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Konzertkritik

Igor Levit

mit Pfitzners

Klavierkonzert



Bewertung:    



Vor ein paar Wochen erst führte Igor Levit, eine der weltweit talentiertesten, vielseitig engagiertesten und umtriebigsten Pianistenpersönlichkeiten, an drei aufeinander folgenden Tagen alle fünf Prokofjew-Klavierkonzerte zusammen mit dem Budapest Festival Orchestra (Dirigent: Iván Fischer) in der Philharmonie Berlin auf; das war schon mehr als sportiv und zeugte v.a. von Levits künstlerischem Selbstanspruch und seiner belastungsfreudigen Durchschlagskraft.

Der Levit war schon immer offen für Stücke, die er entweder noch nie zuvor gespielt oder die er halt wegen ihrer (aus welchen Gründen auch immer) stiefmütterlichen Behandlung im Konzertbetrieb als besonders aufführungswert und -wichtig erachtete - vor vier Jahren hatte er z.B. (zusammen mit dem Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano) den zirka 80-minütigen Klavierkonzert-Klopper von Busoni zum MUSIKFEST BERLIN hergewuchtet.

Nicht ganz so lang, doch mit einer Aufführungsdauer von immerhin 40 Minuten mehr als respektabel, erstreckt sich das Klavierkonzert Es-Dur op. 31 von Hans Pfitzner (1869-1949); auch das dürfte Levit in seinem bisherigen Pianistenleben noch nicht öffentlich gespielt haben. Und Christian Thielemann (seines Zeichens ein Palestrina-Sachverständiger ersten Ranges [Palestrina, die 1917 in München uraufgeführte einzige Oper Pfitzners], mit dem er in den letzten Jahren immer öfter und sehr gern gemeinsame Projekte unternahm, hatte ihn sicherlich darauf gebracht und letztlich überzeugen können, dass sie das jetzt mit der Staatskapelle Berlin gemeinsam stemmen sollten; der Thielemann hatte das 2011 schon mal mit Tzimon Barto und der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Uraufführungsorchester, praktiziert.

(Und wer sich das Werk im Nachklang anhören wollen würde: Auf Youtube ist eine 1943er Aufnahme mit Walter Gieseking, dem Uraufführungspianisten von 1923, und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter Albert Bittner streambar.)

Gesagt, getan.


"Stilistisch steht das Konzert eher in der Nachfolge von Johannes Brahms und Franz Liszt als bei der musikalischen Moderne seiner Zeit. Typisch für Pfitzner sind weit gespannte, oft melancholische Melodien, komplexe Harmonik mit spätromantischer Farbigkeit, dichter kontrapunktischer Orchestersatz und ein eher symphonisches Verständnis des Konzerts: Das Klavier ist nicht bloß Soloinstrument, sondern eng in den Gesamtklang eingebunden.

Die drei Sätze verlaufen
[nach sachdienlicher Auskunft von ChatCBT) ungefähr so:

Allegro – groß dimensionierter, dramatischer Kopfsatz mit anspruchsvoller Klaviertechnik und ständigem Dialog mit dem Orchester.
Adagio – lyrischer, introvertierter Mittelsatz von beinahe meditativer Ruhe.
Finale – kraftvoll und brillant, mit spätromantischer Steigerungsdramaturgie und virtuosem Abschluss.

Das Werk gilt als pianistisch extrem schwierig und wird deshalb relativ selten gespielt."



Genauso war's dann auch.

Was auffiel: Der gigantisch anmutende Orchesterapparat und die vielen, vielen Instrumentalsoli, die die Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle selbstverständlich tipptopp herauszukristallisieren wussten.



Igor Levit und die Staatskapelle Berlin (Dirigent: Christian Thielemann) spielten Pfitzners Klavierkonzert in der Staatsoper Unter den Linden am 18. Mai 2025 | Foto (C) Stephan Rabold


*

Nach der Pause gab's dann noch zwei sinfonische Dichtungen von Franz Liszt und die Tannhäuser-Ouvertüre von Wagner zu hören; da war ich allerdings in live nicht mehr zugegen..
Andre Sokolowski - 19. Mai 2026
ID 15864
SYMPHONIEKONZERT VII (Staatsoper Unter den Linden, 18.05.2026)
Hans Pfitzner: Klavierkonzert Es-Dur op. 31
Franz Liszt: Orpheus S 98
- Prometheus S 99
Richard Wagner: Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Igor Levit, Klavier
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Christian Thielemann


Weitere Infos siehe auch: https://www.staatskapelle-berlin.de


https://www.andre-sokolowski.de

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