Jonathan Tetelmann und
Marina Prudenskaya waren
Samson et Dalila in der
Staatsoper Unter den Linden
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Bewertung:
Am kommenden Sonntag ist die letzte Gelegenheit Jonathan Tetelmann (38), den derzeit aufstrebendsten und also hörens- als wie sehenswertesten Startenor der nachfolgenden Startenor-Generation (Alagna, Kaufmann, Beczała, und wie sie alle heißen, haben ihre sängerischen Zenits längst überschritten und halten sich "nur noch" dank ihres jahre- und jahrzehntelangen Startenor-Images), in der Berliner Staatsoper live zu erleben - dort war er jetzt (an der Seite der immer noch fulminant sich anhörenden Marina Prudenskaya) in Saint-Saëns' Samson et Dalia erlebbar, und die Bude bebte vor Begeisterung!
In dem von Camille komponierten und 1877 unter Franz Liszt in Weimar uraufgeführten alttestamentarischen Bibelschinken geht es um das Folgende:
"Feindschaft, Hass und Glaubenskrieg, Macht, Ohnmacht und Begehren: Im Freiheitskampf der Hebräer erhebt Samson als Geweihter Gottes seine Stimme gegen die feindlich gesinnten Philister. Samson scheint unbesiegbar, bis die Liebe zur Philisterin Dalila ihn verwundbar macht. Sie weiß um das Geheimnis seiner außergewöhnlichen Kraft. Auf dem Spiel steht der Verlust der eigenen Identität. Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt." (Quelle: staatsoper-berlin.de)
Ich war vor sieben in der von Daniel Barenboim dirigierten Premiere und bezeichnete die Inszenierung von Damián Szifron als "barbarischen Kitsch", und davon weiche ich auch heute nicht groß ab.
Nichtsdestotrotz wurde diesmal - insbesondere aufgrund der musikalischen Wiedereinstudierung und Leitung durch den britischen Dirigenten Alexander Soddy (43) - das gewöhnungsbedürftig Szenische "hart" konterkarriert; und nicht allein dass er die Tempi stellenweise bis ins Extreme anzog und v.a. nach der Pause die im dritten Akt vorherrschenden Gewalt- und Sexualorgien zum Exzess hochkochen ließ (Staatsopernchor & Staatskapelle in Höchstform!!), verlieh er dem ansonsten zu dahindämmernden Schlafanfälligkeiten verleitendem Werk einen krass aufmunternden Schubs, ja und das alles saß halt wie 'ne Eins.
Und: Tetelmann (als Samson) und Prudenskaya (als Dalila) beherrschten freilich voll und ganz den dreistündigen Abend.
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Samson et Dalila an der Staatsoper Unter den Linden, 2019 | Foto (C) Matthias Baus
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Geht hin (am Sonntag letztmals, wie bereits bemerkt) und seht und hört euch all das an, euch wird's vom Stuhl hauen, versprochen.
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Andre Sokolowski - 11. September 2026 ID 16034
SAMSON ET DALILA (Staatsoper Unter den Linden, 10.09.2026)
Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Inszenierung: Damián Szifron
Szenische Einstudierung: Marcin Łakomicki
Spielleitung: Leander Teßmer und Marcin Łakomicki
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Gesine Völlm
Licht: Olaf Freese
Video: Judith Selenko
Choreographie: Tomasz Kajdański
Einstudierung Chor: Gerhard Polifka
Besetzung:
Samson ... Jonathan Tetelman
Dalila ... Marina Prudenskaya
Oberpriester des Dagon ... Łukasz Goliński
Abimélech ... Carles Pachon
Ein alter Hebräer ... William Thomas
Erster Philister ... Álvaro Diana
Zweiter Philister ... Irakli Pkhaladze
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
Premiere war am 24. November 2019.
Weiterer Termin: 13.09.2026
Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsoper-berlin.de
https://www.andre-sokolowski.de
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