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Kommentar


Schauspiel Frankfurt


Frankfurter Theater-Skandal - Schützenhilfe für den Störer


Schauspieler Thomas Lawinky 2004 auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses Hamburg (Copyright: picture-alliance / dpa / dpaweb)
Eine Staatsaktion ist losgetreten worden: Petra Roth, die CDU-Regierende der Goethestadt, hat sich höchstselbst zu einem künstlich zum Skandal emporgehievten "Vorfall", der sich letzte Woche in der Nebenspielstätte des Schauspiels Frankfurt zugetragen hätte, eingebracht. Sie forderte in einem Brief von Intendantin Schweeger die sofortige Entlassung eines sich in allem Öffentlichen voll bewusst entgleist habenden Schauspielers; es ist Thomas Lawinky.
Was war los?
Unter Regie Sebastian Hartmanns wurde Ionescos Stück DAS GROSSE MASSAKERSPIEL ODER TRIUMPH DES TODES (Uraufführung 1970 am Schauspiel Düsseldorf) in einer Premieren-Vorstellung gegeben.
Der für die F.A.Z. schreibende Starkritiker Gerhard Stadelmeier hat das Ganze nachbetrachtend so in seinem Blatt gesehen: "Ich wurde von einem Schauspieler körperlich genötigt, nach ungefähr zwanzig Minuten das Theater zu verlassen. Dabei rief er mir die schönen deutschen Sätze 'Hau ab, du Arsch! Verpiss dich! Beifall für den Kritiker!' höhnisch nach. Es kam dann tatsächlich tröpfelnder Beifall im Publikum auf. Wiewohl meine Kritikerkollegen sitzen blieben und nicht mit mir den Saal verließen, in dem man soeben auf eklatante Weise einem Kritiker die Freiheit genommen hatte, seinem Beruf nachzugehen." Stadelmeier - hiernach, und sehr wohl verständlich, scheinbar immer noch unter dem Schockeinfluss - beschreibt die Szene en detail, auch lässt er Stück um Stück, seines gebotnen Anlass' nicht verlustig werdend, keine gute Seite mehr am Schauspiel Frankfurt, und er meint hinfort: "Wer Kritiker attackiert und beleidigt und anpöbelt, attackiert und beleidigt, bepöbelt das Publikum."
Sehr irrtümlich.
Denn zwischen einem zahlenden Theaterpublikum und einem meist auf Freikarte die Vorstellung besuchenden Theaterkritiker ist schon, rein materiell gesehen, ein zwar kleiner, aber existenter Unterschied. Das Publikum in seiner "primitiven" Allgemeinheit reimt sich (hoffentlich für ewig und für immer) seinen eignen Vers auf das von ihm Gesehene, Gehörte; nein, es braucht mitnichten eine vorgefasste Meinung eines hergereisten Kritikers - obgleich es sich für diese, wenn es eine Zeitung kauft, womöglich intressiert. So einfach lässt es der Zusammenhang erklären oder richtig stellen.
Schauspieler Lawinky ist entlassen worden. Das ist der Skandal!!


Andre Sokolowski - red. / 19. Februar 2006
ID 00000002262

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