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Lise Davidson sang

Beethovens Lieder

von Gellert

MONTAGSSTÜCK XV aus der Bayerischen Staatsoper

Bewertung:    



Gestern Abend sahen und hörten wir wieder eines der (inzwischen fünfzehn Corona-) MONTAGSSTÜCKE aus dem Nationaltheater München. Die Bayerische Staatsoper stellt sie jeweils als kostenlose Livestreams online; und ab zwei Tage danach kann man sich dann die kammermusikalischen Veranstaltungen on demand als Video zu 4 Euro 90 Cent herunterladen.


"Im Jahr 2020 wollte die Musikwelt Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag feiern. Und weil dann doch die ein oder andere Festveranstaltung ins Coronawasser gefallen ist, wird die Huldigungszeit eben verlängert, und zwar so lange es eben nötig ist – und sei es für immer, denn Beethovens Musik ist ständig vonnöten. Er hat in seiner Kunst die Widersprüche seiner Zeit schärfer als andere in Töne gesetzt, den Ausdrucksbereich zwischen Humor und Aufruhr, Glück und Schmerz immer weiter ausgedehnt.

[...]

Seine sechs Lieder auf geistliche Gedichte von Christian Fürchtegott Gellert – komponiert 1803, im Jahr der Eroica – geben davon Zeugnis ebenso wie die – ihren kommerziellen Anlass weit überflügelnden – Lieder nach schottischen Texten, bei denen Beethoven fast paneuropäische Verbindungen schlug. Im Privaten musste er manche Niederlage überwinden, zuvörderst die gesundheitliche Katastrophe seiner fortschreitenden Ertaubung. 1802 verlieh er im sogenannten Heiligenstädter Testament seinem Gemütszustand Ausdruck; dieses erschütternde Zeugnis ist Aufschrei, Hilferuf, Anklage, Besänftigung eines Verzweifelten, der den ihm kostbarsten Sinn verliert und fürchtet, sich in der Welt nicht mehr zurechtzufinden."

(Quelle: staatsoper.de)


*

Und wir gaben also diesmal auf die Sopranistin Lise Davidson (als Tannhäuser-Elisabeth in Bayreuth oder als Die Walküre-Sieglinde in Berlin vorzüglich in Erinnerung) besonders acht, um "nachzuprüfen", wie sie sich als Kunstliedsängerin so machte, und wir konstatierten frohgemut:

Sie war und ist dann auch in dieser Rolle unverwechsel- und unschlagbar!!

Die sog. Gellert-Lieder haben etwas stark Moral- und Bußlastiges, und ihr Dichter [der bezeichnenderweise auf "Fürchtegott", seinen zweiten Vornamen, hörte] galt als einer der am meistgelesensten Vertreter aus der Zeit des Sturm und Drang, ja und er war nicht bloß ein Schriftsteller, sondern auch ein geachteter Gelehrter. Beethoven seinerseits beschränkte sich auf sechs Gedichte des aufklärungstheologischen Gellert-Zyklus Geistliche Oden und Lieder, von denen er dann wiederum "nur" ein paar Strophen auswählte und komponierte; allerdings vertonte er das sechste und letzte (unterm Titel Bußlied) dann im Ganzen.

Lise Davidsons Herangehensweise an die nicht gerade leichtfüßig, dafür umso bedeutungsschwerer, ja fast hymnisch sich mitteilenden Gesänge war von unängstlicher, zupackender und geradezu dann leonorischer Natur. Und sowieso ist ihre Textverständlichkeit verblüffend. Am Klavier begleitete Sophie Raynaud.




Lise Davidson singt Beethovens Lieder von Gellert beim MONTAGSSTÜCK XV der Bayerischen Staatsoper aus dem Nationaltheater München | Screenshot des Streams v. 22.02.2021 auf staatsoper.tv

Andre Sokolowski - 23. Februar 2021
ID 12766
MONTAGSSTÜCK XV (Nationaltheater München, 22.02.2021)
Ludwig van Beethoven: 2 Lieder aus den Irish Songs
- Schottische Lieder op. 108
- Sechs Lieder von Gellert, op. 48
- Heiligenstädter Testament (Brief des Komponisten Ludwig van Beethoven an seine Brüder Kaspar Karl und Johann von 1802)
- "Canzona di ringraziamento. Molto adagio", 3. Satz aus dem Streichquartett a-Moll, op. 132
Edwin Crossley-Mercer, Bariton
Lise Davidsen, Sopran
Yoan Hereau und Sophie Raynaud, Klavier
Nikolaus Bachler, Sprecher
Praetorius-Quartett
Stream auf staatsoper.tv


Weitere Infos siehe auch: https://www.staatsoper.de/


http://www.andre-sokolowski.de

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