es dem aufmerksam wie konzentriert die beiden kurzweiligen Abende bisher verfolgt habenden Publikum bewusst - , dass etwas ganz Besonderes mit Goethes Supertext erfolgt sein musste ...

Rosinenpicken (2) - Die Meistersinger von Nürnberg, Deutsche Staatsoper Berlin

Um die Adventszeit hält der Hausherr - noch bevor er dann von Januar bis März Dienst in den USA verrichtet (seine Zweitbeschäftigung ist die des Leiters vom Chicago Symphony Orchestra) höchstpersönlichen Berliner Hof. Er richtet es sich meist dann so ein, dass es bis zum Jahresschluss eine Premiere (mit ihm) gibt, und außerdem ein zugkräftiges Repertoirestück (auch mit ihm) auf dem Programm steht; selbstverständlich dirigiert er außerdem zwei drei Konzerte inklusive Neunter Sinfonie Silvester/Neujahr: Daniel Barenboim! ...

Rosinenpicken (1) | Andrea Chenier, Deutsche Oper Berlin

Der italienische Komponist Umberto Giordano steht, was seine Schaffenszeit und (mehr noch:) sein Bedeutungspotenzial betrifft, nach Verdi / vor Puccini. Dieses "Schicksal" teilt er mit den Boito, Ponchielli, Catalani und Franchetti, um die klangvollsten der Namen dieser "weniger Beachteten" - und heutzutage immer weniger Gespielten - aufgezählt zu haben. Freilich, es gibt eine reiche Auswahl exquisiter Schallplatteneinspielungen der Werke dieser Leute; insbesondere von Giordano existiert ein gutes Dutzend Produktionen beispielsweise von FEDORA und ANDREA CHENIER; nein, da ist kein Mangel; und wer Ohren hat zu hören, stellt sehr schnell und eifrig fest: ...



 
KULTURA-EXTRA:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN


ANTHOLOGIE

AUTORENLESUNGEN

BUCHREZENSIONEN

CASTORFOPERN

CD / DVD

DEUTSCHES KINO

DOKUMENTARFILME

EUROPÄISCHES JUDENTUM IM FILM

FERNSEHFILME

FESTIVALS
AUTORENTHEATERTAGE
BAYREUTHER FESTSPIELE
BERLINALE
IMMERSION
MUSIKFEST BERLIN
TANZ IM AUGUST
THEATERTREFFEN
WIENER FESTWOCHEN
YOUNG EURO CLASSIC

FILMKRITIKEN

FREIE SZENE

INTERVIEWS

KULTURSPAZIERGANG

KUNSTKRITIKEN

KÜNSTLER | GALERIEN

LESEN IM URLAUB

LEUTE MIT MUSIK

MUSEEN IM CHECK

MUSIKKRITIKEN

NEUE MUSIK

OPERNPREMIEREN

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN

TATORT IM ERSTEN

THEATERKRITIKEN

TÜRKISCHE FILME

U 10

UNSERE NEUE GESCHICHTE

URAUFFÜHRUNGEN

WORTMETZEN...





Home     Impressum     Autorenverzeichnis     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2017 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de