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Parsifal am Aalto Musiktheater Essen | Foto (C) Matthias Jung

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Am Pfingstsonntag stand Wagners fünfeinhalbstündiges Bühnenweihfestspiel Parsifal (Inszenierung: Roland Schwab) das vorerst letzte Mal auf dem Programm des AALTO MUSIKTHEATERs in Essen.

(Schwab fiel vor vier Jahren in Bayreuth auf, als er ein Jahr nach Corona dort "vorsorglich" Regie führte, falls ja der neue RING wegen einer zu befürchtenden neuen Covid-Ansteckungswelle und der damit einhergehenden Probenbegrenzung nicht hätte Premiere haben können und die Festspielleiterin wenigstens dann einen neuen Tristan aus dem Hut hätte zaubern können, was letztendlich auch so kam, indem sie Schwab hierfür halt als "Verlegenheit" bestellte, und obgleich ein neuer Tristan mit einem völlig anderen Team vertraglich längst gebunden war, sodass der Schwab'sche Tristan sage und schreibe nur ein einziges Festspieljahr lang aufgeführt wurde; schade eigentlich.)

Und das szenisch Beste am Essener Parsifal war das hier:

Im Ersten Aufzug sehen wir die sieche Bruderschaft als ein auf Gehgerüsten und Rollatoren sich fortbewegender Pulk inmitten eines wasserüberfluteten kanalisationsähnlichen Raumes, dessen halbrunde Überdachung stark an den berühmten Zeittunnel von Peter Sykora aus Götz Friedrichs legendärem RING an der Deutschen Oper Berlin erinnerte; das Essener Bühnenbild kreierte Piero Vinciguerra. Und dann - als sog. "Enthüllung des Grals" - richteten sie Amfortas (großartig gespielt und gesungen von Heiko Trinsinger) in seinem Krankenbett auf, befestigten sechs Schläuche an seine als offene Wunden markierten Oberkörperstellen, und aus diesen Schläuchen floss literweise Theaterblut herab, und es tropfte und tropfte und tropfte aus ihm; und einige Besucher (ich schaute mich neugierig um) hielten sich währenddem entsetzt die Hände vors Gesicht und wollten es nicht fassen, dass man mit der Opfergabe szenisch soweit gehen würde; das war, wie bereits vermerkt, das Beste dieses neuen Parsifal, und es war wirklich neu und neu-schockierend obendrein, bravo-bravissimo!!

Ja und dann gab es auch noch die grandiose Dshamilja Kaiser (als Kundry), und die räumte nicht allein, was ihr wohlig warmer und zu messerscharfen Höhenausbrüchen fähiger Mezzosopran hervorzuzaubern vermochte, ab, nein, sie sah dann auch noch blendend aus und konnte überzeugend schauspielern!

Auch Daniel Frank (in der Titelrolle) sowie Friedemann Röhlig (als Gurnemanz) und Almas Svilpa (als Klingsor) lieferten zufriedenstellend ab.

Extrachor & Chor des Aalto Theaters klangen kräftig klar und homogen.

Und der Deutsch-Amerikaner Erik Nielsen dirigierte die Essener Philharmoniker, die ihrerseits den Parsifal in (für Nielsen) gebot'ner weihevoller Breite und insgesamtem Schönklang zelebrierten.



Parsifal am Aalto Musiktheater Essen | Foto (C) Matthias Jung

Andre Sokolowski - 26. Mai 2026
ID 15877
PARSIFAL (Aalto Musiktheater Essen, 24.05.2026)
Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Inszenierung: Roland Schwab
Bühne: Piero Vinciguerra
Kostüme: Gabriele Rupprecht
Video: Ruth Stofer
Kinderchoreinstudierung: Patrick Jaskolka
Dramaturgie: Patricia Knebel
Besetzung:
Parsifal ... Daniel Frank
Kundry ... Dshamilja Kaiser
Gurnemanz ... Friedemann Röhlig
Amfortas ... Heiko Trinsinger
Klingsor ... Almas Svilpa
Titurel ... Andrei Nicoara
Stimme aus der Höhe ... Liliana de Sousa
Die Namenlose ... Renate Henze
u.v.a.
Aalto Kinderchor
Opernchor und Extrachor des Aalto-Tjheaters
Essener Philharmoniker
Premiere war am 16. März 2025.


Weitere Infos siehe auch: https://www.theater-essen.de


https://www.andre-sokolowski.de

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