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Parcours

mit Parallele

DIE EINEN, DIE ANDEREN von Toula Limnaios


Die Einen, die Anderen | Foto (C) Dieter Hartwig

Bewertung:    



2012 und 2016 kurzschlossen wir bereits nach Sichtungen von Anderland und Short Stories, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die (seit 1997 in Berlin ansässige) Company cie. toula limnaios zu den absoluten Top-Ensembles in der bundesrepublikanischen resp. europäischen Tanzhauptstadt zählt - ihre materiell-technische Basis hat sie in der Halle Tanzbühne Berlin. Interessant zu wissen auch:


"cie. toula limnaios ist kein temporär, projektbezogen arbeitendes Ensemble, sondern folgt der immanenten Notwendigkeit, mit festangestellten Mitarbeitern, langfristig geplanten Produktionen, über das ganze Jahr zu regelmäßigen Arbeitszeiten und mit einer eigenen Bühne mit ganzjährigen Spielplänen zu produzieren, was Bedingung für ihre künstlerischen Erfolge und ihren Fortbestand ist. Ihre formale Entwicklung ist von zwei Neuproduktionen pro Jahr gekennzeichnet, die sich seit 2006 durch eine Gegenüberstellung einer polyphonen Gruppenproduktion und eines intimen Kammerstückes bzw. einer experimentellen Arbeit, mit der neue Wege beschritten werden, auszeichnet. Neben Sasha Waltz ist sie die einzige Berliner Kompagnie, der es Dank der Festanstellung ihrer Tänzer möglich ist, regelmäßige Wiederaufnahmen ihrer Arbeiten zu präsentieren."

(Quelle: Wikipedia)

*

Jetzt kam es zur Wiederaufnahme von Die Einen, die Anderen - einer rasanten wie auch inbrünstigen Aneinanderreihung ein und derselben unendlichen (zwischen-menschlichen) Geschichte(n) - im ersten Teil mit Toula Limnaios' Truppe und im zweiten Teil, und von dem Stückplot her identisch, mit der bei ihr [explizit für dieses Stück] gastiert habenden cia. gira dança.

Auf einer Großleinwand im Hintergrund läuft Giacomo Corvaias vielversprechendes Video zum getanzten Zweier-Akt; so eine Art sich ankündigende Vermählung zwischen körperlich "behinderten" und "unbehinderten" Tänzerinnen und Tänzern...

Es gibt Überlagerungen, Ineinanderfließungen; die Sinne der das Alles Anschauenden funktionieren, je nach autooptischem Gutdünken, fokussiert auf Dieses und/oder auf Jenes: In markantester Erinnerung [beim Schreiber dieser Zeilen] beispielsweise jene Szene, wo sich auf schier Unaufhörliches die TänzerInnengruppe der aus ihr stammenden barbrüstigen Einzel-Tänzerin mit schützend sie bedeckenden Handpaaren vor dem "unerlaubten" Blick der anwesenden Anderen bemächtigt...

Und Humor gibt es: Man geht auf selbstironische Distanz zum Selfie-Wahn im blödigkeitsaffinen Smartphone-Zeitalter... Oder man bildet einen Körperknäuel, um aus ihm heraus kräftigste Lachsalven zu starten; herrlich!!

Überbordende Performance.

Die Leute tobten vor Begeisterung!!!!!




cie. toula limnaios & cia. gira dança: Die Einen, die Anderen | Foto (C) Dieter Hartwig

Andre Sokolowski - 23. Oktober 2018
ID 10982
DIE EINEN, DIE ANDEREN (Halle Tanzbühne Berlin, 21.10.2018)
Konzept und Choreografie: Toula Limnaios
Tanz/Kreation cie. toula limnaios: Daniel Afonso, Leonardo D'Aquino, Alba de Miguel, Priscilla Fiuza, Alessio Scandale, Hironori Sugata und Karolina Wyrwal
Tanz/Kreation cia. gira dança: Marconi Araújo, Alvaro Dantas, Thaise Galvão, Iego José , Wilson Macário, Jania Santos und Joselma Soares
Musik: Ralf R. Ollertz
Video: Giacomo Corvaia
Lichtdesign: Felix Grimm
Raum/Kostüme: Antonia und Toula Limnaios
Uraufführung war am 2. Juni 2017.
Eine Produktion der cie. toula limnaios in Kooperation mit der cia. gira dança - gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa


Weitere Infos siehe auch: https://toula.de/


http://www.andre-sokolowski.de

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