Trostloses
Selbstverschulden
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Es kann doch nur noch besser werden von Sibylle Berg - am Berliner Ensemble | Foto (C) JR Berliner Ensemble
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Bewertung:
Wir ließen und wir lassen uns bisher nicht lumpen, wenn es um die redaktionelle Sichtbarmachung von Sibylle Bergs Dramatik & Prosa ging und geht, nein, ganz bestimmt nicht. Die in Weimar geborene Eidgenossin schreibt ja viel und Vieles, ja und so passiert es freilich, dass man viel und Vieles übersieht oder (zum Rezensieren) vergisst.
Nicht so im Falle ihres vor drei Jahren am Berliner Ensemble uraufgeführten Stücks Es kann doch nur noch besser werden (einem Auftragswerk des BE) - das habe ich, ein passionierter Fan ihrer Schreibe, zwar erst jetzt gesehen und gehört, doch immerhin.
Und darum geht's in ihrem Stück mit Musik für diverse Leute:
"Ein paar Menschen feiern an diesem Abend Abschied, denn sie beginnen ein neues Leben in einer virtuellen Realität namens 'Prima Leben'. Leider handelt es sich um die kostengünstige Basisversion. Die alte Hoffnung, dass eine digitale Welt gegenüber der Wirklichkeit einfach schön sein könnte, Ungleichheit überwinden oder gar frei von Hass und Stumpfsinn sein könnte, ist bald verblasst. Die virtuelle Welt entpuppt sich als ebenso trist wie die alte Realität: Einsame Avatare versuchen sich in einer hyperkapitalisierten Welt ein Leben einzurichten, während Wohnraum, werbefreie Kommunikation und die Chance auf menschliche Beziehungen verschwinden." (Quelle: berliner-ensemble.de)
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Es kann doch nur noch besser werden von Sibylle Berg - am BE Foto (C) JR Berliner Ensemble
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Und so begegne ich als unschuldiger Rezipient drei Geisteskranken, welche sich ihr "neues Leben" in Vollabhängigkeit von all der virtuellen Scheiße (die uns Tag für Tag umgibt) eingerichtet haben und völlig sinnlos Sinnloses daher plappern; es ist (allein vom Hören her) die Hölle!
Außerdem bereichern drei als sog. Avatare jene drei armseligen Gestalten virtuell Umhegende das zirka anderthalbstündige pausenlose Geschehen.
Insgesamt ist alles das kaum aushaltbar, es nervt total und hat rein intellektuell null Mehrwert.
Und Bergs Sprache ist, wie eh und je, superb, ja und mit all diesen Tech-Termini kennt sie sich bestens aus - obgleich ich Außenstehender oftmals nur Bahnhof versteh'.
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Nein, diesmal schoss ihr hochambitionierter Durchschiss irgendwie ins Nichts, und ich war froh, als es vorbei war.
Inszeniert hatte Max Lindemann, die Ausstattung besorgte Sita Messer, die Video-Einsprengsel kreierte Jo Jakob Hübner, und die Namen aller sechs grandiosen Performerinnen und Performer inkl. Live-Musiker stehen unterhalb und fett hervorgehoben.
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Andre Sokolowski - 14. Juli 2026 ID 15946
ES KANN DOCH NUR NOCH BESSER WERDEN (Neues Haus, 12.07.2026)
Ein Stück mit Musik für diverse Leute von Sibylle Berg
Regie: Max Lindemann
Ausstattung: Sita Messer
Musik: Olan!
Video: Jo Jakob Hübner
Licht: Steffen Heinke
Dramaturgie: Karolin Trachte
Mit: Nina Bruns, Lili Epply, Jannik Mühlenweg, Amelie Willberg, Perra Inmunda und Meo Wulf sowie dem Musiker Olan!
UA am Berliner Ensemble: 21. September 2023
Weitere Termine: 07., 08.10.2026
Auftragswerk des Berliner Ensembles
Weitere Infos siehe auch: https://www.berliner-ensemble.de
https://www.andre-sokolowski.de
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