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MARAT/SADE

von Peter Weiss


Bernardo Arias Porras (in der Badewanne) als MARAT im Peter-Weiss-Stück an der Schaubühne Berlin - Foto (C) Gianmarco Bresadola


Einen Hauch von Französischer Revolution vermittelte das Stück im Stück im Stück von Peter Weiss unter dem umständlich geratenen Stücktitel Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade. Im Jahre 1964 wurde es im (West-)Berliner Schiller Theater uraufgeführt und war/wurde sofort ein Welterfolg.

Das lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen, wenn man sich - das schafft der Laie aber sowieso nicht, weil: er gibt beim Lesen einfach auf - die Blank- und Knittelverse des Konstruktes zugemüte führt... Vor über einem Dutzend Jahren planschte Martin Wuttke in der Badewanne; Thomas Thieme war "sein" Zucht- und Bademeister - so lang ist es her, dass wir Weiss' Marat/Sade zuletzt dann (im BE) gesehen hatten!

In dem Weiss-Text geht es um Moral- und Tugendzwang als revolutionäres Resultat (Marat) zum Einen - um die Loslösung des Einzelnen aus der Gesellschaft (Sade) zum Anderen. Die beiden Prototypen (Marat/Sade) sind in "Figurenantithetik" zueinander aufgestellt; und Wikipedia schreibt sogar von einer "dichotomischen Dramaturgie des Stücks", was immer das auch sein mag... Jedenfalls muss Jakobiner Marat (1743-1793) schon ein übler Hund gewesen sein: Indem er beispielsweise sogenannte Volksverräter namentlich in seiner Zeitung anprangerte, lieferte er sie gleichsam dem Mob aus; 1792 standen dann die Hackebeile nicht mehr still - das sogenannte Septembermassaker machte alles "Gute", was die Revolutionäre eigentlich dann wollten (= Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit), in einem Handstreich platt. Der große Denunziant wurde, auch hierfür, von der Girondistin Charlotte Corday - in der Badewanne (!) - hingerichtet usw. usf.

StudentInnen der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" probten das Stück mit/in der Schaubühne Berlin; ihr Regisseur war Peter Kleinert. Ja und wie nicht anders zu erwarten war, reicherten sie es selbstverständlich mit viel Subtexten und reichlich Improvisationen an - das führte nicht etwa zu einer "Kürzung" vorliegender Peter-Weiss-Verse; gefühlter Maßen zog sich dann die Chose stellenweise fast schon unerträglich länger als erlaubt gewesen wäre hin...

Bernardo Arias Porras war der Marat - und Sebastian Schwarz war Sade.

Alles in Allem: Geht so.




Andine Pfrepper, Frida-Lovisa Hamann, David Schellenberg, Jennifer Krannich, Uwe Dreysel, Felix Maria Richter, Max Thommes, Christophe Vetter, Dagne Litzenberger und Bernardo Arias Porras (in der Badewanne) im MARAT/SADE-von Peter Weiss - Foto (C) Gianmarco Bresadola

Andre Sokolowski - 19. Oktober 2012
ID 6279
DIE VERFOLGUNG UND ERMORDUNG JEAN PAUL MARATS DARGESTELLT DURCH DIE SCHAUSPIELGRUPPE DES HOSPIZES ZU CHARENTON UNTER ANLEITUNG DES HERRN DE SADE (Schaubühne Berlin, 19.10.2012)
Regie: Peter Kleinert
Bühne: Peter Schubert
Kostüme: Gabriele Vöhringer
Musik: Kriton Klingler-Ioannides
Dramaturgie: Nils Haarmann
Licht: Erich Schneider
Mit: Bernardo Arias Porras, Uwe Dreysel, Frida-Lovisa Hamann, Jennifer Krannich, Dagna Litzenberger, Felix Lüke, Andine Pfrepper, Felix Maria Richter, David Schellenberg, Sebastian Schwarz, Max Thommes und Christophe Vetter
Premiere war am 6. Oktober 2012
Weitere Termine: 20., 21. 10. / 20., 21., 23., 25. 11. 2012
Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin

Weitere Infos siehe auch: http://www.schaubuehne.de


http://www.andre-sokolowski.de



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