Lenio Kaklea
Les Oiseaux
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Bewertung:
Ob Aristophanes, Marc, Hitchcock, Braunfels, Messiaen usf. - sie alle hatten sich mit "Vögeln" künstlerisch auseinandergesetzt, und die Liste dürfte unendlich weiter ergänzbar sein, wollte man mit etwas weniger (künstlerisch) bedeutsamen Werken vorliebnehmen; wer sie sich dann also zu seinem Stoff und Thema auserkoren haben sollte, muss wohl immer damit rechnen, dass er mit den ganz, ganz großen "Vögel"-Gestaltern in Vergleiche gebracht würde...
Die in Athen geborene und jetzt in Paris lebende und arbeitende Tänzerin, Choreografin und Künstlerin Lenio Kaklea stellte nunmehr ihr gestalterisches Angebot hinsichtlich Les Oiseaux (dt.: Die Vögel) zur Debatte, und das war jetzt aktuell bei ihrem TiA-Gastspiel zu sehen und zu hören. Sie entwarf...
"...einen fantastischen Kosmos, bevölkert von sieben hybriden Wesen und einem Flugobjekt. Eingebettet in eine hypnotische Klanglandschaft aus Vogelstimmen führen die Figuren einen schillernden Tanz zwischen Wettstreit und Spiel auf. Les Oiseaux ist eine Fabel über die Fragilität unseres Ökosystems, in der die Grenzen zwischen Natur und Gesellschaft zunehmend verschwimmen." (Quelle: tanzimaugust.de)
Im Hintergrund ist eine wolkendurchzogene Himmelslandschaft zu sehen, die sich licht- und farbmäßig je nach Dämmerzustand morgens oder abends veränderte (Bühne: Clio Boboti), und das sah schön aus und erzeugte Urlaubsstimmungen - und wie sich die Gruppe der sieben "Vögel" in diesen permanenten Tagesabläufen verhalten würden, war dann halt die Aufgabe des tänzerisch Umzusetzenden.
Olivier Mulin entwarf für die Truppe ein schlichtes Alltags-Haute-Couture mit sparsamen Gefiederanreicherungen, wobei die jeweilige Gesichtsschminke der vier Akteurinnen und drei Akteure, v.a. um deren Augenpartien herum, das noch Auffälligere ihrer optischen Präsenz gewesen war.
Eric Yvelin wartete mit seinem Elektro-Sound auf, der meistfalls fürchterlich nervte und in seiner discoaffinen Schlichtheit - immer wenn die sieben als Gruppe tanzten - nicht sonderlich dazu beitragen konnte, dass "Naturstimmngen" aufkamen.
Nichtsdestotrotz gab es, insbesondere am Anfang (fern jenes Discosounds), eine absolut sehenswerte Einzelperformance von Raoul Riva, der mit seinem vor- und zurückwellenden Oberkörper die majestätischen Bewegungen eines (vermute ich:) größeren Vogels, vielleicht eines Fischreihers, großartig zu imitieren vermochte.
Er und Dimitri Mytilinaios, welcher seinerseits ebenfalls eine absolut sehenswerte Einzelperformance am Trapez vollführte, betörten außerdem mit einem eine Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen (!!) assoziierenden Pas de deux; allein wie Dimitri den wahrscheinlich nicht mal 60 Kilo wiegenden Raoul in die Horizontale bewegte und ihn derart trug, war allersehenswert!
Ja, und das beides waren [jedenfalls für mich] die einzig einprägsamen künstlerischen Momente dieser an sich mehr beliebigen Gruppenperformance, die schlussendlich mit dem völlig überflüssigen Einsatz einer sie verfolgenden und abfilmenden Baumarkt-Drohne gipfelte.
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Les Oiseaux von Lenio Kaklea| (C) Albert Vidal and Vertex Comunicacio
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Andre Sokolowski - 23. August 2026 ID 15995
Les Oiseaux (HAU2, 21.08.2026)
Choreografie & Regie: Lenio Kaklea
Von & mit: Nefeli Asteriou, Liza Baliasnaja, Amanda Barrio Charmelo, Luisa Heilbron, Dimitri Mytilinaios, Raoul Riva und Jaeger Wilkinson
Text: Lou Forster nach Les Guérilleres von Monique Wittig und Les Chimères von Gérard de Nerval Sound & Technische Leitung: Eric Yvelin
Bühne: Clio Boboti
Dekoration: Angeliki Baltsaki
Licht: Jean-Marc Ségalen
Kostüme: Olivier Mulin
Produktion: abd
Gastspiel bei TANZ IM AUGUST
Weitere Infos siehe auch: https://www.tanzimaugust.de
https://www.andre-sokolowski.de
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