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Premierenkritik

MET-affin



Rigoletto an der Staatsoper Unter den Linden | Foto (C) Brinkhoff/Mögenburg

Bewertung:    



Die zwei bemerkenswertesten Berlin-Regien hinsichtlich des Rigoletto aus nicht allzu lang vergang'nen Tagen stammten von Hans Neuenfels (1986) und Barrie Kosky (2009). Beide sehens- und vor allem diskussionswert.

In der Staatsoper Unter den Linden hatte gestern Abend eine Produktion zu dem besagten Verdi-Bestseller Premiere, wo's auf dem Besetzungszettel hieß: "In Kooperation mit der Metropolitan Opera New York" - so was macht stutzig, denn im allerseltensten der Fälle fiel die MET durch bahnbrechende Inszenierungen nach außen auf; mehr hatten/haben wir es dort mit einem üppigst ausgestatteten und meistens starbesetzten Repertoire zu tun, man liefert praktisch ab, was eine ganz bestimmte (zahlkräftige!) Klientel zu sehen wünscht, nicht mehr und auch nicht weniger.

Die Frage für Berlin konnte/kann so gesehen nur noch sein: Bestätigte sich das Klischee, ja oder nein??

Natürlich ja!!

*

Der Rigoletto Bartlett Shers, des ausübenden Regisseurs, entpuppte sich tatsächlich als erwartbar MET-typisches Stehkonzert vom Teuersten und Feinsten, was es so an Bühnenbild (Michael Yeargan) und Kostümen (Catherine Zuber) gab und gibt. Allgegenwärtig scheint das Mantua'sche Festsaalinnere, welches durch modernistisch anmutende "Gobelins" im Malstil von George Grosz etwas geheutigte Abänderung erfährt. Hinein und auch heraus gefahren werden - jeweils dann als Bühne auf der Bühne - Gildas Rigolettokerker und die Mordspelunke von Sparafucile. Und der Chor sowie die Hauptprotagonisten stehen halt dort drinnen irgendwie so rum oder bewegen sich, ganz notgedrungen, etwas hin und her. Falls man so was dann auf der andern Seite des Atlantik gar "Regie" zu nennen pflegt: okay. Aber dorthin wandert die Produktion demnächst nun mal genauso wie sie war und ist; und Schluss.

* *

Christopher Maltmans kräftig-eindrucksvoller Bariton gibt seinem Rigoletto etwas sehr, sehr Überdominantes.

Nadine Sierra singt eine Gilda allerliebsten Zwitscherreizes, ihre Nachtigallerei entwickelt allerdings ein irgendwie doch inflationierendes Stimmeinerlei - freilich auf höchstem Niveau, gar keine Frage.

Michael Fabiano ist der Herzog und bemüht sich die ihm von dem Komponisten zugewies'nen Höhen allesamt zu meistern - hierdurch wird sein tenoraler Ehrgeiz bis zur abholdigsten Grunderschöpfung (Pressen, Pressen, Pressen) strapaziert, was wiederum beim Hören noch und nöcher nervt; einige Buhs beim Schlussbeifall waren der undankbare Lohn hierfür.

Den für mich stärksten Eindruck hinterlässt Jan Martinik (= Sparafucile, der Auftragsmörder). Schon wie er "aus dem Nebel kommend" auftritt und mit welcher aasigen Präsenz, stimmlich UND darstellerisch, er diese Nicht-nur-Nebenrolle meistert: Gänsehaut beim Zusehen/Zuhören!!

Die Herren vom Staatsopernchor und die Staatskapelle Berlin singen und musizieren italienischer als italienisch - Andrés Orozsco-Estrada dirigiert das Alles schmissig und auch ziemlich effizient.

Im Ganzen allerdings: vergessenswert.




Rigoletto an der Staatsoper Unter den Linden | Foto (C) Brinkhoff/Mögenburg

Andre Sokolowski - 3. Juni 2019
ID 11459
RIGOLETTO (Staatsoper Unter den Linden, 02.06.2019)
Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada
Inszenierung: Bartlett Sher
Bühnenbild: Michael Yeargan
Kostüme: Catherine Zuber
Licht: Donald Holder
Choreinstudierung: Martin Wright
Dramaturgie: Benjamin Wäntig
Besetzung:
Herzog von Mantua ... Michael Fabiano
Rigoletto ... Christopher Maltman
Gilda ... Nadine Sierra
Sparafucile ... Jan Martiník
Maddalena ... Elena Maximova
Giovanna ... Corinna Scheurle
Monterone ... Giorgi Mtchedlishvili
Marullo ... Adam Kutny
Borsa ... Andrés Moreno García
Graf Ceprano / Ein Gerichtsdiener ... David Oštrek
Gräfin Ceprano / Ein Page ... Serena Sáenz
Herren des Staatsopernchores
Staatskapelle Berlin
Premiere war am 2. Juni 2019.
Weitere Termine: 05., 08., 12., 14., 16., 26., 29.06.2019
In Kooperation mit der Metropolitan Opera New York


Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsoper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de

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