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Konzertkritik

Wagners

Götter-

dämmerung

als "historisch informierte" konzertante Aufführung bei den Dresdner Musikfestspielen 2026


Bewertung:    



Vor sage und schreibe 43 Jahren war ich, ein geborenes DDR-Kind, zum letzten Mal im Dresdner Kulturpalast. Das war anlässlich der konzertanten Götterdämmerung mit der Staatskapelle Dresden, womit Marek Janowski seine bis heute referenztaugliche Studioproduktion von Wagners Ring des Nibelungen (1980-83) abschloss; auch die andern drei Teile, die jeweils ein Jahr zuvor in Zusammenarbeit von ETERNA mit einem westdeutschen Label (das es heute nicht mehr gibt) aufgenommen und anschließend mit je einer konzertanten Aufführung ergänzt wurden, hatte ich damals, Anfang 20 wie ich war, live erlebt...

*

Jetzt also wieder Götterdämmerung - jetzt allerdings unter völlig anderen Vorzeichen:

Kent Nagano seinerseits schloss mit ihr (s)eine sechsjährige intensive Auseinandersetzung mit Wagners Ring ab - es handelte und handelt sich um ein singuläres "historisch informiertes" Großprojekt, mit einem umfangreichen musikwissenschaftlichen und musikhistorischen Beiwerk, das das Alte-Musik-Ensemble Concerto Köln 2021 mit dem Rheingold startete und Jahr für Jahr weiterführen wollte. Doch aus irgendwelchen Gründen stockte die so euphorisch begonnene Arbeit, und von fortführenden Terminen war dann erstmal nichts zu sehen oder zu erfahren - bis es der umtriebige Jan Vogler (seit 2009 Intendant der Dresdner Musikfestspiele), der von diesem Großprojekte schon lange wusste und sich folgerichtig auch hierfür zunehmend zu interessieren schien, vor dem Aus rettete, indem er es schlicht und einfach "okkupierte" (um es satirisch auszudrücken); und gottlob funktionierte dieser Geniestreich, mittlerweile hatte sich sogar (exklusiv für diese Götterdämmerung) das US-amerikanische The Packard Humanities Institute als Sponsor eingebracht.

Also, los ging's mit einem zweiten Rheingold-Anlauf - diesmal mit dem von Vogler gegründeten Dresdner Festspielorchester und Musikerinnen und Musikern von Concerto Köln, und dann wurden halt kontinuierlich sowohl Die Walküre als auch Siegfried, jeweils zu den Dresdner Musikfestspielen 2024 und 2025, konzertant aufgeführt und mit diversen Gastspielen anderswo ergänzt.

Dominik Frank und Volker Kraft (ihres Zeichens wissenschaftlicher Leiter und musikalischer Studienleiter des Teams hinter dem künstlerisch-wissenschaftlichen Projekt) sorgten für die Konzerteinführung, bei der sie auf die eine oder andere Besonderheit und Unterscheidung (zum herkömmlichen Wagner-Musizieren) allgemeinverständlich und unterhaltsam eingingen; das war ein guter Einstieg zu den darauffolgenden fünfeinhalb Stunden Aufführungsdauer, wobei Nagano ein weitaus angezogeneres Tempo anging als viele seiner traditionellen Kolleginnen und Kollegen.

Alles in allem gestaltete sich die Götterdämmerung, obgleich sie kostümlos verlief, durchaus halbszenisch, weil es die Protagonistinnen und Protagonisten perfekt verstanden, die Geschichte und Geschichten hinter der Musik (grandiose Textverständlichkeiten!) überzeugend zu prononcieren. Musikalisch gestalten, also singen, taten sie natürlich auch, allen voran Young Woo Kim (als Siegfried), Åsa Jäger (als Brünnhilde) und Patrick Zielke (als Hagen); das hatte schon Weltniveau. Und alle andern Mitwirkenden: auch sehr gut.

Sensationell zudem der von Enoch zu Gutenberg einst gegründete Chor der Klangverwaltung sowie der Dresdner Festspielchor der Richard-Wagner-Akademie (als Hagens Mannen und gemischte Doppelhochzeitsgesellschaft im Zweiten Akt).

Kurzweiliges Totalerlebnis.

Standing Ovations.




Åsa Jäger (als Brünnhilde) und Young Woo Kim (als Siegfried) in der "historisch informierten" konzertanten Götterdämmerung unter Kent Nagano bei den Dresdner Musikfestspielen 2026 | Foto (C) Oliver Killig

Andre Sokolowski - 15. Mai 2026
ID 15856
GÖTTERDÄMMERUNG (Kulturpalast Dresden, 14.05.2026)
Historisch informierte konzertante Aufführung

Richard Wagner: Götterdämmerung. Dritter Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen
Young Woo Kim, Tenor (Siegfried)
Johannes Kammler, Bariton (Gunther)
Daniel Schmutzhard, Bariton (Alberich)
Patrick Zielke, Bass (Hagen)
Åsa Jäger, Sopran (Brünnnhilde)
Sophia Brommer, Sopran (Gutrune)
Olivia Vermeulen, Mezzosopran (Waltraute)
Jasmin Etminan, Sopran (Erste Norn)
Marie-Luise Dressen, Mezzosopran (Zweite Norn)
Valentina Farcas, Alt (Dritte Norn)
Ania Vegry, Sopran (Woglinde)
Ida Adrian, Mezzosopran (Wellgunde)
Eva Vogel, Alt (Flosshilde)
Dresdner Festspielchor der Richard-Wagner-Akademie
Chor der Klangverwaltung
Dresdner Festspielorchester
Concerrto Köln
Dirigent: Kent Nagano
DRESDNER MUSIKFESTSPIELE 2026


Weitere Infos siehe auch: https://www.musikfestspiele.com


https://www.andre-sokolowski.de

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