François-Xavier Roth wieder in Berlin (2)
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Programmbuch-Cover | Foto: Tatjana Dachsel
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Bewertung:
Dass der französische Pultstar François-Xavier Roth, ein mit sämtlichen Perioden und Stilen abendländischer Musik vertrauter Alleskönner der Extraklasse, auch was mit "seinen Franzosen" anzufangen wüsste, stellte er zum Einen bei Ravels Daphnis et Chloé (vor zwei Wochen erst mit der Staatskapelle Berlin aufgeführt) und zum Anderen bei Debussys Pelléas et Mélisande (anlässlich der Wiederaufnahme an der Staatsoper Unter den Linden) beeindruckend unter Beweis; das alles scheint in seinen Genen verankert zu sein.
Ja und im Vergleich zu den inzwischen drei vorangegangenen Pelléas-Dirigaten der berühmten Berghaus-Inszenierung (Gielen 1991, Rattle 2008, Barenboim 2018) dürfte seine Zeichnung dieses unfassbar unheimlich-schönen Stücks - man bezeichnet es immer wieder als eine Art Gegenentwurf zu Wagners Tristan und Isolde - die wahrscheinlich bisher beste gewesen sein!
Was da aus dem Orchestergraben zu hören war, ist im Nachhinein mit Worten kaum zu fassen. Die Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle (auch, wie Roth, eine Alleskönnerin der Extraklasse!) schienen ihre jeweiligen Notentexte wie unter Trance verinnerlicht zu haben - "so gesehen" stellten sich dann auch gewisse hörerische Lüste, wie als ob man Drogen eingenommen hätte, ein; so war's bei mir.
Gesangssolistisch wurde aufgeboten, was an Bestem derzeit auf dem internationalen Pelléas-Markt zu haben war, nein, besser ging es nicht - allen voran die unüberbietbare Magdalena Kožená und ihr adäquat auf sie eingestellter Thomas Blondelle in den beiden Titelrollen; sensationell auch Simon Keenlyside als Golaud oder Henrik Brandstetter (vom Tölzer Knabenchor) als Yniold, und - wenn schon nacheinander aufgezählt - Anne Sofie von Otter und Stephen Milling als Golauds & Pelléas Leib- bzw. Stiefeltern oder David Oštrek als Arzt und Hirte nicht zu vergessen.
Seht und hört euch das an!!
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Andre Sokolowski - 23. Juni 2026 ID 15917
PELLÉAS ET MÉLISANDE (Staatsoper Unter den Linden, 21.06.2026)
Musikalische Leitung: François-Xavier Roth
Inszenierung: Ruth Berghaus
Szenische Einstudierung und Spielleitung: Katharina Lang (!)
Bühne und Kostüme: Hartmut Meyer
Einstudierung Chor: Dani Juris
Besetzung:
Arkel ... Stephen Milling
Geneviève ... Anne Sofie von Otter
Pelléas ... Thomas Blondelle
Golaud ... Simon Keenlyside
Mélisande ... Magdalena Kožená
Yniold ... Henrik Brandstetter (vom Tölzer Knabenchor)
Arzt, Hirte ... David Oštrek
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
Premiere war am 17. März 1991.
WA war am 21. Juni 2026.
Weitere Termine: 23.06./ 03., 09.07.2026
Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsoper-berlin.de
https://www.andre-sokolowski.de
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