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k. - ein Internet-Projekt

von Philipp Preuss nach

Texten von Franz Kafka

für das Schauspiel Leipzig als Videokonferenz im Internet

Bewertung:    



Neben dem Online-Streaming ganzer Inszenierungen versuchen einige Theater die durch das Corona-Virus verursachte Zwangspause auch für die Entwicklung neuer Internet-Formate zu nutzen. Dabei empfiehlt es sich geradezu, dem Publikum die Ergebnisse Stück für Stück in Form von Folgen zu präsentieren. So hat bereits Antú Romero Nunes zur ausgefallenen Premiere seiner neuen Inszenierung Ode an die Freiheit am Thalia Theater Hamburg zwei eigens bei den Proben gedrehte Filme ins Internet gestellt.

*

Auf ganze vier Folgen bringt es nun das Internet-Projekt k. von Philipp Preuss am Schauspiel Leipzig. Ähnliche Beweggründe haben den Regisseur bewogen, seine Inszenierung von Franz Kafkas Romanfragment Das Schloss, die am 24. April in Leipzig Premiere feiern sollte, nun als eine Art Videokonferenzschaltung aus der heimischen Isolation, in der sich viele Kunst- und Kulturschaffende ja gerade befinden, zu senden.

Das Ganze spielt sich dann auch auf der Chat- und Videomeeting-Plattform Zoom ab, zu der sich pro Folge immer nur 40 ZuschauerInnen über den Besucherservice des Schauspiel Leipzig anmelden können und sich dafür das Programm auf dem heimischen Computer oder Smartphone installieren müssen. Interessant ist das Verfahren schon allein deshalb, weil sich gerade eh Austausch und Kommunikation immer mehr ins Netz verlagert haben. Warum also nicht die Technologie auch für Kunstprojekte nutzen, auch wenn das hier momentan doch eher mehr aus der Not heraus geboren zu sein scheint.

Seine Not mit der Isolation hat auch Kafkas Romanfigur, der Landvermesser K., der als Fremder in ein Dorf kommt und sein Ziel, das Schloss, wo er seine Auftraggeber wähnt, nicht erreichen kann. Ein typisches Kafka-Sujet, das der momentanen Situation vieler im Homeoffice oder in Quarantäne Befindlicher sehr nahe kommt. So sitzt man dann auch allein vor dem Bildschirm und schaut zunächst auf die leeren Sitze im Zuschauerraum, bis Musiker Kornelius Heidebrecht auf dem Klavier zu spielen beginnt. Eine melancholische Melodie, die gut zum winterlichen Hintergrund mit andauerndem Schneetreiben passt.

Davor öffnen sich dann nach und nach weitere Videofenster, in denen K. (Felix Axel Preißler) mit Pelzkragen und andere Romanfiguren auftauchen und Kafkas Texte sprechen, die sich um die Ankunft des Landvermessers im Dorf drehen. Auch das Internet ist ja so eine Art globales Dorf, in dem man nicht überall Zugang erhält und sich auch mal recht verloren vorkommen kann. Hier erscheinen immer wieder handelnde Figuren, wie die beiden Gehilfen, der Dorfsekretär, Hr. Klamm, Frieda oder Barnabas, der Bote des Schlosses schemenhaft oder mit animierten Masken überblendet in den parallel geschalteten Videofenstern auf.

Das wirkt fürs erste noch etwas provisorisch und wackelig, die Ästhetik der kleinen Videospielerei ist aber durchaus ansprechend gemacht und vermittelt auch ganz gut das kafkaeske Feeling, dem man sich nun in den nächsten drei Folgen weiter hingeben kann.




(C) Jule Franzen

Stefan Bock - 5. April 2020
ID 12141
k. (Schauspiel Leipzig, 04.04.2020)
Ein Internet-Projekt nach Texten von Franz Kafka

Regie: Philipp Preuss
Kostüme: Eva Karobath 
Video/Moderation: Konny Keller
Musik: Kornelius Heidebrecht
Dramaturgie: Georg Mellert
Mit: Alina-Katharin Heipe, Roman Kanonik, Anna Keil, Andreas Keller, Markus Lerch, Marie Rathscheck, Felix Axel Preißler und Annett Sawallisch
Online-Premiere (1. Folge) war am 4. April 2020.
Weitere Termine:
1. Folge: 07., 08., 09.04.2020
2. Folge: 11., 13., 14., 15.04.2020
3. Folge: 18., 20., 21., 22.04.2020
4. Folge: 25., 27., 28., 29.04.2020
Dauer jeweils ca. 40 Minuten
Maximale Zuschauerzahl: 40 Personen
 

Weitere Infos siehe auch: https://www.schauspiel-leipzig.de/spielplan/a-z/k-ein-internet-projekt/


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