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nachDRUCK # 6

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Rosinenpicken (638)

Umbrettert

unter freiem

Himmel



Bildquelle: globe.berlin

Bewertung:    



Gestern Abend war ich zum ersten Mal in der provisorischen Open-O-Bühne in der Charlottenburger Sömmeringstraße, wo irgendwann das "richtige" GLOBE BERLIN aus Bauteilen des ehemaligen Schwäbisch Haller Globe Theaters neu entstehen soll, und zwar...


"...ganz in der Tradition der Shakespeare'schen Rundbühne, aber doch modern und mit einer zeitgemäßen Ausstattung. Bis der (Wieder)Aufbau möglich ist, lagert das zerlegte Theater am zukünftigen Standort, und zahlreiche hölzerne Bauteile bilden einen ringförmigen Laufsteg, das Publikum sitzt inmitten des Geschehens." (Quelle: globe.berlin)


Mal sehen, wann (und ob) das sein wird.

*

Seit dem 4. Juli läuft die inzwischen achte Spielzeit, die dieses Jahr unter dem Motto "Flucht & Frieden" steht und Goethes Urfaust, Falladas Jeder stirbt für sich allein, Tankred Dorsts Amely, der Biber und der König auf dem Dach, das musikalische Programm The Swingin' Hermlins, vier weitere (teils einmalige) Performances nach Werken von Kafka, Platon, Orwell und Dostojewski sowie - als traditionellen Hauptbestandteil aller GLOBE BERLIN-Sommer - vier Shakespeare-Stücke (Was Ihr wollt, Hamlet, Ein Sommernachtstraum und Romeo & Julia) beinhaltet.

Ein pickepackevoller Spielplan also, und bis 5. 9. gibt es alles das [s.o.] zu sehen und zu hören.

Der Sommernachtstraum hatte bereits vor drei Jahren Premiere - jetzt läuft er wieder, und es machte Spaß ihn mittendrin in der Umbretterung (bei 360-gradiger Dauer-Pirouette) zu erleben:



Ein Sommernachtstraum im Globe Berlin | Foto (C) Thorsten Wulff


"Vier junge Liebende fliehen vor den strengen Gesetzen Athens und verirren sich in einem Wald voller Geister und Elfen, geraten in den Sog ihrer Sehnsüchte und Leidenschaften, träumen vom Himmel und fallen in den Abgrund. In der Mittsommernacht wirbeln die Naturgeister alles durcheinander und treiben ihren Schabernack mit den Menschen, machen alle Regeln zunichte und mischen die Karten neu. Ein sinnlicher, turbulenter Reigen, der die uniforme Zivilgesellschaft dem exotischen Urwald gegenüberstellt. Das Ensemble wird zur Band und begleitet das Stück mit magischer Live-Musik." (Quelle: dto.)


So isses, und so war es auch.

Nadja Schimonsky, Lotte Gosch, Tim Otto Göbel und Adrian Stowasser (als die besagten jungen Liebenden) versprühten andauernden Charme, Esprit und gute Laune; und die beiden Männer geizten zudem nicht beim Vorzeigen von nackter Haut, was wiederum sehr ansehlich gewesen war.

Theseus und Oberon wurden zugleich von Anselm Lipgens (dem künstlerischen Leiter und Geschäftsführer von GLOBE BERLIN) sehr eindrucksvoll verkörpert. Seine schauspielernde (und ihr Saxophon brillant beherrschende!) Partnerin Saskia von Winterfeld alternierte als Hippolyta,Titania und Petra (statt Peter) Quenz - sowieso legte die Inszenierung von Matthias Schönsee gesteigerten Wert auf das Stück im Stück mit der Handwerkertruppe, das sich zwar zum Schluss hin etwas in die Länge zu ziehen drohte, dennoch aber zeitnah ("aktualisiert") und durchaus witzig herüber kam; so gesehen musste v.a. der Auftritt von Uwe Neumann (als Esel) als das eigentlich sinnstiftendste Highlight der Aufführung herhalten.

Und nicht zu vergessen: Peter Beck als furchteinflößend aussehender und schwäbelnder Puck; das hatte fast comedianhafte Züge.

Vergnügliches Beisammensein.
Andre Sokolowski - 11. Juli 2026
ID 15943
EIN SOMMERNACHTSTRAUM (Globe Berlin, 10.07.2026)
Regie: Mathias Schönsee
Musik: Bernd Medek
Ausstattung: Katharina Piriwe & Ira Storch-Hausmann
Maske: Deborah Marie Klein
Dramaturgie, Übersetzung & Produktionsleitung; Christian Leonard
Besetzung:
Theseus, Oberon ... Anselm Lipgens
Hippolyta,Titania, Petra Quenz ... Saskia von Winterfeld
Puck ... Peter Beck
Egeus, Botten ... Uwe Neumann
Hermia, Schnapp, Spinnweb ... Nadja Schimonsky
Helena, Schnauz, Motte ... Lotte Gosch
Lysander, Flott, Bohnenblüte ... Tim Otto Göbel
Demetrius, Hungerling, Senfsamen ... Adrian Stowasser
Premiere war am 1. Juni 2023
Weiterer Termin: 13., 22.08.2026


Weitere Infos siehe auch: https://www.globe.berlin


https://www.andre-sokolowski.de

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