Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 6

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Neue Stücke

Allein unter

Brüdern

A WALK ON THE DARK SIDE von und mit Yael Ronen und Ensemble


(C) Esra Rotthoff

Bewertung:    



Ob nun Kain und Abel, die ältesten Söhne von Adam und Eva, oder Jakob und Esau, die Söhne von Isaak und Rebekka und somit die Enkel Abrahams - schon das Alte Testament thematisiert die Folgenschwere von Rivalitäten, Neid und Eifersucht unter Brüdern. Eine dunkle Seite des Menschen tritt zutage, wenn junge Männer miteinander rivalisieren, jedoch lange warten, bevor sie die Chance wittern, einem Nebenbuhler eins auszuwischen und sich selbst so besser zu stellen. Jeder Mensch hat eine dunkle Seite. Doch wer kennt die eigenen Unsicherheiten, Schwierigkeiten und Zwangsgedanken besser als der eigene Bruder. Die österreichisch-israelische Theaterregisseurin und Autorin Yael Ronen hat nun gemeinsam mit ihrem Ensemble am Berliner Maxim Gorki Theater eine unterhaltsame Geschichte entwickelt, in der sich drei (Halb-)Brüder aneinander reiben und man nie genau weiß, wie sie denn nun wirklich zueinander stehen.

Die Brüder Immanuel und Mathias sind Astrophysiker mit unterschiedlichen Temperamenten. Während Mathias eine Vielzahl interessierter Bürger vital mit lebendigen Youtube-Erklärvideos begeistern kann und in der Wissenschaftskommunikation ein einträgliches Zuhause gefunden zu haben glaubt, arbeitet sein älterer Bruder Immanuel eher zurückgezogen und ernsthaft vertieft in der Forschung selbst. Beide schätzen die Fähigkeiten des jeweils anderen und unterstützen sich gegenseitig, nicht ohne daraus auch selbst einen gewichtigen Nutzen zu ziehen. Als Immanuel ein bedeutender Preis zugesprochen wird, laden seine Frau Mania und er Mathias zu einer Landpartie ein. Was beide nicht wissen, Mathias bringt seine Freundin Magda mit, die gerade nach einem Selbstmordversuch aus der Klinik entlassen wurde. Außerdem taucht zu allem Überfluss auch noch ein verschollen geglaubter Halbbruder, David aus Israel, wieder auf. David nimmt die Gelegenheit wahr, seine Halbgeschwister mit Details der gemeinsamen Vergangenheit zu konfrontieren. Am Swimming-Pool findet der gutaussehende David während des Einreibens mit Sonnencreme außerdem ein offenes Ohr beim sogenannten schönen Geschlecht. Er weiß es, Zwietracht zu säen, indem er die Lebenspartnerinnen seiner Halbbrüder mit seinem Wissen um deren illustre Verfehlungen und Geheimnisse vertraut macht.

Yael Ronen inszeniert ihre höchst unterhaltsame Geschichte, in der innerfamiliäre Unstimmigkeiten zelebriert werden, mit einer Lust an überzeichneten Figuren. Das Bühnenbild unterstreicht dabei mit schlichten Elementen, dass die vielfach erhitzten Gemüter vom rechten Wege abzukommen drohen. So zeigen etwa eingangs Videoprojektionen im Bühnenhintergrund eine Nachtfahrt auf einer Landstraße, während sich Mathias und Marta beziehungsweise Immanuel und Mania sitzend und dem Publikum zugewandt auf der fiktiven Autofahrt zu den Feierlichkeiten aufschlussreiche Schlagabtäusche liefern. Slapstick-Charakter gewinnt die etwas trivial-boulevardesk zugespitzte Geschichte, wenn Mathias und Immanuel minutenlang auf der Bühne miteinander mit einem fiktiven Ball Tennis spielen und sich dabei allzu wild verrenken und laut aufstöhnen. Die aufeinanderfolgenden Pointen werden leider insbesondere gegen Ende etwas zu sehr auf die Spitze getrieben. Aus dem starken Ensemble sticht insbesondere das neue Ensemblemitglied Jonas Dassler in der Rolle des Mathias hervor - er überzeugte bereits mit seiner mimisch und gestisch ausdrucksstarken Spielfreude in der Titelrolle in Dantons Tod an der Schaubühne.

Ansgar Skoda - 12. Mai 2018
ID 10695
A WALK ON THE DARK SIDE (Maxim Gorki Theater, 01.05.2018)
Regie: Yael Ronen
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Nils Ostendorf
Video: Benjamin Krieg und Phillip Hohenwarter (Mitarbeit)
Licht: Hans Fründt
Dramaturgie: Irina Szodruch
Mit: Jonas Dassler, Lea Draeger, Orit Nahmias, Dimitrij Schaad und Jeff Wilbusch
Uraufführung war am 14. April 2018.
Weitere Termine: 14.05. / 05., 20., 22.06.2018


Weitere Infos siehe auch: http://gorki.de


Post an Ansgar Skoda

skoda-webservice.de

Neue Stücke

Premierenkritiken



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:









THEATER Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

AUTORENTHEATERTAGE

CASTORFOPERN

FREIE SZENE

INTERVIEWS

PREMIERENKRITIKEN

PERFORMANCE | TANZ

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski

TANZ IM AUGUST

THEATERTREFFEN

URAUFFÜHRUNGEN


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal



Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2018 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de