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TANZ IM AUGUST 2026

Mohamed Toukabri

Every-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday


Bewertung:    



TANZ IM AUGUST, im 38. Jahr seines Bestehens, startete vergangenen Donnerstag - er war, ist und bleibt das konkurrenzlose Highlight in der an sich während der Sommerferien in puncto Kultur ziemlich "gottverlassnen" Hauptstadt, und das schöne drei Wochen lang; wie gut, dass es ihn gibt!


"Die Welt, gleich dem Wetter, ist in Bewegung. Das diesjährige Festivalprogramm entfaltet sich daher wie eine Wetterkarte – und zeigt Tanz als politische Kraft mit Wechselwirkung. Die künstlerischen Arbeiten laden dazu ein, in unseren gegenwärtigen instabilen Zeiten gemeinsam Orientierung zu finden und kollektive Verantwortung zu erkennen.

TANZ IM AUGUST 2026 macht Berlin erneut zu einem lebendigen Treffpunkt für Tanz, ästhetische Wagnisse und gesellschaftlichen Austausch. Über drei Wochen entsteht ein Programm, das eine Vielzahl künstlerischer Sprachen verbindet und dazu einlädt, gemeinsam Wandel zu erleben.

Unter der künstlerischen Leitung von Ricardo Carmona werden 19 Produktionen an 11 Veranstaltungsorten präsentiert – darunter 3 Premieren, 6 Deutschlandpremieren sowie 4 Berliner und internationale Koproduktionen."


(Quelle: Pressemitteilung v. 13. August 2026)



Und auch der in Tunesien geborene und seit geraumer Zeit v.a. in Brüssel (am dortigen P.A.R.T.S.) arbeitende Tänzer und Choreograf Mohamed Toukabri - er performte dort und anderswo in Arbeiten von Anne Teresa De Keersmaeker und Sidi Larbi Cherkaou - lud gestern Abend in den Sophiensaelen mit seiner Arbeit dazu ein...


"...Körper und Wahrnehmung gemeinsam politisch neu zu denken. Sie navigiert virtuos zwischen unterschiedlichsten Welten und begibt sich auf eine Exkursion durch die vielen Facetten des tanzkulturellen Erbes des Choreografen." (Quelle: dto.)



Every-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday von und mit Mohamed Toukabri | (C) Stef Stessel

*

Sein einstündiges Stück hat den etwas umständlichen und womöglich auch etwas zu langen Titel Every-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday (dt.: „Jeder weiß, was morgen bringt – und wir alle wissen, was gestern passiert ist.“)

Das liest sich schon arg anstrengend; und nicht minder anstrengend sind all die einerseits von einer Frauenstimme seine Performance permanent attackierenden und andererseits und/ oder parallel als Hintergrund aufploppenden sowie vorbeiziehenden Texte rezipierbar; sie haben alle etwas Bedeutungsschwangeres, und in ihnen geht es irgendwie um Sprache & Körper und all das Wechselseitige, was halt so mit den Themen "Körpersprache" oder "Sprachkörper" in Zusammenhang zu bringen wäre. Stellenweise sind es nicht mehr (und auch nicht weniger) gut gemeinte Allgemeinplätze, und man vermeint den wichtigtuerischen Quark schon irgendwie und irgendwo schon mal gelesen zu haben.

Nichtsdestotrotz ist seine Performance, wenn auch nur in Teilen, recht sehens- und auch nachdenkenswert: Er betrifft sich mit ihr selbst und versucht sich in ihr sozusagen abzuspiegeln.

Ich für meinen Teil vermeinte in dem Stück eine Art autobiografische Entwicklung von seinen künstlerischen Anfängen, wahrscheinlich mit Hip-Hop und Break Dance und so (was er auch dann, so wie er es "früher" vorführte, gekonnt nochmal für sich zu rekapitulieren schien) bis zu seinem künstlerischen Jetzt-Stand - er ist ja noch so abgöttisch jung und schön zugleich; dann hätte er ruhig noch mit so 'ner Art Bilanz abwarten können...

Das für mich Aufsehenerregendste war der Mittelteil seiner Performance, als er eine tierische Kreatur imitierte, die den Gewehrsalven ihrer sie verfolgenden Jäger zu entrinnen hoffte; gleichsam tat sie das mit einer selbstbewussten Gelassenheit und Selbstverständlichkeit, die ich so einem Lebewesen (als Mohamed seinen Kopf kurz nach unten bewegte, zeigte die Maske das Face eines allerliebsten süßen Kätzchens, aber das nur nebenbei bemerkt) bei Gott nicht zugetraut hätte.

Sehr, sehr sympathisch alles das.
Andre Sokolowski - 15. August 2026
ID 15987
Every-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday (Sophiensaele, 14.08.2026)
Konzept, Performance und Regie: Mohamed Toukabri
Text & Stimme: Essia Jaïbi
Dramaturgie: Eva Blaute
Kostüm: Magali Grégoir
Sound: Annalena Fröhlich
Szenografie & Licht: Stef Stessel in Zusammenarbeit mit Matthieu Vergez
Produktion: Caravan Production
Gastspiel bei TANZ IM AUGUST


Weitere Infos siehe auch: https://www.tanzimaugust.de


https://www.andre-sokolowski.de

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