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JACQUES OFFENBACH FESTIVAL 9. 6. - 27. 6. 2019

Die Insel Tulipatan /

Herr Blumenkohl

gibt sich die

Ehre



Herr Blumenkohl von Jacques Offenbach in der Volksbühne am Rudolfplatz | (C) Pamy Mediaproductions

Bewertung:    



Das zweihundertjährige Geburtstagskind Jacques Offenbach (1819-1880) verfasste [lt. Recherchen Wikipedias] mehr als hundert Bühnenwerke sowie 75 Cello-Stücke. Das Klischee vom Vielschreiber trifft demnach wohl auch ihn. Ja und man fragt sich schon, wann hatte er denn alles das gemacht während der 61 Lebensjahre, die er auf dem Erdenball verbrachte? Nachzulesen wäre so was in dem einen oder andern Sachbuch, das es anlässlich des runden Jahrestages hie und da zu kaufen gibt...

Zwei absolute Raritäten-Einakter des Jubilars hatte nunmehr die Kölner Volksbühne am Rudolfplatz - vormals auch unter Millowitsch-Theater ein stadtübergreifender Begriff - in Szene setzen lassen: Die Insel Tulpitatan und Herr Blumenkohl gibt sich die Ehre:



In Tulpitatan geht es um Geschlechtertäusche und -verwechslungen, also die Tochter von dem Vater ist de facto ein als Tochter verkleideter Sohn, und der Sohn der Mutter ist de facto eine als Sohn verkleidete Tochter. Zweimal, je auf der einen und auf der anderen Seite, hat entweder die Mutter den Vater ein Leben lang mit ihrem "richtigen" Kind verarscht oder halt umgekehrt. Irgendwelche wirtschaftliche und/oder gesellschaftspolitische Zwänge führten zu den abartigen innerfamiliären Eiertänzen, und heraus kommt der Betrug erst dann, als sich die beiden jeweiligen Töchter/Söhne (die dann je als "falsche" Töchter/Söhne, und obgleich sie es an sich höchstselbst noch gar nicht wissen, in den jeweils "falschen" Kleidern stecken) ineinander verlieben. Kardinalester Komödienstoff!

Beim Blumenkohl - den Offenbachianern unter Salon Pitzelberger noch vertrauter - tut ein Exindustrieller eine Hausparty mit zig illustren Gästen, die am Ende allerdings nicht kommen außer einem Paar, was er zuallerletzt erwartet haben wollte, ausrichten. Tochter nebst Schwiegersohn in spe retten dann das "Programm" der Hausparty (zu der auch Opernstars von hie und da mitwirken sollten), als und wie sie in diverse Opernrollen schlüpfen. Halt so was wie eine Opernparodie.


*

Jasmin Solfaghari inszeniert ihre zwei Heidenspäße mehr als augenzwinkernd und lässt obendrein paar schöne "aktualisierte" Sprechblasen durch die sechs Mitwirkenden absondern. Kristina Böchers beide Bühnenbilder sind betulich, funktional; ihre Kostüme wechseln zwischen kolonialem Südseeinsel-Styling und kleinbourgeoiser Etikette.

Als musikalischer Leiter und mit dem für sieben Stimmen passend gemachten Arrangement sorgt Roland Fister für erkennbar-eindeutigen Offenbach'schen Sound. Martin Emmerich, Felicitas Wehmschulte, Andreas Patterer, Andreas Blohmann, Jakob Stepp und Dietmar Engels (vom Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg) agieren als die Instrumentalisten.

Die sensationell hoch singende (und so weit oben immer dann die richtigen Noten treffende) Taryn Knerr und der richtigerweise mehr auf Sympathie und Lustigkeit geeicht gewesene James Berkeley Wilson sind jeweils als das Tochter-Sohn-Paar ideal besetzt!!

Aber auch Jason-Nandor Tomory, Ilona Nymoen, Karsten Münster und Alexander von Glenck hätte man sicherlich in dieser Doppel-Produktion nicht missen wollen.

Ungemein entdeckenswert.




Die Insel Tulipatan von Jacques Offenbach in der Volksbühne am Rudolfplatz | (C) VVG Köln

Andre Sokolowski - 20. Juni 2019
ID 11520
DIE INSEL TULIPATAN / HERR BLUMENKOHL GIBT SICH DIE EHRE (Volksbühne am Rudolfplatz, 19.06.2019)
Musikalische Leitung und Arrangement: Roland Fister
Inszenierung und Dialoge: Jasmin Solfaghari
Ausstattung: Kristina Böcher
Mit: Ilona Nymoen, Taryn Knerr, Jason-Nandor Tomory, Karsten Münster, Alexander von Glenck und James Berkeley Wilson
Mitglieder des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters Coburg
Premiere war am 17. Juni 2019.
Weiterer Termin: 20.06.2019


Weitere Infos siehe auch: http://volksbuehne-rudolfplatz.de


http://www.andre-sokolowski.de

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