Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 6

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Themen


Ein Jahrhundert Kultur bei Bayer

Engagement mit Tradition

Die Kulturförderung der Bayer AG wird 100 Jahre alt


Leverkusen, Juni 2007 – Was haben Hildegard Knef, Alfred Brendel, Otto Sander und Juliette Gréco gemeinsam? Sie und zahlreiche weitere berühmte Künstler sind in Leverkusen aufgetreten. Ermöglicht hat dies die Kulturabteilung von Bayer. Seit ihrer Gründung im Jahr 1907 fühlt sie sich nicht nur der künstlerischen Bildung der Mitarbeiter und Bürger verpflichtet – mit ihrem außergewöhnlichen Engagement gestaltet sie außerdem die Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens mit.

„Kulturarbeit ist Bildungsarbeit“. Mit diesem Credo begann Hugo Caspari 1907 seine Arbeit als erster Leiter der Bayer Kulturabteilung. Ernannt wurde er vom späteren Generaldirektor Carl Duisberg, der mit sozialen, sportlichen und kulturellen Einrichtungen die Lebensqualität der Mitarbeiter in der entstehenden Stadt Leverkusen verbessern wollte. Damit hatten die Gründerväter das Fundament gelegt: Das Kultur-Engagement bei Bayer folgt der Philosophie Casparis bis heute. Nur wenige Unternehmen können auf eine so lange Tradition eigenständiger Kulturförderung zurückblicken. „Unsere Arbeit hat immer etwas mit sozialer Verantwortung und gesellschaftlichem Miteinander zu tun. In diesem Sinne ist jeder Künstler und jeder Kulturschaffende ein kultureller Sozialarbeiter“, erklärt der heutige Leiter der Kulturabteilung, Nikolas Kerkenrath.
Kontinuierlich hochklassige Angebote
Wie Kerkenrath bis heute an Casparis Idee anknüpft, so ist auch die Entwicklung der Bayer Kulturabteilung eine Geschichte der Kontinuität. Nur fünf Leiter haben die vergangenen Jahrzehnte geprägt. Stets haben sie zwar ihre Kulturarbeit nach der jeweiligen Zeit und ihrem gesellschaftlichen Verständnis ausgerichtet. Sie sind dabei jedoch dem Gründungscredo treu geblieben: Kulturelle Angebote für Jedermann offerierten sie als soziales Engagement des Unternehmens.

Das Programm in den vier Sparten Theater, Musik, Tanz und Bildende Kunst verstanden sie alle stets als Einladung: Kulturell hochklassige Veranstaltungen sollten Mitarbeitern, Bürgern und Interessierten Impulse für die eigene persönliche Entwicklung geben. Gemäß diesem Credo hat sich ein Profil entwickelt, das gewachsener Bestandteil der heutigen Unternehmensidentität bei Bayer ist – aber auch der Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen. Die Hauptspielstätte der Bayer Kulturabteilung ist bis heute das unternehmenseigene Erholungshaus in Leverkusen, das 1908 eröffnet wurde. Das Haus ist dabei nicht nur Arena für die Gastspiele namhafter Bühnen. Es dient gleichzeitig als Probenraum und Podium für die Werks-Ensembles musisch aktiver Bayer-Mitarbeiter: Bayer unterstützt derzeit 17 dieser Vereine, die ihren künstlerischen Interessen an den Standorten Leverkusen, Wuppertal, Dormagen und Krefeld nachgehen. Viele gründeten sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts – mit ihrer langen Tradition prägen sie bis heute das Wir-Gefühl bei Bayer.

Ein Versprechen für die Zukunft
Diese spezielle Unternehmenskultur reflektiert auch der Jubiläumsspielplan, der die Geschichte des Bayer Kultur-Engagements in 100 Jahren spiegelt. Die Veranstaltungen eröffnen darüber hinaus eine weitere Perspektive: Die Kulturabteilung kooperiert bereits seit Jahren mit Bayer-Standorten in Deutschland, Europa und der Welt und bietet Veranstaltungen auch international an. „Dies bereichert nicht nur das Kulturleben, sondern auch die gesellschaftliche Ausstrahlung von Bayer im Ausland – und rückt die Bayer-Familie weiter zusammen“, so Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die intensive Beschäftigung mit Kultur – sei es als aktiver Teilnehmer, Zuhörer oder Zuschauer – Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung fördert. Kompetenzen, die für den nachhaltigen Erfolg von Bayer und seinen Mitarbeitern entscheidend sind.
Ereignisse zum Auftakt der 100. Spielzeit
  • Kinderbilder aus aller Welt
    Eröffnung der Internationalen Jugend-Umweltkonferenz zum Thema „Technik im Dienst des Umweltschutzes“ am 27. August 2007, Erholungshaus Leverkusen

    Die Jugend-Umweltkonferenz ist Teil einer Partnerschaft zwischen Bayer und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP. Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, Achim Steiner, Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel werden die Konferenz eröffnen.

    Jährlich schreiben Bayer und UNEP in diesem Zusammenhang einen weltweiten Kinder-Malwettbewerb aus. Das Thema ist in diesem Jahr der Klimawandel. Eine Auswahl der besten Bilder zeigt Bayer am 27. August und zur Eröffnung der Spielzeit am 1. und 9. September in den Foyers des Erholungshauses. Im Verlauf der Saison werden sie im BayKomm und an anderen Bayer-Standorten ausgestellt.

  • Vorkonzert: Kölner Kammerorchester / Helmut Müller-Brühl
    31. August 2007, 19 Uhr, Erholungshaus Leverkusen

    Bereits 1925 gab das Kölner Kammerorchester unter der Leitung von Hermann Abendroth sein erstes Konzert in Leverkusen. Kein anderes Orchester hat eine so lange und intensive Beziehung zum Haus Bayer. Der WDR wird das Vorkonzert ebenso wie das Festkonzert des Kammerorchesters aufzeichnen und zu einem späteren Zeitpunkt ausstrahlen.


  • Festliche Eröffnung der Jubiläumsspielzeit
    1. September 2007, 18 Uhr, Erholungshaus Leverkusen

    In Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler eröffnen Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, und Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, die Jubiläumsspielzeit der Bayer Kulturabteilung. Das Kölner Kammerorchester/Helmut Müller-Brühl interpretieren Werke von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart. Solistin ist die französische Pianistin Claire-Marie Le Guay.

  • Jahrestagung des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V.
    5. bis 7. Oktober 2007 bei Bayer

    Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. ist eine bedeutende Institution für den Dialog zwischen Kultur und Wirtschaft in Deutschland. Bayer war 1951 Gründungsmitglied des Kulturkreises – der 100. Geburtstag der Kulturabteilung des Unternehmens ist Anlass, die Jahrestagung in Leverkusen zu veranstalten. Während der Tagung vergibt der Kulturkreis Förderpreise für junge Künstler in den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Musik und Literatur. Die Veranstaltungen mit den Preisträgern sind öffentlich.
Weitere Informationen: www.kultur.bayer.de
Bayer: Science For A Better Life – Gesellschaftliches Engagement
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Im Jahr 2006 erzielte der Konzern einen Jahresumsatz von rund 29 Milliarden Euro. Als bedeutender wirtschaftlicher Akteur mit etwa 106.000 Beschäftigten fühlt sich Bayer seinen Standorten verpflichtet. Der Konzern bekennt sich zur Rolle eines nachhaltig handelnden sowie sozial und ethisch verantwortlichen Corporate Citizen: Ökonomie, Ökologie und soziales Engagement haben bei allen unseren Aktivitäten den gleichen, hohen Stellenwert. 2006 investierte Bayer 2,3 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Jährlich stellt der Konzern weltweit etwa 50 Millionen Euro für 300 Förderprojekte aus Bildung und Forschung, Umwelt, Gesundheit und Soziales sowie Sport und Kultur zur Verfügung. Das Credo „Bayer: Science For A Better Life“ drückt den Unternehmensanspruch aus, der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Weitere Informationen sowie der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht der Bayer AG sind im Internet unter www.kultur.bayer.de zu finden.


Leverkusen, 11. Juni 2007
ID 00000003371
„Kultur muss süchtig machen“

Interview mit Nikolas Kerkenrath, Leiter der Bayer Kulturabteilung

Leverkusen – Im Cordjackett, ohne Krawatte – so präsentiert sich Nikolas Kerkenrath am liebsten. Schließlich sei er kein Manager, sondern Kulturmacher. Leitmotiv seiner Arbeit: die Werte der Bayer Kulturabteilung immer wieder neu zu definieren.

Vor 21 Jahren lockte Bayer Sie aus der französischen Schweiz nach Leverkusen. Wie ist dem Unternehmen das gelungen?
„Ich wollte eigentlich nicht mehr nach Deutschland zurück. Aber die Möglichkeiten bei Bayer waren grandios. Eine Bedingung hatte ich allerdings: Ich wollte die Kulturarbeit über Leverkusen hinaus ausweiten und bei den Spielplänen bestimmte Themenschwerpunkte setzen. Bayer hat mir das ermöglicht.“

Wäre Leverkusen allein zu klein, zu provinziell?
„Das ist es nicht. Ich habe immer in der sogenannten Provinz gelebt, weil ich Großstädte nicht mag. Es ging mir darum, mit Bayer-Standorten im In- und Ausland zu kooperieren und somit die Kulturarbeit in der Region, in Deutschland, aber auch international bekannter zu machen. Damit die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit dort wahrnehmen, dass Wirtschaftsräume für Bayer auch Kulturräume sind.“

Gibt es ein Projekt, das besonders gut ankam?
„Es gibt so viele! Eine unserer größten Erfolgsgeschichten war die Französische Spielzeit von 1989. Anlass war die 200-Jahr-Feier der Revolution. Wir haben

ausschließlich Französisches aufs Programm gesetzt – Musik, Tanz, Theater und Kunst. Damit haben wir Frankreich als Bayer- und Kulturland hier ins Gespräch gebracht. Und gleichzeitig wurden wir bei unseren Nachbarn bekannt. Sogar das französische Kulturministerium zeigte sich beeindruckt.“

Wovon genau?
„Zum einen von der Wertschätzung für Frankreich, die Bayer damit zum Ausdruck gebracht hat. Zum anderen davon, dass Kultur ein so wichtiger Bestandteil unternehmerischer Verantwortung ist. Bayer gehörte zu den ersten Unternehmen, die sich Bildung und Kultur auf die Fahnen geschrieben haben. Dieses ursprüngliche Modell ist über ein Jahrhundert, über zwei Kriege und viele Krisen hinweg intakt geblieben.“

Gilt das Motto der Anfangszeit noch: Kulturarbeit ist Bildungsarbeit?
„Das ist das Leitbild der Bayer-Kultur – und mein persönliches. Mir und uns geht es um Substanz, um Kultur mit einer sozialen, menschlichen Komponente.“

Was bedeutet das konkret?
„Zunächst haben wir ein kulturelles Credo, kein Marketing-Credo. Das Künstlerische muss Priorität haben vor dem Kommerz. Wir müssen Kultur immer wieder durchdenken, um sie in die Gesellschaft einzubringen.“

Sehen Sie eine gesellschaftliche Verantwortung der Kulturschaffenden?
„Ja, unbedingt. Kulturmacher müssen Werte bewahren, die zu verfallen drohen. Kommerzielle Einflüsse führen dazu, dass banale und brutale Inhalte in Medien und Kultur immer mehr Raum einnehmen. Als Kulturmacher dürfen wir uns nicht anbiedern, sondern müssen an traditionellen und humanistischen Werten festhalten.“

Das könnten insbesondere junge Menschen ziemlich angestaubt finden …
„Ich glaube nicht, dass unser Konzept angestaubt ist, ich möchte es eher „alternativ“ nennen – als Alternative zu Vielem von heute, was die Gesellschaft durcheinander bringt. Klassik ist für uns eine Qualitätskategorie.“


Wie überzeugen Sie das Publikum von morgen von dieser Qualität?
„Kultur muss junge Menschen auf positive Art süchtig machen. Dafür suchen wir den Dialog mit städtischen Bildungsträgern, beispielsweise mit Schulen. Auf deren vielfachen Wunsch hin setzen wir vor allem Klassiker wie Goethe, Sartre oder Brecht aufs Programm. Das unterstützt den Deutsch- oder Geschichtsunterricht und führt das junge Publikum zurück zu den Wurzeln. Klassiker werden heute besser angenommen als aktuelles, sozialkritisches Theater, wie wir es vor Jahren angeboten haben. Darüber hinaus sprechen wir die ganz junge Zielgruppe an: Kinderkonzerte und -theater sind feste Größen in unserem Spielplan. Sie müssen einmal so ein Konzert erleben. Die Kinder sind begeistert, die Eltern auch, wollen auf die Bühne, die Instrumente sehen, mitmachen.“

Diese 100. Spielzeit ist die letzte, die Sie als Leiter der Kulturabteilung begleiten: Welche Wünsche haben Sie für die Zeit danach?
„Ich wünsche mir, dass die Bayer Kulturabteilung weiterhin Werte pflegt und dem Trend zur „Eventisierung“ widersteht. Außerdem: Jetzt, wo Bayer einen Standort in Berlin hat, sollte sich das Unternehmen dort ebenfalls engagieren. Es ist ein Glücksfall, dass sich dieser Bayer-Standort in einer kulturellen Metropole befindet. Diese Komponente hat bisher gefehlt.“

Sie haben in zwei Jahrzehnten vieles bewegt. Sind Sie stolz darauf?
„Nein, nicht stolz – ich bin glücklich. Glücklich über den Jubiläumsspielplan, aber auch darüber, dass ich in 20 Jahren sehr frei arbeiten konnte. Dass fast alle meine Ideen kulturell und unternehmensbezogen funktioniert haben und dass wir damit aus einer Art Enklave Leverkusen Brücken in die Welt geschlagen haben, die uns viel Sympathie eingebracht haben. Unsere Arbeit hat viele Türen geöffnet: etwa bei Bayer in Frankreich, Russland, Polen, Österreich, in Asien, Lateinamerika oder den USA. Das hat uns weitergebracht, hieran können wir anknüpfen.“



Biografie Nikolas Kerkenrath
Nikolas Kerkenrath wurde 1940 in Schwerin geboren. 1964 und 1965 erhielt er wichtige Impulse und Orientierungen bei Rolf Liebermann an der Hamburgischen Staatsoper und bei Arno Wüstenhöfer an den Wuppertaler Bühnen. Auf Empfehlung Liebermanns begann er seine Laufbahn am Stadttheater Luzern. Von 1968 bis 1981 inszenierte er dort und an Theatern in Baden, Aarau, Bern, Lausanne und Genf. Danach arbeitete er als Kulturjournalist für Schweizer Zeitungen und die Fachzeitschrift Opernwelt sowie für das „Kulturprozent“ der Migros. 1984 gründete er das Festival Théâtres d’Eté in Nyon, das er bis zu seinem Wechsel zu Bayer im Jahr 1986 leitete.

In Leverkusen setzte Kerkenrath auf ein Konzept, das für Bayer neu war: Er richtete den Spielplan thematisch aus, bezog die anderen Standorte in Nordrhein-Westfalen dabei ein und kooperierte mit vielen Bayer-Niederlassungen im Ausland. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war von Beginn an die Beziehung zu Frankreich. Kerkenrath machte französische Künstler hierzulande bekannt und die Bayer-Kulturabteilung zum ständigen Partner von Bayer France. Seit 2000 ist Nikolas Kerkenrath Mitglied im Deutsch-Französischen Kulturrat. Für seine Verdienste um den interkulturellen Dialog wurde er mit den französischen Orden „Chevalier de l’Ordre National du Mérite“ und „Officier de l’Ordre National du Mérite“ ausgezeichnet.


Spielplan 2007: http://www.kultur.bayer.de/de/spielplan.aspx


Weitere Infos siehe auch: http://www.kultur.bayer.de





  Anzeigen:











THEATER Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

ARCHIV
Bühne

CASTORFOPERN

FREIE SZENE

INTERVIEWS

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski

URAUFFÜHRUNGEN


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal



Home     Impressum     Autorenverzeichnis     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2017 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de