Bewegungsarm mit ernsten Mienen,
und erst fünf Minuten vor dem
Schluss gab es Berührungen (wenn
auch nur vorsichtig)
BAZM (REPERTOIRE) von Armin Hokmi - als deutsche Erstaufführung im Berliner Radialsystem
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Bewertung:
Das moderne Tanztheater gibt sich schon mitunter reichlich rätselhaft, das konnte und das kann man jetzt in der Performance Bazm (Repertoire) des in Berlin lebenden und arbeitenden iranischen Choreografen Armin Hokmi - gestern Abend als deutsche Erstaufführung im Radialsystem erlebbar gewesen - erfahren.
10 oder 11 (?) Performerinnen und Performer [alle Namen s.u.] - 7 Frauen und 3 Männer zählte ich - betreten nach und nach die blütenweiß grundierte Tanzfläche, um dort jeweils und v.a. einzeln unterschiedlich deutbare Minimalbewegungen und -gesten auszuführen; das reicht vom Schultersenken und -heben über Kurzschrittiges bis hin zu händeverschränkten Gesten, und oftmals oder meistens kehren sie uns Zuschauenden dabei den Rücken, ja und wenn man sie dann halt von vorne sieht, sieht man sie keinerlei Miene verziehen, und im Ganzen wirken sie (absichtlich? oder doch nicht absichtlich?) weniger als regungs- und erregungsfreudige Menschen aus Fleisch und Blut als eine roboterartige Formation "trauriger" Androiden - und ihren insgesamten Halt bzw. ihre performative Inspiration holen sie sich aus mehr oder weniger endlosschleifigen und daher nicht minder stumpfsinnig wirkenden Musikeinspielungen, als deren Urheberin Helen Island ausgewiesen ist.
Es gibt einen Erklärungstext zu der Performance:
"Wie können wir ein Tanz-Repertoire jenseits dessen denken, was wir bereits kennen und schätzen? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt für das Projekt [...]. Die Arbeit entwirft ein vollständig konstruiertes Repertoire, das diesen Begriff selbst zu einer Linse macht, durch die Wiedererkennung, Authentifizierung und Konzeption von Tanz und Choreografie aktiv hinterfragt werden.
Feinsinnig und präzise bringen Armin Hokmi und eine Gruppe internationaler Künstler*innen eine Choreografie auf die Bühne, deren Bewegungsmaterial – wenngleich impulsiv – von den Körpern der Tänzer*innen wie zart gearbeitete Skulpturen aufgenommen wird. Beharrlich, Phrase für Phrase, nimmt der Tanz neue Formen an, den Blick abwechselnd nach innen und nach außen gerichtet. Bewegungen aus dem Herzen und den Knochen, feine Verschiebungen und zuckenden Gesten – mal völlig entfesselt, mal sanft und geduldig – machen sichtbar, was es bedeutet, gemeinsam eine Welt zu entwerfen: eine Wunderkammer des Tanzes."
Und lese ich all diese dörre Theorie im Nachhinein, wird mir immer unklarer und also unbegreifbarer, was die hochsympathische Truppe mir mit ihrem performten Minimalismus sagen wollte, kurzum:
Ich verstand nur Bahnhof.
Dennoch war es irgendwie gut anzusehen, obgleich "es" zum Schluss hin - selbst wenn erst quasi fünf vor zwölf die eine oder andere Minimalberührung zwischen jeweils zwei Akteurinnen oder Akteuren stattfand - müde machte ergo ziemlich langweilte.
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Bazm (Repertoire) von Armin Hokmi | Foto (C) Vahid Amanpour
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Andre Sokolowski - 24. Juli 2026 ID 15959
BAZM (REPERTOIRE) | Radialsystem, 23.07.2026
Konzept und Choreografie: Armin Hokmi
Musik: Helen Island
Bühnenbild und Lichtkonzept: Felipe Osorio-Guzmán
Lichtdesign: Vito Walter
Probenleitung und choreografische Assistenz: Angel Martinez Hernandez
Produktion und Kostümkonzept: L'atelier Bas et Hauts Paris
Kostümdesign: Moriah Askenaizer
Beratung: Jonas Maria Droste und Julie Guibert
Mit: Gyeongjin Lee, Adam Russell Jones, Leonie Türke, Even Eileraas, Louise Dahl, Emmi Venna, Jolinus Pape, Tasha Hess-Neustadt, Eline Chao Vaaje, Aline Lebrun und Angel Martinez Hernandez
UA beim Montpellier Danse Festival: 25. Juni 2026
Berliner Premiere war am 23. Juli 2026.
Weitere Termine: 24.-26.07.2026
Eine Produktion von Armin Hokmi Kiasaraei (Produktionskoordination: Ashley Molco Castello) in Koproduktion mit Radialsystem u.a.
Weitere Infos siehe auch: https://arminhokmi.com/
https://www.andre-sokolowski.de
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