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Konzertkritik

Alte Musik

makellos



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Raphaël Pichon und sein Ensemble Pygmalion sind für das hinterhäuserfreie Opernfestival in Aix-en-Provence, was die Wiener Philharmoniker für die Salzburger Festspiele sind: zuverlässige Interpreten für Oper und Konzert. Das Ensemble besteht, vergleichbar der Gaechinger Cantorey, aus einem Orchester und einem Chor. Es dient der Oper in Bordeaux als Orchester. Seine eigentliche Heimat aber ist die Alte Musik und die Pflege des sogenannten Originalklangs. Im Ludwigsburger Forum am Schlosspark gastierte das Ensemble jetzt unter dem Titel "Welt, gute Nacht" mit einem Programm geistlicher Musik aus dem Schatten des Dreißigjährigen Krieges. Die Kompositionen stammen von Johann Christoph Bach, Dieterich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Johann Michael Bach, Philipp Heinrich Erlebach, Johann Bach, Nicolaus Bruhns.

Der Chor ist nicht weniger als eine Gruppe von zehn Solistinnen und Solisten, die in unterschiedlicher Zusammenstellung, nur manchmal alle zehn, singen. Sie sind in jeder Hinsicht so perfekt, dass man annehmen muss, dass das Ensemble eine Einladung abzusagen gezwungen ist, wenn auch nur ein Mitglied Schnupfen oder Husten hat. Sie beherrschen die Regeln, die für die Barockmusik gelten, vergleichbar den Regelpoetiken in der Literatur, die Richard Wagner am Abend zuvor in seinen Meistersingern von Nürnberg verspottet hatte. Man muss schon genau hinhören, um in dem neunzigminütigen Programm die Unterschiede wahrzunehmen. Originalität war in den Künsten des 17. Jahrhunderts noch kein Wert für sich. Am ehesten äußert sich Individualität in den Koloraturen, die die Pygmalion-Sänger mit einer Leichtigkeit bewältigten, als handelte es sich um Kinderauszählreime.

Pichon verzichtet auf jeden Anflug von Spektakel. Er nützt nur, sparsam, die begrenzten räumlichen Möglichkeiten des Ludwigsburger Saals, um die akustischen Verhältnisse einer verwinkelten Kirche zu simulieren. Gerne hätte man etwas mehr von den Musikern mit ihren historischen Instrumenten gesehen. Aber das war offenbar von sekundärem Interesse. Hier kam es auf die Musik an. Und die konnte nicht besser sein.




Raphaël Pichon | Bild: Piergab

Thomas Rothschild - 9. Februar 2026
ID 15687
"Welt, gute Nacht" (Forum am Schlosspark, 08.02.2026)
Werke von Johann Christoph Bach, Dieterich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Johann Michael Bach, Philipp Heinrich Erlebach, Johann Bach und Nicolaus Bruhns
Maïlys de Villoutreys, Sopran
Perrine Devillers, Sopran
Lucile Richardot, Tenor
William Shelton, Countertenor
Zachary Wilder, Tenor
Antonin Rondepierre, Tenor
Tomáš Král, Bass
Alex Rosen, Bass
Renaud Bres, Bass
Ensemble Pygmalion
Dirigent: Raphaël Pichon


Weitere Infos siehe auch: https://ensemblepygmalion.com/


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