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Siren von Pontus Lidberg (mit dem Dansk Danseteater) | Foto © Sarah Melchiori

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Die Tänzer vollführen in einem fesselnden Vibrationsfeld synchrone Formationen und Soli. Sechs von ihnen treten nacheinander an den vorderen Bühnenrand heran. Sie legen sich agil waagerecht auf den Boden. Flugs rollen sie nach hinten zum Bühnenzentrum hin – in einer schwungvollen Wellenbewegung. Später hissen sie ein Tuch, das an ein sich kräuselndes Schiffssegel erinnert. Dieser Stoff dient auch als Leinwand für ein Video mit verschmierten Linien. Auf die Filmanimationen wird ein taumelnder Regen und eine Ästhetik der Gezeiten projiziert. Die Tänzer bewegen sich alsbald in einer anmutig fließenden Choreographie vor diesen Animationen.

Drehungen, behände Ausfallschritte, Arme, die sich in die Höhe werfen, oder sanft umschlingen. Tänzer gleiten feierlich aufeinander zu und küssen sich. Synchrone Formationen steigern ihr Tempo, um sogleich zu variieren. Gesampelte und synthetisierte elektronische Klänge von Stefan Levin treten mit Franz Schuberts symphonischer Klaviersonate Nr. 18 in Dialog.

Der schwedische Choreograf Pontus Lidberg, künstlerischer Leiter des Dansk Danseteater, sorgt in Siren für stimmungsvolle und sinnliche Bilder. Der Choreographie-Titel spielt an auf die betörenden Stimmen, die Odysseus in Homers antiken Epos Odyssee in Versuchung führten. Die Choreographie ist jedoch nicht als Nacherzählung des Mythos deutbar. Sie erzählt vielmehr frei über inspirierende Kreativität, pochenden Orientierungsverlust und pulsierendes Verlangen.

Die Sirene (Merete Hersvik) schwimmt anfangs unter Wasser in einem sarggroßen Glaskasten. Sie ersteht flugs auf. Gleich darauf tanzt sie in ihrem smaragdgrünen Kleid ein Duett mit einem sie führenden Counterpart. In einer späteren Sequenz verschmilzt sie mit den Bewegungen der Männer und führt sie teilweise sogar an. Sie trägt nun ebenfalls Anzughose und hemdlos ein Jackett, wie die männlichen Tänzer. Wenn die Tänzer sich wieder wellenförmig vom Bühnenrand gen Mitte rollen, kehrt ein Anfangsmotiv zurück. Doch bei genauerem Betrachten erkennt man fluide Änderungen.

Wird die Sirene die Seefahrer nun unmittelbar in den Wassertod locken? Oder wird die Femme Fatale nur einen der Matrosen dem dunklen Schicksal überantworten?



Dansk Danseteater mit Siren | Foto © Sarah Melchiori


Das Dansk Danseteater gilt als eine der renommiertesten zeitgenössischen Compagnien Dänemarks. Siren erhielt den Villanueva-Preis der Nationalen Union der Schriftsteller und Künstler Kubas (UNEAC), als beste ausländische Aufführung in Kuba im Jahr 2018. Standing Ovations für das ausverkaufte, etwa 65minütige Tanzgastspiel im Bonner Opernhaus.
Ansgar Skoda - 2. November 2021
ID 13267
SIREN (Oper Bonn, 30.10.2021)
Choreografie: Pontus Lidberg
Dramaturgie: Adrian Guo Silver
Musik: Stefan Levin und Franz Schubert
Lichtdesign: Raphael F. Solholm
Kostüme: Karen Young
Produktion: Grazia Schiavone
Mit: Merete Hersvik, Lukas Hartvig-Møller, Joe George, Julien Guillemard, Edward Pearce, Lucas Threefoot und Bradley Waller
Premiere beim Festival Occidente Oriente, Rovereto: 31. August 2018
Gastspiel des Dansk Danseteater


Weitere Infos siehe auch: https://www.danskdanseteater.dk/


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