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nachDRUCK # 6

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Kommentar

Der Rückzug der Karrieristen

Sasha Waltz und Johannes Öhman verlassen das Staatsballett Berlin

Hält man es für möglich?

Das Intendanten-Duo vom Staatsballett Berlin schmeißt - und nachdem's nicht mal 1 Jahr zusammen in der Hauptstadt ausgehalten hatte - einfach hin.



"Johannes Öhman wird mit Beginn des kommenden Jahres das Dansens Hus in Stockholm als neuer Geschäftsführer und zugleich künstlerischer Leiter führen. Der gebürtige Schwede kehrt für die Arbeit an Schwedens größter Bühne für zeitgenössischen Tanz nach Stockholm zurück. Vor diesem Hintergrund wird auch Sasha Waltz ihre Co-Intendanz beenden.

Der Bitte von Johannes Öhman um vorzeitige Beendigung seines Vertrages als Co-Intendant am Staatsballett Berlin zum 31. Dezember 2020 haben der Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, und der Stiftungsrat entsprochen. Über die Beendigung der Intendanz von Sasha Waltz hat der Senator den Stiftungsrat ebenfalls informiert."


(Quelle: Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa v. 22.01.2020)


Karrieren vor Verantwortung!

Was sind das bloß für merkwürdige Paragraphen, die es Leuten möglich machen, sich so mir nichts dir nichts aus ihrer vertraglichen Verantwortung zu stehlen - ganz zu schweigen vom Abhandensein ihrer womöglich vor ihrem Vertragsschluss fadenscheinig "eingepreisten" Empathie für die (von ihrer Tänzeranzahl her) größte Ballett-Truppe in Deutschland.

Und was suchten, wollten eigentlich die Karrieristin und der Karrierist dann mit dem für sie augenscheinlich vielzu großen und v.a. völlig "unpassenden" Vorzeigeensemble?

Nein, ich hatte es von Anfang an nicht ganz verstanden: War und wäre nicht die Waltz allein schon wegen ihrer eigenen berühmten (weltberühmten!!) Company unter dem Logo Sasha Waltz & Guests mit Arbeit und Verantwortung bis über alle Ohren eingedeckt gewesen? Ja und konnte nicht der Tänzer/Choreograf/Manager Öhman rechtzeitig erkennen wollen, welches lukrativere Jobangebot - im Austausch für die ihn belästigenden Vor- und Zuarbeiten (für die Waltz, die erst vor Kurzem und direkt zum Chef-Team zugestoßen kam) - aus Schweden ihn erwarten würde?? Also wieso machten sie sich dann erst groß und umständlich hier breit???

O, wir erinnern uns sehr gut des großen Aufschreis und Protests der Tänzerinnen und Tänzer, als es stadt- und landbekannt wurde, dass Waltz das bis zu diesem Zeitpunkt vorzugsweise klassisch geschulte und geprägte Staatsballett übernehmen sollte und ihm quasi ihre Handschrift androhte - nur Ärger und Tumulte; erst mit dem Beginn der neuen Spielzeit kehrte eine irgendwie geartete (und trügerische [wie wir heute sehen]) Ruhe ein. Der erste Spielplan von dem neuen Intendanten-Duo war dann allerdings von einer nicht zu überbietenden peinlichen Dürftigkeit und Einfallslosigkeit; das einzige mögliche echte Highlight der Saison, Dornröschen von Marcia Haydée, musste zur nächsten Spielzeit abgeschoben werden, viel zu teuer.

Doch die Pleite war von Anfang an vorauszusehen:

Dass es der Kultursenat der Hauptstadt (als er noch von dem Regierenden persönlich resp. in Gestalt seines nur Unheil angerichtet habenden Staatssekretärs zwischen 2014 und 2016 bestritten wurde) fertig bringen sollte, Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz quasi "abzuschalten", weil sie ihm dem Anschein nach zu autonom erschien, war/ist die eine skandalöse Angelegenheit. Dass er nunmehr mit seiner Staatsballett-Entscheidung nachgerade ebenso skandalverdächtig scheiterte, setzte der Pseudokompetenz kulturpolitischer Versager ersten Ranges eine Riesenkrone auf. Wo steuert diese Stadt noch hin?

Gibt es ein Trostpflaster, Trostpflästerchen?

Klaus Lederer, vielleicht; der hatte wenigstens für eine Personal-Bereinigung des stumpfsinnigen Volksbühnenentscheids in puncto Dercon nachgesorgt - wir sind gespannt auf René Pollesch.

Und fürs Staatsballett schlagen wir glatt Arila Siegert vor; mal bisschen nachhaltiger informieren, wer und was da geht à la „hat mir aber auch deutlich gemacht, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und diesen Weg werden wir – mit einer neuen Führung, die das Ensemble ebenso begeistern wird, wie die bisherige, ab der Saison 21/22 weiter verfolgen.“

Es kann auch nicht mehr schlimmer werden als es so schon ist.




Sasha Waltz & Johannes Öhman,
das scheidende Intendanten-Duo vom Staatsballett Berlin.
Foto (C) Andre Rival
Andre Sokolowski - 24. Januar 2020
ID 11956
Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsballett-berlin.de/


http://www.andre-sokolowski.de

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