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Konzertkritik

BERG FEST


Das sinfonische Werk (2)


Bildquelle: Staatsoper im Schiller Theater | www.facebook.com/staatskapelle

Bewertung:    



Gestern Nachmittag beschlossen Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin ihren spektakulären Alban-Berg-Zyklus (passend als BERG FEST deklariert) mit einem zweiten Sinfoniekonzert in der Philharmonie; im ersten [8. 3.] gab es mit Prohaska/Hampson sämtliche Orchesterlieder zu erleben, außerdem die Drei Orchesterstücke op. 6.

* *

Das ca. 40minütige Kammerkonzert für Klavier und Geige mit 13 Bläsern - Solisten waren Yefim Bronfman (Klavier), Pinchas Zukerman (VIoline), Claudia Stein und Thomas Richter (Flöte), Cristina Gómez und Tatjana Winkler (Oboe), Matthias Glander, Unolf Wäntig und Sylvia Schmückle-Wagner (Klarinette), Ingo Reuter und Frank Heintze (Fagott), Ignacio García und Markus Bruggaier (Horn), Mathias Müller (Trompete) sowie Matthias Haakh (Solo-Posaune) - zählt zu den unglaublichsten und am seltensten gespielten Berg-Stücken überhaupt! Es ist derart komplex und "kompliziert", dass es allenthalben zwar paar Aufnahmen von diesem gibt; aber die Not & Mühe, es dann auch mal öffentlich vor Publikum zu spielen resp. einzuproben (!), macht sich kaum wer... Umso toller, dass es jetzt (im immerhin dreiviertelvollen großen Saal der Philharmonie Berlin [für ein Nachmittagskonzert eine recht respektable Auslastung!]) gelang. Und die Besetzungsliste (s.o.) = wie als würden 2 Bentley + 13 Ferrari miteinander kunstparcouren... Absolut, unwiederholbar!!

Nach der Pause dann zwei "gängigere" Werke Bergs:

Die Drei Sätze aus der Lyrischen Suite orchestrierte der Komponist auf eine Bitte oder eine Anregung seines Verlegers hin; das zur Verfügung stehende "Ur-Material" war sein 1927 erstaufgeführtes sechssätziges Streichquartett mit gleichem Namen (Lyrische Suite)... / Der rein optische Kontrast zum vor der Pause Dargebotenen war imposant; und dass es folglich mehr als nur beglückend klang, lag freilich auch am insgesamten Streicher-Sound der Staatskapelle, dessen unverwechselbare Singularität schon sprichwörtlich geworden ist.

Dem Andenken eines Engels ist der Untertitel von Bergs großartigem Violinkonzert - er meint Manon Gropius, die Tochter Alma Mahler-Werfels aus der zweiten Ehe (mit Walter Gropius):

"Allen zeitgenössischen Berichten zufolge war Manon eine anziehende, engelsgleiche Erscheinung. Von den zahlreichen Freunden der Familie wurde sie bewundert und geliebt. Umso größer war die Anteilnahme, als sie sich 1934 während eines Venedig-Aufenthaltes an einer Polio-Epidemie infizierte und innerhalb weniger Tage vollständig gelähmt war.Nach einem Jahr Leidenszeit starb sie im Alter von erst 18 Jahren in ihrer Heimatstadt Wien." (Bernhard Schrammek)

Zukerman verlieh der von ihm spielerisch und geistig investierten Sicht der Dinge einen nüchternen und distanzierten Schmerz. Sein Instrument "vermischte" sich mit dem Orchester ohne unhörbar zu werden. Es schien dunkelwolkig und war doch auf eine faszinierend-transparente Weise über alle Maßen klar.

Berückendes Konzert.





Der Zyklus bot - neben der Aufführung von Bergs sinfonischem Gesamtwerk - auch noch eine Wiederaufnahme der beiden Opern Wozzeck und Lulu, zwei Inszenierungen Andrea Breths zu den 2011er und 2012er FESTTAGEN der Staatsoper Unter den Linden.
Andre Sokolowski - 16. März 2015
ID 8507
ALBAN BERG-ZYKLUS II (Philharmonie Berlin, 15.03.2015)
Alban Berg: Kammerkonzert für Klavier und Geige mit 13 Bläsern
- Drei Sätze aus der Lyrischen Suite
- Violinkonzert
Yefim Bronfman, Klavier
Pinchas Zukerman, Violine
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Daniel Barenboim

Weitere Infos siehe auch: http://www.staatskapelle-berlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

BERG FEST | Das sinfonische Werk I
Staatskapelle Berlin (Prohaska, Hampson - Barenboim)



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