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28. Januar 2010, Berliner Philharmoniker

Debüt von TON KOOPMAN



Ton Koopman - Foto (C) Jaap van de Klomp

Ton Koopman hatte diese Tage sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern; klingt irgendwie schon unwahrscheinlich - aber ist kein Witz.

"Koopman studierte Musikwissenschaft in Amsterdam. 1979 gründete er das Amsterdam Baroque Orchestra, 1992 den Amsterdam Baroque Choir und damit das Ensemble Amsterdam Baroque Orchestra & Choir. Er widmet sich überwiegend der Musik des Barock und ist ein Vertreter der historischen Aufführungspraxis. Unter anderem nahm er zwischen 1994 und 2004 sämtliche Kantaten von Johann Sebastian Bach auf. [...] Koopman ist auch als Gastdirigent bekannter Orchester in Europa, Nordamerika und Japan in Erscheinung getreten. Seit 2004 ist er Professor für Musikwissenschaft an der Universität Leiden. 2005 begann er das Projekt „Dieterich Buxtehude – Opera Omnia“, eine Einspielung des Gesamtwerks von Dieterich Buxtehude. Er wurde 2004 zum Präsidenten der „International Dieterich Buxtehude Society“ gewählt." (aus: Wikipedia)

Er ist also eine Instanz und hat natürlich auch, wie alle Instanzen dieser Welt, eine Website (http://www.tonkoopman.nl); lohnt sicht reinzuschauen, also nicht nur Kommerz und so...

Ton Koopman ist ja oft in Berlin. Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester, beispielsweise, hatte er schon Einiges gemacht - - nun ereilte ihn also der Ruf der Philharmoniker, auch mal was mit ihm machen zu wollen. Okay.

Vor dem ersten dieser drei Konzerte "erwischte" ich ihn gottlob noch bei einem volkstümlichen Einführungsgespräch im Foyergang vor dem (Furcht einflößenden) Furtwänglerdenkmal; also konnte ich ihn seitlich wunderbar beobachten. O, wie gut er vor den dankbar-aufmerksamen Leuten über Bach und Haydn - Werke beider wurden nachher auch gespielt - erzählen kann; das kann nicht jeder, nein, bei Gott nicht. Und so wusste/weiß seit heute jedermann, der unter seinen Lauschern war, welche von allen Bach-Kantaten, die er alle in-/auswendig kennt, die schönste und die "beste" und die allerliebste ist; es ist HERR JESU CHRIST, WAHR' MENSCH UND GOTT (BWV 127) - - und er begründete es, sinngemäß, dass alles dieses Schöne, was vom Bach ist und von diesem also ausgeht, deshalb wohl so schön ist, weil es (meistens) "so schön" traurig ist... und meinte, beispielsweise, dann die Arie "Die Seele ruht in Jesu Händen"... Machte alles irrwitziger Weise neugierig, wie er das Alles sagte, und mit wie viel Wärme, Witz und Wandlung - - - apropos: Die Leute sollten sich auch dann, beim Haydn, nicht sehr wundern, dass er selber dann paar Takte Orgel (statt paar Takte Cembalo) spiel'n würde; es wäre ein logistisches Problem, weil dann das Cembalo nicht vors Orchester vorgerückt sein könnte wegen a) der Livesendung im Radio, b) der Liveschaltung ins Internet etc. pp. // Ist ja auch völlig wurscht.

Ton Koopman dirigierte also die Berliner Philharmoniker. Die waren dann in einer Schmal-Besetzung angetreten; sind ja sowieso alle Solisten, also scheint es ganz egal, wer von den Hunderten dann jeweils "in die Schmalspur" geht - so denk' ich mal... / Und v o r der Pause (BWV1068 / Haydns Achtundneunzigste) wars spannender und intensiver als d a n a c h (BWV 230 / 243), trotz RIAS Kammerchor und den erlesenen Solisten... // Die Orchesterwerke waren einfach viel beweiskräftigender für ein Genugtuung verschaffendes Summasummarum, nämlich: Dass das "klassischste" und "nachklassischste" Weltorchester, wenn es in die freiwillig gewollte gute Spiellaune hineingerät, auch Vor-Klassisches, beispielsweise Werke des Barocks, auf eine unverwechselbare eigne Art und Weise musizieren kann. Es klang fürwahr sehr gut (und völlig ungewöhnlich) - Haydn halt noch besser als der eine Bach; aber mit Haydn hat's ja auch, seit Simon Rattle, herrlichste Erfahrungen gemacht. /// Die chorsakralen Werke wirkten, im Vergleich hierzu, doch merkwürdig und fremd; ich konnte schließlich nicht mehr auseinanderhalten, ob es am Zusammenspiel oder am Saal gelegen hatte. Oder auch bloß daran: Dass die fünf erlesenen Solisten, je vor ihren Auftritten (Magnificat), gezwungen waren oder wurden, von rechts oben/hinten durchs Orchester zu Ton Koopman vor zu kommen; bei den Damen, die in Abendgarderobe und auf Pumps gekommen waren, war man sehr in Furcht, dass sie sich dann mit den sie hemmenden Textilien irgendwie am Cembalo verheddern hätten können; Gott sei Dank war nix passiert!



BERLINER PHILHARMONIKER (28.01.10, Philharmonie)
Johann Sebastian Bach: Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 98 B-Dur
Johann Sebastian Bach: Lobet den Herrn, alle Heiden, Motette BWV 230
Johann Sebastian Bach: Magnificat D-Dur BWV 243
Klara Ek, Sopran
Rachel Frenkel, Mezzosopran
Ingeborg Danz, Alt
Werner Güra, Tenor
Klaus Mertens, Bass
RIAS Kammerchor
(Choreinstudierung: Hans-Christoph Rademann)
Dirigent: Ton Koopman



Andre Sokolowski - 29. Januar 2010
ID 4541

http://www.berliner-philharmoniker.de





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