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Stücklesung

16. Mai 2014 - BROTFABRIKbühne

PRINZIP HOFFNUNG

Ines Eck / Torsten Kulick


Sektionszettel für Prinzip Hoffnung von Ines Eck/Torsten Kulick zum THEATERTEXTTAG in der Berliner Brotfabrik



Von Gang zu Gang

Thomas Bürkholz ist der neue Präsident der Dramatiker Union e.V. und hat sich jetzt - in Kooperation mit Nils Förster von der Berliner BROTFABRIKbühne - zum hehren Ziel gesetzt, den von den Berliner Festspielen (Theatertreffen) schnöder Weise abgeschafften "Stückemarkt", im Ansatz jedenfalls, neu aufleben zu lassen; einen ersten größeren Versuch gab es dann gestern Abend, als es justament zu sechs diversen Stücklesungen (von Kerstin Hensel, Stefan Schenkl, Stephan Heinrich, Simone Kucher, Igor Kroitzsch) in drei diversen Räumen kam - auch Ines Eck & Torsten Kulick kriegten für 2 Stunden eine Bühne zugewiesen; wir entschlossen uns dann zum Besuch bei ihnen...

* * *

Das Prinzip Hoffnung gilt als philosophisches Hauptwerk von Ernst Bloch (1885-1977) und erschien Mitte der 1960er als Erstdruck in der DDR - seither hat es als geflügeltes Wort, nicht nur bei Intellektuellen, seine Runde gemacht.

Zur literarischen will sagen theatralischen Aufarbeitung des Ersten Weltkrieges im Allgemeinen wie Besonderen nutzte Karl Kraus (1874-1936) sein fünfaktiges Monsterstück Die letzten Tage der Menschheit - das sind Hunderte von Seiten, ja und dieses Stück scheint (scheint!) daher kaum aufführbar.

Wenn man nun Beides, also Bloch und Kraus, in zugegebner Maßen unlogisch erscheinende Kausalzusammenhänge stellt, hätte man ungefähr die "Mischung" und den Anspruch, was der deutschen Dichterin und Künstlerin (und Anna-Seghers-Preisträgerin) Ines Eck so vorgeschwebt haben könnte, als sie ihr ca. 150seitiges Stück Prinzip Hoffnung in den letzten Jahren schrieb, wo's dem Vernehmen nach (nicht nur) um "Bürgergeld statt Bürgerkrieg" geht, sondern freilich noch um viel, viel, viel, viel mehr...

Es ist, was bei der Masse Text kurios genannt sein könnte, eigentlich ein leises und ein mildes Kammerstück für zwei Personen (= Blond, die Frau und Janosch, deren Mann), und es ist ein sich mehr nach vorn als weniger zurück bewegendes oder begebendes Stationenstück. Die immer wiederkehrende örtliche Klammer ist die Arbeitsagentur, das Jobcenter. Die außer den zwei Hauptprotagonisten handelnden oder mithandelnden Personen kommen allerhöchstenfalls als Randfiguren und "Statisten" der Gesellschaft und (was wunderschön, bereits beim Selberlesen oder Zuhören, vorstellbar wird) ihrer persönlichen, gesellschaftlichen Träume oder Alpträume vor. Die Hauptfigur, gewiss ein Alter Ego von der Stückeschreiberin, war lange Zeit(en) während der erzählten Stückhandlung erkrankt und auch bzw. daher irgendwie "nicht ganz von dieser Welt"; das sind dann ausgerechnet die Momente oder Höhepunkte (in dem Stück), wo sich der Impetus gewählter Sprache und benutzter Sprachbilder auf eine innig-melancholische Luftbahn begibt, die ganz besonders und ganz intensiv vom Leser-Hörer aufzugreifen, aufzufangen wenigstens versucht wird, und obgleich es vielleicht nie bis ganz zuletzt erreicht sein würde. Doch am Ende bleibt es eine wundersame Reise, deren (End-)Ziel hoffentlich ein vollkommenes Offen ist...

Komponist Torsten Kulick schuf für die Performance - die aus ca. einem Fünftel des originalen Stücktextes bestand, den Ines Eck zuvor auf Band gesprochen hatte - einen flirrenden und irritierenden Backround, der sich in schönster Harmonie mit dem von der Autorin ruhig und "traurig" Aufgesprochenem befand. Zum Schluss der Lesung las sie dann noch ein paar Seiten live - bei anhaltend-akustischem Begleitwerk.


[Ines Eck ist eine Sprach-Magierin; erinnert sei in dem Zusammenhang an ihre 75 sog. Groschenreisen Und meine Tränen wurden rot, die man als eBook kaufen kann.]





Der Moderator Thomas Bürkholz, die Dichterin Ines Eck und der Komponist Torsten Kulick (v.l.n.r.) bei Prinzip Hoffnung im Theater der Berliner Brotfabrik - Foto (C) KULTURA-EXTRA



Bewertung:    



Andre Sokolowski - 17. Mai 2014
ID 7834
THEATERTEXTTAG (Brotfabrik Berlin, 16.05.2014)
Ines Eck | Torsten Kulick: Prinzip Hoffnung
Stephan Heinrich: Reaktor
Kerstin Hensel: Ich will das rote Sefchen küssen
Igor Kroitzsch: TÜBINGEN BLICK DREI, alptraum
Simone Kucher: er nicht du
Stefan Schenkl: Der Nachrichtensprecher


Weitere Infos siehe auch: http://www.brotfabrik-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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