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Premierenkritik

24. November 2013 - Komische Oper Berlin

WEST SIDE STORY



Julia Giebel (oben) und Tansel Akzeybek (unten) in West Side Story an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Iko Freese/drama-berlin.de



Jets und Sharks und...


Hamlet hin und Hamlet her - vielleicht am Ende doch viel, viel zu kompliziert gestrickt...

Das vielleicht "einfachste" und schönste Shakespearestück heißt allerdings (nach meinem Bauchempfinden) Romeo und Julia. Und so ähnlicht fühlten es zu ihrer Zeit vielleicht auch Jerome Robbins & Leonard Bernstein, als sie West Side Story dichteten und komponierten; die Gesangstexte steuerte damals Stephen Sondheim bei.

* * *

Theatermagier Barrie Kosky, der dem Musical jetzt einen hoffentlich lang anhaltenden Dauerplatz im Repertoire der Komischen Oper Berlin einräumen wollte und es konsequent (in Co-Regie mit Otto Pichler, der zugleich choreografierte) besorgen tat, äußerte sich im Programmheft-Beitrag "über jüdische Wurzeln, antike Tragödien und Momente der Sprachlosdigkeit" hinsichtlich West Side Story; u.a. steht da zu lesen: "Manchmal hört man förmlich den Kantor in der Synagoge singen, man denke nur an die langen melancholischen Linien in 'Tonight'. Da besteht eine starke Verbindung zur rituellen hebräisch-jüdischen Musik." Klingt gut, oder? Jedenfalls kann ich mich mich entsinnen, dass das je wer so präzise und so gut zum Ausdruck hätte bringen können wie der Kosky hier und jetzt!

*

Bemerkenswert auch: Kaum, dass dann der Vorhang aufging und man so das allererste Lebenszeichen dieser wie ein vorlaut-überreifer Blumenstrauß im Zeitraffer schier auseinanderexplodierenden Theatermenschenansammlung (ja und man sah erst "nur" einen mit einem Ball herumspielenden Jüngling) zu erspähen und/oder zu deuten in der Lage war, wusste man diesen ersten Augenblick bereits - das Ding wird gut!

Danach brach alles rasendschnell und unter Dauerdampf aus sich heraus... Die jugendlichen Jets und Sharks [noch einmal kurz zum Alt-Vergleich: gemeint sind, wie beim Shakespeare, Capulets und Montagues] bevölkerten diesen gesamten Szenenraum; die Bühne (Barrie Kosky | Esther Bialas) nahm sich dabei gar nicht mal so überwichtig - Hauptsache war, dass dann alle Tänzer, Sänger, Schauspieler (und alles Drei's in Einem) Platz genug zum Ausagieren und zum Austoben besaßen. Und man wusste nicht, wohin man seine Augen schwerpunktmäßig richten sollte. Alles, alles sehenswert!!!

Das Orchester der Komischen Oper Berlin - dessen Musiker (was diesen neuerlichen Musical-Ausflug betrifft) als wahre Kompetenz-Schrittmacher ihres (neuerlichen Wahl-)Fachs hergelobigt werden müssten - spielte so, als hätte es ausschließlich nur die West Side Story seit Jahrzehnten auf dem Plan; und Alles zudem frisch und froh und frei... Was für 'ne Lust, ihm so zu lauschen!! Koen Schoots hatte es dirigiert!

Julia Giebel (als Maria) sowie Tansel Akzeybek (als Tony): Lieblinge des Abends, und auch Lieblinge von mir!!

Daniel Therrien (als Riff), Gianni Meurer (als Bernardo), Sigalit Feig (als Anita) oder Kevin Foster (als Chino): Auch Lieblinge des Abends, und auch Lieblinge von mir!!!

Die "Urgesteine" der KOB Peter Renz (als Doc) oder Christoph Späth (als Schrank, Polizist): auch gut!!!!!

Es gäbe wohl noch Vieles zu berichten - doch ich will's mit einem scharf machenden Text (und ganz im Sinne von Erfolg versprechenden Verkaufszahlen) bewenden lassen, ja.

Bestürzend-schöner Abend.




Jets und Sharks in West Side Story an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Iko Freese/drama-berlin.de



Bewertung:    


Andre Sokolowski - 25. November 2013
ID 7397
WEST SIDE STORY (Komische Oper Berlin, 24.11.2013)
Musikalische Leitung: Koen Schoots
Inszenierung: Barrie Kosky und Otto Pichler
Choreographie: Otto Pichler
Bühnenbild-Konzept: Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme: Esther Bialas
Dramaturgie: Johanna Wall
Chor: David Cavelius
Lichtdesign: Franck Evin
Besetzung:
Maria ... Julia Giebel
Tony ... Tansel Akzeybek
Anita ... Sigalit Feig
Riff ... Daniel Therrien
Bernardo ... Gianni Meurer
Doc ... Peter Renz
Schrank, Polizist ... Christoph Späth
Krupke, Polizist ... Philipp Meierhöfer
Glad Hand ... Frank Baer
Jets ... Hunter Jaques, Paul Gerritsen, Silvano Marraffa, Robin Poell, Shane Dickson und Christoph Jonas
Jet-Girls ... Claudia Greco, Meri Ahmaniemi und Bettina Kenney
Sharks ... Kevin Foster, Mate Gyenei, Terence Rodia, Andreas Simonffy, Csaba Nagy, Zoltan Fekete und Axel Baer
Shark-Girls ... Mariana Prét, Kym Boyson, Isabela Silvová, Judit Szoboszlay, Martina Borroni und Alessandra Bizzarri
Orchester der Komischen Oper Berlin
Premiere war am 24. November 2013
Weitere Termine: 28., 30. 11. | 3., 5., 8., 13., 18., 23., 25., 29., 31. 12. 2013 || 4., 5., 25. 1. | 24. 5. 2014
Original Broadway-Produktion von Robert E. Griffith und Harold S. Prince nach Übereinkunft mit Roger L. Stevens


Weitere Infos siehe auch: http://www.komische-oper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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