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Live-Stream

Als Sterblicher im Netz

Michael Maertens performte DIE MASCHINE IN MIR
(VERSION 1.0) aus dem Kasino des Burgtheaters Wien

Bewertung:    



Der Live-Stream zu Die Maschine in mir (Version 1.0) aus dem Kasino des Burgtheaters Wien unterschied sich fundamental von anderen und völlig unähnlichen (Corona-)Live-Streams der Theater und Konzerthäuser, die seit den kulturellen Lockdowns hie und da auf unseren Besucherinnen- und Besucherlaptops oder -smartphones zu sehen und zu hören waren. Schauspieler Michael Maertens, gleichsam Hauptprotagonist dieses noch etwas näher zu beschreibenden Online-Events, setzte sich - nach der vorherigen Buchung eines personengebundenen Online-Tickets, also noch bevor es richtig losging - per Einführungsvideo mit uns teilnehmenden Zuschauerinnen und Zuschauern in Verbindung, d.h. er gab uns Anweisungen für die Aufnahme dreier diverser Selfie-Video-Clips, bei denen wir a) bloß in die Kamera blicken, b) in die Kamera hineinlachen und c) vor der Kamera die Augen schließen sollten; danach waren wir dann sozusagen "freigeschaltet" und würden uns pünktlich um 20 Uhr zur anberaumten Live-Vorstellung heute Abend wiedersehen...



"Von Ikarus bis zu da Vincis mechanischem Ritter – seit jeher träumt der Mensch davon, seine natürlichen Grenzen zu überwinden. Doch erst im 21. Jahrhundert arbeiten Utopisten daran, Mensch und Maschine tatsächlich zu verschmelzen. Mark O’Connell nimmt uns mit zur dunklen Seite des Silicon Valley – wo die Technik zur Religion geworden und alles einem einzigen Ziel untergeordnet ist: den Tod zu besiegen. In einer großen Reportage lässt O’Connell eine Welt entstehen, die einem Science-Fiction-Film zu entstammen scheint: eine Welt, in der Köpfe in Lagerhallen darauf warten, zum Leben erweckt zu werden, Menschen zu Cyborgs geworden sind und Tech-Milliardäre fieberhaft daran arbeiten, unsterblich zu werden."

(Quelle: hanser-literaturverlag.de)



Es ging und geht also um den längst Bestseller gewordenen Reportage-Roman Unsterblich sein des irischen Literaturwissenschaftlers und Journalisten Mark O'Connell [s.o.], in dem er den praktischen und psychologischen Phänomenen des sog. Transhumanismus auf der Fährte war. Ja und es ging und geht halt um so Leute, die mit ihrer Sterblichkeit partout nicht einverstanden und aus diesem Grunde Wege einzuschlagen willens sind, um letztlich un-sterblicher als die anderen um sie herum zu sein. Ist das nicht völlig irre?

Ja, das mochte sicher auch der gute Maertens, der den Autor dieser von ihm aufgespürten Transhumanverlautbarungen spielte, ähnlich kritisch so empfunden haben - - gottlob fiel ihm über all das Irrwitzige noch Bedeutungsvolleres, um nicht zu sagen Menschlicheres ein, das er jenem Un-sterblichkeitskonstrukt als seelisch aufrichtende Krücke beizusteuern wusste.

Ich und 99 weitere live anwesende Vorstellungsbesucher - Maertens monologisierte vor einhundert Tablets, worauf die Gesichter seiner einmaligen Fangemeinde sehbar waren - folgten der verblüffend eindringlichen und mit ruhiger und sehr einfühlsamer Stimme abgehaltenen Performance des genialen Mimen; und im plötzlich aufgemachten Chatraum rechts vom Bild konnte man nachlesen, wie gut und treffend Schauspieler & Publikum während der knapp 50 Minuten Spieldauer gemeinsam harmonierten; auf die fast schon einschüchternde Maertensfrage "Woran werden Sie sterben?" antwortete einer aus der Runde schlicht und wahr: "An Einsamkeit."

Beinahe philosophisch.

Und das galt und gilt gleichsam als Quintessenz für diese Livestream-Lehrstunde par excellence.




Michael Maertens in Die Maschine in mir (Version 1.0) aus dem Kasino des Burgtheaters Wien | Screenshot des Livestreams v. 11.02.2021 auf vimeo.com

Andre Sokolowski - 11. Februar 2021 (2)
ID 12741
DIE MASCHINE IN MIR (VERSION 1.0) | Burgtheater Wien (Kasino), 11.02.2020
Regie: Ben Kidd und Bush Moukarzel
Bühne: Andrew Clancy
Kostüm: Saileóg O'Halloran und Maria-Lena Poindl (Wien)
Lichtdesign: Stephen Dodd und Norbert Gottwald
Dramaturgie: Andreas Karlaganis
Live-Kamera: Andrea Gabriel und Mariano Margarit
Sountdesign: Kevin Glesson
Video- und Interaktionsdesign: Jack Phelan
Videotechnik und Programmierung: Marcell Bándi
Mit: Michael Maertens
Premiere war am 31. Dezember 2020.
Eine Koproduktion von Dead Centre mit dem Dublin Theatre Festival
Live-Stream auf burgtheater.at v. 11.02.2021


Weitere Infos siehe auch: https://www.burgtheater.at/


http://www.andre-sokolowski.de

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