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THEATER DER WELT | Düsseldorf, 17.06.-04.07.2021

L´Assemblée Montréal

Porte Parole


Bewertung:    



Der dümmliche Modejargon, wonach, was alles Mögliche sein kann, nur kein Kino, als „großes Kino“ bezeichnet wird, hat hier seine Berechtigung, obwohl es im Kleinen Haus des Düsseldorfer Theaters stattfindet. Und streng genommen ist auch dies kein Kinofilm, sondern eine auf Kinoformat aufgeblasene Fernsehshow. Das Streaming, das manchen als Retter in der Not und anderen als Landplage erscheint, hat die Kategorien durcheinander gewirbelt.

Groß ist an diesem Kino lediglich die Leinwand. Was darauf zu sehen und zu hören ist, ist trotz der ehrenwerten Absicht inhaltlich und formal – na, sagen wie freundlich: dürftig. Vier Frauen diskutieren im Auftrag der Dokumentartheatergruppe Porte Parole aus Montréal, moderiert von den beiden Theaterleuten Alex Ivanovici und Brett Watson, über die aktuellen Formen von Diskriminierung: Islamophobie, Antifeminismus, Nationalismus. Ihre sorgfältig protokollierte Auseinandersetzung wird dann von professionellen Schauspielerinnen nachgestellt. Hinzu kommt, nicht sichtbar, aber als Tonaufzeichnung, zur „Polarisierung“ ein Valerie, die freilich nichts grundsätzlich Neues beizusteuern hat, sondern bereits geäußerte Positionen bloß aggressiver zuspitzt. Zwischengeschnitten sind nachgetragene Kommentare der Schauspielerinnen. Danach soll das Publikum diskutieren. Als hätte es noch nie etwas von Feminismus und Chauvinismus gehört.

Film ist L’Assemblée Montréal unzweifelhaft durch die Verwendung von Verfahren, die nur ihm eigen sind: Split Screen, hektischer Schnitt, Zeitraffer. Er ist so dokumentarisch wie die Dokufiktionen eines Heinrich Breloer. Er ist so informativ wie die täglichen Gespräche am Stammtisch. Jeder Film von Denys Arcand enthält interessantere und aufschlussreichere Dialoge. Die in den überwiegenden Nahaufnahmen chargierenden Schauspielerinnen und die ständige Untermalung mit fader Musik steigern das Vergnügen kaum. Und wer einen Film über eine Theaterproduktion sehen will, sei auf Louis Malles Vanya on 42nd Street verwiesen. Mit Theater – und damit der begründbaren Aufnahme in das Programm von THEATER DER WELT – hat L’Assemblée Montréal so viel zu tun wie ein Schlachtengemälde im Museum mit einer Schlacht.

Großes Kino? Nicht einmal kleines Theater. Eine überflüssige Anstrengung.



L´Assemblée Montréal von Porte Parole | Foto: Maxime-Côté

Thomas Rothschild – 2. Juli 2021
ID 13012
Weitere Infos siehe auch: https://www.theaterderwelt.de/


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