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Premierenkritik

DIE WALKÜRE



Ekaterina Gubanova als Fricka (DIE WALKÜRE) in einer Koproduktion der Staatsoper Unter den Linden mit dem Teatro alla Scala di Milano - Foto (C) Brescia und Amisano


FESTTAGE 2011 / Teil 2

Jetzt ist dieser Walküre-Aufguss des Theatermachers Guy Cassiers nun also auch im Berliner Schiller Theater über die Bühne gegangen; zur Erinnerung: Die Hauptpremiere des Joint Ventures fand zum Spielzeitauftakt an der Scala im Dezember letzten Jahres in Milano statt; mit mäßigem Erfolg im Übrigen. Dort (an der Scala) sind die Möglichkeiten, eine Art Total-Theater vorzuführen, freilich etwas besser als im hiesigen Staatsopern-Provisoriumsbau. Und unter diesem Anspruch, also des Total-Theaters, wollten es die Macher (Guy Cassiers [Regie / Bühne], Enrico Bagnoli [Bühne / Licht], Tim Van Steenbergen [Kostüme], Arjen Klerkx & Kurt D'Haeseleer [Video]) auch nicht haben oder gar verstanden wissen - - dieser künstlerische Anspruch ist so legitim wie hochsympathisch; was das Wagner'sche Gesamtkunstwerk betrifft dann sowieso und allemal. Ein Haken hat das Ganze allerdings: Man müsste, außer sich mit allen möglichen Finessen eines technischen, will sagen hightech-hörigen Total-Theaters abgemüht und abgekämpft zu haben, auch vielleicht noch etwas mit den Leuten, die das Ganze - und wir reden hier von Wagner's Die Walküre - singen sowie spielen, "personell" beschäftigt haben resp. eine Mindestahnung spüren lassen, dass man etwas von Personenführung (etwas wenigstens!) versteht.

Wir spürten jedenfalls von Letztbezeigtem (s. o.) nichts!!

Ein Beispiel: Wenn sich Siegmund monologisch mit "Ein Schwert verhieß mir der Vater" usw. stimmlich und mit aller Manneskraft seiner Person zum absoluten Szenen-Vordergrund begibt und gleichsam-gleichzeitig die beiden "Lauscher" dieser monomanischen Entgleisung (Hunding und Sieglinde) ziemlich teilnahmslos so auf der Stelle stehen, wie als hielten sie Maulaffen feil oder (noch schlimmer) wie bestellt und nicht abgeholt... ist jeder visuelle Nachvollziehsversuch besagter Szene bei dem Zuschauer dann für die Katz' - - - ja, wozu brauche ich dann eine Inszenierung? Geile Videoprojektionen (freilich hochprofessionell von Klerkx / D'Haeseleer erstellt!!) ersetzen - nochmals angemahnt - ein Mindestmaß an "personeller Arbeit" nicht!!!

Und weil wir uns hierüber schon beim Rheingold herzattackenmäßig aufregten, verdrängen wir das Thema aus Vernunft und nennen hier nur noch ein paar der Mitwirkenden:

Anja Kampe & Simon O'Neil sangen das Zwillingspaar und wurden durch das Publikum zu Abend-Lieblingen erklärt.

Bei Mikhail Petrenko, der den Hunding sang, sollte man davon ausgehen, dass er, falls er die Rolle dann noch zweidrei Dutzend Male, und verteilt auf fast die gleiche Anzahl Jahre, gibt, stimmlich so richtig gut dann bringt.

Als Fricka war Ekaterina Gubanova die eigentliche Entdeckung der Aufführung; sie singt kräftig und sinnlich zugleich.

Neu-Weltstar René Pape (Wotan) habe ich schon besser gehört als diesmal.

Die Brünnhilde von Iréne Theorin klingt durchgehalten wuchtig, aber strengt beim Dauerhören (Tremoli!!!) gewaltig an; aber sie kann auch leise Stellen allersinnlichst singen.

Daniel Barenboim entwickelt seinen Wagner ständig weiter - was dann dieses Mal besonders aufgefallen war: Wie er erschreckend-überraschend zwischen "laut & leise" trennt; eine der einprägsamsten Stellen war dann beispielsweise die, wo Brünnhild's Sinneswandel (pro statt contra Siegmund) derart "brüchig" - langsam/leise wurde plötzlich laut/lebendig - zu erfahren ist. Grandios.

Die Staatskapelle Berlin ist das vielleicht potenteste Orchester weit und breit.



René Pape und Iréne Theorin als Wotan und Brünnhilde in DIE WALKÜRE an der Staatsoper im Schillertheater - Foto (C) Monika Rittershaus

Andre Sokolowski - 17. April 2011
ID 5165
DIE WALKÜRE (Staatsoper im Schiller Theater, 17.04.2011)
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Guy Cassiers
Bühnenbild: Guy Cassiers / Enrico Bagnoli
Kostüme: Tim Van Steenbergen
Licht: Enrico Bagnoli
Video: Arjen Klerkx / Kurt D'Haeseleer
Dramaturgie: Michael P. Steinberg / Detlef Giese
Choreographie: Csilla Lakatos
Tänzer: Guro Nagelhus Schia / Vebjorn Sundby
Besetzung:
Wotan ... René Pape
Hunding ... Mikhail Petrenko
Siegmund ... Simon O'Neill
Fricka ... Ekaterina Gubanova
Brünnhilde ... Iréne Theorin
Sieglinde ... Anja Kampe
Waltraute ... Ivonne Fuchs
Helmwige ... Erika Wueschner
Gerhilde ... Danielle Halbwachs
Ortlinde ... Carola Höhn
Schwertleite ... Anaïk Morel
Siegrune ... Leann Sandel-Pantaleo
Grimgerde ... Nicole Piccolomini
Roßweiße ... Simone Schröder
Staatskapelle Berlin
Koproduktion mit dem Teatro alla Scala di Milano
Premiere (in Berlin) war am 17. April 2011
Weitere Termine (in Berlin): 22. / 25. 4. 2011


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatsoper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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