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Konzertkritik

Koopman |

Prohaska

Staatskapelle Berlin


Ton Koopman - Foto (C) Alexandra Prumier | Bildquelle: http://www.staatsoper-berlin.de

Bewertung:    



Ton Koopman zählt zu den ganz alten Hasen in puncto Alte Musik, er ist weltweit ein gern gesehener und sehr präsent-beständig auftretender Dirigent (und Cembalist!) - eines von seinen 'rausragend-spektakulären Gastspielen hier in Berlin war, als er - mit der Gattin Tino Mathot - in 2006 Bachs Kunst der Fuge in der Kirche St. Matthäus, unweit der Philharmonie Berlin, spielte. Dann gab er (apropos Philharmonie) erst in 2010 sein dirigentisches Debüt bei den Berliner Philharmonikern - ja und die Staatskapelle Berlin hatte und hat er scheinbar bisher auch noch niemals vorher dirigiert; jetzt holte er das also nach:

Geboten wurden Werke Bachs (J. S. B.' und Johann Christoph Friedrichs) - leider konnten wir nur bis zur Pause bleiben und erlebten so "nur" die Orchestersuite in C-Dur BWV 1066 sowie Weichet nur, betrübte Schatten BWV 202. Von diesen zwei'n tat allerdings dann lediglich (auch weil Anna Prohaska sang!) jene Sopran-Kantate richtig überzeugen und begeistern!

Was den hörerischen Allgemeinbedarf in Sachen historische Aufführungspraxis betrifft, ist selbiger durch das Vorhandensein der Akademie für Alte Musik (einem Weltspitzen-Emsemble seiner Art) hauptstadtgemäß gedeckt - wer's also "so und nicht anders" hören will, kommt permanent hier auf die Kosten. Das heißt freilich nicht, dass eine prinzipielle Ignoranz für alles Andere, was letztlich "nicht so" klingt, besteht; das Beispiel Komische Oper Berlin (will sagen: Orchester der Komischen Oper) beweist seit Jahren, dass auch "neue" Instrumentalensemble außerordentlich dazu befähigt sind, Alte Musik (aus dem Barock und später) historisch einwandfrei bzw. hinstorisch einwandfrei-gemacht also (durch eingekaufte Spezialisten ihres Fachs) gecoacht zur Aufführung zu bringen. Das braucht freilich lange Zeit und ebenso Erfahrung, und das muss man freilich auch kontinuierlich und auch möglichst gern betreiben...

Keine Ahnung, warum ausgerechnet jetzt das über 444 Jahre alte Traditions-Orchester Friedrichs des Großen (beispielsweise) etwas auszuprobieren gedachte, worum es sich wohl seit etlichen Jahrzehnten nicht bzw. niemals scherte.

Also:

Die Orchestersuite kam preußisch-ordentlich, doch ohne jedwede Entdeckerlaune bei mir an.

Bei der Kantate spielte Koopman selbst das Cembalo und setzte überdeutliche Akzente - derart überdeutlich, dass seine pointierten Anschläge "ganz nah" an der Zertrümmerung des Instrumentes waren; klang recht lustig und sah auch nicht minder lustig aus... Cristina Gómez (Oboe), Andreas Greger (Violoncello), Thorsten Rosenbusch (Violine) und Ingo Reuter (Fagott) fielen mit hinreißenden Instrumenten-Soli auf. Und Prohaska meisterte ihren (was den Schwierigkeitsgrad anbetrifft:) fast unsingbaren Solo-Part mit Mühelosigkeit und Lust; halt Gute-Laune-Musik.



Anna Prohaska - Foto (C) Harald Hoffmann/DGG

Andre Sokolowski - 30. Januar 2015
ID 8400
STAATSKAPELLE BERLIN (Konzerthaus Berlin, 29.01.2015)
Johann Sebastian Bach: Orchestersuite Nr. 1 C-Dur BWV 1066
- Kantate Weichet nur, betrübte Schatten BWV 202
- Konzert für Violine, Oboe, Streicher und Basso continuo c-Moll BWV 1060
Johann Christoph Friedrich Bach: Sinfonia Nr. 20 B-Dur
Anna Prohaska, Sopran
Lothar Strauß, Violine
Gregor Witt, Oboe
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Ton Koopman


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatskapelle-berlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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