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MUSIKFEST BERLIN 2022

Klavierkonzert mit Männerchor

von Ferruccio Busoni


Bewertung:    



Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia mit ihrem Chefdirigenten Sir Antonio Pappano waren zum ersten Mal beim MUSIKFEST BERLIN zu Gast. Im Gepäck hatten sie eine gigantische Rarität, die ihnen "auszugraben" wichtig schien, ja und womit sie dachten, dass sie uns Konzertbesucherinnen und -besucher überwältigendermaßen überraschten:


"Ferruccio Busonis Klavierkonzert op. 39 ist ein Werk von architektonischen Ausmaßen. Hochgradig virtuos, von über einer Stunde Dauer samt furiosem Chorfinale. Aufgrund seiner Dimensionen ist das Werk eher selten im Programm.

[...]

Sohn einer deutschen Pianistin und eines italienischen Klarinettisten, verheiratet mit einer Schwedin, Lehrer in Finnland, Österreich, Russland, Deutschland und Italien: Ferruccio Busoni, einer der größten Klaviervirtuosen aller Zeiten, war ein überzeugter Europäer. Die meiste Zeit lebte er in Berlin, wo er in den Jahren 1902 bis 1909 eine damals beispiellose Neue-Musik-Reihe leitete, in der er auch sein eigenes Klavierkonzert vorstellte – ein monumentales pantheistisches Erlösungsdrama, dessen Chorfinale Verse des dänischen Goethe-Zeitgenossen Adam Oehlenschlägers zugrunde liegen: 'Hebt zu der ewigen Kraft Eure Herzen, fühlet Euch Allah nah, schaut seine Tat!' Natürlich nahm Busoni bei der Premiere am 10. November 1904 selbst am Flügel Platz: Die pianistischen Vertracktheiten dieser Partitur stellen die jedes Rachmaninow-Konzerts in den Schatten. Dabei sind in Busonis 'Wolkenkratzer-Konzert' (wie er es nannte) Orchester- und Solopart untrennbar miteinander verwoben, weshalb das Werk weniger Virtuosenkonzert denn Chorsymphonie mit obligatem Klavier ist."

(Quelle: MUSIKFEST BERLIN)



Ferruccio Busoni (ca. 1895) | Bildquelle: Wikipedia


Die Italiener hatten freilich nicht nur den gigantischen Busoni-Klopper, sondern auch noch Igor Levit "im Gepäck", denn irgend jemand musste schließlich den Klavierpart präsentieren. (Es ist einfach davon auszugehen, dass sich weltweit kaum je Pianistinnen bzw. Pianisten finden ließen, die dann ein Klavierkonzert von zirka einer Stunde Dauer spielen - doch im Fall von Igor Levit ist das immer bisschen anders, weil er ja auch immer, weltneugierig wie er nun mal ist, nur das mitmacht, was ihn professionell interessiert und also für ihn nicht alltäglich wäre, auch privat nicht.)



Igor Levit und Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Sir Antonio Pappano spielten Busonis Klavierkonzert mit Männerchor beim MUSIKFEST BERLIN am 5. September 2022 | Foto (C) Fabian Schellhorn / Berliner Festspiele

*

Ich war also auf diesen Busoni-Klopper, den ich nie vorher gehört hatte und dessen Existenz mir bis dahin auch nicht geläufig war, mehr als gespannt und zog ihn mir jetzt nachträglich auf der MUSIKFEST-Mediathek herein.

Ernüchterung, total.

Ich konnte keine unverwechselbare Handschrift jenes einstigen Klavierstar-Komponisten ausmachen; im 1. Satz vermeinte ich so Ähnliches wie bei dem Anfang von Tschaikowskis b-Moll-Klavierkonzert gehört zu haben. Der 2. Satz imitierte Liszts verkomponierte pianistische Extra-Launen. Im 3. Satz (der mir der angenehmste war) tupfte sich Igor Levit peu à peu voran. Ja und der 5. Satz (den 4. hatte ich bereits vergessen, wie der klang) hatte so eine merkwürdige Ambition, der Neunten Beethovens mit ihrem Schlusschor Konkurrenz machen zu wollen - mit dem Unterschied, dass es hier nicht um Schillers "Freude schöner Götterfunken", sondern lediglich um Alladins Wunderlampe ging; ja und weshalb dann nur ein Männerchor zu hören war, erschloss sich mir dann auch nicht weiter groß.

Entnervend, furchtbar.


* *

Die Begeisterung in der Philharmonie Berlin war dennoch riesengroß - der Levit zieht halt überall und jedes Mal; egal, was er vorspielt.

Andre Sokolowski - 10. September 2022
ID 13797
MUSIKFEST BERLIN (Philharmonie Berlin, 05.09.2022)
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 - Fassung für Streichorchester
Ferruccio Busoni: Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor C-Dur op. 39
Igor Levit, Klavier
Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia
Choreinstudierung: Piero Monti
Dirigent: Sir Antonio Pappano
Konzertaufzeichnung auf der Mediathek der Berliner Festspiele, angesehen und angehört am 09.09.2022


Weitere Infos siehe auch: https://www.berlinerfestspiele.de/de/musikfest-berlin/start.html


https://www.andre-sokolowski.de

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