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Uraufführung an der Volksbühne Berlin, 26. April 2006

DAS GROSSE FRESSEN

Von Dimiter Gotscheff (nach dem gleichnamigen Film von Marco Ferreri, Rafael Azcona, Francis Blanche)


Almut Zilcher wird von einem der vier Großen Fresser in die Schlagsahne gedrückt - Foto (C) Thomas Aurin
Schaumbad
Es gibt nicht sehr viel zu sagen zu dem GROSSEN FRESSEN (nach dem gleichnamigen Film), das gestern Abend an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin Premiere hatte. Dass es eine Uraufführung war, war angezeigt: Dimiter Gotscheff - legendäre Lichtgestalt unter den Regisseuren im Theater - machte ehrliches und gutes Handwerk. Film und Stück driften nicht allzu weit dann auseinandern. Sinnlos scheinen beide. Und die übergreifende Idee, sich nicht nur "unbewusst" den allgemeinen Überfressungsmechanismen unserer von Kapital & Konsum gänzlich durchgeschissenen Gesellschaft ausgesetzt zu sehen, sondern diesem von Ideen ("höheren" Ideen; Beispiel: Aufstand, Sturz, Revolution... Freiheit & Gleichheit Allen usw. usf.; alles vergebens und vergessen!!) abholdigen Zustand in noch überfresserischer Weise - also ganz "bewusstes" Fressen bis zum körperlichen Kollaps - Stück um Stück zum Todessprunge zu verhelfen, wirkt so neu ja nicht. Tatsächlich soll es, wie man in den nachmittäglichen Gerichts- und Talkshows glotzen kann, gar Leute geben, die sich ihre Mägen fast zum Platzen füllen, also fressen um des Fressens Willen; rein(st)e kreatürliche Erscheinungsformen unsrer Zivilisation, so könnte man da meinen - beispielsweise, wie gesagt. Nein, nicht einmal zu 'nem Ahaeffekt hat dieser Abend dann gereicht. Was ist es aber dann, dass ihn so faszinierend machte?
Seine Ausstattung und seine Schauspieler:
Die Bühne ist am Anfang leer. Man staunt über die Wahnsinnsdimension des Halbrunds; und ganz hinten steht auch dem Sir Henry sein Klavier - es scheint so derart weit entfernt, dass man die beiden erst nicht sieht. Dann treten nach und nach die vier Protagonisten auf (der Plot geht so: 4 Männer zelebrieren ihren Gruppensuizid mittels gemeinschaftlichen Essens - zwischenher wird noch ein letztes Mal gefickt, man lädt sich hierzu Gäste ein): Samuel Finzi, Herbert Fritsch, Marc Hosemann und Milan Peschel. Und! Von oben, plötzlich, fallen massig-unaufhörlich Schaumkaskaden. Und von unten sprudeln sie noch zusätzlich als Springfontäne hoch. Im Nu bedeckt sich dieser anfangs riesig leere Halbrund ganz und gar mit dickem fettem Badeschaum. Das ist die Bühne Katrin Bracks - sensationell! Über zwei Stunden nun vergehen, und man sieht die Großen Fresser in genüsslicher und ungehemmter Komödiantenlaune Slapstick ausverüben und ... nicht nur, dass man sich mehr und mehr den Ohren nach zu langweilen beginnt; nein, seherischer Weise ist es reinstes Urvergnügen. Almut Zilcher, die herbeigeladne Oberlehrerin der Vier, macht dabei wohl die überragendste Figur. Sie heimste auch den größten Beifall ein. / Sehr ausgelassene Premierenstimmung.


Andre Sokolowski - red. / 27. April 2006
ID 2367
www.andre-sokolowski.de


Uraufführung

DAS GROSSE FRESSEN
von Marco Ferreri, Rafael Azcona, Francis Blanche

Regie: Dimiter Gotscheff
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Katrin Lea Tag
Licht: Henning Streck
Musik: Sir Henry
Dramaturgie: Karl Baratta / Götz Leineweber
Darsteller: Marc Hosemann, Herbert Fritsch, Samuel Finzi, Milan Peschel, Almut Zilcher, Rosalind Baffoe, Anne Ratte-Polle, Frank Büttner, Michael Klobe

Premiere am 26. April 2006

Nächste Vorstellungen: 5., 13. und 20. Mai 2006

Weitere Infos siehe auch: http://www.volksbuehne-berlin.de






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