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Konzertbericht

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Keyboarder und Sänger Gus Unger-Hamilton im Kölner Palladium | Foto © Ansgar Skoda

Bewertung:    



Die solide Vorband Kytes heizten den etwa 4.000 Besuchern ab 20 Uhr im Kölner Palladium gut ein. Das Indie-Rock-Quartett aus München spielt gefällige selbstgeschriebene Songs wie „Go out“ oder „Inner Cinema“.

Ab 21 Uhr steht auf der erhöhten Bühne das lang ersehnte Trio alt-J symmetrisch nebeneinander. Die Mittdreißiger Augustus Unger-Hamilton (an den Keyboards), Joe Newman (an der Gitarre und am Mikrofon) und Thom Green (am Schlagzeug) haben etwa zwei Meter großen Abstand zueinander. Eine von der Bühne hängende Vielzahl von Glühbirnen sorgt für stimmungsvolle wechselnde Beleuchtung. Die Indie-Band aus Leeds kann auf eine etwa fünfzehnjährige Karriere zurückblicken. Als Opener spielen alt-J das sphärisch prägnante „Bane“ aus ihrem 2022 erschienen vierten Album The Dream. „Bane“ beginnt mit Backgroundchoreinsätzen, die bald sanft flüsternden Sprechgesang Joe Newmans rhythmisch strukturieren. Newman moduliert seine Stimme zwischen melancholisch nasal und lauter werdend erstarkend. Selbstironisch beichtet der Sänger hier, er sei ein Konsum- und Kapitalismusopfer, denn er habe seine Seele an Fizzy cola verkauft.

Die Musiker wirken konzentriert. Das Trio lässt die Musik für sich sprechen. Nur Keyboarder Gus Unger-Hamilton verliert hin und wieder ein paar wärmende Worte gen Publikum, etwa „Our debut has 10th anniversary“ oder „Danke, Köln“. Er setzt auch nuanciert als Backgroundsänger Akzente, wenn er in harmonischen Wechselgesang mit Joe Newmans Vocals tritt. Der dunkle und mal hellere, mitunter verschmitzt gehauchte Wechselgesang von Frontmann Newman und Unger-Hamilton lässt die dicht arrangierten Instrumentierungen harmonisch nachbeben und pulsieren.

Alt-J spielen ihre melancholischen, dicht und einfallsreich komponierten Songs im dynamischen Tempo nacheinander weg. Sie geben auch mindestens sieben Songs aus ihrem experimentelle Debüt An Awesome Wave wieder, für das sie 2012 überraschend den renommierten englischen Mercury-Preis erhielten. Bei den Hits „Tesselate“ und „Matilda“ singen viele Konzertbesucher die Refrains mit.

Die drei Kunststudenten, die 2007 alt-J gründeten, benannten ihre Formation nach dem Mac-Kurzbefehl für [Delta]. Das sogenannte Deltazeichen ist ein Symbol für die Differenz in mathematischen Gleichungen. Ihre Songs bestechen durch flirrende Details in dahingroovenden Klangcollagen. Songs wie die zur Aufführung gebrachten intimen Soundscapes „U&me“ oder „Something good“ sind kunstfertige arrangierte Träumereien voller Verzierungen, Loops und Tempo-Wechsel. Samples betten Spoken Words-Fetzen ein. In den perkussiv treibenden Songs aus dem aktuellen Album, „Chicago“ und „Philadelphia“, die ebenfalls zur Aufführung gebracht werden, verarbeitet das Trio einen erlebnisreichen Amerikatrip.

Als Zugabe spiele alt-J noch „Left Hand Free“ aus dem 2014er-Album This is all yours. Auch die Hymne „Hard Drive Gold" aus The Dream kommt beim Publikum gut an. Der Refrain steigert sich in einander überlagernden Klangwellen. Als letzten Song spielen alt-J ihren wohl größten Hit „Breezeblocks“. Ein Lichtermeer aus erhobenen Smartphones versucht diesen Moment festhalten. Nachdem sich die drei Briten vor dem Publikum verneigen, geht der stimmungsvolle, atmosphärische Konzertabend seinem Ende entgegen.



Schlagzeuger Thom Green im Kölner Palladium | Foto © Ansgar Skoda

Ansgar Skoda - 26. November 2022
ID 13931
Weitere Infos siehe auch: https://www.altjband.com/


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