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YOUNG EURO CLASSIC | 19. Juli bis 6. August 2019

International

Tatarstan

Youth Orchestra



Bewertung:    



Im Januar gab's einen großen Bahnhof in der Berliner Philharmonie, als Valery Gergiev die diesjährigen RUSSIAN SEASONS GERMANY mit einer konzertanten Tschaikowsky-Jolanthe eröffnete; man sah & spürte wieder mal, wie gut & nützlich es doch sein kann, wenn gewisse (weltpolitisch geschuldete) An-Spannungen zwischen den Regierenden zweier so großartiger Kulturnationen wie Russland und Deutschland "wenigstens" durch einen regen kulturellen Austausch harmonieträchtige Überbrückungen erfahren; jedenfalls (was das betrifft) lassen die Russen da nichts anbrennen und mühen sich schon sehr... Bei der Gelegenheit stellte der Welt-Maestro dann übrigens die zwölfjährige Pianistin Alexandra Dovgan, die man an besagtem Abend als ein wahres Wunderkind zu registrieren willens wurde, unvermittelt aus - jetzt (gestern Abend, im Konzerthaus) taten wir sie erstmals "richtig" am Klavier erleben, denn da spielte sie das dreisätzige d-Moll-Bach-Konzert BWV 1052; begleitet hatte sie das International Tatarstan Youth Orchestra, welches wiederum Programmbestandteil des inzwischen 20jährigen Berliner Jugendorchester-Festivals YOUNG EURO CLASSIC war.

Und unsre allgemeine Hörerlaune wollte oder konnte sich vom Anfang bis zum Schluss dieses Konzertes nach und nach (gottlob zum Guten hin) entwickeln - ungeachtet dessen, dass der Dirigent Mikhail Mosenkov wohl wenig (um nicht gar zu sagen: null) Ahnung von Mozart hatte und sich dieses feststellbare Faktum als fatalstes Auftaktsärgernis empfand. [Ich kann mich nicht entsinnen, je vorher eine so derart undurchlüftete, breiig durchklebte und infolgedessen endlos quälend klingende g-Moll-Sinfonie KV 183 gehört zu haben.] Hoffentlich können die jungen Musikertalente, unabhängig ihres aktuellen Mozart-Malträtiertseins, etwas andere (und freilich für sie steilvorlagigere) Interpretationsansätze eigeninitiativ erfahren, ja, da reichte schon ein Zufallsgriff in das CD-Regal, vielleicht mit einer Aufnahme von Harnoncourt, um nicht gleich allzu hoch zu greifen...

Aber - wie schon angedeutet - gab es nach und nach (zum Guten hin) doch immer positivere Signale...

Nach der Pause musizierte das aus 88 Mitgliedern im Alter zwischen acht und sechszehn Jahren und aus insgesamt (sage und schreibe:) 18 Musikschulen Kasans sich "speisende" Jugendorchester Ausschnitte aus Farid Yarullins Ballett Schurale, drei sehr konventionell sich anhörende Teilstücke voll inbrünstiger Lust & Laune:


Dieses Werk gilt "als Ikone der kulturellen Identität Tatarstans: Zum einen bringt die Handlung uralte Märchenmotive dieses Landes auf die Bühne; die Eröffnung des Opernhauses der Hauptstadt Kasan nach Ende des Großen Vaterländischen Krieges im März 1945 ist untrennbar mit diesem ersten tatarischen Ballett verbunden. Zum anderen umweht Schurale ein Hauch von großer Tragik, war doch ihr Schöpfer, der junge Komponist Farid Yarullin, 1943 an der Front gefallen, nachdem er die Musik bereits 1941 fertiggestellt hatte." (Quelle: YEC)


Grandioses Highlight dann: die populäre Carmen-Suite von Rodion Shchedrin (86). Seine vor vier Jahren verstorbene Frau, die weltberühmte Primaballerina Maja Plissezkaja, wollte zu ihrer Zeit mal Carmen tanzen, und so tat ihr Gatte die Bizet'sche Vorlage auf witzig-wunderbare Weise variieren und verkürzen; Katharina Witt, die Ex-Olympiasiegerin im Eiskunstlaufen, hatte dieses Stück [ganz nebenbei bemerkt] lange in ihrem Repertoire und machte es über die DDR-Grenzen hinweg noch populärer als es so schon war, die Carmen-Suite wurde zu einem regelrechten Welt-Hit!

Ja und unser wundervolles Tatarstan-Orchester konnte hier - wie auch bei den drei Zugaben (Chatschaturjans Maskerade-Walzer sowie die zwei spanischen Tänze aus den zwei Tschaikowski-Balletten!!!) - zeigen, was es eigentlich so alles drauf hat; und authentischer konnte es kaum mehr sein.

Die Leute tobten vor Begeisterung, das war schon ansteckend [natürlich auch für mich].



International Tatarstan Youth Orchestra im Konzerthaus Berlin | © MUTESOUVENIR | Kai Bienert

Andre Sokolowski - 21. Juli 2019
ID 11577
YOUNG EURO CLASSIC (Konzerthaus Berlin, 20.07.2019)
W. A. Mozart: Symphonie Nr. 25 g-Moll KV 183
J. S. Bach: Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052
Farid Yarullin: Ballettmusik zu Schurale (1945, Auszüge)
Rodion Shchedrin: Carmen-Suite nach Georges Bizet für Streichorchester und Schlaginstrumente (1967)
Alexandra Dovgan, Klavier
International Tatarstan Youth Orchestra
Dirigent: Mikhail Mosenkov


Weitere Infos siehe auch: https://young-euro-classic.de


http://www.andre-sokolowski.de

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