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nachDRUCK # 6

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Rosinenpicken (301)

Sinnlos verteufelter Giovanni

Ballett von Giorgio Madia uraufgeführt


Don Juan mit dem Staatsballett Berlin - Foto (C) Yan Revazov

Bewertung:    



Von Giorgio Madia hatten wir die letzten Jahre das Vergnügen, dessen für das Staatsballett Berlin kreierte Stücke Alice's Wonderland (2007) und Oz - The Wonderful Wizard (2011) zu erleben. Nunmehr setzte er sich ehrgeizig mit der Thematik Don Juan (Choreografie und Inszenierung) auseinander, um ihr, rein librettomäßig ziemlich fehlgeleitet, auf den Leim zu gehen, denn: Wieso bringt er das ungestüme und in seinem Grundansatz sympathisch-freiheitliche Ideal des zugegebner Maßen ziemlich sexbesess'nen Don Juan mit einer wie auch immer "teuflisch" (miss-)verstandenen Idee in eine Parallele? Eigentlich, wenn man es philosophisch messen würde, dürfte der Giovanni als ein Gegenentwurf zu dem Faust betrachtet werden können; der Gelehrte braucht die "Hilfe" Mephistopheles', um sich total verjüngt und so erkräftigt seinen Geisteslehren und -entwürfen bis zum bittren Lebensende hinzugeben - währenddes das fesche Mannsbild, zum Vergleich, von keinem Überirdischen geschweige einem sog. Diavolo "Hilfe" in irgendeiner Art und Weise bräuchte; der Giovanni lebt aus einer körperlichen Vollpotenz heraus (s)ein (Geistes-)Leben bis er's halt dann nicht mehr kann und/oder nicht mehr darf...

Freilich sehen wir - trotz dieses grundsätzlichen Einwandes - Michael Banzhaf außerordentlich genüsslich-gern bei seiner dargestellten Teufels-Arbeit zu. Er muss also in dieser merkwürdigen Sicht der Dinge den Giovanni (Leonard Jakovina) begleiten und verführen; und wir werden wahrlich überhaupt nicht aus dem Ganzen schlau - auch fragen wir uns plötzlich: Hat gelebtes oder ausgelebtes oder unsertwegen auch "leicht übertrieb'nes" Sexualleben gar irgend etwas mit dem bösen Teufel oder so zu tun? Die Ausschweifung an sich geht oftmals schon in irgendwelche Irrwege oder endet womöglich gar in Kriminalität - doch teuflich-böse ist die Angelegenheit daher noch lange, lange, lange nicht... Es ist und bleibt allein nur eine Frage der Beherrschung resp. der Beherrschungsfähigkeit. (Aber es kann auch sein, dass Madia einen katholisch-geprägten Backround mit sich trägt, der dieses krampfartige Gleichnis Sex und Teuflisch-Böse "in sich" birgt.)

Wie dem auch sei - getanzt wurde, wie schon erwähnt, sehr gut! Zum Publikumsliebling erkoren war Vladislav Marinov (als Leporello-Zanni). Aber auch Elena Pris (als Donna Anna), Dominic Hodal (als Don Ottavio), Oliver Wulff (als Komtur-Commandeur), Nadja Saidakova (als Donna Elvira), Iana Salenko (als Zerlina-Elisa) und Marian Walter (als Matteo-Carino) gefielen herzhaftig; "hinzugedichtet" wurde eine Donna Isabella, die von Ilenia Montagnoli gegeben wurde.

Die Bühne von Cordelia Matthes bot verblüffend starke Spiegel-Überraschungen.

Kostümdesigner Bruno Schwengl steigerte sich dann von Mal zu Mal mit lauter Tand und Flitter - ganz zuletzt (im letzten Bild) sah es dann bloß noch wie bei Friedrichstadtpalasten's aus; nun gut.

The Best of Gluck wurde vom Band gespielt.

Des Teufels Geigerin war Lidia Baich; am Cembalo begleitet von Alina Pronina.




Don Juan mit dem Staatsballett Berlin - Foto (C) Yan Revazov



Andre Sokolowski - 25. Juni 2014
ID 7920
DON JUAN (Komische Oper Berlin, 24.06.2014)
Choreographie und Inszenierung: Giorgio Madia
Bühne: Cordelia Matthes
Kostüme: Bruno Schwengl
Solo-Violine: Lidia Baich
Es tanzen Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Uraufführung war am 21. Juni 2014
Weitere Termine: 26., 30. 6. / 2., 6. 7. 2014
Eine Aufführung des Staatsballett Berlin


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatsballett-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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