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Kurzkritik

Mithkal Alzghair

Displacement


Bewertung:    



Der syrische Tänzer und Choreograf Mithkal Alzghair hat ein einstündiges Stück zum Thema Displacement [dt.: Flucht, Vertreibung] kreiert und so auch übertitelt. Es war wohl kein Zufall, dass es ausgerechnet jetzt - an seiner hochbrisanten Aktualität unüberbietbar - zum Berliner Festival TANZ IM AUGUST gezeigt wurde.


"Wie reagiert ein Körper, wenn seine Bewegung erzwungen ist oder er ungewollt verharren muss? Welches physische und kulturelle Wissen verinnerlicht man in einem Land, das von Revolution, Ideologien, Krieg und bloß kurzen Momenten der Stabilisierung geprägt ist? [...] Gegenläufige Bewegungen und Empfindungen kennzeichnen die Arbeit – Bleiben oder Flüchten; Hoffnung, zu entkommen; Unruhe, weil eine Rückkehr nicht möglich ist..." (Quelle: tanzimaugust.de)


Mithkal Alzghair tritt erst mal solo auf, so ca. eine halbe Stunde lang. Danach kommen Rami Farah und Shamil Taskin hinzu, um weitere 30 Minuten das zu variieren oder zu vervollständigen, was Alzghair im ersten Teil bereits schon vorgab...

Ganz am Anfang und zur Mitte hört man weit im Hintergrund dreifachen Muezzingesang. [Als ich mit meinem Freund vor ein paar Jahren, weit noch vor dem aufflammenden Gezipark-Protest, in Istanbul gewesen war, kriegte ich immer Gänsehaut, als ich die Muzezzinrufe vernahm; das ist dann schon so wie Musik und Rhythmus.]

Alzghair steigt in Lederstiefel und beginnt mit ihnen aufzustampfen und zu tanzen, dass man denkt, er könnte als ein Tanz-Statist beim kommerziellen Riverdance (also des Geldes wegen, wie wir spekulier'n) vorübergehend "angstellt" gewesen sein - ein Job, der freilich nicht sehr viel mit ihm und seinem Inneren, seinem Kulturkreis, seiner Herkunft, seinem (Flüchtlings-) Schicksal irgendwie zu tun hat. Und so guckt er auch dann großäugig und neugierig ins Publikum als wollte er es fragen: "Bin ich gut genug für euch? mache ich das auch Alles richtig, dass ihr euch an mir vergnügt??"

Dann bricht er diese "abendländische" Geschichte auf und kehrt letztendlich doch zu seinen Wurzeln - nach traditionellen Klängen seiner Heimat Syrien - zurück. Ja und so tanzt er sich und seine eigentliche Welt!! [Zum zweiten Male kriegte ich an diesem Abend Gänsehaut.]

Displacement ist auf hochsubtile Art privat und öffentlich zugleich.




Mithkal Alzghair in Displacement | Foto (C) Dani Abo Louh

Andre Sokolowski - 3. September 2016
ID 9518
Displacement (HAU1, 02.09.2016)
Choreografie: Mithkal Alzghair
Mit: Rami Farah, Shamil Taskin und Mithkal Alzghair
Dramaturgie: Thibaut Kaiser
Koproduktion La Nouvelle Aventure (SMartFr), Godsbanen – Aarhus /Musée de la Danse-CCN de Rennes et de Bretagne / the foundation AFAC / Les Treize Arches-Scène conventionnée de Brive


Weitere Infos siehe auch: http://www.tanzimaugust.de


http://www.andre-sokolowski.de

Tanz im August



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