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Konzertbericht

Alte geistliche Musik aus Norditalien

Nuria Rial & Les Cornets Noirs


Bewertung:    



Der besondere Klang alter Instrumente trifft auf glanzvolle Sangeskunst. Religiöse Anrufungen werden mit instrumental facettenreichem Spiel und wohltemperiertem Vokalgesang zum Hörerlebnis. Die künstlerische Darbietung schmückt den Kirchenraum ebenso wie die Wandverzierungen im Kircheninneren voller kunstvoller Details.

Am vergangenen Samstagabend sang die katalanische, vielfach ausgezeichnete Sopranistin Nuria Rial ausgewählte Motetten und andere Werke Alter Musik in der Basilika St. Martin in Bingen. Zusammen mit dem Baseler Ensemble Les Cornets Noirs war sie Gast beim Festival RHEINVOKAL, das Vokalkonzerte an ausgewählten Orten der Mittelrhein-Region zeigt.

Neben effektvollen Gesangsdarbietungen wurden auch rein instrumentale Werke während des abendfüllenden Programms von etwa vierzehn Stücken aufgeführt. Rials Vokalgesang wechselte stets mit einer reinen Instrumentalperformance. Les Cornets Noirs spielten hier Kompositionen von u.a. Johann Rosenmüller und der Italiener Biagio Marini und Diago Castello.

Ein Höhepunkt der Vorführung war die Darbietung der Motette O dilectissime Jesu des Bergamasken und Priesters Giovanni Legrenzi (1626-1690), die eine transzendentale Vereinigung eines Gläubigen mit seinem Erlöser behandelt. Die Komposition gliedert sich in fünf Abschnitten, die sich voneinander in Dynamik und Charakter unterscheiden. Die Singstimme wechselt mit Instrumentalpartien. Gleiches gilt für Legrenzis ebenfalls aufgeführte kunstvolle Motette Omnes Gentes, in der musikalische Zwischenspiele wie Kommentare zu den gesungenen Versen erscheinen. Zusammen mit Legrenzi wirkte Maurizio Cazzati (1616-1678) als Musiker und Organist an der Basilika S. Maria Maggiore in Bergamo. Er war wie Legrenzi Priester und Kapellmeister. Nuria Rial singt mit mühelos schwebender Barockstimme und sublim ausgefeilter Atemtechnik die Sopranversionen seiner Anrufungen der Gottesmutter Salve Regina und Alma Redemptoris Mater.

Die polyphone Motette Pulchra es des italienischen Renaissance-Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) war ein weiterer, glänzend dargebotener Höhepunkt des Abends. Auch ein Werk des deutschen Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672), der selbst lange Zeit in Venedig lebte, war vertreten. Starsopranistin Rial sang sein Magnificat Meine Seele erhebet den Herren mit Beweglichkeit und inniger Emphase.

Die musikalischen Arrangements der Les Cornets Noirs harmonierten dabei mit der weich timbrierten, feinen und klaren Stimme der Sängerin. Der Name des Instrumentalensembles leitet sich übrigens von dem seit dem späten Mittelalter bekannten Blechblasinstrument „Cornet noir“ (ital. cornetto, frz. cornet) ab, in Deutschland auch „schwarzer Zinken“ genannt. Das historische Instrument heißt so wegen seiner Form und einer dunklen Lederumwicklung. Les Cornets Noirs bestehen seit 1997. Neben den beiden Gründern und Zinkvirtuosen Gebhard David und Bork-Frithjof Smith erweitern noch Katharina Heutjer und Cosimo Stawiarski an den Violinen, Patrick Sepec am Violoncello, Magnus Andersson an der Theorbe und Johannes Strobl an der Orgel das Instrumentalensemble.



Nuria Rial und das Instrumentalensemble Les Cornets Noirs während des Konzertes in der Basilika St. Martin in Bingen | Foto © Ansgar Skoda


Erneut gelang es RHEINVOKAL die Atmosphäre und Akustik eines großen Kirchenraumes, der Binger Basilika, eindrücklich zu nutzen und in ein rechtes Licht zu setzen.
Ansgar Skoda - 29. Juli 2019
ID 11592
Weitere Infos siehe auch: https://www.rheinvokal.de


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