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BERLINALE

PERSPEKTIVE DEUTSCHES KINO 2014

Kurzkritiken zu ausgewählten Filmen (in alphabetischer Reihenfolge)



Amma & Appa
von Franziska Schönenberger (Dokumentarfilm, 90 Min)

Eine junge bayerische Studentin verliebt sich in einen indischen Kommilitonen. Die geplante Heirat stößt vor allem auf Seiten der Schwiegereltern auf Vorbehalte. Sehr persönliche und unterhaltsame Culture-Clash-Dokumentation, die mit ihrer Warmherzigkeit gegenüber allen Figuren und ihrer entwaffnender Offenheit, mit der die Thematik behandelt wird, überzeugt. Mit leichter Hand, aber nicht leichtsinnig inszeniert.

Bewertung:    




Amma und Appa © Perspektive Deutsches Kino



Anderswo
von Ester Amrami (Spielfilm, 90 Min)

Eine junge Israelin scheitert an ihrer Universität mit dem Antrag auf das interessante Forschungsprojekt, ein Lexikon unübersetzbarer Begriffe zu schreiben, was ihre Beziehungs- und Identitätskrise verschärft. Kurzentschlossen reist sie zu ihrer Familie nach Tel Aviv, wo sie zwar eine Sinnlichkeit und Lebendigkeit findet, die sie in Berlin vermisst, aber auch mit einem familiären und politischen Chaos konfrontiert ist, das sie nervt. Pointiert inszenierte, vielschichtige Tragikomödie, die auf sehr sympathische Weise das Gefühl von Zerrissenheit und Fremdheit illustriert, das sensible Menschen zu Hause genauso ereilen kann wie in der Fremde.

Bewertung:    



Bosteri unterm Rad
von Levin Hübner (Dokumentarfilm, 24 Min)

Etwas zu kurzes, liebesvolles und skurriles Porträt der Bewohner eines Dorfes mitten in der kirgisischen Steppe, am Rand des Tien-Shan-Gebirges und am Ufer des heiligen Sees, dem Issyk Kul, einem der größten Gebirgsseen der Erde. Dort steht ein Riesenrad, das sich nur zwei Monate im Jahr dreht.

Bewertung:    



El carro azul
von Valerie Heine (Kurzfilm, 20 Min)

Ein aus dem Exil herangereister, junger Kubaner versucht, seinem geistig gehandicapten Bruder über die Trauer über ihre verstorbene Großmutter hinwegzuhelfen. Subtil erzählter, indes wenig anregender Kurzfilm, der viele Anspielungen offen hält.

Bewertung:    



Flowers of Freedom
von Mirjam Leuze (Dokumentarfilm, 98 Min)

Täglich fahren durch das kirgisische Dorf Barskoon riesige LKWs mit einer tödlichen Fracht: Zyanid, eine hochgiftige Chemikalie, mit deren Hilfe in der nahe gelegenen Kumtor-Mine Gold abgebaut wird. 1998 stürzt ein mit Zyanid beladener LKW in den Fluss des Dorfes, Hunderte von Dorfbewohnern erkranken. Sieben Jahre später – in denen die kirgisische Regierung nichts unternommen hat – beginnen mutige Frauen ihren Kampf für die Rechte der Opfer und protestieren vor Ort. Der Zyanideinsatz lässt das ökologische System zerkrachen, an der Verseuchung des Trinkwassers sind mehrere Menschen verstorben. Die korrupte Regierung hat keine Informationen gegeben und keine Krankenscheine ausgestellt, sodass nur in wenigen Fällen die Krankheitsfolgen einklagbar sind. Die sich selbst „Mädchen“ nennenden Frauen sind über ihren Widerstand nach der Revolution in der sozialistischen Partei zur Stimme gekommen. Eine Protagonistin ist Abgeordnete geworden und verordnet Bodenproben in ihrer Heimat – bisher leider ohne Erfolg. Die kanadischen Investoren wissen alles gut zu kaschieren. Leider liefert der Film keinen genauen Aufschluss über die Wirkungen von Zyanid, was der einzige Schwachpunkt in einer aufschlussreichen, wichtigen Dokumentation ist.

Bewertung:    



nebel
von Nicole Vögele (Dokumentarfilm, 60 min)

Ein Mosaik von Landschafts- und Momentaufnahmen aus dem Schweizer Mittelland, das sich ganz auf die Schönheit oder Poesie der Aufnahmen verlässt. Der sehr ruhige Schnittrhythmus gibt Zeit, sich auf die gezeigten Facetten des Landstriches einzulassen, kann indes aber nicht verhehlen, dass kein Roter Faden vorhanden ist.

Bewertung:    


Raumfahrer
von Georg Nonnenmacher (Dokumentarfilm, 40 Min)

Zu essayistisch zusammengestellten Großaufnahmen sind aus dem Off von Gefängnisinsassen Beschreibungen ihrer Gefühle zu hören, die sie bei Fahrtransporten empfinden: darüber, dass sie zwar einen Ausschnitt der Welt der Freiheit sehen können, aber nicht in den Genuss derselben kommen können. Eine konsequent und adäquat fotografierte, indes redundante Fingerübung.

Bewertung:    



Der Samurai
von Till Kleinert (Spielfilm, 80 Min)

Ein geheimnisvoller Transvestit metzelt sich mit seinem Samuraischwert durch eine brandenburgische Kleinstadt und konfrontiert einen naiven jungen Polizisten mit den animalisch-aggressiven Seiten des Menschen, bis dieser selbst seiner Wolfshaftigkeit nachgeben muss. Dass der Killer in dieser spannend und originell erzählten Variation des Werwolfs- und Slasher-Horrorfilms in Frauenkleidern umherrast, ist nur eine von mehreren Irritationen, mit denen das Drehbuch gekonnt spielt.

Bewertung:    




Der Samurai (Polizist im Wald) © Emi Maria Bohacek, Edition Salzgeber



Tape_13
von Axel Stein (Spielfilm, 82 Min)

Zwei junge Pärchen und ihre Freunde übernachten ein Wochenende in einem kleinen Haus mitten in einem Wald in der westdeutschen Provinz, wo sie – Überraschung – mit unheimlichen, paranormalen Erscheinungen und schließlich sogar Morden konfrontiert sind. Das Debüt des Schauspielers Axel Stein überzeugt durch den bewussten Gebrauch von Stilmitteln (subjektive Kamera als sei Amateurfilm gedreht worden), kann sich aber dramaturgisch zu keinem Zeitpunkt von den zitierten Vorbildern des Teenage-Horrorfilms lösen und bleibt letztlich vorhersehbar.

Bewertung:    


Gabriele Leidloff & Max-Peter Heyne - 14. Februar 2014
ID 7601
Weitere Infos siehe auch: http://www.berlinale.de


Siehe auch:

Kurzkritiken zu ausgewählten Filmen im FORUM

FORUM EXPANDED

PANORAMA

Post an Gabriele Leidloff

Post an Max-Peter Heyne



 

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