Katja Riemann
als Seraphina
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Bewertung:
Obgleich sie ab und zu auch auf Berliner Bühnen steht, hatte ich Katja Riemann (61) bisher noch nicht live gesehen und gehört. Es wurde also allerhöchste Zeit das nachzuholen.
Sie und ihre Tochter Paula Romy (32) hatten ein Science-Fiction-Stück geschrieben, das sie mehr oder weniger geheimnisschwanger mit DI-VI-SI-ON überschrieben - und erst dachte ich, es könnte hierin um eine militärische Einheit gehen, also irgend so was Antikriegerisches also Pazifistisches behandeln, und das alles aus einem feministischen Blickwinkel heraus o.s.ä.; aber Fehlanzeige, denn:
"'Bleib mutig, Seraphina' – ausgerechnet ein Priester hält ihr einen Zettel mit diesen Worten entgegen, als sie vor Gericht steht. Im Jahre 2045. Der Vorwurf: Wissenschaftlicher Terrorismus.
Ihre Erfindung, das Produkt Serafim, das den Frauen etwas Vergleichbares wie ewige Jugend verspricht, für Männer allerdings höchst schädliche Nebenwirkungen bereithält, spaltet die Gesellschaft.
Als Dämonin verschrien, weil sie ein Mittel gefunden hat, biologische Barrieren aufzulösen und Frauen die Lust auf das Leben zu erhalten, hinterfragt die Wissenschaftlerin die Allmacht der Gewohnheit.
Eine visionäre Retterin der Menschheit oder eine blinde Rächerin, wie ihre Gegner behaupten? – Wer ist Seraphina wirklich? – Nun, sie wird es Ihnen sagen!"
(Quelle: renaissance-theater.de)
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Das Stück der beiden Frauen hat viel, viel, viel Text, müsste demnach also als "textlastig" bezeichnet sein, aber die Mutter rasselt all den Wust (der sich gut anhört, wohl gemerkt) so derart professionell herunter, dass er bis zum Schluss des ziemlich langen Abends unhartleibig bleibt. Hatte dann allerdings damit zu tun, dass Riemann außer ihrer Textaufsagerei dann auch noch singt und tanzt, und keinen Augenblick (nicht einen!) macht sie schlapp oder baut ab, nein! nie!! Sie ist und bleibt ein Phänomen.
Im ersten Stückteil geht es um den Aufstieg und den Fall der Serafim-Entdeckerin. (Grandiosester der intermedialen Einschübe: Ein allzu neugieriger Mann verabreicht sich das Wundermittel, und obwohl auf dessem Beipackzettel stand, dass vom Gebrauch für Männer dringend abgeraten würde, und infolgedessen explodiert er in Millionen Fetzen, und paar blutbesudelte Passanten stehen draußen auf der Straße unter Schock; ein Brüller sondergleichen.)
Und im zweiten Teil wird's dann privat, d.h. die Seraphina dialogisiert per Telefon bzw. Videokonferenz mit ihrem Bruder als auch ihrer Tochter, und es geht dort um ihr trauriges, vereinsamendes Leben außerhalb ihrer Karriere und um Ethisches im Großen und im Ganzen, halt um menschlich Allzumenschliches.
War alles nachvollziehbar und berührte und erheiterte zugleich.
Ja, insgesamt: ein Wurf.
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Andre Sokolowski - 6. Juli 2026 ID 15937
DI-VI-SI-ON (Renaissance-Theater Berlin, 03.07.2026)
von Katja Riemann & Paula Romy
Regie: Paula Romy
Buehne: Alice Wong
Kostueme: Tanja Forgo und Julius Forgo
Videokunst: Etritane Emini
Mit Katja Riemann sowie (in den multimedialen Einspielern) Andreas Fröhlich, Pegah Ferydoni, Lilly Charlotte Dreesen, Cynthia Micas, Melika Foroutan, Alice Julie Noack, Nadine Schori, Gerhard Kämpfe, Max Befort und Paula Romy
UA war am 7. Juli 2025.
Weitere Termine: 07.-11.07.2026
Weitere Infos siehe auch: https://renaissance-theater.de
https://www.andre-sokolowski.de
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