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Studiobühne Köln, September 2007

Heinrich von Kleist: Penthesilea



Heidrun Grote (Foto: Wolfgang Weimer)

Nach Themiskyra oder nach Phtia – nicht nur in diesem Punkt zeigen sich die fundamentalen Gegensätze zwischen dem griechischen Kriegsheld Achill und der Amazonenkönigin Penthesilea. Doch trotz aller Widerstände fühlen sie sich geradezu animalisch zueinander hingezogen. Aber als Achill sich entscheidet, für eine Weile mit Penthesilea zu gehen, ist es schon zu spät, ihr Stolz zu sehr gekränkt: Mit ihren Hunden stellt sie sich seiner Zweikampfaufforderung, die für beide tödlich endet.

In der Inszenierung von c.t.201 unter der Federführung von Dietmar Kobboldt und Roman Roitman findet das Geschehen größtenteils hinter einem Schleier statt. Nur für die finale Szene nach Achills Tod wird er zur Seite geschoben und gibt den Blick auf die nackte Bühne frei. Normalerweise sind Klassiker bei c.t.201 in guten Händen, aber die anderthalb Stunden „Penthesilea“ haben wenig Überzeugendes zu bieten. Es dauert gute zehn Minuten, bis die Beteiligten den richtigen Ton finden. Interaktion findet zwischen den Darstellern kaum statt, Protoe sitzt viel und Penthesilea ist umtriebig, aber letztlich rezitiert jeder seinen Text für sich. Das ist bei einem Stück, bei dem ohnehin ein Großteil über Mauerschau erzählt wird, sehr anstrengend. Alles in allem ist der Abend sehr statisch geraten. Und wenn es dann zum Aufeinandertreffen von Achill und Penthesilea kommt, nutzen Heidrun Grote und Markus Satler zwar die ganze Bühne mit ihren eingebauten Schrägen, aber das Spiel changiert zwischen gymnastischen Übungen, zärtlichen Neckereien und Raumgewinnung. Ein bisschen unmotiviert ist das Ganze und nicht sehr spannend.

Wenig dienlich für den komplizierten Text ist auch die Entscheidung, Textpassagen teilweise gleichzeitig zu sprechen. Fraglich, ob so ein Zuschauer, der das Stück nicht kennt, dem Geschehen folgen kann. Gelungen dagegen die Idee, die beiden Szenen parallel spielen zu lassen, in denen Penthesilea und Achill (im Gespräch mit einem imaginierten, warnenden Odysseus) sich vorbereiten, um in den finalen Zweikampf zu ziehen. Das führt zu einer Dichte, die dem Abend ansonsten über weite Strecken fehlt.

Markus Satler, Heidrun Grote (Foto: Wolfgang Weimer)


Heinrich von Kleist
Penthesilea


Inszenierung: Dietmar Kobboldt und Roman Roitman
Kostüme: Hans van Almsick
Bühne: Michael Schnitzler
Mit: Heidrun Grote, Rebecca Madita Hundt, Markus Satler

Premiere am 12.09.07, weitere Termine: 15., 16., 17., 18., 19. Februar 2008, 20 Uhr


Karoline Bendig - red. / 28. November 2007
ID 00000003574

Weitere Infos siehe auch: http://www.studiobuehne-koeln.de





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