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An und aus von Roland Schimmelpfennig am Schauspiel Stuttgart | Foto (C) Julian Baumann

Bewertung:    



Johannes Brahms äußerte einmal über seinen Zeitgenossen Antonín Dvořák: „Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.“ Das Gleiche ließe sich, auf unsere Gegenwart und die Dramatik übertragen, von Roland Schimmelpfennig sagen. Der bewundernswert produktive Autor sprudelt über von Themen, Einfällen und bühnenwirksamen Umsetzungen. Er ist modern, ohne zu wabern und zu raunen. Er hat Witz, ohne auf oberflächliche Pointen zu setzen. Er hat einen Theaterverstand, wie nur wenige deutschsprachige Dramatiker*innen unserer Tage, ohne ausgetretenen Pfaden zu folgen. Er hat es nicht nötig, vorgefundene Werke zu „überschreiben“ oder zu paraphrasieren: ihm gehen die eigenen Stoffe nicht aus. Unter den meistgespielten Stückeschreibern könnte man ihn irgendwo zwischen Lutz Hübner und René Pollesch einordnen. Nicht die schlechteste Position.

In Stuttgart ist Schimmelpfennig, bei wechselnden Intendanzen, regelmäßiger Zulieferer für das Staatsschauspiel, und seit der Uraufführung seiner Arabischen Nacht vor nunmehr 20 Jahren hat er Schauspielerinnen und Schauspielern Rollen beschert, in denen sie auf ganz altmodische Weise ihr Talent unter Beweis stellen konnten.

Jetzt ist Burkhard C. Kosminskis Mannheimer Inszenierung von An und aus an seiner aktuellen Arbeitsstätte, im Schauspiel Stuttgart, übernommen worden. Ein Teil des Ensembles musste ausgetauscht werden. Michael Stiller, Evgenia Dodina, Gábor Biedermann, Therese Dörr und Sebastian Röhrle sind neu hinzugekommen. Dieses Stück mit seiner epischen Zeitform und seiner lyrischen Bildwelt im Schatten von Christian Morgenstern und Jacques Prévert, das nur indirekt von Fukushima handelt, mag nicht Schimmelpfennigs größter Wurf sein, aber es funktioniert fünf Jahre nach seiner Deutschen Erstaufführung immer noch. Nicht zuletzt der minimalistische Bühnenbildeinfall von Florian Etti – die Details von den Darstellern auf riesige Papierwände skizzieren zu lassen, die später herabgerissen und zerknüllt werden – übt seine Wirkung aus.




An und aus von Roland Schimmelpfennig am Schauspiel Stuttgart | Foto (C) Julian Baumann

Thomas Rothschild – 26. September 2021
ID 13167
AN UND AUS (Schauspielhaus, 25.09.2021)
von Roland Schimmelpfennig

Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Musik: Hans Platzgumer
Choreographische Mitarbeit: Jean-Laurent Sasportes
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Ingoh Brux
Mit: Gábor Biedermann, Evgenia Dodina, Katharina Hauter, Anne-Marie Lux, Sven Prietz, Sebastian Röhrle, Paula Skorupa und Michael Stiller
UA am New National Theatre, Tokyo: 4. Juni 2013
DSE am Nationaltheater Mannheim: 09.01.2016
Premiere am Schauspiel Stuttgart: 25. September 2021
Weitere Termine: 03., 15., 31.10. / 14., 15., 22.11.2021


Weitere Infos siehe auch: https://www.schauspiel-stuttgart.de


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