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Ballett

Mit und ohne

Pirouetten



Mizuki Amemiya und Friedemann Vogel in Shut Eye | © Roman Novitzky/ Stuttgarter Ballett

Bewertung:    



Drei Stücke standen auf dem jüngsten Programm des Stuttgarter Balletts, eine Uraufführung und zwei Erstaufführungen von Importen aus Amsterdam und San Francisco, wo sie 2016 und 2008 uraufgeführt wurden. Den Bezug zu dem etwas verquält kalauernden Titel des Abends Augen/ Blicke stellt das aufwendige Programmheft her. Was man auf der Bühne sieht, lässt ihn, wie so oft, nicht erkennen.

Die beiden ersten Choreografien - Shut Eye von Sol León & Paul Lightfoot und Vermilion von Vittoria Girelli - haben gemeinsam, dass sie die Bewegungen des menschlichen Körpers nicht dem Schönheitsideal von organischer Eleganz und Anmut unterwerfen, sondern, damit einer die Künste umfassenden Tendenz der Moderne folgend, eher auf ruckartige Groteske setzen, auf Verkrümmung, auf Brüche statt auf fließende Übergänge. Bei León & Lightfoot gehen die großen, ausschweifenden Gesten und Verrenkungen vorwiegend von den Armen und aus der Hüfte heraus aus. Die Füße bleiben weitgehend am Boden haften. Die Solisten betreten die Bühne aus dem Orchestergraben oder durch eine rätselhafte Tür im halbdunklen Hintergrund, lösen sich voneinander und finden wieder zusammen. Das wirkt eher anarchisch als harmonisch, eher disparat als homogen.




Henrik Erikson, Martino Semenzato, Diana Ionescu und Rocio Aleman in Vermilion | © Carlos Quezada


Bei Vittoria Girelli wechseln sich Solisten und Paare zu einer Montage aus Originalkomposition und verfremdeter Klassik mit dem Corps de Ballet ab, das den bewährten Zauber von Parallelismus und technischer Perfektion auskostet.

Verglichen mit diesen beiden Stücken erscheint Within the Golden Hour von Christopher Wheeldon ziemlich konventionell. Es hat die Struktur einer Suite, ohne roten Faden. und erfreut, von schütterem Zwischenapplaus begleitet, eine Fraktion des stets klatschbereiten Stuttgarter Publikums mit den Sprüngen, Hebungen und Pirouetten, die sie zuvor vermisst hatte. Ausgiebig genutzt werden in allen drei Balletten die Effekte von Licht und Schatten. Die Namen ihrer Erfinder, die gemeinhin, pardon, „im Schatten“ stehen, seien hier einmal ausdrücklich genannt: Tom Bevoort, Tom Visser und Peter Mumford.




Whithin the Golden Hour mit dem Stuttgarter Ballett | © Carlos Quezada

Thomas Rothschild - 7. März 2026
ID 15743
AUGEN/ BLICKE (Stuttgarter Ballett, 07.03.2026)

Shut Eye
Choreografie, Bühne und Kostüme: Sol León und Paul Lightfoot
Musik: Olafur Arnalds und Bryce Dessner
Licht: Tom Bevoort
Konzept Film: Sol León
Kamera und Regie: Rahi Rezvani und Sol León
Schnitt: Dicky Schuttel und Sol León
UA am Nederlands Dans Theater: 29. April 2016
Stuttgarter Erstaufführung: 6. März 2026

Vermilion (UA)
Choreografie: Vittoria Girelli
Musik: Davidson Jaconello u.a.
Bühne und Licht: Tom Visser
Kostüme: Maria Girelli
UA war am 6. März 2026.

Within the Golden Hour
Choreografie: Christopher Wheeldon
Musik: Ezio Bosso und Antonio Vivaldi
Kostüme: Zac Posen
Licht: Peter Mumford
UA beim San Francisco Ballet: 22. April 2008


Stuttgarter Ballett
Staatsorchester Stuttgart
Dirigent: Wolfgang Heinz
Premiere im Opernhaus Stuttgart war am 6. März 2026.
Weitere Termine: 11., 15., 21., 24., 28.03./ 03., 07.04.2026

Weitere Infos siehe auch: https://www.stuttgarter-ballett.de


Post an Dr. Thomas Rothschild

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