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Konzertkritik

Die russische

Seele



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Im Gegensatz zur Politik hat die Musik die Grenzen der Nationalstaaten längst überwunden. Verdi ist in Deutschland ebenso zu Hause wie Bizet in England oder Mozart in Japan. Dennoch: das beharrliche Festhalten an nationalen Traditionen auch in der Kultur ist in einzelnen Fällen beachtlich. Bartók, Kodály oder gar Ferenc Erkel stehen außerhalb Ungarns sehr viel weniger auf den Spielplänen als in ihrer Heimat, Benjamin Britten oder Vaughan Williams sind außerhalb des Vereinigten Königreichs auch ohne Brexit immer noch unterschätzte Komponisten, und Charles Ives, Samuel Barber oder Aaron Copland werden auf europäischen Konzertprogrammen immer noch als Entdeckungen angekündigt.

*

Entsprechend gelten Interpreten eines Landes für „ihre“ Komponisten als besonders kompetent. Ein Konzert des Russischen Nationalorchesters in der spektakulären Philharmonie von Paris stand unter dem Motto L'Âme russe (Die russische Seele). Eröffnet wurde es mit Mussorgski, aber nicht etwa mit den Bildern einer Ausstellung oder mit der Nacht auf dem kahlen Berge, sondern, wie es sich gehört, mit einer Ouvertüre, nämlich zur Oper Chowanschtschina.

Darauf folgte Rachmaninows zweites Klavierkonzert. Solist war Michail Pletnev, der das Russische Nationalorchester im Jahr 1990 gegründet hat. Das Orchester sorgte von Anfang an für große Bewegung: das Klischee von der russischen Seele. Der Pianist aber sitzt, ein wenig an Grigorij Sokolov erinnernd und im Kontrast zum heftig gestikulierenden französischen Dirigenten Alain Altinoglu, stoisch am Klavier. Da wird keine Schau abgezogen. Den zweiten Satz spielt er eher suchend, nachdenklich als dramatisch. Diesem Gestus bleibt Pletnev auch bei der Zugabe, dem berühmten cis-Moll-Prélude op. 3 Nr. 2 treu.

Nach der Pause dann die 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Da bleiben die russischen Gäste nichts schuldig. Die Intensität des perfekten Zusammenspiels steigert sich von Anfang an, bis der dritte Satz pianissimo ausklingt, um die Turbulenzen des Schlusssatzes vorzubereiten.

Großer Jubel, stürmischer Applaus.

Thomas Rothschild – 3. April 2019
ID 11325
L'ÂME RUSSE (Philharmonie de Paris, 02.04.2019)
Mussorgski: Ouvertüre zu Chowanschtschina
Rachmaninow: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2
- Prélude op. 3 Nr. 2
Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5
Mikhaïl Pletnev, Klavier
Russisches Nationalorchester
Dirigent: Alain Altinoglu


Weitere Infos siehe auch: http://philharmoniedeparis.fr


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