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BERLINALE

Forum Expanded der BERLINALE

Kurze und mittellange Filme im Screening (in alphabetischer Reihenfolge)



Qualitativ sehr heterogene Beiträge, von denen die folgenden besonders sehenswert sind: 23rd August 2008 von Laura Mulvey, Faysal Abdullah und Mark Lewis sowie Pierrot Lunaire von Bruce LaBruce.

Die noch relativ junge Reihe FORUM EXPANDED ergänzt das Programm mit Experimentalfilmen und Ausstellungsbeiträgen, die zum Teil auch als Loops an verschiedenen Orten Berlins präsentiert werden.


* * *


23rd August 2008
von Laura Mulvey, Faysal Abdullah, Mark Lewis, Großbritannien 2013, 22 min, engl. OF

Interviewfilm: Ende der 1980er aus dem Irak ins europäische Exil geflüchtet, hofft Kamel bei seiner Heimkehr 2003 ein neues Land vorzufinden. Das spannendes Porträt gibt einen interessanten Einblick in das Leben irakischer Linksintellektueller und besteht nur aus zwei Einstellungen: Erst eine kurze Aufnahme des berühmten Buchmarkts in Bagdad, gefolgt von einem 18-minütigen Monolog, der in einer einzigen Kameraeinstellung aufgenommen wurde. Faysal Abdullah, der Sprecher, lässt so ein Porträt seines jüngeren Bruders Kamel entstehen, der in den 1980er Jahren ins Exil gehen musste und nach seiner Rückkehr ein politisches Amt übernahm und ermordet wurde.



23rd of August - Foto © Laura Mulvey, Mark Lewis and Faysal Abdullah


Behind the Sun
von Monira Al Qadiri, Kuwait 2013, 10 min, Arabisch mit engl. UT

VHS-Aufnahmen brennender Ölfelder in Kuwait in 1991, die nach dem Zweiten Golfkrieg von den auf dem Rückzug befindlichen irakischen Truppen in Brand gesetzt wurden, als verfallendes Porträt vom Ende der Welt. Die Bilder des Infernos werden mit Audiomonologen aus islamischen TV-Programmen kombiniert.


Inferno
von Yael Bartana, Niederlande/USA 2013, 22 min

Ausgangpunkt des Films ist der aktuelle Bau des dritten Salomonischen Tempels in São Paulo, eine Replik des Tempels in Jerusalem durch die brasilianische evangelikale Universal Church of the Kingdom of God, die in den späten 1970er Jahren in Rio de Janeiro gegründet wurde und weltweit Millionen von Anhängern hat. Inferno fokussiert diese Vermischung von Orten, Zeiten, Geschichte und Glauben. Bartanas Arbeit zitiert - durchgehend in Zeitlupe - Hollywood-Actionfilme.


Leaves Fall in All Seasons
von Ahmed Mater, Saudi-Arabien 2013, 20 min, Arabisch mit engl. UT

Aus Videobotschaften, die Arbeitsmigranten - beteiligt am Bau von Mekkas höchstem Gebäude - an ihre Familien schickten, kreiert der Filmemacher eine Anordnung von Blicken auf das vielfältige Leben im religiösen Zentrum der islamischen Welt. Der Film besteht aus Aufnahmen von Mobiltelefonen, die Arbeiter auf Baustellen in und um Mekka zwischen 2008 und 2013 gemacht haben. Der Film stellt auch eine künstlerische und erzählerische Einführung in die Alltagsrealität eines Schauplatzes religiöser Pilgerreisen aus der Perspektive von Arbeitsmigranten dar.


Orbitalna
von Marcin Malaszczak, Deutschland/Polen 2014, 25 min, Polnisch mit engl. UT

Die letzte Dimension der Arbeit ist die Arbeit an der Maschine, die arbeitet. Umgeben von einer scheinbar endlosen Nacht werden aus Konstellationen von Lichtern Maschinen, die schwerelos in einem undefinierten Raum graben. Am Tag setzt sich ein Beförderungsband wie von selbst in Bewegung. Sein ohrenbetäubendes Arbeiten und Beben wird von einer Frau beobachtet und kontrolliert. Der Mensch als Instandhalter der Maschine.


Pierrot Lunaire
von Bruce LaBruce, Deutschland/Kanada 2014, 51 min, Deutsch/Englisch mit Engl. UT

Der Komponist Arnold Schönberg arrangierte Teile des Gedichtzyklus Pierrot Lunaire von Albert Giraud zu einer Komposition für fünf Musiker und eine Sängerin zu einem seiner innovativsten Stücke atonaler Theatermusik. Bruce LaBruce Version beruht auf Schönbergs Idee: eine Traumwelt, erfüllt von „dekadentem Verlangen, Schuld, Angst und Rausch“ und ironisch-satirischem Humor – eine dunkle Geschichte der Sehnsucht, der Liebe und der Transgression. Eine schwarz-weiße Collage mit Zitaten aus Stummfilmen, Überblendungen, Tableaus über eine junge Frau, die sich regelmäßig als Mann verkleidet, verliebt und ein junges Mädchen verführt, das keine Ahnung hat, dass ihr Liebhaber das gleiche Geschlecht hat. Als das Mädchen ihrem Vater den neuen Freund vorstellt, wird dieser skeptisch, deckt den Betrug auf und verbietet, dass die Liebenden sich wiedersehen. Der ‚Junge’ entwickelt einen abenteuerlichen Plan, um dem Vater seiner Geliebten seine ‚Männlichkeit’ zu beweisen.



Pierrot Lunaire - Foto © Bruce LaBruce / Jürgen Brüning Filmproduktion



Stone Cloud
von Jakrawal Nilthamrong, Thailand 2014, 30 min, Thai mit engl. UT

Ein Mönch bittet einige Dorfbewohner, einen großen Stein auf einen Hügel zu transportieren, um sich darauf zu setzen und zu meditieren. Während des Meißelns gewinnt er tiefe Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „Die Geschichte von Stone Cloud stammt von einem Freund, der in einem Dschungeltempel zum Mönch geweiht wurde und dort lebt. Er war ein begabter Filmregisseur und Kameramann, der – bevor er sein weltliches Leben für das isolierte Mönchsdasein aufgab – einige Preise gewonnen hatte.“


Wie aus der Ferne
von Dani Gal, Deutschld./Österreich 2013, 26 min, Deutsch mit engl. UT

Ein Reenactment der komplexen Freundschaft zwischen dem "Nazijäger" Simon Wiesenthal und Albert Speer, dem Chefarchitekten des Dritten Reichs, wird zum Ausgangspunkt für Überlegungen zu filmisch produzierter Erinnerung und Geschichte. Nach 20 Jahren Haft versuchte Albert Speer, seine Biografie reinzuwaschen und Kontakt mit dem ehemaligen KZ-Häftling Simon Wiesenthal aufzunehmen, der sein Leben dem Aufspüren von Naziverbrechern gewidmet hatte. Dieser sah die Verbindung als Chance, Informationen über das Dritte Reich zu erhalten. Der Kurzfilm verbindet fiktive Szenen eines Treffens der beiden mit auf Briefen, Biografien und Interviews basierendem Material. Durch die Linse eines kurzen Wittgenstein-Texts wird über Erinnerungsbilder und deren Verbindung zum Diskurs des Holocaustgedenkens reflektiert.



Wie aus der Ferne (mit Charles Brauer) - Foto © Dani Gal


Gabriele Leidloff - 11. Februar 2014
ID 7591
Weitere Infos siehe auch: http://www.berlinale.de


Siehe auch:
Kurzkritiken zu ausgewählten Filmen im FORUM

Post an Gabriele Leidloff



 

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