Leben und Tod der
Kleinen Kreide
MÄRCHEN-POEM von Sofia Gubaidulina mit den Dortmunder Philharmonikern (Dirigent: Gabriel Feltz)
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Bewertung:
Auf der Website vom Theater Dortmund entdeckte ich - per Zufall - einen Stream der Dortmunder Philharmoniker, die das zirka 12-minütige Märchen-Poem von Sofia Gubaidulina (89) musizierten.
Vorher gaben Generalmusikdirektor Gabriel Feltz [an dessen Tote Stadt von Korngold an der Oper Köln ich mich in dem Moment sehr gern erinnerte] und die Musikvermittlerin Andrea Hoever eine kurze Einführung zu diesem wunderschönen kurzweiligen Stück.
Und während es dann von den Musikerinnen und Musikern gespielt wurde, wurden sehr putzige Illustrationen Simon Höfers "eingestreut" - dem allzu kurzen Leben von der Kleinen Kreide (deren gleichnamige tschechische Erzählung das Libretto für die Komponistin bildete), die meistenfalls mit einem lachenden Gesicht'chen und zwinkernden Kulleraugen abgebildet wurde, wohnten wir als Mitfreuende und/ oder Mitleidende so nach und nach dann bei...
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Märchen-Poem von Sofia Gubaidulina - illustriert von (C) Simon Höfer | Screenshot des Streams auf theaterdo.de v. 09.03.2021
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"Die Kreide träumt davon, wunderbare Schlösser, schöne Gärten mit Pavillons und das Meer zu zeichnen. Aber Tag für Tag ist sie gezwungen, langweilige Wörter, Zahlen und geometrische Figuren auf die Tafel zu malen. Dabei wird sie im Unterschied zu den Kindern, die täglich wachsen, immer kleiner und kleiner. Allmählich verzweifelt die Kreide und verliert die Hoffnung, irgendwann die Sonne und das Meer zeichnen zu dürfen. Bald wird sie so klein, dass sie in der Schulklasse nicht mehr zu benutzen ist und weggeworfen wird. Plötzlich findet sich die Kreide in totaler Finsternis wieder und denkt, sie sei gestorben. Die vermeintliche Todesfinsternis erweist sich jedoch als die Hosentasche eines Jungen. Die Kinderhand holt die Kreide ans Tageslicht und beginnt mit ihr, auf dem Asphalt Schlösser, Gärten mit Pavillons und das Meer mit der Sonne zu malen. Die Kreide ist derart glücklich, dass sie gar nicht merkt, wie sie sich beim Zeichnen dieser schönen Welt auflöst." (Quelle: theaterdo.de)
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Gubaidulinas Musik klingt "unschwierig", und es bereitet nicht nur daher Freude, ihrem Leichtsinn zuzuhören.
Was für kleine und für große Leute!
Danke auch dafür, das (von mir völlig ungekannte) musikalische Kleinod in dieser derart unbeschwerten Weise vorgestellt bekommen zu haben.
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Die Dortmunder Philharmoniker spielten unter Leitung ihres Chefdirigenten Gabriel Feltz das Märchen-Poem von Sofia Gubaidulina. | Screenshot des Streams auf theaterdo.de v. 09.03.2021
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Andre Sokolowski - 10. März 2021 ID 12802
Arthouse-Stream der DORTMUNDER PHILHARMONIKER (Konzerthaus Dortmund, 09.03.2021)
Sofia Gubaidulina: Märchen-Poem (1971)
Illustration: Simon Höfer
Motion Design: Laurin Bürmann
Kamera: Valeria Lampadova und Michael Baker
Schnitt: Valeria Lampadova
Ton: Studio K | Paul Galke und Manuel Sperber
Dortmunder Philharmoniker
Dirigent: Gabriel Feltz
Stream auf theaterdo.de v. 09.03.2021
Weitere Infos siehe auch: https://www.theaterdo.de/digital
http://www.andre-sokolowski.de
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