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Musical

My Fair Lady

für zwei

Klaviere



My Fair Lady an der Griechischen Nationaloper Athen | Bildquelle: nationalopera.gr

Bewertung:    



My Fair Lady von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner aus dem Jahr 1956 nach George Bernard Shaws Pygmalion markiert den Übergang von der heroischen Zeit des Musicals der Cole Porter, George Gershwin, Irving Berlin, Rodgers & Hammerstein zur Epoche der Konfektion eines Andrew Lloyd Webber et al. Neben dem erfolgreichem Versuch des als Sohn von Wienern in Berlin geborenen Loewe, die Operette auf dem Umweg über einen very British Stoff für den Broadway zu adaptieren, nimmt sich Lloyd Webbers Serienkitsch aus wie ein in die Hosen gegangener Puccini.

Jetzt, mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Uraufführung, wurde My Fair Lady erstmals mit der kompletten Musik in Griechenland aufgeführt. Die mit allen Details patentierten Inszenierungen, die weltweit gleich aussehen, gab es bei diesem Musical noch nicht. Im kleinen Saal der Nationaloper in Athen kann man es sehen, ohne Orchester, begleitet nur auf zwei Flügeln. Diese Version für zwei Klaviere ist von den Lizenzinhabern zugelassen. Allerdings fordern sie: „Keine Namen dürfen mit einer Drucktype so groß oder so prominent wie die der Autoren annonciert werden außer dem Namen des Stücks und die Stars. Im Programm müssen die Namen auf der Titelseite aufscheinen. Die Titelseite des Programms muss die folgende Ankündigung in einer Schriftgröße von mindestens der Hälfte der Größe der Autorennamen enthalten:



Lerner and Loewe’s
MY FAIR LADY
is presented by arrangement with
Tams-Witmark, A Concord Theatricals Company
www. tamswitmark.com



Der Regisseur Giannos Perlegkas, der zugleich die männliche Hauptrolle des Henry Higgins spielt, inszeniert das Stück als Theater auf dem Theater. Agiert wird auf und vor einer kleinen Cabaret-Bühne von 1912, dem Geburtsjahr von Pygmalion. Ein winziges Modell der Londoner St. Pauls Cathedral markiert den Ort der Handlung. Leider kann Perlegkas nicht singen. Also beschränkt er sich auf eine Art Sprechgesang. Die einzige Rolle, die doppelt besetzt ist, ist die des Blumenmädchens Eliza, die, wie Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung, zugerichtet wird, allerdings mit der Besonderheit, dass sich in Higgins Standesdünkel, also Klassenvorurteile und patriarchalische Verhaltensweisen mischen. In einer Art Vogelkäfig ist mal Eliza, mal Higgins eingesperrt. Will sagen: Täter und Opfer sind von einander abhängig. Ob das feministische Aktivistinnen versöhnt (meinetwegen: vertöchtert)? Die kritische Absicht in der Darstellung von Higgins – er ist zwar für einige Pointen verantwortlich, aber kein Sympathieträger – dürfte ihnen erfahrungsgemäß nicht reichen. Statt zu Shakespeare könnte man ja auch zu Peter Handke eine Verbindungslinie ziehen. In dessen Kaspar geht es, wie in Pygmalion bzw. My Fair Lady, um die gewaltsame Disziplinierung durch Sprache.

Bei der besuchten Vorstellung gab Christina Asimakopoulou die Eliza, und sie beherrscht den für das Genre kennzeichnenden kehligen Gesang vorzüglich. Ihr Vater Alfred Doolittle ist mit Vasilis Dimakopoulos viel zu jung besetzt. Mit seinem kraftvollen Bass kompensiert er diesen Mangel. Allerdings hat Stanley Holloway für diese Rolle ein Modell geschaffen, das schwer einzuholen ist.




My Fair Lady an der Griechischen Nationaloper Athen | Bildquelle: nationalopera.gr

Thomas Rothschild - 13. Dezember 2019
ID 11881
MY FAIR LADY (Kleiner Saal der Griechischen Natioaloper Athen, 12.12.2019)
Musikalische Leitung: Stathis Soulis
Regie: Giannos Perlegkas
Ausstattung: Lucia Chouliara
Choreografie: Dimitra Efthimiopoulou
Licht: Nikos Vlasopoulos
Besetzung:
Eliza Doolittle ... Christina Asimakopoulou
Prof. Henry Higgins ... Giannos Perlegas
Pickering ... Michael Titopoulos
Alfred Doolittle ... Vasilis Dimakopoulos
Mrs. Pearce ... Ioanna Forty
Mrs. Higgins ... Ellie Dadira
u.a.
Stathis Soulis und Victoria-Fioralba Kiazimi, Klavier
Premiere an der Griechischen Nationaloper: 21. November 2019
Weitere Termine: bis 31.12.2019


Weitere Infos siehe auch: https://www.nationalopera.gr


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