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Neue Musik

Skin

& Skull



Bewertung:    



Das sich aus Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle Berlin, des West-Eastern Divan Orchestra sowie Lehrenden und Lernenden der Barenboim-Said-Akademie und gelegentlichen Gästen zusammensetzende BOULEZ ENSEMBLE - Daniel Barenboim gründete es vor elf Jahren - spielt meistens Neue oder neuere Musik; nicht wenige Uraufführungen lagen bereits auf seinen Notenpulten. Seine Residenz hat es, naturgemäß, im Berliner Pierre Boulez Saal, zu dessen Einweihung es 2015 nauch erstmals öffentlich in Erscheinung trat. Mittlerweile gaben und geben sich bei ihm sowohl Dirigentinnen und Dirigenten wie auch Gesangs- und Instrumentalsolistinnen und -solisten von Weltrang die Klinke in die Hand, und das Ensemble tourt nicht selten durch die Welt.

Den von mir hochgeschätzten französischen Dirigenten François-Xavier Roth hatte ich zuletzt vor zwei Jahren mit dem BOULEZ ENSEMBLE live erleben dürfen, da musizierten sie gemeinsam Werke von György Ligeti. Er gastiert nun wieder öfter in der Hauptstadt (im Juni wird er beispielsweise die Wiederaufnahme von Ruth Berghaus' legendärer Pelléas et Mélisande-Inszenierung an der Staatsoper Unter den Linden musikalisch leiten), und diesmal ließ er sich zwei Werke der britischen Komponistin Rebecca Saunders (58) aufs Dirigentenpult legen: Skin und Skull.

Beide Titel klingen kurz und schmerzlos - die Rezeption erfolgte allerdings (was meine Wenigkeit betrifft) auf ziemlich langatmige und mitunter wehtuende Art und Weise, was dann wiederum z.T. "verschmerzbar" schien in Anbetracht von ein paar wenigen durchaus humoristisch aufgeladenen resp. (von mir) erfühlten und/ oder wahrgenommenen Passagen:

Die sensationell singende als wie singsprechende und pur sprechende also performende französische Sopranistin Jenny Daviet nahm sich des mitnichten unsperrigen Textes der Saunders, den sie selbst für ihr Skin-Stück zu Papier brachte und mit etwas Ergänzendem aus Joyces Ulysses (Molly Blooms Monolg, was sonst!) abschloss, mit außerordentlicher Hingebung an und erntete hierfür besonders starken Applaus - bitte fragen Sie mich nicht, worum es in dem englischsprachigen Saunders-Konvolut gegangen haben könnte; keine Ahnung, jedenfalls hörte es sich mehr als lustig an, wie die Jenny das dann alles zu uns rüber brachte; ich war dann allerdings sitzplatzbedingt etwas im Nachteil, dass ich die Jenny leider nur von hinten sah und demzufolge nur von hinten aus vernehmen konnte, wie sie ihren Sprechgesang nach vorne, also in entgegengesetzte Blick- und Hörrichtung von mir, veräußerte, aber egal; scheinputzig war es allemal.

Bei Skull - nach der Pause - fiel mir ganz besonders der Posaunist Ricard Ortega Ribera auf, der ein paar aus dem musikalischen Gesamtgeschehen herausragende Extra-Soli, und zwar stehenderweise und mit "Schalldämpfer" versehen, zum Besten gab; das Stück hat irgendwie so was andauernd Miauendes oder Mauzendes sprich Katzenjauliges, allerdings ziemlich zeitlupig, in sich, und der Ricard überwürzte das dann zusätzlich mit quakenden Froschlauten oder so, ja und auch das klang ziemlich witzig.

Ansonsten: Wusste/ weiß nicht, was Rebecca mir mit ihren anstrengenden (und mich intellektuell völlig überfordernden) Werken hätte sagen wollen; letztlich schien es mir dann auch egal.




Die Sopranistin Jenny Daviet und der Dirigent François-Xavier Roth präsentierten - gemeinsam mit dem BOULEZ ENSEMBLE - Rebecca Saunders Skin am 15. Februar 2026 im Berliner Pierre Boulez Saal | Foto (C) Peter Adamik


*

Bevor die Riesen-Apparatur (v.a. mit viel, viel, viel Schlagwerk) auf das Podium getragen wurde, spielten die Geigerin Jiyoon Lee und der Cellist Arne-Christian Pelz die betörend schöne Ravel-Sonate für Violine und Violoncello, die der Komponist Anfang der 1920er "à la mémoire de Claude Debussy" dedizierte.

Was für eine klangliche Wonne!

Andre Sokolowski - 16. Februar 2026
ID 15697
BOULEZ ENSEMBLE & FRANÇOIS-XAVIER ROTH (Pierre Boulez Saal, 15.02.2026)
Maurice Ravel: Sonate für Violine und Violoncello "À la mémoire de Claude Debussy"
Rebecca Saunders: Skin für Sopran und 13 Instrumente
- Skull für 14 Instrumente
Jiyoon Lee, Violine
Arne-Christian Pelz, Violoncello
Jenny Daviet, Sopran
Boulez Ensemble
Dirigent: François-Xavier Roth


Weitere Infos siehe auch: https://www.boulezsaal.de


https://www.andre-sokolowski.de

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